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Vasallenmord
Verfasser: Dagmar A. Hansen (1)
Verlag: Eigenverlag (23744)
VÖ: 13. April 2022
Genre: Historischer Roman (5863) und Kriminalroman (9967)
Seiten: 324
Themen: 14. Jahrhundert (175), Aachen (41), Mord (7608), Pilgerreise (54), Schwur (145), Unschuld (447)
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Ein Gelübde gegenüber dem Allmächtigen sollte man nicht auf die lange Bank schieben. Aus Dankbarkeit, die Belagerung der Burg Gripekoven überlebt zu haben, treten die Linnicher Herbergswirtin Edith und ihr Mann Hanno im Herbst 1354 die Pilgerreise nach Aachen an. Sie freuen sich darauf, gemeinsam die berühmte Stadt zu erkunden.
Doch unversehens geraten Edith und Hanno in einen perfiden Mordfall.
Edith muss handeln. Wenn es ihr nicht gelingt, Hannos Unschuld zu beweisen, wird er am Galgen enden.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Dagmar A. Hansen für die Einsendung dieser Leseprobe!
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Personae Dramatis

Edith: Herbergswirtin, die sich mit Mut und Findigkeit für ihren Mann einsetzt.

Hanno: ihr Mann. Teichwirt, der laut, aber fälschlich des Mordes bezichtig wird.

Wulf: Exzellenter Bader und Chirurg. Ein guter Freund, aber ein lausiger Ehemann.

Inghild: Resolute Zuberhausbesitzerin, Wulfs Arbeitgeberin und ein bisschen mehr.

Raban: Großmäuliger Söldner mit geringer Lebenserwartung.

Afra: Wirtstochter, heiratsunwillig. (Was bei dem Bräutigam nicht wundert.)

Sigmar: Wirt des Gasthauses Eäzekomp, fürchtet, bald am Hungertuch zu nagen.

Meinhard: Ehemaliger Burgsasse, der sich mit Hungertüchern auskennt.

Wallmonstrum: Umtriebig und mit Sinn für die schönen Dinge des Lebens.

Ritter Gerhard Chorus*, Christian Lewe*, Wilhelm zu Jülich* und Matthias zu Hoyn*: Historische Persönlichkeiten.



1.


Jedes Aachener Kind kannte die Geschichte vom geheimnisumwobenen Wallmonstrum, welches nachts umherging. Nicht in jeder Nacht. Es kam und ging nach eigenen Regeln. Manchmal ward es wochenlang nicht gesehen und niemand vermochte zu sagen, wohin es verschwunden war, oder ob es jemals wiederkehrte.
     Doch das tat es.
     Es schien, als habe es eine Vorliebe für neblige Stunden. Wer seinen Verstand zusammenhielt, setzte in diesen keinen Fuß auf die Straße. Es gab nicht wenige, die ein geweihtes Kreuz an ihre Tür hängten und in solchen Nächten behielt man die Forken, Sensen und ähnliches in Griffweite.
     Das Monstrum war groß und unheimlich. Es besaß eine Stimme, die selbst dem tapfersten Mann das Blut in den Adern gefrieren ließ. Laut, schrill und unmenschlich brüllte das Scheusal. Manche berichteten von Zähnen, die so lang waren, wie Unterarme, andere von spitzen Hörnern, von glänzender Haut, unter der etwas dämonisches kochte und brodelte. Mit einem Sprung setzte das Monstrum über den Stadtwall, und dieser war immerhin drei Mann hoch und mächtig breit. Wer es einmal mit eigenen Augen sah, vergaß es sein Lebtag nicht mehr.
     Es wurden Männer berufen, die Jagd auf das Ungeheuer machen sollten. Tapfere, tollkühne Kerle.
     Doch nicht einer von ihnen erledigte seine Aufgabe.
     An einigen Morgen, die auf diese Nächte folgten, wenn die Luft kalt und klamm war, entdeckten entsetzte Anwohner Blutlachen, Knochensplitter und manchmal noch einen zerfetzten Schuh. Mehr ließ die grausame Bestie von seinen Häschern nicht übrig. Sie suchte ihre Opfer, wo immer sie menschlichen Lebens habhaft werden konnte, unterschied weder zwischen gut und böse, noch zwischen arm und reich.
     Obwohl, nein, so ganz stimmte dies nicht.


