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Frida Kling 2 - Stiche
Verfasser: Andrea Herz (2) und Wilfried Herz (2)
Verlag: Eigenverlag (22012)
VÖ: 3. Dezember 2021
Genre: Kriminalroman (9313)
Seiten: 221 (Broschierte Version), 159 (Kindle-Version)
Themen: Anwälte (866), Baden-Württemberg (101), Fahrerflucht (21), Gericht (53), Lügen (1286), Prozess (137)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
Reihe: Frida Kling (2)
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andrea und Wilfried Herz für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

I


Gegen 20 Uhr radelte Dr. Frida Kling direkt auf einen folgenschweren Unfall zu.
     Während Paul, an den sie gerade dachte, zur gleichen Zeit in Bert’s Imbiss in Dresden einen höllisch scharfen Feuerspieß mit Cola löschte, bevor er über Nacht zurück in seine Zelle musste, fuhr Frida etwa sechshundert Kilometer südwestlich davon in der Dämmerung durch Rastatt-Rheinau.
     Die alten Nordvölker hätten angenommen, dass bei dem verhängnisvollen Unfall, dem Frida sich näherte, die drei schicksalsbestimmenden Nornen vom Urd-Brunnen am Fuße der Welten-Esche Yggdrasil ihre Finger im Spiel hatten. Auch heutzutage leugnen noch viele Menschen die Existenz des Zufalls und würden es als vorherbestimmt betrachten, dass in den bevorstehenden Unfall ausgerechnet eine gewisse Frau Bollian involviert war. Deren Bekanntschaft hatte Frida nämlich unlängst im Zusammenhang mit dem Tod ihres Bruders und weiteren dramatischer Ereignisse gemacht, durch die – wie bei Hagelschlag ein blühender Garten – ihr Gemüt nachhaltig ramponiert worden war.
     Obwohl diese schlimmen Begebenheiten, die vor wenigen Wochen stattgefunden hatten, mit dem fatalen Verkehrsunfall, der in wenigen Sekunden passieren würde, in keinem Zusammenhang standen, hatten die beiden Ereignisse, personifiziert durch Frau Bollian, letztlich doch einen gemeinsamen Nenner: Drogen.

Um ihren Escrima-Kursus fortzusetzen, war Frida seit jenen dramatischen Tagen bereits das zweite Mal im Fitness-Center GYM gewesen, obwohl dieser Ort schlimme Erinnerungen hervorrief, mit deren Aufarbeitung sie gerade erst begonnen hatte. Sie hoffte, dass es hilfreich sein würde, wenn sie sich mit den Schrecken dieser Örtlichkeit konfrontierte, um dadurch zur Normalität zurückzufinden.
     Mit Paul, der beim GYM dieselbe grauenhafte Situ-ation wie Frida erlebt hatte, durfte sie darüber vorsichtshalber nicht am Telefon, sondern nur unter vier Augen reden, weshalb Frida ihrer geplanten Fahrt nach Dresden ungeduldig entgegensah – auch weil sich die gelegentlichen Telefonate durchaus problematisch gestalteten, da die Beziehung zwischen Frida und Paul noch sehr jung und schwer belastet war.
     Ja, die Aussicht auf ein baldiges Wiedersehen mit Paul bewirkte bei Frida eine süße Qual, wie sie ein Kind während der Adventszeit empfinden mag, wenn diese sich scheinbar endlos bis Weihnachten hinzieht.

Die Wilhelm-Busch-Straße, auf der Frida heimwärts radelte, führte von Westen her direkt ins Stadtzentrum, um welches hingegen die Oberwaldstraße einen großen Bogen machte. Beide Fahrbahnen kreuzten sich zwischen einer Wohnblock-Siedlung, durch die Frida gerade fuhr, und einem Streifen Ackerland, der sich seltsamerweise nahe der Innenstadt erhalten hatte.
     Den freundlichen und milden Apriltag beendete hinter Fridas Rücken die knapp überm Horizont stehende Sonne, indem sie noch schnell ein paar Wolkenfetzen mit leuchtenden Rottönen tünchte, während von Osten her die Nacht über den Himmel kroch.
     Nur beiläufig nahm Frida ein Mädchen – es mochte etwa fünfzehn sein – in schwarzen Shorts, schwarzem Top und offener Jeansbluse wahr, das auf dem jenseitigen Gehweg mit einer Umhängetasche in Gegenrichtung eilte. Als würde es jemanden erwarten, wandte das Mädchen mehrmals den Kopf mit der Schildmütze um, was ihre langen Locken in Schwung brachte. Und im nächsten Moment bog ein hellbrauner Seat Ibiza von rechts in die Wilhelm-Busch-Straße ein und stoppte direkt neben dem Mädchen, das nach einer Schrecksekunde in die Richtung zurückrannte, aus der es ge-kommen war.
     Der Fahrer des Kleinwagens öffnete die Fahrertür und rief: »Sophie! Bleib stehen!«
     Aber das Mädchen hüpfte bereits über die niedrige Umfriedungshecke, die den schmucklosen Vorgarten des letzten Mietblocks vor der Kreuzung umschloss, lief quer über den Rasen und geriet außer Sicht.
     »Sophie, warte doch ...!«, erklang die kräftige Stimme des Mannes, während er wenige Meter von Frida entfernt eilig ausstieg: groß und massiv, Anfang Vierzig, mit buschigem Schnurrbart und Stirnglatze, auf deren Mitte ein vertikaler Steg Haare zwei ausgedehnte Geheimratsecken trennte. Er nahm die Verfolgung auf, übersprang ebenfalls die Hecke, und wenige Augenblicke später hörte Frida, während sie ihre Geschwindigkeit vor der roten Ampel drosselte, einen aufheulenden Motor, quietschende Bremsen und den Schrei »Sophie ...!« Kurz danach rollte von links eine dunkelgrüne Limousine langsam auf die Mitte der Kreuzung zu, ohne jedoch ganz zum Stillstand zu kommen.
     Weil sich der Abendhimmel in den Seitenscheiben des Autos spiegelte, war es für Frida unmöglich, die Person auf dem Fahrersitz zu sehen, die nun im Übrigen das Steuer nach links riss und mit Vollgas kurz schlingernd auf der Wilhelm-Busch-Straße in Richtung Stadtzentrum davonpreschte.
     Der Wagen kam so schnell in Fahrt, dass Frida das Kennzeichen nicht mehr entziffern konnte. Als sie die Kreuzung erreichte, hatten bereits ein paar Autos angehalten, und der Mann beugte sich gerade über das auf dem Asphalt liegende Mädchen. Frida näherte sich den beiden mit großen Befürchtungen und hörte, wie der Mann zu der Verletzten sagte:
     »Sophie ... Was ist mit dir? Hast du Schmerzen?«
     Frida war jetzt nahe genug, um erleichtert die leise Antwort des Mädchens zu verstehen, das eine Hand auf den Arm des Mannes legte:
     »Es geht, Papa ...«
     Frida hielt an und fragte: »Soll ich den Notarzt rufen?«
     Nach kurzem Zögern blickte der Mann auf. »Das mach ich selbst, danke.« Und dann: »Wissen Sie vielleicht die Nummer des Audi?«
     Als Frida mit »Nein« antwortete, war ihr Entschluss bereits gefasst, den flüchtigen Wagen zu verfolgen. Sie stieg auf und fuhr los, die minimale Hoffnung hegend, dem dunkelgrünen Auto als geübte Radlerin auf ihrem Focus Cayo, zumal im Stadtverkehr, vielleicht doch noch nahe genug zu kommen, um das Nummernschild lesen zu können.
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