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Vasallenmord
Verfasser: Dagmar A. Hansen (1)
Verlag: Eigenverlag (24082)
VÖ: 13. April 2022
Genre: Historischer Roman (5964) und Kriminalroman (10134)
Themen: 14. Jahrhundert (176), Aachen (42), Mord (7721), Pilgerreise (54), Schwur (145), Unschuld (453)
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Ein Gelübde gegenüber dem Allmächtigen sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Aus Dankbarkeit, die Belagerung der Burg Gripekoven überlebt zu haben, treten die Linnicher Herbergswirtin Edith und ihr Mann Hanno im Herbst 1354 die Pilgerreise nach Aachen an. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die berühmte Stadt zu erkunden.
Doch unversehens geraten Edith und Hanno in einen perfiden Mordfall.
Edith muss handeln. Wenn es ihr nicht gelingt, Hannos Unschuld zu beweisen, wird er am Galgen enden.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Dagmar A. Hansen für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     „Ehefrau“, korrigierte Edith schmunzelnd. Auch für sie war dies noch ungewohnt. Ein warmes Kribbeln durchlief ihren Magen. Es war schön, nach langer Zeit als Witwe, wieder einen Ehemann zu haben. Jemanden, mit dem sie sich beraten konnte, der sie schützte, der einfach da war, als habe er immer schon zu ihrem Leben gehört.
     Edith wandte sich wieder dem faszinierenden Ausblick zu.
     Dicht an dicht standen die Häuser, Rauch kräuselte sich über ihren Dächern. Dort würden sie viel Zeit verbringen. Und mehr noch: Sie würden auf Pflaster gehen, über das bereits Könige und Kaiser geschritten waren.
     Doch Ediths Hochgefühl verebbte nur allzu bald. Das Stadttor, durch welches sie und Hanno Aachen hätten betreten wollen, erwies sich als funktionsuntüchtig. Die Kette der Falltür ließ sich nicht mehr bewegen und der herbeigerufene Schmied ließ auf sich warten, obgleich der Torwächter versicherte, dass er bereits unterwegs sei. Irgendwann resignierten Hanno und Edith, wie es zuvor schon andere getan hatten, und kehrten um. Ihre Plätze wurden sofort von nachrückenden Wartenden eingenommen.
     Das nächste Tor war eher ein Törchen, verschlossen und unbesetzt. Also weiter. Irgendwo musste es einen Zugang in die Stadt geben und tatsächlich erwies sich das dritte Tor als ein solcher. Vor der Barbakane, die groß und so breit war, dass zwei Gespanne aneinander vorbeifahren konnten, hatte sich eine schier endlos anmutende Schlange von Händlern, Hirten, Wallfahrern und anderweitig Reisenden gebildet. Immerhin waren Edith und Hanno mittlerweile schon so weit vorgerückt, dass sie die Gesichter der Wächter erkennen konnten. Die vier Männer kontrollierten die Ankömmlinge, befragten sie und durchsuchten Wagen und Taschen. Zwei weitere Uniformierte waren für die Eintreibung der Zölle zuständig. Keine der Stadtwachen hatte es sonderlich eilig.
     Ein Stoß in den Rücken trieb Edith voran. Giftig schaute sie über ihre Schulter. „So geht‘s auch nicht schneller!“ Wenigstens besaß der Schlacks den Anstand, sofort entschuldigend die Hände zu heben. Ein Schweinebauer, der alle Mühe hatte, seine sechs Säue unter Kontrolle zu halten, zog den Unmut einer Vettel auf sich. Die lebhaften Tiere hatten vor nichts und niemandem Respekt und eines von ihnen zeigte starkes Interesse an einem der Zollschreiber. Pikiert wich der Mann immer weiter zurück und es entbrannte eine hitzige Debatte zwischen Schweinehirt, Vettel und Zöllner.
