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New Gods 2 - Erheben
Verfasser: Melissa Ratsch (23)
Verlag: Books on Demand (4224) und Eigenverlag (22024)
VÖ: 1. Dezember 2021
Genre: Fantasy (14721) und Romantische Literatur (26109)
Seiten: 366 (Taschenbuch-Version), 295 (Kindle-Version)
Themen: Götter (903), Inseln (2170), Wiedersehen (1743)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
Reihe: New Gods (2)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Was würdest du tun, wenn du eine Gottheit wärst?

Cassian kann sein Glück kaum fassen, als Adeena vor seiner Tür steht. Die Frau, die er seit seiner Studienzeit nicht vergessen konnte. Unfassbar ist auch, dass sie ihm eröffnet, er wäre einer der neuen Gottheiten. Obwohl er das für unmöglich hält, folgt er ihr auf die künstliche Insel, in der Hoffnung, dort anzuknüpfen, wo sie Jahre zuvor aufgehört hatten.

Aber so einfach ist das nicht. Bald stellt sich heraus, dass Adeena Geheimnisse vor ihm hat: Nicht nur bezüglich ihrer gemeinsamen Vergangenheit, sondern auch seiner Gegenwart und der Zukunft…
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Melissa Ratsch für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Melissa Ratsch gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Kapitel 1


