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Eifersucht
Verfasser: Jo Nesbø (24)
Verlag: Ullstein (1389)
VÖ: 1. November 2021
Genre: Kriminalroman (9194) und Kurzgeschichtensammlung (2516)
Seiten: 272 (Gebundene Version), 205 (Kindle-Version)
Original: Sjalusimannen og andre fortellinger
Themen: Brüder (1135), Höhlen (91), Inseln (2146), Mord (7079), Zwillinge (744)
Charts: Einstieg am 12. November 2021
Höchste Platzierung (6) am 16. November 2021
Zuletzt dabei am 18. November 2021
Erfolge: 1 × Spiegel Hardcover Top 20 (Max: 13)
1 × Österreich Hardcover Top 10 (Max: 7)
2 × Schweiz Hardcover Top 20 (Max: 12)
Voting: Dieses Buch für die Abstimmung zum Buch des Monats November 2021 nominieren
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Erklärung der Bewertungssysteme
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Lesermeinungen (9)     Blogger (3)     Tags (2)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 3. Dezember 2021 um 17:57 Uhr (Schulnote 2):
» Darum geht's:

Eifersucht ist ein recht häufiges Motiv für Verbrechen und dieses schmerzhafte Gefühl treibt die Menschen zu so machen unerwarteten Dingen - inclusive Mord. In sieben verschiedenen Geschichten zeigt uns Jo Nesbø die Bandbreite der menschlichen Verzweiflungstaten, die aus Eifersucht geschehen.

So fand ich's:

Die erste Kurzgeschichte „London“ spielt in einem Flugzeug auf dem Weg nach London und präsentiert uns, welchen überraschenden Verlauf ein Gespräch zwischen zufälligen Sitznachbarn nehmen kann.

Es folgt eine viel längere Episode, die genau wie die ganze Sammlung schlicht „Eifersucht“ heißt. Der Athener Ermittler Balli hat sich auf Eifersuchtstaten spezialisiert, denn er kennt das Gefühl aus eigener leidvoller Erfahrung und entwickelte mit der Zeit ein Gespür dafür, wer in Eifersucht gefangen ist. Diesmal geht es um zwei Brüder, die sich in dieselbe Frau verliebt haben. Nun ist einer der beiden verschwunden.

Wer sich in „Die Warteschlange“ vordrängelt, muss die Konsequenzen tragen. Schließlich kann so eine Entscheidung über Leben oder Tod bestimmen.

Der Müllmann Ivar ist unbeherrscht und cholerisch. Während er mit Kollege Pijus seine Runde dreht und den „Abfall“ beseitigt, versucht er, sich an den letzten Abend zu erinnern. Denn er hat einen gewaltigen Blackout und befürchtet, dass wieder mal sein Temperament mit ihm durchgegangen ist.

Die Millionärin Simone ist tot und die Kriminalpolizei sucht den Ehemann auf, der „Das Geständnis“ablegen soll. Denn als Mörder kommen eigentlich nur der Noch-Ehemann oder der aktuelle neue Freund Simones in Frage.

„Odd“ ist ein bekannter Schriftsteller, der auf seinen Auftritt wartet, um sein neuestes Buch vorzustellen. Doch statt auf die Bühne zu gehen und sich interviewen zu lassen, dreht er sich spontan um und verlässt die Stadt. Was, wenn er sein Leben von Grund auf ändern würde?

"Der Ohrring", den Taxifahrer Amund auf seinem Rücksitz findet, sieht aus wie einer, den er mal seiner Frau geschenkt hat. War sie mit dem Taxi unterwegs, als sein Chef gefahren ist? Dass Amund nicht die erste Wahl für seine Frau ist, weiß er, doch er ist nicht gewillt, den Kampf um seine Ehe so schnell aufzugeben.

Alle sieben Geschichten habe das Thema "Eifersucht" gemeinsam. Dabei ist es manchmal das zentrale Thema, manchmal aber auch nur ein Nebenstrang, der sich erst später in den Vordergrund spielt. Manche Erzählungen scheinen vorhersehbar, überraschen aber dann durch eine Wendung, die man so nicht hat kommen sehen. Andere entblättern ihren Kern erst nach und nach. Eine weitere Gemeinsamkeit ist der gekonnte Erzählstil von Jo Nesbø, der nicht zwingend dicke Thriller-Wälzer braucht, sondern auch in Kurzgeschichten gut zur Geltung kommt. Die Menschen haben trotz der Kürze Charakter und Tiefe und die Handlung, in die man hineingeworfen wird, fesselt einen.