     „Am liebsten würde ich sie fragen, ob ich ihnen helfen soll“, murrte Hanno. „Muss man denn die Schweine unbedingt im größten Trubel durch das Tor fädeln? Dass dies nicht gutgeht, dürfte selbst einem Spatzenhirn klar sein.“
     „Sei nicht brummig. Die Wächter machen nur ihre Arbeit“, versuchte Edith, die Wogen zu glätten, obwohl sie selbst etwas ähnliches gedacht hatte. Um nicht so viel in ihrem Bündel tragen zu müssen, hatte sie einige Kleidungsstücke übereinander angezogen, doch mittlerweile verwünschte sie diese Idee, die ihr in der Frische des Morgengrauens so gut erschienen war.
     Hanno zog seine Kappe vom Kopf und wischte sich mit ihr die Stirn. „Weiß ich ja. Aber ich bin Wallfahrer, kein Märtyrer. Da überlebt man eine siebenwöchige Belagerung einer fast zwölffachen Übermacht der Feinde vor den Burgmauern und tödlichen Ränke innerhalb der Mauern, nur um wenige Schritte vor Aachen, der Stadt der tausend Quellen, zu verdursten.“
     Edith knuffte Hanno lächelnd in die Seite und ignorierte die Schweißperlen an ihrer Schläfe. „Sollte der große, starke Mann, den ich geheiratet habe, in Wirklichkeit ein verwunschenes Jammerläppchen sein?“
     „Dachte ich mir, dass dies irgendwann herauskommt. Ohne Braten, Brot und Bier fällt dein Held schnell in sich zusammen. Ach, schau, jetzt wird es bestimmt schneller gehen.“
     Edith folgte Hannos Blick. Zwei Frauen, die schwer an einem Kessel trugen, traten über die Schwelle der Wachstube. Die Verpflegung der Wachen war eingetroffen. Hanno hatte recht, nun verlief der Einlass bedeutend zügiger.
     Der Schweinehirte wurde durchgewunken und trieb seine Tiere über die Pflastersteine. Ein hagerer Mann, der eine Kiepe schleppte, erhielt eine kurze Belehrung und weiter ging es. Der Torwächter wandte sich nun Hanno und Edith zu. Er war ein rotgesichtiger Mann, dem von der einstigen Haartracht nur ein dünner, krauser Flaum geblieben war. Hanno schulterte seine Tasche ab und hielt sie dem Wächter unaufgefordert entgegen. „Grüß Euch. Möchtet Ihr meine Habe durchsuchen?“
     „Schon gut. Was wollt ihr in Aachen?“
     „Ein Gelübde einlösen“, antwortete Edith wahrheitsgemäß.
     „Aha. Pilger, also. Keine offenen Waffen, keine Bettelei, keine Prostitution. Kranke haben sich unverzüglich in eines unserer Hospitäler zu begeben. Vergehen gegen Leib, Leben und Besitz Dritter werden streng geahndet“, spulte der Wächter routiniert herunter. Mit einer derben Watsche verscheuchte er ein penetrantes Bürschchen, das sich Hanno als Stadtführer andienen wollte. Der Wächter sah ihm kopfschüttelnd nach. „Seid vorsichtig, die Beutelschneider haben flinke Klingen und manche Diebe sind kaum sieben Jahre alt. Den Dom könnt ihr unmöglich übersehen. Das Rathaus ist gleich in der Nähe, und ringsum haben sich allerlei Kaufleute angesiedelt. Aber ihr seht aus, als ob ihr eine gute Stärkung zu einem vernünftigen Preis vertragen könntet.“
     „Da habt Ihr verflixt recht“, stimmte Hanno zu, und schwang den Gurt seiner Tasche wieder über seine Schulter.
     „Da kann ich euch etwas empfehlen. Ein Gasthaus, ganz einfach zu finden, Eäzekomp heisst es. Nehmt diese Gasse dort. Folgt der Pontstraße immer geradeaus.“ Der Wächter schwang seinen Arm in die entsprechende Richtung. Gestenreich beschrieb er den Weg zu der Gastwirtschaft, die sein Vertrauen genoss, und Edith fragte sich, ob es vielleicht sein könne, dass diese Taverne von einem Schwager oder Vetter des Wächters betrieben wurde. Im Grunde aber war es egal, solange das Essen dort gut sein würde.
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