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Die Spuren der Kriegskinder - Sei tapfer im Leben!
Verfasser: Karin Lassen (1)
Verlag: Pinguletta (11)
VÖ: 1. Dezember 2021
Genre: Historischer Roman (5457)
Seiten: 408 (Broschierte Version), 454 (Kindle-Version)
Themen: Anerkennung (20), Frauen (991), Freiheit (554), Ludwigshafen (3), Mannheim (19), Nachkriegszeit (236), Selbstbestimmung (57), Zweiter Weltkrieg (599)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Schauplatz Ludwigshafen/Rhein. Im Mai 1939 kommt Ilse Oehler zur Welt. Ihre ersten Lebensjahre: geprägt von Bombenangriffen, Fliegeralarm und Nächten im Bunker. Ihr Elternhaus: pflichtbeflissen und schweigsam. Und so beginnt für die lebenslustige junge Frau ein verzweifelter Kampf um Liebe, Anerkennung, Selbstbestimmung und ein bisschen Freiheit. Bis Ilse um sich herum eine Mauer aus Schweigen baut und die Katastrophe unausweichlich scheint.

Ein beeindruckender historischer Roman, hervorragend recherchiert, mit vielen Originalbelegen, Zeitungsberichten und Protokollen aus Ludwigshafen und Mannheim. Ein Schicksal, das exemplarisch ist für viele Kriegskinder und ihren herausfordernden Lebensweg. Und immer offen bleibt die Frage nach der Verantwortung...
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Frau Hauck vom pinguletta Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Karin Lassen gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Sie freut sich über gar nichts, oder?«
     »Sie freut sich, wenn sie dich sieht. Das dürfte aber auch alles sein. Ich habe es dir schon einmal gesagt, sie wartet nur auf den Tod.«
     »Das ist blanker Unsinn!«
     »Ist es nicht. Schau sie dir mal genau an! Haut und Knochen, absolut keinen Appetit, außerdem hat sie Schmerzen. Birgit, deine Mutter ist krank! Irgendwann liegt sie in ihrer Wohnung, und niemand kann ihr helfen. Du musst sie überzeugen, dass sie dir einen Schlüssel gibt, damit du notfalls nach ihr schauen kannst. Sie kommt nicht mehr allein klar, das sieht doch ein Blinder.«
     »Sie wird es ablehnen. Jede Wette. Es ist immer das gleiche Drama mit ihr. Sie braucht niemanden, kann alles allein, will unabhängig sein. Das war seit jeher so. Sie ist furchtbar stur. Ich versuche es. Du musst mir aber dabei helfen, vielleicht hört sie ja auf dich.«
     »Auf mich hört sie erst recht nicht. Doch da nützt jetzt kein Bitten, du musst etwas bestimmter auf sie einwirken.«
     »Ich müsste sogar noch einen Schlüssel haben«, überlegte Birgit. »Früher habe ich die Blumen gegossen, wenn sie verreiste.«
     »Na also. Dann ist zumindest dieses Problem gelöst. Da kommt sie. Schau hin, wie sie geht. Das kann man ja kaum mit ansehen!«
     Tippelnd erreichte Ilse den Tisch und nahm mühsam wieder in ihrer Bankecke Platz. »Es war schön mit euch, aber ich möchte jetzt heim. Ich muss mich hinlegen, das Sitzen tut mir nicht gut.«
     »Willst du uns nicht sagen, was mit dir los ist? Ich mache mir Sorgen, Mama.«
     »Ach, es ist nur der Rücken. Mir fehlt nichts weiter.«
     Auf Birgits auffordernden Blick hin ergriff Markus sanft
     Ilses kraftlose Hand. »Das stimmt nicht. Wir wissen doch alle, dass dir nicht allein der Rücken Probleme bereitet. Mit dem hast du bereits an Weihnachten gekämpft. Wäre da nur ein Nerv eingeklemmt gewesen, müsste sich das längst gebessert haben. Stattdessen scheint es dir sehr viel schlechter zu gehen. Was sagt denn der Arzt?«
     Nach kurzem Schweigen meinte Ilse nervös, dass dieser keine Erklärung habe. Birgit wollte diese Aussage nicht akzeptieren und bat sie eindringlich, sich damit nicht zufriedenzugeben. Vor allem ihren unsicheren Gang und ihre sichtbare körperliche Schwäche hielten sie und ihr Mann für bedenklich. Während Birgit und Markus wechselnd Argumente für eine umfangreichere Untersuchung vortrugen und sie vor den Gefahren eines weiteren körperlichen Abbaus warnten, wurde Ilses Miene immer verschlossener. Schließlich erklärte sie in scharfem und bestimmtem Tonfall, dass dies ausschließlich ihre eigene Angelegenheit sei.
