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RegenbogenReigen 2 - Hexenweib
Verfasser: Marie von Stein (2)
Verlag: tredition (300)
VÖ: 1. November 2021
Genre: Fantasy (14462)
Seiten: 272
Themen: 17. Jahrhundert (265), 2020 (23), Frauen (970), Heiler (140), Hexenverfolgung (121), Scheiterhaufen (41), Schweigen (267), Unschuld (415), Zeitreisen (657)
Reihe: RegenbogenReigen (2)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats November 2021 nominieren
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1670 im Tal der Kalle - Anna Callendorp bewirtschaftet erfolgreich den Meierhof ihrer Familie und lässt sich auch nicht durch die Anfeindungen der Nachbarschaft irritieren. Das Böse kann sie jedoch nicht abwehren: die Hexenjäger, die sich voller Inbrunst Annas Zofe Juliette als nächstes Opfer auserkoren haben. Nicht mal drei Tage Zeit bleiben Anna, um Juliettes Unschuld zu beweisen und sie vor dem Scheiterhaufen zu bewahren.

2020 - Susanna Kallen, betrübt durch das qualvolle Sterben der Großtante ihres Freundes Thomas, erreicht erneut der Ruf ihrer Ahnin, der durch die Jahrhunderte zu ihr dringt. Schon wieder ein Wolf und auch ein Kind mit roter Filzmütze locken sie in das Quellgebiet nach Elfenborn.

Nur was kann sie tun? Findet Susanna einen Ausweg für die Nöte ihrer Familie? Der im Gestern und der im Heute?

Eine Geschichte von der Hexenverfolgung, kleinen Mädchen und großen Brüdern und dem Schweigen, das alles nur noch schlimmer macht.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Marie von Stein für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Marie von Stein gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Prolog


Heute! Heute, da muss es mir doch gelingen. Nur noch eine. Die letzte Kurve am Stockberg die Serpentinen liegen hinter mir. Ich schalte einen Gang hoch und gebe weiter Gas. Konzentriert auf die nächste Kurve, mit Blick auf die beiden Häuser vor mir in der Seitenstraße. Und weiter oben, nach der Höhe, da kommt der Hof. Mein Ziel.
     Fest pressen sich meine Hände um das Lenkrad. Schweißtropfen rinnen in meine Augen, lassen sie brennen. Ich schaffe es einfach nicht, weiter schaffe ich es nicht. Ich kriege keine Luft. Zitternd fahre ich rechts ran. Ziehe die Handbremse an, drehe den Schlüssel heraus. Vor mir ist der Wald, düster, undurchdringlich. Jedoch links scheint sie, die Sonne. Da ist Licht. Doch heute? Heute klappt es noch nicht. Immer wieder holt sie mich ein, lässt mich nicht los meine Vergangenheit.


