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Stefan Grote und Stine Lessing 5 - Sandbankmord
Verfasser: Hans-Rainer Riekers (5)
Verlag: Klarant (840)
VÖ: 25. Februar 2022
Genre: Kriminalroman (9798)
Seiten: 200 (Taschenbuch-Version), 218 (Kindle-Version)
Themen: Mord (7491), Ostfriesland (751), Schiffe (647)
Reihe: Stefan Grote und Stine Lessing (5)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Es ist der letzte Segeltörn vor dem Winter. Kriminaloberkommissar Harm Petersen ist auf der Rückkehr von Helgoland, als der Motor seiner »Antje D.« Probleme bereitet. Er muss die Heimfahrt nach Emden abbrechen und schafft es gerade noch, seine Jacht kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf einer Sandbank zwischen Baltrum und dem Festland trockenfallen zu lassen. Hilfe könnte er gut gebrauchen, da sieht er einen Lichtschein. Offensichtlich liegt noch ein anderes Boot auf der Sandbank. »Skipper« macht sich auf den Weg und betritt, ohne es zu ahnen, ein Totenschiff. Und der Mörder ist noch an Bord ... Stefan Grote und Stine Lessing, die beiden Sonderermittler bei der Polizeiinspektion Aurich, übernehmen diesen Mordfall, der voller Ungereimtheiten steckt. Und als wäre die Situation nicht schon unübersichtlich genug, taucht plötzlich Gero Bakker auf, jener Kollege, der nach den folgenschweren Ereignissen in den Dünen auf Juist, die seinerzeit Stine fast das Leben gekostet hätten, spurlos verschwunden war ...
Quelle: Klarant
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Konstantin Georgiou vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Hans-Rainer Riekers gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Er ging wieder in den Steuerstand und blickte auf die elektronische Seekarte. Sein Schiff lag jetzt querab von Baltrum. Das empfand er bei allem Ärger als glückliche Fügung, denn in Neßmersiel, dem Baltrumer Fährhafen, betrieb ein Freund von ihm eine kleine Werkstatt, die sich auf Bootsmotoren spezialisiert hatte. Dort könnte er seine »Antje D.« in dessen liebevolle Hände übergeben. Kurzentschlossen steckte er den neuen Kurs ab. Es bereitete ihm keinerlei Sorgen, sich bei einsetzender Dunkelheit und schlechter Sicht durch das von vorgelagerten Sandbänken schwer zu passierende Seegatt zwischen Baltrum und Norderney zu schummeln. Die einzige Unbekannte in dieser Rechnung war der Motor, der durfte ihn nicht im Stich lassen. Skipper startete ihn mit den Worten: »Lass mich jetzt bloß nicht hängen, alter Kumpel!« Vielleicht erhörte der Motor seine Worte, oder er war sich seiner Verantwortung bewusst, zumindest sprang er prompt an. Er lief nicht völlig rund, doch immerhin, er lief. Skipper legte das Ruder auf Süd.
     Der über dem Meer liegende Dunst und die inzwischen vollständig hereingebrochene Dunkelheit forderten seine volle Konzentration. Oft waren die Fahrwassertonnen erst im letzten Augenblick zu erkennen, doch nach einer Stunde Fahrt hatte er endlich das Seegatt hinter sich und nahm Kurs auf die schmale, aber schnurgerade Fahrrinne, die ihn direkt nach Neßmersiel bringen würde. Das Lichtzeichen, das die Einfahrt in die Fahrrinne anzeigte, war bereits zu erkennen, denn es war an einem Mast angebracht, der über den Dunst hinausragte. Skipper hätte nun aufatmen können, doch sein Motor präsentierte jetzt wieder sein zweites Ich, das aus Husten, Spucken und blauen Wolken bestand, die sich stinkend um das Boot herum ausbreiteten. Noch hatte er seinen Geist nicht völlig aufgegeben, aber was, wenn er genau das inmitten der Fahrrinne zum Hafen tat und Skipper zwang, dort zu ankern? Kein Fährschiff könnte am nächsten Morgen an ihm vorbeikommen, und er würde sich den Zorn der Baltrumer zuziehen. Von der Blamage, die der Küstenklatsch schnell bis nach Emden in seinen Segelclub tragen würde, mal ganz abgesehen. Also riss er kurzentschlossen das Ruder herum und fuhr in einen östlich abzweigenden Priel, um dort über Nacht liegen zu bleiben. Am nächsten Morgen konnte er mit erneut gereinigtem Kraftstofffilter und gutem Zureden den Motor vielleicht bewegen, ihn doch noch die letzte Seemeile hinein in den Hafen zu schieben.
