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Die Senfblütensaga 2 - Wege des Schicksals
Verfasser: Clara Langenbach (2)
Verlag: Fischer (1916)
VÖ: 27. Oktober 2021
Genre: Familienepos (612) und Historischer Roman (5456)
Seiten: 512 (Taschenbuch-Version), 502 (Kindle-Version)
Themen: Ehe (722), Erster Weltkrieg (215), Fabrik (10), Senf (4), Unternehmen (124)
Reihe: Die Senfblütensaga (2)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Die Senfblütensaga 2 - Wege des Schicksals« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 4. Januar 2022 um 11:39 Uhr (Schulnote 2):
» Handlung
Metz 1914
Emma hat ihr Studium erfolgreich beendet und sie kann es gar nicht erwarten, endlich ihre Arbeit in der Senffabrik von Carl aufzunehmen. Zudem ist endlich die Zeit gekommen, in der die Hochzeitsvorbereitungen in die letzte Phase gehen und es langsam ernst wird für die Verlobten. Doch nicht nur Probleme in der Fabrik sorgen für Unruhe, auch der Ausbruch des ersten Weltkrieges stellt den ganzen Alltag der Bevölkerung auf den Kopf. Zudem scheint es Emma so, als würde Carl ihr nicht mehr all seine Probleme und Sorgen anvertrauen und das Verhältnis des Paares ändert sich. Sie müssen beide Kämpfen. Für die Fabrik, für ihre Liebe und für die Zukunft!

Meinung
Ich mochte ja schon beim ersten Band die Farbgebung richtig gern, diesmal finde ich sie sogar noch stimmiger und schöner. Besonders gut harmonieren das Blau und das Senfgelb, sie lassen das Cover strahlen und lenken damit die Aufmerksamkeit des Betrachters darauf.
Der Aufbau des Titelbildes ist ähnlich wie der vom ersten Band. Man sieht eine Dame von hinten, sie wendet dem Betrachter ihren Rücken zu und schaut in die Ferne. Im Hintergrund sieht man ein kleines Gewässer, sowie eine Stadtansicht und es werden Verbindungen zu der Stadt Metz geschaffen. Die Person könnte in meinen Augen Emma darstellen, ich habe sie mir in ihrer Haltung immer ziemlich ähnlich vorgestellt.
Auf jeden Fall liegt ein hübsches und stimmiges Gesamtbild vor. Ich mag die Farben sehr gern, das Motiv ist gut gewählt und besonders gelungen sind die Verbindungen zwischen Titelbild und Inhalt!

Ich hatte den ersten Band der Senfblütensaga kurz nach dem Erscheinen gelesen und sehr gemocht. Ich finde, dass eine schöne Geschichte erzählt wird, die nicht nur gut unterhält, sondern auch ein angenehmes Maß an historischen Informationen besitzt. Zudem finde ich den Hintergrund rund um das Thema Senf sehr interessant, darüber habe ich noch nie ein Buch gelesen und ich hatte mir bisher auch noch nie Gedanken darüber gemacht, wie dieser hergestellt wird.
Mir hat der erste Teil so gut gefallen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht und was das Schicksal für Emma und Carl noch vorgesehen hat. Aus diesem Grund war es mir eine große Freude, den Roman als Rezensionsexemplar zu erhalten, wofür ich mich ganz ganz herzlich beim Fischer Verlag bedanken möchte!

Nicht nur das Cover hat eine schöne Gestaltung erhalten, auch die Umschlaginnenseiten wurden schön und passend verziert. Einmal wurden von den vier wichtigsten Figuren einige Zitate abgedruckt, die einen kleinen Einblick in ihr Denken und ihren Charakter geben. Anhand dessen kann man sich mit ihnen wieder etwas vertraut machen und ein wenig schauen, wie sie ticken. Das empfand ich als sehr passend, zudem hat bei mir allein das Lesen der Namen wieder viele Erinnerungen hervorgelockt und mir sind so Ereignisse aus dem Auftaktband wieder eingefallen.
Außerdem wurde auf der hinteren Innenseite noch ein Ausblick auf die gesamte Saga gegeben. Alle drei Bücher sind dort nebeneinander zu finden und man erhält auf einen Blick die Information, wann den der dritte und finale Teil erscheinen wird. Dieses Datum habe ich mir direkt notiert, ich freue mich sehr auf den Abschluss und kann an dieser Stelle schon mal vorwegnehmen, dass mir auch der zweite Band wirklich gut gefallen hat!

