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Vasallenmord
Verfasser: Dagmar A. Hansen (1)
Verlag: Eigenverlag (23744)
VÖ: 13. April 2022
Genre: Historischer Roman (5864) und Kriminalroman (9967)
Seiten: 324
Themen: 14. Jahrhundert (175), Aachen (41), Mord (7608), Pilgerreise (54), Schwur (145), Unschuld (447)
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Ein Gelübde gegenüber dem Allmächtigen sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Aus Dankbarkeit, die Belagerung der Burg Gripekoven überlebt zu haben, treten die Linnicher Herbergswirtin Edith und ihr Mann Hanno im Herbst 1354 die Pilgerreise nach Aachen an. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die berühmte Stadt zu erkunden.
Doch unversehens geraten Edith und Hanno in einen perfiden Mordfall.
Edith muss handeln. Wenn es ihr nicht gelingt, Hannos Unschuld zu beweisen, wird er am Galgen enden.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Dagmar A. Hansen für die Einsendung dieser Leseprobe!
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     Mit drüben war ein kleiner Raum gemeint, der sich an den großen Badebereich anschloss. Noch war hier wenig Betrieb, aber die vielen emsigen Dienstleute ließen Edith vermuten, dass sich dies bald ändern würde. Wulf ließ sich auf einen Stuhl fallen und verschränkte die Hände vor seinem Bauch. „Ihr müsst mir unbedingt erzählen, was ihr erlebt habt. Verheiratet, na, das hätte ich mir denken können. Gratulation im Nachhinein. Was ist mit deiner Herberge, Edith? Du hast sie doch noch?“
     „Ja, sicher. Um die kümmern sich meine Magd und Fidelis“, antwortete Edith und erzählte mit Stolz, wie es den Menschen ergangen war, die auch Wulf kannte.
     Hier und da warf er eine Frage ein, verzog leicht den Mund, als er auf Nachfrage erfuhr, dass sie bei Sigmar Quartier bezogen hatten, erzählte selbst und hörte auch Hanno zu. Wulf, der sich mit Geschick und Einsatz auf Burg Gripekoven um die Verletzten gekümmert hatte, arbeitete nicht nur im Corneliusbad. „Unglaublich, welche Möglichkeiten sich einem in einer Stadt bieten. Im Heilig-Geist-Spital am Radermarkt kann ich mehr leisten, als nur faule Zähne aus Mäulern zu ziehen oder Pusteln aufzustechen. Seit mir der eine oder andere Eingriff gelungen ist, nimmt man mich dort als Chirurgen ernst. Am liebsten würde ich nur noch im Spital arbeiten, aber das ist allein den Elisabethschwestern, sowie Aachener Bürgern, vorbehalten. Nebenbei beschaue ich die Leichen im Grashaus. Es kommt immer wieder vor, dass jemand in den Gassen tot aufgefunden wird. Oft Greise, die von ihren Angehörigen ausgesetzt wurden, Säuglinge, Kranke, Bettler. Ist eine Person nicht im Viertel bekannt, wird der Leib in ein Kellergewölbe unter dem alten Rathaus gebracht. Dort kann der Tote drei Tage angesehen werden. Erhebt niemand Anspruch auf den Körper, bestattet man diesen auf dem Anger hinter dem Grashaus. Meine Aufgabe, und die meiner Kollegen, ist, darauf zu achten, dass keiner an einer Seuche zugrunde ging. Oder einem Mord zum Opfer fiel. Beides muss gemeldet werden.“
     Edith schauderte. Während der Belagerung hatten die feindlichen Truppen zwei Pockenkranke in die Burg eingeschleust. Sie waren rasch entdeckt worden, niemand der Burggemeinschaft erkrankte, aber der Schrecken vor tödlichen Krankheiten saß tief.
