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KINDLE
 
Die verborgene Magie des Winters
Verfasser: Petra Kesse (1)
Verlag: Books on Demand (4125)
VÖ: 11. Dezember 2019
Genre: Kurzgeschichtensammlung (2505)
Seiten: 72
Thema: Winter (545)
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Petra Kesse für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Petra Kesse gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Jan atmete sehnsüchtig durch und spürte, wie ihn die Erinnerungen erneut das Herz schwer werden ließen. Die Durchsage im Lautsprecher ließ ihn aufhorchen. Beim nächsten Halt musste er raus, und so stand er auf und ging langsam zum Ausgang. Der Bus hielt, Jan nickte dem Fahrer noch einmal freundlich zu und stieg aus. Der Weg nach Hause führte ihn immer durch die gleichen Straßen. Für ihn war es undenkbar, von seinen Gewohnheiten abzuweichen. Sie waren es, die er brauchte, um zu überleben. Diese unsichtbaren Fesseln, die ihn zwar einschnürten wie ein Korsett, aber zugleich auch stützten und Halt gaben. Und so ging er seinen gewohnten Weg, der ihn zunächst die Goethe-Straße entlangführte, dann links in die Nord-Allee und nochmals links in die Lindenstraße bis zu dem Mehrfamilienhaus, in dem er seit der Trennung von Katrin wohnte. Die Familien, die dort lebten, liebten die Weihnachtszeit. Wie jedes Jahr hatten sie das Haus festlich geschmückt und man sah in allen Fenstern Pyramiden und Lichterketten leuchten. Nur Jans Fenster waren – wie sein Leben – dunkel und trostlos. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite standen einige Weihnachtsbuden, die zu dem Weihnachtsmarkt gehörten, der wenige Meter weiter, auf dem Marktplatz, zum Bummeln und Genießen einlud. Doch Jan nahm von all dem nichts wahr. Wie immer ging er mit gesenktem Blick die Straßen entlang und schon während er auf den Hauseingang zuging, holte er den Schlüssel aus der Manteltasche und huschte hinein. Im Treppenhaus roch es nach frisch gebackenen Zimtplätzchen und die alte Dame aus dem ersten Stock spielte ›Oh du Fröhliche‹ auf ihrem Klavier. Aus einer der Wohnungen drang Kinderlachen. Bedrückt stieg Jan die Stufen zu seiner Wohnung hinauf. Das leise Surren des Kühlschrankes begrüßte ihn, als er eintrat. Der Anrufbeantworter hielt, wie immer, keine Nachricht bereit. Für Jan glich ein Abend dem anderen. Es gab keine Anrufe, keine Besuche, keine Verabredungen. Nicht nur seine Familie hatte er verloren – auch seine Freunde.

Wie jeden Abend machte er sich etwas zu essen, wusch ab und räumte die Küche auf. Und obwohl er es nicht wollte, waren seine Gedanken schon wieder bei Tanja. Sollte er sie noch einmal anrufen? Aber was, wenn sie ihn nach seiner ›dreckigen Affäre‹ fragte? So hatte Tanja es genannt, als sie erfuhr, dass ihr Vater sich verliebt hatte – in einen Mann. Erneut überrollten ihn die Erinnerungen. Nicht nur Tanja fehlte ihm. Er vermisste auch Georg. Sie hatten sich ineinander verliebt, doch Georg fehlte der Mut, offen zu ihrer Liebe zu stehen. Nach einem halben Jahr hinterließ Georg zwei Zeilen auf einem Zettel und verschwand – einfach so.
     Jan zuckte zusammen, als ihn der schrille Klang seiner Türklingel aus seinen Gedanken riss.
     »Schon wieder diese verdammten Bengel«, murmelte er vor sich hin. Ständig spielten ihm die Nachbarskinder Streiche. Das Beste war, es einfach zu ignorieren. Doch dann klingelte es ein zweites und drittes Mal. Jan schlurfte ins Schlafzimmer, das zur Straße lag, öffnete das Fenster. Wenn man sich etwas hinausbeugte, konnte man sehen, wer vor dem Eingang stand und klingelte. Jan stutzte. Da war niemand. Schon klingelte es erneut, gefolgt von einem leisen Klopfen an der Wohnungstür. Irritiert verließ Jan das Schlafzimmer und öffnete die Tür.
     »Guten Abend, Herr Feddersen«, begrüßte ihn Frau Meinert, deren Klaviermusik kurz zuvor das ganze Haus in eine weihnachtliche Stimmung versetzt hatte. »Das habe ich heute für Sie angenommen«, erklärte sie und überreichte ihm ein kleines Päckchen. »Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Fest.«
     »Danke schön ..., das ... das wünsche ich Ihnen auch«, stotterte Jan, überrascht von dem Päckchen in seiner Hand, welches die Handschrift seiner Tochter trug. Er nickte seiner Nachbarin kurz zu und schloss die Tür. Wie benommen ging er ins Wohnzimmer, setzte sich und legte das Päckchen auf seinen Schoß. Sein Herz schlug kräftig, während er mit zittrigen Händen die Klebestreifen löste.
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