Es war der schlimmste Tag, den Adeena seit langem erlebt hatte.
     Als hätte irgendwo in der Stadt jemand ein Gas freigesetzt, das den Leuten den Verstand raubte und sie dazu veranlasste, mit dem Leben anderer und dem eigenen verantwortungslos umzugehen. In der Notaufnahme des Krankenhauses ging es zu wie im Sommerschlussverkauf. Nur gab es statt reduzierter Preise haufenweise Schnittwunden, Quetschungen und Knochenbrüche.
     Es war drei Uhr nachmittags, das Chaos regierte bereits seit sieben Stunden ihre Station. Adeena hatte sich zum dritten Mal umziehen müssen, da ein älterer Mann mit einer Arterienverletzung sie von oben bis unten vollgeblutet hatte. Zuvor hatte sich eine junge Frau mit einer Lebensmittelvergiftung auf sie übergeben, und davor war es ein Teenager mit einer starken Blutung aus einem offenen Bruch gewesen.
     „Wie ist die Lage?“, fragte Adeena, als sie von den Umkleidekabinen zurück auf die Schwesternstation der Notaufnahme kam. Corinna sah vom Computer auf, ihre ansonsten rosigen Wangen waren fahl und die rotblonden Haare standen ihr vom Kopf ab.
     „Die Traumaräume Eins und Drei sind belegt und alle verfügbaren Ärzte sind im Einsatz“, antwortete Conny. „Trotzdem wird die Warteliste immer länger und länger.“
     „Was ist heute nur los?“, murmelte Adeena. Sie setzte sich neben ihre Kollegin und rief das Buchungssystem der Klinik auf. Ausgerechnet heute waren sie unterbesetzt, es war zum Verrücktwerden.
     „Du musst etwas essen“, kam der Befehl rechts von ihr. Ohne den Kopf zu drehen, öffnete Adeena ihren Mund und biss von dem ab, was ihr Kollege Robert ihr an die Lippen hielt. Mechanisch kaute sie – es war ein Käsesandwich - und arbeitete nebenher weiter. Wenn nicht bald aufhörte, was auch immer in der Stadt schieflief, dann würden sie einer nach dem anderen kollabieren.
     „Was sagen die anderen Krankenhäuser?“, fragte Adeena.
     „Bei allen dasselbe Chaos“, sagte Conny und Robert ergänzte: „Und nein, die Polizei oder die Feuerwehr wissen von keiner Katastrophe.“
     Adeena fluchte vor sich hin, während sie weiter die Einträge überprüfte. Immerhin waren im Moment keine absoluten Notfälle darunter, aber das konnte sich jederzeit ändern. Ob es vielleicht ...
     „Ob es an einem neuen Gott liegt?“, sprach sie laut aus, was ihr durch den Kopf ging.
     Conny neben ihr schnappte nach Luft. „Meinst du?“
     „Die letzten drei Male war es ähnlich chaotisch“, warf Robert ein. Die Worte waren gedämpft – zu viel Käsesandwich im Weg – aber Adeena konnte ihn dennoch verstehen. Ein heiß-kaltes Prickeln lief über ihre Kopfhaut und sie strich sich durch ihre kurzen, krausen Haare.
     Sie dachte an Tally, die sie übermorgen besuchen kommen würde. Mochte es egoistisch von ihr sein oder nicht, aber sie würde es sich von keiner verdammten Gottheit kaputt machen lassen, endlich ihrer besten Freundin gegenüber zu stehen. Seit Jahren hatten sie nur Kontakt über Chaträume oder in Videocalls. Die große Distanz zwischen Stockholm und Brisbane hatte ein Treffen bisher schwierig gestaltet und nahezu unmöglich war es geworden, nachdem Tallulah zu einer Gottheit aufgestiegen war. Eine von mittlerweile drei und, wenn diese verrückten Zeichen wirklich das bedeuteten, was sie glaubten, bald eine von vieren.
     Der Widerstand in Adeena gegen die Vorstellung, dass gerade wieder eine Gottheit erwachte, wuchs und wuchs. Nein, sie würde Tally endlich in den Arm nehmen können. Ihre Freundin hatte sprichwörtlich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um diese Reise zu planen. Ausgerechnet jetzt durfte es einfach kein weiteres Erwachen geben.
     Adeena schob diesen Gedanken beiseite, stand auf und sah zum Wartebereich hinüber. Die Patienten saßen bereits auf dem Boden und warteten darauf, behandelt zu werden.
     Die breiten Türen zum Einlieferungsbereich der Krankenwagen öffneten sich und ein Sanitäterteam kam mit einer Trage hereingerollt. Matthew, ein erfahrener Notarzt, rief Fachbegriffe in ihre Richtung, die Adeena in Alarmbereitschaft versetzten.
     „Shit“, sagte sie, wobei das Wort ihr eher als ein Zischen über die Lippen kam. Dann straffte sie die Schultern, wies das Team an, in Traumaraum Zwei zu gehen, und wandte sich an ihre beiden Kollegen auf der Station.
     „Conny, du bleibst hier und behältst den Überblick“, ordnete Adeena an, griff nach einem neuen Paar Handschuhe und zog sie an. „Robert, du kommst mit mir.“
     Ihr Kollege nickte, griff ebenfalls nach Handschuhen und sie eilten Seite an Seite hinter den Sanitätern in den Traumaraum. Adeena ließ ihren Blick über den Patienten schweifen. Ein Mann, Ende fünfzig und asiatischer Abstammung, war bei Bewusstsein und stöhnte vor Schmerzen, was ironischerweise ein gutes Zeichen war. Er trug eine Halskrause und hatte mehrere Schnittverletzungen im Gesicht, an der Brust und den Armen. Der Rest von ihm war äußerlich unverletzt, aber Genaueres würden sie erst herausfinden, wenn sie ihn behandelten.
     „Was ist mit ihm passiert?“, fragte Adeena den Notarzt.
     Matthew begann, den Fall in knappen Worten zu schildern: „Autounfall. Er ist aus noch ungeklärten Gründen gegen einen Brückenpfeiler gerast und musste aus dem Fahrzeug geschnitten werden. Trauma der Halswirbelsäule, Gehirnerschütterung, mögliche Rippenfrakturen und innere Blutungen. Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall als Unfallursache.“
     „Tasukete“, wimmerte der Mann. Er griff nach Adeenas Arm, seine Hand war glitschig von Blut und er hatte Tränen in den Augen. „Tasukete ... kudasai.“
     Adeena verstand kein Wort und der Mann sprach offenbar kein Englisch. Verdammt.
     „Wo steckt Yumiko?“, fragte Adeena und sah von dem Patienten auf. Die Kardiologin war ihres Wissens die einzige vom Klinikpersonal, die Japanisch sprach.
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