     Als habe der Motor seine Gedanken gelesen, riss er sich noch eine Viertelstunde lang zusammen, dann ließ er mit einem letzten Aufseufzen sein Grummeln verstummen und ging zur Nachtruhe über. Skipper fügte sich in sein Schicksal, ließ die Jacht nach Steuerbord auslaufen und stellte befriedigt fest, dass die »Antje D.« auf einer ausgedehnten Sandbank zum Stehen gekommen war. Das beunruhigte ihn keineswegs, denn bei seiner Jacht handelte es sich um einen sogenannten Kimmkieler, also eine Segeljacht, die mit zwei kurzen Kielen versehen war. Das gab ihr die Möglichkeit, sich im Watt bei Niedrigwasser aufrecht stehend trockenfallen zu lassen. Skipper hatte diese Eigenschaft oft ausgenutzt, und schon nach wenigen Minuten stellte er zufrieden fest, dass die Jacht bombenfest stand, während der Meeresspiegel um sie herum immer weiter sank. Morgen früh, bei Flut, würde die »Antje D.« wieder sanft aufschwimmen und ihn aus dem Schlaf wecken.
     Skipper warf den Anker aus, dann zog er sich eine warme Jacke an und holte sich eine Flasche Bier aus der Kajüte. Er fasste notgedrungen den Entschluss, sich dieses »Einlaufbier«, wie es unter Seglern üblich und nach dem Erreichen eines Hafens geradezu Pflicht war, ausnahmsweise einmal auf der Sandbank zu genehmigen, und dabei die Ruhe der Nacht zu genießen. Er lehnte sich zurück, nahm einen tiefen Schluck und schaute in die Sterne. Der Anblick der Milchstraße, die man hier draußen in völliger Dunkelheit viel besser sehen konnte als auf dem Festland, verzauberte ihn jedes Mal aufs Neue.
     Nachdem er sich sattgesehen und seine Augen sich restlos an die Dunkelheit gewöhnt hatten, ließ er seinen Blick schweifen. Nichts war zu hören, nur ab und an gluckerte das ablaufende Wasser in den Prielen oder ein verirrter Wasservogel gab Laut. Mit einem Mal erblickte er in der Dunkelheit, mitten im Watt auf halbem Wege zum Festland, ein schwaches Licht. Zuerst glaubte er an eine Täuschung, also nahm er sein Fernglas, um genauer hinzuschauen, doch er hatte sich nicht geirrt. Rund um das warme Licht zeichneten sich die schemenhaften Umrisse eines alten, hölzernen Plattbodenseglers ab, wie sie noch heute in den Niederlanden auf dem Wattenmeer weit verbreitet sind. Das Schiff schien, genau wie seine »Antje D.«, auf einer Sandbank zu liegen. Der schwache Lichtschein, den er zufällig wahrgenommen hatte, drang aus einem Kajütenfenster zu ihm herüber und spiegelte sich auf den schwarzen Wasserflecken, die die zurückweichende Nordsee hinterlassen hatte.
     Skipper schaute auf die Uhr, es ging hart auf 22 Uhr zu. Vielleicht hatte die Besatzung des Schiffes sich das Einlaufen in die schmale Fahrrinne nach Neßmersiel bei Dunkelheit nicht zugetraut und wollte wie er erst am nächsten Tag den Hafen ansteuern. Das allerdings wäre eine glückliche Fügung, denn dann könnte er sich morgen von diesem Schiff einschleppen lassen, und wäre aller Sorgen um seinen unzuverlässigen Motor enthoben.
     »Wer noch Licht in der Kombüse hat, schläft noch nicht!«, murmelte er, ging unter Deck und suchte in dem Chaos seine ausgelatschten Gummistiefel. Dann zog er seinen Ostfriesennerz über den warmen Pullover, schnappte sich Taschenlampe und Handy und schaltete das weiße Ankerlicht an seinem Mast ein. Zum einen war das Vorschrift, zum anderen konnte er dadurch seine Jacht auch bei Dunkelheit leicht wiederfinden. Er war gerade im Begriff, sein Boot zu verlassen, doch dann ging er noch einmal in die Kajüte zurück und steckte einen Handkompass ein. Skipper war ein ebenso erfahrener wie vorsichtiger Mann. Im Watt konnte sich die Sicht innerhalb von Minuten dramatisch verschlechtern. Deshalb peilte er das Kajütenlicht seines unbekannten Nachbarn an und merkte sich die Gradzahl. Erst danach machte er sich entschlossen auf den Weg.
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