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Lieber Instagram-Liebe ... als gar keinen Sex!
Verfasser: Barbara Lah (2)
Verlag: Eigenverlag (22024)
VÖ: 19. November 2021
Genre: Romantische Literatur (26109)
Seiten: 280 (Taschenbuch-Version), 320 (Kindle-Version)
Themen: Berlin (1353), Instagram (28), Soziale Medien (90)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
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»Der Drink schmeckt plötzlich weniger nach Limetten und Urlaub, sondern eher wie Jugendhostel auf Mallorca. Also schwenke ich auf Long-Island Icetea um. Das klingt viel mehr nach Inselfeeling und weniger nach Weihnachtsdepression.«

Josi. Berlinerin. Fast 40. Blond.
Davon ist zumindest ihr Friseur nach einem Besuch bei ihm überzeugt. Davor schwankt sie zwischen Pfütze-braun und ungewaschenem Grizzlybär. Josi ist auf jeden Fall eines: völlig uninteressant.
Bis sie eines Tages eine verirrte Nachricht auf Instagram entdeckt. Würde Zuckerberg sie persönlich für unwürdig erklären, seine App weiterhin zu nutzen? Oder ist es an der Zeit, ihr Leben aufzuräumen und die grundlegenden Fragen der Frauenwelt zu klären?
Also verwandelt sich die langweilige Josi kurzerhand in Black Widow, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren. Na ja - zumindest tritt sie an, ihren Kaffee vor chinesischen Quietscheenten und ihre Instagram-Liebe vor dem Ertrinken zu retten.
Das muss reichen.

»Bridget Jones trifft Hummeldumm.«
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Barbara Lah für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Barbara Lah gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Bis gerade eben war mir Instagram noch ziemlich egal. Aber jetzt sehe ich nicht nur die ersten kleinen Schneeflocken auf mein Display regnen und sich vor mir auflösen, sondern auch meine Würde. Ich merke, wie meine strähnigen Haare beginnen, noch trostloser nach unten zu hängen. Würde Zuckerberg mich persönlich für unwürdig erklären, seine App weiterhin zu benutzen?
     Mit klopfendem Herzen will ich die Nachricht öffnen. Aber davor werde ich sehr wütend. Was für eine unglaubliche Frechheit! Ich finde es unfair, wie Instagram und all seine hippen jungen Softwareentwickler im Hintergrund uns normal Sterblichen behandeln. Nicht jeder muss tausende Follower haben. Schließlich brauchen diese Reichen, Berühmten und Durchgeknallten jemand, der ihnen folgt. Jemanden wie mich. Jemanden der keine eigenen Ambitionen hat. Der sich stattdessen einfach kurz einbilden möchte, mit gut geformten Locken ein leckeres Abendessen zu zaubern.
     Aber der Absender ist nicht Instagram. Es ist eine @Kaffeetasse_43.

Kaffeetasse_43: Süße Katze.


Lange starre ich auf diese Nachricht, blinzle mehrmals und lese sie erneut.
     Ich kenne keine @Kaffeetasse_43. Abonniert habe ich die Kaffeetasse auch nicht. Er ist auch nicht mehr online.
     Also klicke ich auf sein Profil und sehe, dass er es liebt zu segeln. Oder Boote mag. Und Kaffeetassen. Kein Bild von sich selbst.
     Die Einzigen, die mir hin und wieder folgen, sind Piloten mit nacktem Oberkörper. Oder Bundeswehrsoldaten. Selten auch Ärzte und zugegeben - das finde ich schon irgendwie schmeichelhaft. Obwohl ich inständig hoffe, dass es keine richtigen Ärzte sind und das Pflegepersonal in der wirklichen Welt lieber Leben rettet, anstatt Frauen im Internet aufzureißen. Aber wahrscheinlich bin ich zu blauäugig.
     Die Bahn fährt immer noch nicht ein. Stattdessen werden wir auf der Anzeigetafel darüber informiert, dass heute Morgen eine Störung vorliegt. Natürlich. Über ganz Berlin liegt eine Störung. Sie sollten die Menschen lieber darauf hinweisen, für den Fall, dass der Bahnverkehr einmal nach Fahrplan fährt. Dieses denkwürdige Ereignis würde es mit Sicherheit in die Abendnachrichten schaffen. Möglicherweise hängen sie den Friedensnobelpreis dran. Oder die Berliner würden vor lauter Glück all ihre Autos verkaufen, das Geld an Obdachlose spenden und wir würden mit einem Mal Klimakrise und soziale Ungerechtigkeit stoppen. Was wäre nicht alles möglich, würde der BVG-Fahrer einmal auf seine Zigarettenpause verzichten und stattdessen den Fahrplan einhalten.
     Ich wende meinen Blick ab und starre wieder auf mein Handy. Dann tippe ich:

