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Die Klänge der Freiheit
Verfasser: Tara Haigh (7)
Verlag: Tinte & Feder (231)
VÖ: 9. November 2021
Genre: Historischer Roman (5375)
Seiten: 528
Themen: 1943 (18), Entscheidungen (2108), Freiheit (553), Italien (674), Krankenschwester (270), Nürnberg (88), Soldaten (586), Verrat (1230), Vierziger Jahre (281), Zweiter Weltkrieg (592)
Charts: Einstieg am 21. November 2021
Zuletzt dabei am 4. Dezember 2021
Erfolge: 3 × BILD-Bestseller Top 20 (Max: 5)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats November 2021 nominieren
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Erklärung der Bewertungssysteme
Nürnberg, 1943: Die junge Inge spielt leidenschaftlich gern Geige und träumt von der weiten Welt. Gegen den Willen des Vaters lässt sie sich zur Rotkreuzschwester ausbilden und wird gleich bei ihrem ersten Einsatz an die Ostfront geschickt. Die Arbeit im Lazarett konfrontiert sie mit der grausamen Realität des Krieges, während die Rote Armee immer näher rückt.

Als der deutsche Offizier Preuss ihr anbietet, ihn nach Italien zur Abtei Montecassino zu begleiten, ergreift sie die rettende Chance. Aber kann sie Preuss wirklich trauen? Er ist kultiviert, ein feinsinniger Kunstkenner, aber auch Nationalsozialist. Noch ahnt Inge nicht, dass sich in Italien ihr Schicksal offenbaren wird und sie schwere Entscheidungen treffen muss: zwischen Liebe und Verrat, Zukunft und Vergangenheit …
Lesermeinungen (6)     Blogger (1)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 25. November 2021 um 8:05 Uhr:
» Auf den neuen Roman von Tara Haigh habe ich mich riesig gefreut, da sich mich bisher immer total begeistert hat. „Die Klänge der Freiheit“ ist ein historischer Roman und ein Kriegsroman.
Der Inhalt: Nürnberg, 1943: Die junge Inge spielt leidenschaftlich gern Geige und träumt von der weiten Welt. Gegen den Willen des Vaters lässt sie sich zur Rotkreuzschwester ausbilden und wird gleich bei ihrem ersten Einsatz an die Ostfront geschickt. Die Arbeit im Lazarett konfrontiert sie mit der grausamen Realität des Krieges, während die Rote Armee immer näher rückt. Als der deutsche Offizier ihr anbietet, ihn nach Italien zur Abtei Montecassino zu begleiten, ergreif sie die rettende Chance. Aber kann sie Preuss wirklich trauen? Er ist kultiviert, ein feinsinniger Kunstkenner, aber auch Nationalsozialist. Noch ahnt Inge nicht, dass sich in Italien ihr Schicksal offenbaren wird und sie schwere Entscheidungen treffen muss: zwischen Liebe und Verrat, Zukunft und Vergangenheit…
Auch nach Beendigung dieses Romans lässt mich die interessante und spannende Geschichte nicht los. Schon das Lesen des Prologs hat mich total neugierig gemacht. Je weiter ich in die Lektüre eingetaucht bin, umso mehr musste ich feststellen, dass es sich eigentlich um einen Kriegsroman handelt. Ist nicht ganz so mein Ding. Aber die Autorin hat wirklich alles detailliert beschrieben, noch jetzt habe ich Gänsehautfeeling. Auch die Protagonisten, allen voran die junge Inge, die sich als Rotkreuzschwester ausbilden ließ und eigentlich nach Afrika wollte, um dort Gutes zu tun. Leider führt sie ihr erster Einsatz an die Ostfront und hier wird sie mit all dem Grauen des Krieges konfrontiert. Sie bekommt jedoch die Gelegenheit nach Italien zu gehen. Hier war ein beeindruckt vom Abtei Montecassino. Der Spannungsbogen ist super und ich konnte ich auch die Veränderung an Inge feststellen für ihr Einsatz in den Kriegsgebieten verantwortlich war. Beim Lesen haben mich sehr viele Emotionen übermannt. Eine beeindruckende Lektüre.
Ein interessanter Roman, der uns vergangene Geschichte wirklich sehr nahe bringt. Auch das Cover ist ein echter Hingucker. Gerne vergebe ich für diesen historischen Roman 4 Sterne.«
  10      0        – geschrieben von zauberblume
 