Noch bevor die Geschichte startet sind mir direkt drei Details ins Auge gefallen. Vor dem Beginn neuer Kapitel gibt es stets die Information, in welchem Ort die folgenden Ereignisse stattfinden, in welchem Jahr sie spielen und aus wessen Sicht die kommenden Seiten beschrieben sind. Über alle drei Nennungen bin ich sehr glücklich, so besitzt man einen ungefähren zeitlichen Überblick und man kann schauen, wie viele Jahre im Verlauf der Geschichte vergehen. Zudem ist es möglich, die Ereignisse besser zu verorten und mögliche Wege zwischen Städten zu verfolgen. Und es ist unglaublich hilfreich, stets zu wissen, aus welcher Perspektive die folgenden Seiten geschildert sind.

Ich hatte einen recht angenehmen Start in die Geschichte. Mir war zwar nicht mehr jedes Ereignis aus dem ersten Band im Gedächtnis geblieben, doch je mehr ich gelesen habe, desto mehr Informationen und Details sind mir wieder eingefallen. Und nach vielleicht fünfzig Seiten waren alle möglichen Fragen meinerseits geklärt, mir stand die Handlung vom Auftakt wieder lebendig vor Augen und ich konnte mich vollends auf diesen Teil einlassen. Ab dieser Stelle musste ich mich beim Lesen auch nicht mehr ganz so sehr konzentrieren, sondern habe begonnen, die Handlung einfach zu genießen und mit jeder Seite wurde mein Interesse mehr geweckt. Es hat einfach nur Spaß gemacht, das Buch in die Hand zu nehmen und in die Welt von Carl, Emma und Antoine einzutauchen und die Ereignisse zu verfolgen.

Von der ersten Seite an konnte mich die Sprache überzeugen. Sie hat mich von Anfang an abgeholt, sehr gut durch die Handlung geführt und hinterlässt einen sehr positiven Gesamteindruck. Ich finde, dass sie ganz wunderbare Bilder von jeglichen Situationen zeichnet, die Figuren werden anhand von markanten Details direkt lebendig und greifbar und die Autorin versteht es, die Spannung auf einem schönen Niveau zu halten. Dazu gibt es historische Hintergründe, die in einem angenehmen Umfang eingebunden sind und der Geschichte noch mehr Authentizität verleihen. Ich bin durchweg sehr gut und flüssig mit dem Lesen vorangekommen, habe mich gut in die Ereignisse hineinfühlen können und mir ist es leicht gefallen, mich auf die Figuren und ihre Erlebnisse einzulassen. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich das Buch innerhalb von rund vier Tagen ausgelesen hatte. Es hat durchweg eine große Anziehungskraft auf mich ausgeübt und ich wollte stets wissen, wie es weitergeht!

Insgesamt gibt es drei Sichtweisen, die im Verlauf der Erzählung die Möglichkeit und den Platz erhalten, um ihre Erlebnisse zu schildern, einen Einblick in ihren Charakter zu geben und dem Leser so die Möglichkeit zu geben, zu ihnen eine Bindung aufzubauen und sie besser kennenzulernen. Ich mag die Vielfalt der Perspektiven gern, die Geschichte wird nie langweilig, es treten nie Längen auf, man erhält unterschiedliche Blickwinkel und kann sich von den Figuren ein umfangreicheres Bild machen, weil man sie aus den Augen verschiedener Personen erlebt. Zudem erlebt man so allerhand wichtige Momente im Leben der Figuren mit und ich hatte nie das Gefühl, etwas zu verpassen.
Die drei Perspektiven werden aus der Sicht von Emma, Carl und Antoine beschrieben. Noch immer habe ich ein wenig das Gefühl, dass Emma ein bisschen mehr im Fokus steht als die beiden Herren. Im Verlauf der Geschichte lernt man ihre Charaktere gut kennen und ich mag es, wie individuell sie sind, wie sie in ihren Handlungen und Aussagen immer wieder überraschen können und was für einen guten Einblick man in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhält. Das tut dem gesamten Buch gut, es wirkt durchweg sehr lebendig und realistisch und ich bin auch nach dem Beenden der Geschichte nicht dazu bereit, loszulassen. Irgendwie spucken mir gerade die drei Hauptpersonen noch immer im Kopf herum und am liebsten würde ich direkt den dritten Band lesen, um noch mehr Zeit mit ihnen zu verbringen!

