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RegenbogenReigen 2 - Hexenweib
Verfasser: Marie von Stein (8)
Verlag: tredition (310)
VÖ: 1. November 2021
Genre: Fantasy (14504)
Seiten: 272
Themen: 17. Jahrhundert (266), 2020 (23), Frauen (974), Heiler (141), Hexenverfolgung (121), Scheiterhaufen (41), Schweigen (269), Unschuld (417), Zeitreisen (658)
Reihe: RegenbogenReigen (2)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats November 2021 nominieren
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1670 im Tal der Kalle - Anna Callendorp bewirtschaftet erfolgreich den Meierhof ihrer Familie und lässt sich auch nicht durch die Anfeindungen der Nachbarschaft irritieren. Das Böse kann sie jedoch nicht abwehren: die Hexenjäger, die sich voller Inbrunst Annas Zofe Juliette als nächstes Opfer auserkoren haben. Nicht mal drei Tage Zeit bleiben Anna, um Juliettes Unschuld zu beweisen und sie vor dem Scheiterhaufen zu bewahren.

2020 - Susanna Kallen, betrübt durch das qualvolle Sterben der Großtante ihres Freundes Thomas, erreicht erneut der Ruf ihrer Ahnin, der durch die Jahrhunderte zu ihr dringt. Schon wieder ein Wolf und auch ein Kind mit roter Filzmütze locken sie in das Quellgebiet nach Elfenborn.

Nur was kann sie tun? Findet Susanna einen Ausweg für die Nöte ihrer Familie? Der im Gestern und der im Heute?

Eine Geschichte von der Hexenverfolgung, kleinen Mädchen und großen Brüdern und dem Schweigen, das alles nur noch schlimmer macht.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Marie von Stein für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Marie von Stein gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Möge das Fräulein sich zu uns gesellen,
     und sich stellen.
     Möge das Fräulein die Schuld eingestehen,
     und mit uns gehen.«
     Und dann hatte er sie zu einem der Pferde geleitet.
     »Sitzet auf, Fräulein mein,
     dann werdet Ihr schnell bei den Gerechten sein.
     Sitzet auf, Fräulein hold,
     und ihr erfahret Euer eigen Sold.«
     Sie hatte sich gewehrt, den Grund dieser Schande erfragt, doch es hatte keinen Sinn. Die Litanei ging weiter.
     »Ihr seid des Diebstahls angeklagt,
     die Gräfin ist da sehr verzagt,
     dass Ihr dem Reuter Gut entnehmt,
     das er der Gräfin hat entlehnt.
     So habt Ihr an Gehorsam fehlen lassen
     und werdet fallen in tiefe Klassen.
     Ihr sollt nicht mehr als adliger Callendorp richten,
     Ihr müsst auf Eure Privilegien verzichten.
     So tat es der Graf zur Lippe kund,
     ich geb dies nun weiter,
     so macht’s seine Rund.«
     Anna zitterte bei den Gedanken, die ihr durch den Kopf gingen. Allein der Einfluss der Gräfin, die Schwester des Andreas von Callendorp, und Annas Verzicht auf ihren Stand und einige der Ländereien, die ihr Vater ihr vermacht hatte, konnte sie aus dem Verlies befreien. Und somit konnte sich der Graf zur Lippe an wunderschönen Landschaften und einer arbeitssamen Landbevölkerung erfreuen, die ihm seine Geldsäckel füllten.
     Doch das war vergangen, die Zukunft der Weg, auf dem sie schreiten wollte. Es gab genug zu tun. Es gab genug Gut und Gaben, die ihr verblieben waren. Es gab keinen Grund zur Trauer. Keine Ängste wegen der Verluste der letzten Jahre. Sie hatte alles, was sie wollte.
     »Komm, Cleo.« Anna zog leicht an der Führleine und schritt ruhig, im Rhythmus des alten Kaltblüters, neben ihrer Stute her. In der Ferne zogen dunkle Wolken vorbei und entleerten ihren nassen Inhalt auf die Stadt im Osten, auf Rinteln. Vom Südwesten aber, da zeigte sich erneut die Sonne. Anna lächelte. Zeit für einen Regenbogen. Zeit für einen Wink Gottes. Zeit für ein Innehalten und Vertrauen sowie Zuversicht. Anna tänzelte hoffnungsfroh vor sich hin. Und Cleopatra wieherte.