     »Mama, jetzt sei bitte nicht so stur!«, rief Birgit erregt aus. »Was ist denn, wenn du noch schwächer wirst und daheim stolperst? Du wirst eines Tages hinfallen und nicht allein aufstehen können. Dass du das Telefon erreichst, ist eher unwahrscheinlich. Und dann liegst du da und niemand kann dir helfen. Willst du das etwa?«
     »Das ist ganz allein meine Sache!«
     »Aha? Und irgendwann komme ich dann vorbei, weil du auf Anrufe nicht reagierst, und finde dich tot auf. Ist das dann immer noch allein deine Sache?!« Wie starrsinnig ihre Mutter sein konnte!
     Lautes Schweigen breitete sich am Tisch aus. Ilse schaute zunächst angespannt an den beiden vorbei, ehe sie Birgit mit einem lodernden Blick bedachte. »Das wird nicht passieren, du kommst ja nicht rein.«
     »Und wieso nicht?«
     »Du hast keinen Schlüssel.«
     »Doch, ich habe einen von früher.«
     »Der passt nicht mehr. Ich habe das Schloss austauschen lassen.«
     »Wieso das denn? Wann?«
     »Vor drei Wochen. Seit du bei mir warst.«
     Verblüfft schwieg Birgit einen Moment. Was redete Ilse da? Allmählich wechselte ihre Sorge in Angst. »Wie bitte? Ich war vor drei Wochen bei dir? Das träumst du doch. Seit Jahren lehnst du jeglichen Besuch ab.«
     »Du warst ja auch nicht zu Besuch, du bist heimlich gekommen. Dachtest du, ich bemerke das nicht?«
     »Das kann nicht dein Ernst sein. Warum sollte ich denn heimlich deine Wohnung betreten?«
     »Weil du mich kontrollieren willst, das ist vollkommen klar!«
     Birgit war sprachlos.
     »Sag mal, woran hast du eigentlich festgestellt, dass Birgit angeblich in deiner Wohnung war?«, wollte Markus nun mit ruhiger Stimme wissen.
     »Na, ich habe die Münzen gefunden. Ich bin schließlich nicht blind!«
     Fassungslos starrte Birgit ihre Mutter an. »Die Münzen?« »Jetzt tu nicht so. Du hast eine deutliche Spur Münzen von der Wohnungstür bis ins Schlafzimmer gelegt.«
     Birgit war den Tränen nahe. »Mama, das kannst du nicht wirklich glauben. Warum, um Himmels willen, sollte ich heimlich deine Wohnung betreten und dann sogar noch eine Spur Münzen hinterlassen?«
     »Na gut, vielleicht hast du sie nicht absichtlich hingelegt. Vielleicht hast du sie ja verloren. Die Spur war jedenfalls ganz eindeutig«, beharrte Ilse.
     »Könnte es nicht sein, dass du sie selbst verloren hast?«, gab Markus vorsichtig zu bedenken.
     »Nein, ich habe meinen Geldbeutel überprüft. Ich weiß immer ganz genau, wie viel Kleingeld sich darin befindet. Es war vollständig«, erklärte Ilse eigensinnig.
     Markus runzelte die Stirn. »Gesetzt den Fall, da waren wirklich Münzen, die nicht dort hingehörten. Wie kannst du so sicher sein, dass sie von Birgit stammen?«
     »Weil Birgit als Einzige einen Schlüssel hatte!«, triumphierte Ilse. »Damit ist jetzt Schluss, das Schloss ist ausgetauscht. Ich lasse mich nicht kontrollieren.«
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