Berlin_0815: Süße Kaffeetassen.


Auch ich benutze keine Emojis. Normalerweise setze ich sofort Smileys oder winkende Arme hinter alles, was Buchstaben hat. Meistens Herzen. Aber er oder sie hat ebenfalls keine benutzt. Also verkneife ich mir den lachenden Affen oder den Typ mit den Sternen auf den Augen. Den benutze ich gern, obwohl ich ehrlich gesagt keine Ahnung habe, was das zu bedeuten hat. »Ich sehe nur Sterne?« »Hab Sternchen auf den Augen?« In welchem Gemütszustand muss der Verfasser sein, um mitteilen zu wollen: »Ich bin blind vor Sternen«? Sternhagelvoll fällt mir dazu ein. Wenn ich das nächste Mal mit den Mädels zu viel getrunken habe und meinem Mann nachts um halb drei eine SMS schicke, dass er mich abholen soll, wäre das, dass richtige Emoji. Glaube ich.
     Ich reiße mich aus meinen Gedanken und schließe die App. Da blinkt erneut eine rote Eins auf.
     Entweder ist das jetzt Mark Zuckerberg, der mittlerweile eine Drohne losgeschickt hat, um mir das Handy zu entreißen. Oder aber nicht.

Kaffeetasse_43: Danke. Ich sammle Tassen.


Na Dankeschön, denke ich mir.
     Was kann ich mit dieser Information anfangen? Außerdem ist ein Kerl, der Tassen sammelt sowieso nicht ganz dicht in der Rübe. Und warum sollte es überhaupt ein Mann sein? Viel eher verstauen Frauen ihre verrückte Tassensammlung mit hübschen Häschen als Motiv in niedlichen Vitrinen. Ich sehe verstaubte, blickdichte Vorhänge vor meinem geistigen Auge und auf meine Gänsehaut vor Kälte setzt sich noch eine vor Ekel obendrauf.
     Doch endlich beglückt uns die Bahn mit ihrer Anwesenheit und ich vergesse @Kaffeetasse_43. Schließlich bin ich nicht so alt geworden, damit mich eine Kaffeetasse aus der Bahn werfen kann.


Kapitel 2

»Ich werde immer nur auf mein Aussehen reduziert. Meine Bösartigkeit, der verdorbene Charakter und geschmackloser Humor bleiben da voll auf der Strecke.«


Mein Heimweg gestaltet sich beinahe ebenso interessant wie der Hinweg zur Arbeit. Aber nur fast, denn nachmittags um halb fünf geht nichts mehr. In Berlin hat der Gleisschaden der BVG alle Strecken befallen. Es gibt kein Vor und kein Zurück. Die Lautsprecherdurchsage teilt den frierenden Möchtegernfahrgästen mit, dass die plötzliche Kälte zu Gleisverschiebungen geführt hat.
     Entweder habe ich etwas falsch verstanden oder in Berlin sind 3 Grad über 0 bereits eine Anomalie, die niemand mehr erwartet hat. Schon gar nicht die Ingenieure der Gleisbauabteilung, die anscheinend davon ausgegangen waren, dass der Klimawandel bereits klimatische Bedingungen hervorgerufen hat, die zwischen den Hundehaufen auf den Grünstreifen Palmen sprießen lassen.
     Ich könnte mir ein Taxi nehmen. Aber um diese Zeit stehe ich von der Friedrichstraße bis nach Pankow sowieso nur im Stau. Lieber gönne ich mir für den Preis einer Taxifahrt quer durch die Stadt einen XXL-Café Venti bei Starbucks.
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