Auch in diesem ungewohnten Terrain der Kurzgeschichten hat mich Jo Nesbø überzeugt und ich habe diese Anthologie sehr genossen.«
  10      0        – geschrieben von Gabis Laberladen
 
Kommentar vom 22. November 2021 um 17:16 Uhr (Schulnote 2):
» Überraschend anders
Fans der Harry Hole-Reihe seien vorgewarnt. Hier zeigt sich der Autor von einer ganz und gar anderen Seite als in seinen Kriminalromanen.
Der Band ,,Eifersucht“ vereint sieben unterschiedlich lange Erzählungen zum titelgebenden Thema: die Eifersucht, eines der stärksten Gefühle, eines der zentralsten Motive für Verbrechen. Doch die Geschichten sind keine Krimis, auch wenn Verbrechen durchaus eine Rolle spielen.
Anders als bei seinen Krimis beginnen die Geschichten eher gemächlich, fast ertappt man sich schon dabei, dass einen, wie z.B. in der ersten Geschichte ,,London“ das etwas enttäuschende Gefühl beschleicht, die Handlung plätschere mehr so dahin und zack – kommt eine völlig unvorhergesehene Wendung. Und da zeigt sich das wahre Können des norwegischen Erfolgsautors, dass er den Leser immer wieder überraschen kann!
Am nachhaltigsten wirkt die längste der Erzählungen, ,,Eifersucht“ in der der Athener Ermittler Nikos Balli, Spezialist für das Mord-Motiv Eifersucht, auf der Insel Kalymnos, den vermissten Kletterer Julian suchen soll. Julian und sein Zwillingsbruder Franz hatten sich in dasselbe Mädchen, Helena, verliebt. Nach einem Streit wurde Julians Handtuch am Strand gefunden. Balli stößt bei seinen Ermittlungen auf immer mehr Hinweise, dass Franz seinen Bruder aus Eifersucht getötet haben könnte, nicht zuletzt, da Helena den offeneren Julian bevorzugt hatte. Doch dann wird Julian gefesselt und völlig entkräftet in einer Höhle gefunden, dafür fehlt nun von Franz jede Spur. Dieser hinterlässt nur eine Waffe. Balli, früher selbst Kletterer, wird durch die Ermittlungen auch mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, die sich nun nicht mehr verdrängen lässt.
Jo Nesbo zeigt sich hier weniger actionreich, philosophischer, vielleicht auch altersweiser (?), woran man sich etwas gewöhnen muss. Doch wenn man sich erst einmal auf die Geschichten einlässt, wird man belohnt.«
  14      0        – geschrieben von amena25
Kommentar vom 18. November 2021 um 17:20 Uhr (Schulnote 2):
» *Eifersucht*eine Sammlung von 7 Kurzgeschichten.
Zeit, sehr gut genutzt!

Autor: Jo Nesbo
Er wurde 1960 in Oslo geboren. Neben seiner beruflichen Arbeit als Musiker und Ökonom,
wurde er als norwegischer Schriftsteller bekannt.
Seine Roman – Reihe ( Bd.1- Bd.12) über den Ermittler Harry Hole, sind weit über
Norwegens Grenzen hinaus, bekannt geworden.
In dem Buch „Eifersucht“ hat er 7 Kurzgeschichten zum Thema „Mord aus Eifersucht“,
zusammengefasst.
Das Cover: eine minimalistische, skizzierte Darstellung Norwegens. Elegant & Passend.

Allgemeine Bemerkungen

Schreibstil, Grammatik & Erzählweise
• präszise Sprache & logischer Storyaufbau
• während der Erzählung wird der Leser animiert, sich Gedanken über die
vermutliche Tat & deren Hergang zu machen
• geschickt verpackte essentielle Informationen & damit verbunden: steigender
Spannungsaufbau
• alle Stories sind unabhängig voneinander lesbar

Zusammenfassung:
es geschieht häufig, dass etwas Zeit zum Lesen sich einfach so ergibt. Zu viel Zeit um sie
einfach auszusitzen, zu wenig um einen gesamten Roman zu lesen. Diese Situation kann
gut durch die 7 Kurzgeschichten in *Eifersucht*, genutzt werden. Flüssig lesbar, packende
absolut mögliche Geschichten mit Spannung und Intelligenz gewürzt.

Fazit:
• Leseempfehlung für Fans der Spannungsliteratur
• Packende Stories mit sehr kriminellen Taten
• Literarische „Zwischenmahlzeit“
• Jede Story ist unabhängig voneinander lesbar
• Spannender Genuss

Persönlicher Eindruck:
Alle Kurzgeschichten haben ihren eigenen „Charme“. Mir haben 5, der insgesamt 7
Geschichten, sehr gut gefallen.
Eine allgemeine Erkenntnis setzt sich durch: „Nicht alles gefällt jedem gleichermaßen“.
Ich vergebe sehr gern eine 4* Sternebewertung verbunden mit einer Leseempfehlung an
Leser, die kurze, freie Alltagsabschnitte mit gut erzählten, mörderischen Stories füllen
möchten.