Es gibt sowohl auf politischer, als auch auf gesellschaftlicher Ebene einige Informationen über die historischen Hintergründe. Sie tauchen durchweg in einem guten Umfang auf, sie nehmen keinen zu großen Teil der Geschichte ein, sind aber auch nicht zu selten vorhanden. Man kann sich über viele Themen einen Eindruck verschaffen und schauen, was die Bevölkerung beschäftigt hat, was es für Fortschritte gibt, wie der Verlauf des Krieges ist und was die Entschlüsse der Staatsoberhäupter für die Bevölkerung bedeuten.
Ich finde, dass diese Informationen diesmal viel breiter gefächert sind als noch im ersten Band. Vor allem auf politischer Ebene gibt es viel mehr Details, was ich richtig gut finde. Es ist wirklich viel passiert und daher ist es angebracht, davon ein bisschen in die Geschichte einzubinden und ihr mehr Lebendigkeit und einen schönen historischen Hintergrund zu bieten.

Weiterhin ein großes Thema das Buches ist der Senf und seine Herstellung. Noch immer gibt es dazu einige Abschnitte, in denen Arbeitsschritte oder Verarbeitungsmöglichkeiten beschrieben werden. Tatsächlich finde ich aber, dass der Senf diesmal eine nicht mehr so große Rolle wie noch im ersten Band spielt. Der Fokus liegt ein wenig mehr auf anderen Themen, was ich absolut in Ordnung und sehr interessant finde. Nichtsdestotrotz hoffe ich auf ein großes Comeback des Senfs im dritten Band.

Die Darstellung des Settings hat mir gut gefallen. Ein jeder Ort wurde detailliert und lebendig beschrieben, sodass vor meinen Augen schnell ein Bild entstand, welches sich mit zunehmender Handlung immer mehr verfestigt hat und noch mehr Form und Farbe angenommen hat. Ich mag die Vielfalt an Orten, die geboten wird und wie viele Schauplätze aus dem ersten Band auch diesmal wieder auftauchen. Dadurch wirkt die Geschichte fließend und es war interessant zu sehen, wie einige Orte sich weiterentwickelt haben, welche Stimmungen sie nun ausdrücken und was für eine Wirkung sie auf die Figuren haben.

Die Protagonisten sind fast durchweg sehr gut gelungen. Ich mag die Vielfalt an Charakteren unheimlich gern und es ist so spannend zu verfolgen, wie sie sich entwickeln, welche Prioritäten sie setzen, wie sie zu den anderen Personen stehen und was sie gerade denken oder fühlen. Zudem finde ich es toll, wie einige ziemlich undurchsichtig auftreten und man nie so ganz weiß, in welche Richtung ihre Entwicklung gehen wird, was sie wirklich gerade fühlen oder ob sie nicht gerade eine Maske aufgesetzt haben, um ihre wahren Gefühle nicht zu verraten. Das war wirklich richtig interessant und ich bin gespannt, was der dritte Teil in dieser Hinsicht bieten wird!
Lediglich bei der Darstellung von Emma und Carl bin ich etwas zwiegespalten. Ich finde, dass sie diesmal oft ein wenig umeinander herumgetanzt sind, sie ein bisschen mit Absicht Diskussionen herbeigeführt haben und sie sich manchmal ein wenig merkwürdig benehmen. Für Carl scheint teilweise der Senf oberste Priorität zu haben, während Emma ein wenig ziellos wirkt. Mit ihnen habe ich deswegen ab und an ein wenig gehadert und ich hoffe, dass mich die Beiden im letzten Band der Reihe wieder mehr überzeugen können!

Fazit
Mit diesem Roman von Clara Langenbach habe ich mein buchiges Jahr 2021 beendet und ich finde, dass ich damit einen richtig guten Fang gemacht habe. Mir hat die Geschichte gefallen, ich wollte mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören und bin bis auf die nicht ganz perfekte Darstellung zweier Hauptfiguren sehr zufrieden mit dem Werk. Es liegt eine stimmige Erzählung vor, man merkt, wie sich ein roter Faden durch die ganzen Ereignisse zieht und nach dem überraschenden Ende kann ich es gar nicht erwarten, endlich den dritten Band der Senfblütensaga in den Händen zu halten und die Personen ein letztes Mal wiederzusehen.«
  21      0        – geschrieben von MarySophie
 
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