2.


„Was hat Grit eigentlich die ganze Zeit gewispert, als sie uns den Reiseproviant in ein Wachstuch wickelte? Sie erschien mir recht aufgeregt.“
     Edith schmunzelte. „Kannst du dir das nicht denken, Hanno? Sie hat versucht, mich von der Reise abzubringen. Unsere Magd ist der festen Überzeugung, dass in Aachen.
     das Unglück auf uns lauert.“
     „Weiß sie mehr als wir?“
     „Sie glaubt es jedenfalls. Ich bin heute morgen über die Schwelle gestolpert und anschließend einfach weitergegangen. Grit hat es gesehen und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ob ich denn nicht wisse, dass ich noch einmal festen Schrittes über die Türschwelle steigen müsse, um Unheil zu verhindern.“
     „Das hast du aber nicht getan.“ Milder Spott lag in Hannos Stimme.
     Edith ging nicht darauf ein. „Es war noch so viel zu tun. Außerdem will ich Grits Aberglauben nicht noch weiter unterstützen. Zugegeben, inzwischen bereue ich es.“
     Hanno und sie hätten längst vor einem Mittagsmahl und einem Krug Bier in einer Taverne sitzen sollen. Die späte Oktobersonne des Jahres 1354 brannte heiß auf die Wartenden herab. Edith hatte keine Ahnung, wie das Aachener Stadttor hieß, vor dem sie und Hanno nun schon so lange anstanden, und der Name war ihr, gelinde gesagt, auch egal. Endlich hatten sie, eingekeilt zwischen anderen, die elend lange Zugbrücke überquert, welche den tiefen Landgraben vor der Stadtmauer überspannte.
     Linnich, Ediths Heimat, war nur einen lockeren Tagesmarsch vom berühmten Aachen entfernt. Wobei nur ein dehnbarer Begriff war. Bei Sonnenaufgang waren Hanno und sie losgezogen, das Notwendigste in zwei Umhängetaschen gepackt.
     Zunächst war alles gut verlaufen. Die Pausen hielten sie kurz, denn mit jeder Stunde wurde es wärmer, für einen Herbsttag war dies recht ungewöhnlich. Diese Witterung würde Pilze sprießen lassen, die wiederum eine erfreuliche Bereicherung für den Vorrat darstellten.
     Ihr Weg kreuzte einen Bach, der allerdings nach Färberlohe stank. Sie verzichteten darauf, hier ihre Kalebassen aufzufüllen. Die Wiesenlandschaft wurde zu einem Wald, Vogelgezwitscher begleitete fortan ihre Wanderung. Sie passierten einen Weiler und erreichten kurz darauf die Straße, breit genug, dass drei Fuhrwerke nebeneinander herfahren konnten. Unmerklich stieg die Straße an, wurde dann zunehmend steiler. Hier waren bedeutend mehr Leute unterwegs, und weil niemand von ihnen Furcht vor einem Überfall hatte, unterhielten sie sich laut.
     Aus Erzählungen wusste Edith, dass Aachen in einem Talkessel lag. Auf der Kuppe des Höhenzuges blieb Edith nach Atem ringend stehen, wie so viele andere auch. Sie versuchte, sich dieses Bild einzuprägen.
     Es gab daheim viele, die gespannt auf ihren Bericht warteten.
     Da war sie, die Stadt der Städte. Die Perle des Abendlandes. Die Krönungsstadt des Heiligen Römischen Reiches.
     Hanno legte einen Arm um Ediths Schulter. „Noch vor einem halben Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen, das einmal mit eigenen Augen zu sehen. Schon gar nicht mit einer Frau an meiner Seite.“
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