Kommentar vom 24. November 2021 um 20:43 Uhr (Schulnote 3):
» Voller Stolz nimmt Inge die Brosche, die eine fertig ausgebildete Rotkreuz-Schwester auszeichnet, bei ihrer Vereidigung entgegen. Afrika, ihr Wunsch-Einsatzort, rückt näher. Aber an die Ostfront muss sie, ihr Vater sieht das kritisch, ihre ganze Rotkreuz-Schwesternschaft gefällt ihm nicht. Zuviel hat er gesehen vom Krieg, hat verbotenerweise Feindessender gehört und weiß um die Aussichtslosigkeit der Deutschen in diesen letzten Kriegsjahren. Jedoch glaubt Inge, blauäugig wie sie ist, nicht ihm, sondern dem Führer und seiner Propaganda. Für die richtige Sache will sie einstehen, den tapferen Soldaten helfen.

Mit der Realität, der Grausamkeit des Krieges, wird sie im Lazarett tagtäglich konfrontiert. Oberstleutnant Heinrich Preuss wird mit einem Streifschuss und einer Fleischwunde eingeliefert und schon bald will er bevorzugt von Inge betreut werden, will sie in seiner Nähe haben. Die Rote Armee ist nahe und Inge kommt seiner Bitte nach, ihn nach Italien zu begleiten. Dort wird er Vorbereitungen für ein Kriegslazarett treffen. Es ist ihre Chance, der Hölle zu entkommen.

Aus der Sicht einer jungen, idealistischen Frau nimmt Tara Haigh ihre Leser mit hinter die Front. Aus ihrer anfänglichen Euphorie, dem unbedingten Willen zu helfen und aus der Überzeugung, der richtigen Sache zu dienen, wird ihr Blick zunehmend kritischer. Sie sieht hinter den Kulissen die menschenverachtende Realität der Einzelnen, kann aber nichts tun als schweigend dem zuzusehen. Ein Stück Zeitgeschichte hat die Autorin zu Papier gebracht, das Lazarett mit all seinen Schrecken verdeutlicht gut die entsetzlichen Qualen der Verwundeten. Triage nannten sie das, was schlicht und ein Ausleseverfahren war. Bei wem ist es noch sinnvoll, die raren Medikamente auszugeben? Wer ist dann wieder voll einsatzfähig, kann dem Regime weiterhin dienen?

Italien zeigt sich zunächst von seiner schönsten Seite, der Spaziergang durch Rom setzt Bilder im Kopf frei, ich bin mit Inge in der Stadt, schwelge in Erinnerungen, auch Neapel mit all seinen nicht nur feinen Gerüchen bleibt im Gedächtnis. Die perfekte Lage des Klosters oben auf dem Berg macht die Abtei Montecassino zu einem strategisch günstigen Ort, die Deutschen nisten sich in der Nähe ein.

Ein Buch über die letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges, von der Ostfront nach Italien. Während es in der ersten Hälfte um das harte Leben und Sterben im Lazarett geht, wandelt sich die Geschichte zunehmend in eine Romanze, umrankt vom Widerstand. Wobei mich der Anfang sehr gebannt immer weiterlesen ließ, hatte ich im Bella Italia zunehmend das Gefühl, die Kriegswirren und deren entsetzliche Taten müssen dem Patriotismus und einer Liebe zwischen den Gegnern weichen.

„Bella ciao“ – ein Lied über den Tod und doch waren es für die Partisanen die Klänge der Freiheit. Diese fiktive Geschichte mit dem bekannten historischen Hintergrund war durchaus kurzweilig zu lesen, weniger Amore wäre hier mehr gewesen. Unterhaltsam waren „Die Klänge der Freiheit“ allemal.«
  16      1        – geschrieben von Magnolia
Kommentar vom 22. November 2021 um 8:58 Uhr (Schulnote 2):
» DRK-Schwester Inge im 2. Weltkrieg - dramatisch und berührend

Das Cover - die junge Rotkreuzschwester im Feld mit Klatschmohn - gefällt mir gut. Man ahnt sofort, in welcher Zeit dieser Roman spielt. Ich liebe Historische Romane der Vierziger Jahre.