Der Inhalt aller erzählten Stories haben, mich noch nach Tagen beschäftigt.
Ich habe wirklich Gefallen an dieser Art der Storysammlung gefunden.
Vielen Dank für das Leseexemplar. Mein Leseeindruck gibt meine persönliche Meinung & Leseerfahrung
wieder.
Verlag: Ullstein
Deutsche Veröffentlichung: 01.11.2021
Seitenzahl: 272
Format: Hörbuch, Ebook, Hardcover
ISBN: 978 3550201523«
  13      1        – geschrieben von JoanStef
 
Kommentar vom 17. November 2021 um 23:44 Uhr (Schulnote 2):
» Ich habe mich sehr gefreut, dass ein neuer Nesbo erscheint. Aber es ist kein typischer Nesbo, wie ich ihn erwartet habe. Hier hat er sieben Kurzgeschichten zusammengefasst, die sich alle um das Thema Eifersucht drehen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen. Die erste Kurzgeschichte hat mir am besten gefallen. Sie war spannend mit überraschenden Wendungen. Diese Kurzgeschichte hat mich sehr begeistert. Die darauf folgenden kommen an die erste nicht ganz heran. Alle Kurzgeschichten sind mit unterschiedlichen Charakteren und bauen nicht aufeinander auf. Das Buch ist besonders schön gestaltet. Der blaue Buchschnitt mit dem Cover ist ein echter Blickfang.

Spannende Kurzgeschichten, die sich mit dem Thema Eifersucht befassen, für Fans von Jo Nesbo und Leute, die mal kein ganzes Buch lesen wollen, sondern nur Kurzgeschichten.«
  6      0        – geschrieben von esmeralda19
Kommentar vom 9. November 2021 um 18:47 Uhr (Schulnote 2):
» Der norwegische Krimiautor Jo Nesbø macht sich in seinem aktuellen Buch auf, unterschiedliche Formen von Eifersucht zu ergründen, die - man ahnt es - für die Beteiligten nicht immer gut ausgehen. In sieben Geschichten, die sich in Setting und Länge völlig unterscheiden, lässt er den Leser daran teilhaben, wie die Figuren in den emotionalen Ausnahmezustand geraten. Der Profikiller, der eigentlich nur seinen Job machen will und dann an eine für ihn bezaubernde Kundin gerät; das Brüderpaar, das um die Gunst derselben Frau buhlt; die Migrantin, die sich als Kassiererin den ganzen Tag den Unverschämtheiten ihrer Kunden aussetzen muss oder auch der Autor, bei dem sich Realität und Fiktion vermischen, sie und weitere erleben wir im Grenzbereich des Menschlichen und Unmenschlichen.

Ich bin zugegebenermaßen kein ausgewiesener Freund von Kurzgeschichten, die Figurenentwicklung kommt mir dabei oft zu kurz und das Zuspitzen der Handlung auf einen einzigen Kulminationspunkt lässt mir zu viel von dem Fehlen, was davor geschah und dahin geführt hat. Daher ist es für mich nicht weiter verwunderlich, dass die längeren Geschichten mich deutlich mehr angesprochen haben, insbesondere "Eifersucht" um die beiden Kletterer und den Athener Ermittler, der ihren ungewöhnlichen Fall untersucht, mit rund 120 Seiten auch schon eher eine Novelle innerhalb der Sammlung.

Über allen Geschichten schwebt die Frage, was einen Menschen dazu treiben kann, einem anderen das Leben zu nehmen. Es sind ganz unterschiedliche Beweggründe, die meist nachvollziehbar motiviert sind und so die Frage beim Leser aufreißen, ob man selbst auch in dieser Situation enden könnte. Natürlich würde niemand bei klarem Verstand so weit gehen und doch: Jo Nesbø präsentiert ganz normale Figuren, die einem tagtäglich über den Weg laufen könnten und bei denen schlicht ein einziger Tropfen zu viel wurde und das Fass zum Überlaufen brachte. Kann man nicht selbst auch an diesen Punkt gelangen? Würde man so weit gehen? Und hat man nicht sogar sehr viel Verständnis für sie? Eine moralische Herausforderung, die dabei bestens unterhält.«
  13      0        – geschrieben von miss.mesmerized
 
Seite:  1 2
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