*


Anna konnte vom Haiberg runter zur Steinegge sehen und bewunderte den Meierhof, den ihre Großeltern dort erschaffen hatten. So alt war er ja noch nicht. Der Krieg hatte die Gegend im Süden von Calldorp noch nicht ereilt und die einsame Lage bot zusätzlichen Schutz, als die einzelnen Gebäude entstanden. Gebaut aus dem Stein der Gegend. Davon war wahrlich genug da. Karg war der Boden, steinig und hart, doch für eine Hofstatt der passende Ort. Mit Wald in der Nähe und fruchtbaren Ackerflächen drum herum, standen Haupthaus, Scheunen, Ställe, das Gesindehaus und die nach dem Krieg zügig gebaute Leibzucht eng beieinander, umgeben von einer schützenden Steinmauer, die wütende Wildschweine und flüchtende Pferde abwehrte und zur Räson brachte – und eingebettet zwischen unzähligen Bäumen, die allzu neugierige Blicke abhielten und hoffentlich auch die Gier umherirrender Soldaten in Schach hielten. Zum Glück zogen finstere Gestalten lieber die Wege im Schatten der Kalle entlang, der Bach, der sich unten durch den Ort schlängelte und sich schlussendlich in den Weserstrom ergoss.
     Die Köchin hatte den Topf übers Feuer gehängt, ein paar Holzscheite nachgelegt, und schien für die erste Mahlzeit des Tages einen sättigenden Eintopf vorzubereiten. Anna sah den Rauch aus dem Kamin im Küchenbereich kriechen und sich bei dem unbeständigen Wetter um die Gebäude drücken, bevor er sich langsam auflöste. Sie seufzte. Noch immer keine Hoffnung auf einen Wetterumschwung und etwas mehr Sonne. Das Wetter ließ nicht nur das Feuer qualmen, es drückte auch auf das Gemüt. Für die Rapsernte wären ein paar fröhliche Sonnenstrahlen nicht schlecht. Oder wenigstens etwas mehr Wärme. Es hatte in den letzten Jahren genug frostige Zeiten gegeben. Nun denn, das Wetter unterstand nicht irgendeinem Regiment, sie mussten es wohl nehmen, wie es kam.
     Nicht einmal Juliette mit all ihrem Können und ihren Begabungen würde dem Wetter die Stirn bieten wollen und ihm ihren Willen aufzwingen. Egal wie oft die kleinen Leute aus der Gegend sie aufsuchten und um ihre Hilfe anflehten: Wetterzauber? Nein. Gotteslästerlich, so beschrieb sie die, die solche Dienste anboten. Gotteslästerlich und falsch. Vehement schob sie solche Bittsteller aus ihrem Gemach und verwies sie des Hofes. Ganz gleich wie hoch die Summen auch waren, die man ihr bot, sie blieb bei dem, was ihre Bestimmung war. Sie kümmerte sich um die Kranken, die Frauen, die Schmerzen litten, die Paare, die ein Kind ihr Eigen nennen wollten und denen dies verwehrt blieb. Sie gab Hilfe, wo immer sie konnte, sie wies Wege und leitete an. Und für diese Heilkunde und die glücklichen Augen derer, denen sie helfen konnte, war sie bekannt. Und von denen, deren Augen ihr Tun aus der Ferne voller Griesgram beobachteten, die ihr Können nicht verstanden, wurde sie verachtet. Immer wieder hörte Anna das Raunen hinter vorgehaltener Hand, wenn sie sich gemeinsam mit Juliette zum Markt nach Rinteln aufmachte und die hohen Herren der Universität verächtlich auf Juliette herabsahen. Ihr Ruf und ihre Erfolge hatten sich schon bis in die benachbarte Grafschaft verbreitet.
     Sie war so froh, dass ihr Vater ihr Juliette an die Seite gestellt hatte. Einige Jahre vor Annas Geburt hatte er das verängstigte Mädchen auf dem Rückweg von den Osnabrücker Friedensgesprächen aufgelesen und ihr auf seinem Gut den Schutz vor den katholischen Häschern geboten, vor denen sie geflüchtet war. Juliette, eine Hugenottin, aus Frankreich geflohen, immer mit dem Ziel, das Land zu erreichen, in dem Protestanten wie sie in Frieden leben durften. Was für ein schwieriges Unterfangen, mitten im Krieg ... Und was für eine Wohltat dann auf den Freiherrn von Callendorp zu treffen, der sie unter seinen Schutz stellte und dessen Frau Johanna sie unter ihre Fittiche nahm. Johanna und Juliette, beide verband ihr Blick auf die Welt ohne unnötige Standesdünkel und so verknüpften sie alsbald innige Freundschaftsbande. Johanna unterwies sie in den Gepflogenheiten, die das Leben in der Grafschaft Lippe und auf dem Gut der von Callendorps und ihrer Pferdezucht mit sich brachte und erfuhr viel über die Heilkunde, die Juliette von klein auf voller Hingabe praktiziert hatte und nun in der Fremde ihr Wissen mit den Jahren weiter und weiter vergrößerte. Bis zu dieser unruhigen Zeit, in der die Kunst zu heilen und der Wunsch zu helfen schon mal voller Neid beobachtet wurde. Von denen, die solche Fähigkeiten nicht verstanden. Oder nicht verstehen wollten, weil sie selbst um ihre Anerkennung rangen.
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