Der Schreibstil der Autorin Tara Haigh ist flüssig, fesselnd und gefühlvoll. Sie hat einen tollen bildlichen Erzählstil. Ich konnte mich schnell und gut in die Geschichte über Inge hineinversetzen.
Es beginnt im Jahr 1943 in Nürnberg. Der Vater der jungen Inge hört heimlich die Radiosender der Alliierten und erfährt schriftlich von einem Freund aus der Schweiz, was die Russen senden. Darum macht er sich große Sorgen, als Inge hat sich zur Rotkreuzschwester ausbilden lässt, die sie mit Auszeichnung besteht. Sie hat in ihrer Bewerbung den Wunsch, das sie nach Afrika möchte. Dann erhält sie den langersehnten Einberufungsbefehl - Charkow, an die Ostfront nach Russland.

Die Geschichte um Inge und die Dramatik der Arbeit im Lazarett in den Kriegszeiten ist spannend erzählt und hat mich voll überzeugt. Eine Leseempfehlung von mir!«
  10      0        – geschrieben von erul
Kommentar vom 19. November 2021 um 12:17 Uhr (Schulnote 1):
» eindrucksvoller Einblick in die letzten Jahre des 2.Weltkriegs

Inge lebt mit ihrem Vater in Nürnberg, es ist das Jahr 1943. Ihre Mutter hat sie verlassen, als Inge ein Kind war. Die junge Frau macht eine Ausbildung zur Rotkreuzschwester, weil sie darin die Chance anderen zu helfen und gleichzeitig etwas von der weiten Welt zu sehen. Zu ihrer Enttäuschung wird sie an die Ostfront geschickt und die Schrecknisse des Krieges sind nun ihre Realität. Als der Oberstleutnant Preuss ins Lazarett eingeliefert wird, ist er von Inge fasziniert. Ihr Geigenspiel für die verletzten Soldaten und ihr Engagement gefallen ihm ebenso wie ihre natürliche Persönlichkeit. Preuss bietet Inge an, ihn nach Italien zum Aufbau eines Lazaretts in der Nähe der Abtei Montecassino zu begleiten und die junge Frau sagt nach einigem Zögern zu, nicht ahnend wie sich die Dinge in Italien entwickeln werden.

Dieser historische Roman von Tara Haigh offenbart die ganze schwierige Problematik der Menschen im zweiten Weltkrieg und zeigt am Beispiel der jungen Rot-Kreuz-Schwestern Inge und Annemarie wie der Enthusiasmus für den Führer sich in Entsetzen durch die Erkenntnisse der Realität verwandelt. Die Protagonistin sieht sich Kolleg*innen gegenüber, die den Nationalsozialismus verherrlichen und auch von ihr blinden Gehorsam fordern. Die Autorin versteht es, die Situation während dieser letzten Jahre des 2. Weltkriegs lebendig werden zu lassen. Inges Vater, der durch heimliches Radiohören, die Wahrheit längst erkannt hat, versucht seiner Tochter diese nahezubringen. Doch Inge ist beseelt von dem Versprechen, die jungen Frauen nach Afrika oder Paris zu bringen, dass sie auf die gutgemeinten Ratschläge des Vaters nicht hört. An der Ostfront wünscht sie sich oft zurück nach Nürnberg, nicht wissend, ob diese Stadt von den Bomben verschont blieb. Mich hat dieser Roman sehr berührt und ich habe gehofft, dass Inge dem Oberstleutnant folgt, was sie glücklicherweise auch tut. In Italien erwartet sie eine Chance, sich zu beweisen und das Schicksal ebenso.