1

1670
Juni


Cleopatra schnaubte unwillig, doch trotzdem setzte sie langsam ein Bein vor das andere. Vorsichtig, Schritt für Schritt.
     »Nun komm, Cleo, nur noch ein bisschen. Du hast es bald geschafft.« Anna von Callendorp legte ihre Hand auf Cleopatras Widerrist, beruhigte sie und zauste ihrer alten Zuchtstute, ein roter Friese, durch die wellige, lange Mähne, zupfte einen verirrten Grashalm heraus und schnippte ihn in die Luft. Sie hockte sich hin und dann rieb sie ihr sanft über die Schenkel bis zu den empfindlichen Fesseln und massierte jedes Bein.
     Das Pferd wieherte. Zustimmung? Wohl kaum. Anna konnte es nachfühlen. Cleo war schon alt, das Laufen fiel ihr sichtlich schwer. Doch sie blieb still stehen und ließ sich die Prozedur gefallen.
     »Besser?«
     Das Schlagen des Kopfes ließ Anna laut auflachen. Schade, dass Cleopatra ihr nicht antworten konnte, denn Begeisterung für die täglichen Spaziergänge, die Anna ihr auferlegt hatte, war das sicher nicht. Eher der Unmut wegen der lästigen Bremse, die sich auf ihren Hals setzen wollte. Anna scheuchte sie weg.
     Ihr Blick ging über die Felder um sie herum. Es war schon einige Jahrzehnte her, dass Calldorp größer werden musste, der Platz für die Landbevölkerung nicht mehr reichte. Ihr Vater, der einflussreiche Freiherr Andreas von Callendorp, hatte dafür gesorgt, dass die Bauern mehr Flächen für den Ackerbau bekamen und auch Platz für ihre Höfe. Nun war der Haiberg abgeholzt und auf den steinigen nicht nutzbaren Flächen hatten sich die Meierhöfe auf der Steinegge und in Faulensiek angesiedelt. Zwei neue Orte, die das Dorf größer und wichtiger machten. Und den Besitz der Adligen und ihrer Verwalter vermehrten.
     Anna seufzte, nahm den Strick und legte ihn sich locker um das Handgelenk, während sie sich auf dem Baumstumpf niederließ, der vor dem kleinen Friedhof ihrer Familie zum Hinsetzen einlud. Eine junge Eiche wuchs auf einem der Gräber, dem ihrer Mutter Johanna. Mutter und Tochter hatten sich nie näher kennengelernt, denn Annas Mutter hauchte ihr Leben aus am Tag der Geburt ihres kleinen Mädchens. Sehr viele Jahre mit ihrem Vater hatte sie auch nicht verbringen können, denn er starb, erschöpft von den Auswirkungen des unselig langen Krieges und seines Einsatzes als Gesandter für das Haus Lippe und den reformierten Glauben, noch vor Annas 10. Geburtstag. Doch Andreas von Callendorp hatte mitgedacht und vorgesorgt. Seine Tochter wuchs behütet auf, auf dem Meierhof der Familie Strate, den Eltern seiner geliebten Frau.
     Als weiblicher Abkömmling hatte Anna keine Rechte, weder das Erbe der von Callendorps anzutreten noch das große Gut im Calldorper Wiesental nah der Weser zu führen. Das Zuhause ihrer Kindheit musste sie verlassen, fand jedoch in der ehemaligen Heimstatt ihrer Mutter ihren neuen Lebensmittelpunkt. Bei ihren Großeltern, dem besten Gefährten ihres Vaters im Krieg wie im Frieden, Radulf, und der Hilfe und Freundin ihrer Mutter, Juliette.
     Die Großeltern hatten mittlerweile auch ihre letzte Ruhe neben ihrer Tochter gefunden. So war es mit dem Leben. Der Tod folgte auf dem Fuße. Schon wieder entfleuchte Anna ein Seufzen. Sie richtete sich auf, streckte sich und schmiegte ihren Kopf an den Hals des Pferdes. Cleopatra senkte die Lider und lockerte ihre Unterlippe, sie wirkte nun völlig entspannt, sodass Anna ihr die Arme um den Hals schlang und ihr Herz im Gleichklang mit dem ihres Pferdes schlug.
     Tief sog sie die Luft ein und ihre Nase wurde vom Geruch der Rapsfelder um sie herum gekitzelt. Raps auch so ein Vorhaben, dem sie mit ihren Gefährten auf ihrem Hof eine Chance geben wollte. Waren es vor ein paar Jahren noch die Kartoffeln, die Anna mit Hilfe von Juliette der heimischen Landbevölkerung schmackhaft machen wollte und konnte , so war es nun der Raps. Ein Versuch, ihn auch in kälteren Gegenden anzubauen. Wenn sie die drei großen Felder betrachtete und dieses sonnige Gelb ihr Herz erwärmte, dann wusste sie, dass es ein Erfolg war. Ein Erfolg ihrer Anbaustrategie und der Wunsch nach etwas Neuem - nach der langen Zeit der Kälte zwischen den Menschen und während der vergangenen kalten Jahre des Krieges und der Jahreszeiten. Trotz aller Entbehrungen brachte diese ungewöhnliche neue Rapspflanze wieder Wärme: für die Augen, für die Öllampen und für die Leibspeisen der Calldorper und der Menschen aus den Dörfern rundherum.
     Die Erinnerung an das vergangene Jahr überkam sie trotz allem immer wieder. Es gelang ihr nicht, sie zu verdrängen. Erst der schreckliche Tod des Hinrich Reuter. Gerichtet durch den Sturz vom Felsen. Und dann? Dann kam die Strafe des Grafen, des Gatten ihrer Tante. Eine Strafe ob ihres Ungehorsams. Sie hatte es noch im Ohr, als wäre es gestern erst gewesen, als der Amtmann vor ihrer Tür stand und sie mit seinem Singsang aufforderte, ihm Folge zu leisten und sich ihrem Schicksal zu ergeben.
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