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Zeitenschmiede
Verfasser: Judith Hages (1)
Verlag: Books on Demand (4121) und Hahne u. Schloemer (1)
VÖ: 8. Juli 2021
Genre: Familienepos (584) und Historischer Roman (5349)
Seiten: 524 (Taschenbuch-Version), 326 (Taschenbuch-Version Nr. 2), 402 (Kindle-Version)
Themen: 1939 (15), 1944 (35), Düren (2), Familiengeheimnisse (537), Flucht (1954), Nachkriegszeit (225), Ostpreußen (12), Rheinland (22), Schmiede (39), Zweiter Weltkrieg (590)
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Die Geschichte einer Schmiedefamilie in bewegten Zeiten. Ein Roman über Heimat, Liebe, Flucht und den unverwüstlichen Glauben an die Zukunft.

Düren / Rheinland 1939: Mina ist auf der Flucht. Sie kommt mit falschem Namen bei ihren bis dahin unbekannten Verwandten - der Schmiedefamilie Hansen - unter. Im Verborgenen sucht sie nach ihrem Vater und stößt dabei auf ein Familiengeheimnis, dessen Geschichte bis ins Jahr 1889 zurückgeht. Währenddessen bricht der Zweite Weltkrieg aus und droht die Familie auseinanderzureißen.

Ostpreußen 1944: Der Krieg ist nun auch in dem masurischen Dorf Steintal spürbar. Wehrmachtssoldaten werden in den Häusern einquartiert, darunter ein Sohn der Familie Hansen. Er verliebt sich in Liesel, doch das junge Paar wird getrennt, als die russische Frontlinie näher rückt. Kurze Zeit später muss Liesel flüchten.
Nicht nur für sie beginnt ein Überlebenskampf, der bis in die Nachkriegszeit hineinreicht.

Ein spannender Roman, basierend auf wahren Begebenheiten. Tragisch, emotional und fesselnd.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Judith Hages für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Judith Hages gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Ich bin erleichtert, dass ich anscheinend die gesuchte Schmiede gefunden habe. Wir verlassen das Zimmer durch den Flur, der am Ende in die ehemalige Werkstatt führt. Bevor man die Tür zur Schmiede erreicht, führt rechts eine Treppe in die oberen Stockwerke. Die Holzstufen knarzen laut, als wir hinauf gehen. Wir erreichen das Dachgeschoss. Das größere Zimmer in der Mitte besitzt ein Fenster im Giebel. Ich blicke hinaus und kann in der Ferne den spitzen Glockenturm der Kirche erkennen. Rechts vom Giebelzimmer befindet sich eine kleine Kammer.
     „Das ist Ihre Schlafstube. Die Dienstmädchen haben hier damals gewohnt.“
     Die Dachschräge verhindert, dass man aufrecht stehen kann. Trotzdem ist das Zimmer freundlich und hell. Die Sonne scheint durch ein Oberlicht auf die Pritsche, die neben einer Truhe als einziges Möbelstück in den Raum passt.
     „Ich bringe Ihnen gleich frische Bettwäsche.“ Mit diesen Worten verschwindet sie, und ich höre die Stufen unter ihrem Gewicht ächzen, als sie die Treppe hinunter geht. Ich sehe mich um. Meine Hände gleiten über das verstaubte Holz der Truhe. Als ich sie öffne, finde ich zu meinem Erstaunen nur ein Buch, das anscheinend unachtsam hinein geworfen wurde. Ansonsten ist die Kommode leer. Ich hole es heraus. Der Einband ist in einem üblen Zustand. Es scheint nicht gerade liebevoll behandelt worden zu sein oder es wurde sehr oft gelesen. ‚Die Waffen nieder!‘, lautet der Titel des Romans. Von Bertha von Suttner. Ich blättere es durch und schnuppere an den Seiten. Eine Manie von mir: Ich muss an Büchern riechen, wenn ich sie durchblättere. Jedes hat seinen eigenen Geruch. Dieses hier ist schon alt, und wenn ich mich recht erinnere, steht es auf der Liste der verbotenen Bücher. Das Knarren der Treppenstufen sagt mir, dass die Hausherrin wieder auf dem Weg nach oben ist. In dem Moment, als ich das Buch zurück in die Truhe werfe und der Deckel laut zuschnappt, öffnet sich die Türe. Mit Laken und Kissen bewaffnet steht sie regungslos im Türrahmen. Sie starrt misstrauisch auf die Truhe, dann plötzlich zu mir, als wäre ihr etwas Schreckliches eingefallen. Ihr Blick gleicht dem eines Beutetieres im Angesicht des lauernden Jägers. Sie fragt sich vermutlich, ob ich das verbotene Buch gefunden habe. Eine gefühlte Ewigkeit steht sie stumm vor mir mit wachsamen Blick, bis sie endlich das Wort ergreift: „Gleich gibt es Essen.“ Sie wirft die Bettwäsche auf die Kommode und verlässt die Kammer.

     Das Abendessen besteht aus Kartoffeln mit geräucherter Blutwurst und Zwiebelringen. Ich habe es noch nie gemocht, würge trotzdem ein paar Wurststücke hinunter, weil ich nicht unhöflich erscheinen möchte. Zwei der sieben Kinder sind anwesend. Die älteste Tochter Rosie ist schon verheiratet und wohnt in einer anderen Stadt. Der älteste Sohn Hans verrichtet seinen Militärdienst in der hiesigen Kaserne, wo er auch schläft, und der andere abwesende Sohn Eduard wohnt auch nicht mehr zu Hause. Ein wenig enttäuscht stelle ich fest, dass mir der Familienname Hansen nicht bekannt vorkommt. Meine Mutter hat diesen Namen nie erwähnt, was aber nichts heißen mag. Über meinen Vater hat sie auch nie geredet, ich weiß nicht mal seinen Vornamen.
     Das einzige Mädchen am Tisch heißt Christine. Ich schätze sie auf 14 Jahre. Die Mutter hat sie alle im Griff, muss ich gestehen. Die Kinder verhalten sich höflich und sind gut erzogen. Sie braucht wirklich kein Kindermädchen. Doch wenn ich den Zustand des Anwesens betrachte, kann sie schon Hilfe im Haus gebrauchen.
     Nach dem Essen besprechen wir meine Aufgaben: Beete pflegen, mit dem Hund spazieren gehen, Wäsche waschen und flicken, beim Kochen helfen, und die Kinder ab und zu beschäftigen. Ich frage mich, wo ihr Mann ist. Denn das Anwesen sieht aus, als hätte sich schon länger niemand mehr darum gekümmert. Nur provisorisch sind defekte Türen oder Möbel repariert worden.
     Als ich abends im Bett liege, wälze ich mich hin und her. Nicht nur die ungewohnte Umgebung hindert mich am Schlaf. Auch möchte ich unbedingt wissen, ob der hiesige Hausherr einem der Männer auf meinem Foto ähnlich sieht, und ob er vielleicht mein Vater ist.


*** Ende der Leseprobe ***

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»Zeitenschmiede« ist ab 2021 als Taschenbuch (ISBN 978-3-7543-4584-9) und E-Book erhältlich.
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