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Beleidigung dritten Grades
Verfasser: Rayk Wieland (1)
Verlag: Kunstmann (88)
VÖ: 8. März 2022
Genre: Gegenwartsliteratur (3901)
Seiten: 320 (Gebundene Version), 369 (Kindle-Version)
Themen: Beleidigung (5), Berlin (1530), Duell (48), Psychiater (196)
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Lesermeinungen (1)     Blogger (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 17. April 2022 um 17:27 Uhr (Schulnote 1):
» "Herrn Oskar B. Markow, Reinhardstr. 22, 10117 Berlin
Mit dieser Ihnen persönlich per Sekundant zugehenden Depesche fordere ich Sie auf, mir Genugtuung zu geben. Eine andere Möglichkeit zur Wiederherstellung meiner Ehre, die durch Ihre geschmacklose Verführung von Constanze Kamp verletzt wurde, besteht leider nicht. Konkret heißt das, dass ich Sie bitten muss, sich zum nächstmöglichen Termin von mir erschießen zu lassen."

Eben jener Oskar B. Markow, seines Zeichens Psychiater und Schlafcoach und mit der besagten Constanze Kamp liiert, staunt nicht schlecht, als er von deren Verflossenen Alexander Schill dieses Schreiben erhält, in dem dieser u.a. den Ablauf des Duells detailliert festlegt und klar verdeutlicht, dass ein Entrinnen zwecklos wäre. Da staunt auch die Oberkommissarinnen Eva Tannenschmidt von der Berliner Polizei nicht schlecht, an der sich Markow mit immer blanker liegenden Nerven mit der Bitte um Hilfe wendet. Allein der Umstand, dass das letzte in Deutschland verbriefte Duell schon Jahrzehnte zurückliegt und die Versicherung, dass Duelle in der heutigen Zeit gesetzlich verboten sind, können die Nerven von Markow nicht beruhigen. Schließlich sind Banküberfälle und Autodiebstähle auch gesetzlich verboten und werden trotzdem begangen. Eben jenes Duell ereignete sich im Jahre 1937 zwischen dem SS-Hauptsturmführer Roland Strunk, der Horst Krutschinna, persönlicher Adjutant von Reichsjugendführer Baldur von Schirach, herausforderte, weil dieser angeblich mit seiner Gattin angebandelt haben soll, und endete mit dem Tod von Strunk. Und genau dieses Duell heizt die Phantasie von Alexander Schill an, der sich mit einer abnormen Besessenheit dieser Thematik widmet und in ihr die Wiedergeburt wahrhaft männlicher Tugenden sieht…!

Was wäre, wenn…? Was wäre, wenn etwas passiert, was nicht passieren kann, da es nicht passieren darf? Was wäre, wenn wir im heutigen „Hier & Jetzt“ eine absurde Einladung zur Wiederherstellung der Ehre erhalten würden, die wie ein fossiles Relikt aus der Vergangenheit erscheint? Wir würden zweifeln – zuerst an der Echtheit dieser Einladung, dann am Geisteszustand des Absenders und zuletzt an der eigenen mentalen Gesundheit. Rayk Wieland scheint sich diesen Grundgedanken zu Eigen gemacht zu haben, bemächtigt sich den historisch belegten Fakten des letzten in Deutschland durchgeführten Duells zwischen zwei SS-Männer, und verknüpft diese mit der Gegenwart.

Dabei pendelt er gekonnt zwischen den Zeiten und sorgt dafür, dass beide Erzählstränge sich gegenseitig befruchten. Jeder für sich betrachtet wäre zwar durchaus lesenswert. Allerdings erst die Verknüpfung miteinander und der direkte Vergleich eines Vorgangs, der im Jahre 1937 angemessen bzw. heute inakzeptabel erscheint, lässt diesen Roman zur fesselnden Groteske voller Ironie aufblühen. Wieland porträtiert seine „Helden“ zwar durchaus ambivalent aber nicht unsympathisch – im Gegenteil – meine Sympathien schwankten zwischen dem Herausforderer und seinem „Opfer“ immer wieder hin und her.

Dank der Freude des Autors am Fabulieren, skizziert er beinah belanglose Alltagssituationen so vergnüglich leichtfüßig und deckt somit deren Absurdität auf. Doch gerade hinter dieser unterhaltsamen Fassade versteckt sich das Grauen: Habe ich von den SS-Schergen auch nichts anderes als ein verkorkstes Ehrempfinden erwartet, so packte mich der Schrecken bei dem Gedanken, jemand würde in der heutigen Zeit zu einem solchen Mittel greifen. Wäre ich der Betroffene, ich würde um meine Sicherheit fürchten. Dabei scheint mir gerade die heutige Zeit prädestiniert zu sein, um sich mit Begriffen wie „Ehre“ und „ehrenhaftes Verhalten“ aber auch mit „Ehrerbietung“ auseinanderzusetzten.

Ich gebe es zu, dass ein Ausspruch wie „Es ist eine Frage der Ehre.“ wie ein verstaubtes Relikt aus einer längst vergangenen Zeit wirkt, und ich ihn eher in einen patriarchalisch geprägten Kulturkreis verorten würde. Doch gilt dies für mich nicht gleichermaßen für „ehrenhaftes Verhalten“: Mit diesem Ausspruch verbinde ich Tugenden wie Toleranz, Rücksichtnahme und Respekt. Wobei sicherlich die Interpretation von Mensch zu Mensch variieren könnte.

Dank der Lektüre von Rayk Wielands Roman, der gespickt ist voller hintersinnigem Irrwitz, war ich „gezwungen“, mir einige Begrifflichkeiten ins Gedächtnis zurückzurufen bzw. sie für mich neu zu definieren.«
  19      0        – geschrieben von Andreas Kück - LESELUST
 
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