Der erste Teil dieser Geschichte zeigt die Schrecknisse nahe der Front, im zweiten Teil geht es eher um Menschlichkeit sowie die schwierige Situation zweier Liebender, die eigentlich Feinde sein sollten. Oberstleutnant, ein überzeugter Nationalsozialist, macht eine erstaunliche Verwandlung durch und erreicht meine Sympathie im Laufe der Geschichte. Die Abtei Montecassino bleibt lange ein echter Zuflucht für Inge, bis der Krieg auch dort seine Zerstörung beweist.

Der Schreibstil von Tara Haigh ist flüssig und lässt sich angenehm lesen. Die Charaktere entstehen lebendig vor dem Auge der Leser*innen. Sie erzeugt eine Spannung, die sich allmählich aufbaut und mich an manchen Stellen atemloswerden lies. Die Situation der Menschen während dieser schrecklichen Zeit so deutlich zu erleben hat mich beeindruckt. Insbesondere die Bombardierung des Klosters wird mir in Erinnerung bleiben, ich konnte das todbringende Geräusch der Flugzeuge hören und das Entsetzen der Menschen fühlen. Insgesamt lässt der Roman eine zufriedene Leser*in zurück da es zum Schluss eine wirklich berührende Entwicklung gibt.

Für mich ist dieser gut recherchierte Roman eine ganz besondere Erfahrung gewesen, ich gebe 5 Sterne.«
  17      0        – geschrieben von Gabriele Marina Jabs
Kommentar vom 15. November 2021 um 17:04 Uhr (Schulnote 4):
» Erzählt wird die Geschichte der fiktiven DRK-Krankenschwester Inge, die trotz ihres dem Hitler-Regime sehr kritisch gegenüber stehenden Vaters enthusiastisch und altruistisch ihren Dienst an der russischen Front in Charkow antritt.
Der Unterschied zwischen den Siegesmeldungen in der Presse und der "Wochenschau" und der blutigen Realität ist groß.
Inge verliert langsam ihre "rosa Brille" und kann sterbenden und genesenden Soldaten mit ihrer Geige Trost spenden.
Ein Offizier, neben Inges Vater einer der wenigen Menschen, die sich ab Ende 1943 keinen Illusionen mehr hingaben, bietet ihr an, ihn nach Italien zu begleiten...

Tara Haighs Roman "Die Klänge der Freiheit" enttäuschte mich leider in mehrfacher Hinsicht ziemlich!
Das Buch fasste sich nicht nicht nur von Beginn an sehr unangenehm an, denn eine mich an Wrasen erinnernde pudrig-cremige Schicht schien es zu umhüllen. Taschenbücher sehen nach dem Lesen bei mir üblicherweise wie neu aus - hier jedoch wölbte sich bereits während der Lektüre eine Art Folie eselsohrartig ab. Zunächst schien sie sich leicht entfernen zu lassen, aber zunehmend blieben zunehmen Rückstande an ihr kleben, so dass das Coverbild beschädigt wurde. Auch hatte ich mir nach der Leseprobe deutlich mehr versprochen. Schade.
Trotz Lektorat der Damen Köhler, Fischer und Wiedmaier fand ich div. Fehler, hauptsächlich bei "Sie" und "sie", aber auch Sinnfehler, wie z. B. auf S. 95, auf der ein HERR Dr. Seiler der Protagonistin Inge bedeutete, IHR ... zu folgen.
Ferner erlaube ich mir, zu bezweifeln, dass
a) eine "Stadtpflanze" aus Nürnberg einem italienischen Bauernsohn sachdienliche Hinweise zu geben prädestiniert ist, wie er mit seinem störrischen Esel umzugehen habe, und
b) vermutlich angelehnt an "Tie a yellow ribbon round the old oak tree", ein um einen Straßenbaum geschlungenes rotes Band geeignet ist, die Absprachen heimlich Liebender vor den Augen eines ohnehin schon misstrauischen eifersüchtigen Nazi-Offiziers zu verbergen.

Pluspunkte waren für mich die Schilderung der Ereignisse um das italienische Kloster "Montecassino" sowie die "Anmerkungen" und "Literaturhinweise" der Autorin.«
  12      1        – geschrieben von victory
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