     „Überdies bin ich nunmal Ehemann und dreifacher Vater, auch wenn mich meine Familie nicht allzuoft sieht“, bekannte Wulf freimütig. „Wir sind gleich nach der Belagerung nach Aachen gekommen und hier sesshaft geworden. Meine kleine Sippe hat ein ordentliches Dach über dem Kopf, die Teller bleiben nicht leer und die Meinen müssen auch nicht in Lumpen oder barfuß gehen. Meine Frau hält eine Hühnerschar, verkauft Eier und Vögel auf eigene Rechnung. Sie hat keinen Grund, zu meckern.“
     Was sich jedoch so anhörte, als ob sie genau dies täte. Edith entsann sich nur schwach an eine unscheinbare Gestalt mit leiser Stimme und schlaffem Händedruck, die für kaum etwas Interesse aufbringen konnte. Wie hieß sie? Ulla? Ursa?
     Stein und Bein, Edith wusste es nicht mehr. Einiges mochte sich geändert haben, Wulfs Leidenschaft für seine Arbeit hatte jedoch Bestand. „Kommt deine Frau manchmal ins Bad? Oder ist sie vielleicht sogar jetzt hier?“
     „Bei derart viel unbedeckter Haut? Der Himmel bewahre. Uta käme vor Scham um. Das Bad gehört übrigens Inghild. Ihr habt sie vorhin kennengelernt.“
     „Oh, ich dachte, sie sei die Magd und du der Hausherr.“
     „Inghild lässt dies die Leute gerne glauben. Es gibt immer noch Hinterwäldler, die nicht wahrhaben wollen, dass eine Frau einen Betrieb führen kann. Überraschend oft kritteln ausgerechnet Bauernweiber, die den Markt beschicken.“
     „Das Problem kenne ich nur zu gut. Ich bin stolz auf die Herberge und ihren guten Ruf, aber wenn die ewig Gestrigen maulen, schicke ich Hanno vor.“
     „Genau darum bat mich Inghild. Sie ist eine großartige und starke Frau.“
     „Auch starke Frauen werden des immer gleichen Kampfes müde. Mir scheint sie sympathisch“, sagte Hanno und legte Edith anerkennend eine Hand auf die Schulter, schaute aber zu der Baderin.
     Inghild war, gemäß den Idealen der Zeit, nicht auffallend schön. Sie war weder groß, noch schlank, noch flachbrüstig. Und ihre rote Nase fiel einfach jedem ins Auge. Aber Inghild würdigte Wulfs Arbeit und strahlte freundliche Tatkraft aus. Uta sah, wie Edith vermutete, wahrscheinlich keiner glücklichen Zeit entgegen.
     „Ja, ist sie. Und fleissig obendrein“, bekräftigte Wulf. „Inghild ist Witwe, ihr Mann war hier früher der Bader. Stellt euch vor: Bei den Pflasterarbeiten anlässlich der Krönung König Karls vor fünf Jahren, waren unter der Erde Kanalrohre und Gänge der Römer entdeckt worden, die wahrscheinlich schon zu deren Zeit dazu gedient hatten, Schmutzwasser abzuleiten. Erst gab es großes Geschrei, der alte Corneliusbader hat sofort den Betrieb aufgegeben, weil er fürchtete, sein Betrieb würde bald in der Erde versinken. Die Röhren sind teils brüchig, aber sie haben eine lange Zeit überstanden, und sie werden kaum gerade jetzt zusammenfallen. Inghilds Mann jedoch hat sofort erkannt, dass sich, was üblicherweise eine Schinderei darstellte, hier leicht und rasch erledigen ließe. In kaum einem anderen Bad wird täglich das Wasser gewechselt und Inghild macht damit tüchtig Werbung.“
     „Und mit deinem Handwerk anscheinend auch, denn schon im Eäzekomp haben wir gehört, dass sich der Bader auf‘s Zahnreißen versteht.“
     „Aber ihr seid nicht deswegen hier, oder leidet einer von euch unter Zahnweh?“
     „Nein. Aber Hannos Rücken schmerzt. Kannst du ihm helfen?“
     „Ja, dagegen sind einige Kräuter gewachsen. Aber bevor ich dich ins Wasser schicke, will ich dich erst barbieren, mein Freund. Sonst denken die Menschen am Ende, das Wallmonstrum bade bei uns.“
     Hanno fuhr sich über die schulterlangen Haare. „Naja, einmal mit der Schere drumherum kann nicht schaden. Was ist das für ein Monstrum?“
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