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Sophie Jensen und Ben Reinders 1 - Blutküste
Verfasser: Simon Geraedts (16)
Verlag: Eigenverlag (21496)
VÖ: 11. Oktober 2021
Genre: Kriminalroman (9168)
Seiten: 283 (Taschenbuch-Version), 264 (Kindle-Version)
Themen: Inseln (2139), Kommissare (2595), Leichen (2565), Mädchen (3101), Mordserie (425), Nordsee (419), Ostfriesland (689)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Simon Geraedts für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Simon Geraedts gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Doch Fenja sollte nicht einmal ihren zwölften Geburtstag erleben.
     Sie bogen von der Ostfriesenstraße auf einen gepflasterten Waldweg ab. Hier gab es bebilderte Tafeln über Borkums Flora und Fauna, die Fenja längst auswendig kannte. Trotzdem hätte sie gern noch einmal angehalten und einen Blick darauf geworfen. Aber Denise fuhr einfach weiter und zog Elke neben sich her, als wäre zwischen ihnen ein unsichtbares Seil gespannt.
     Ich wünschte, Bio wäre nicht ausgefallen, dachte Fenja mürrisch. Dann wären wir dieser blöden Kuh nicht über den Weg gelaufen.
     Außerdem hätten sie heute über Sumpfohreulen gesprochen. Darauf hatte sie sich die ganze Woche lang gefreut. Auf Wikipedia hatte sie zwar schon eine Menge über diese faszinierenden Tiere herausgefunden, aber Herr Wieland hätte bestimmt noch ein paar interessante Dinge hinzugefügt, die sie noch nicht wusste. Ausgerechnet heute hatte sich ihr Lieblingslehrer jedoch krankgemeldet.
     Als sich die Nachricht verbreitete, dass die letzte Stunde ausfiel, war die ganze Klasse in Jubel ausgebrochen. Normale Kinder verbrachten einen so schönen Nachmittag natürlich lieber im Freien als in der Schule.
     Aber Fenja war kein normales Kind, auch wenn sie es gern gewesen wäre. Damit niemand sie für eine Streberin hielt, verbarg sie ihre Enttäuschung und riss wie alle anderen die Arme hoch. Dann packte sie ihre Sachen zusammen und lief mit ihrer Schwester hinaus auf den Schulhof. Am Fahrradstellplatz waren sie dann Denise begegnet, die auch gerade Schluss hatte. Behauptete sie jedenfalls. Fenja vermutete, dass sie die letzte Stunde schwänzte, um sich mit diesen kiffenden Hirnis zu treffen.
     Sie beschloss, sich nicht länger über Dinge zu ärgern, die sie nicht ändern konnte, und richtete ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf den Geruch des Waldes. Sie liebte den Duft von Blättern, Harz und Erde. Auch die Stille mochte sie. Im Schatten der Bäume gab es nur die leisen Geräusche der Natur: das Rascheln der Blätter, Vogelgezwitscher und das Knacken von Ästen, wenn Igel, Spitzmäuse oder Maulwürfe durchs Gestrüpp ...
     Plötzlich blockierte ihr Hinterreifen, als hätte sich etwas zwischen den Speichen verklemmt. Das Fahrrad kam so ruckartig zum Stehen, dass Fenja über den Lenker flog und auf die Pflastersteine knallte. Einen Moment lang blieb sie keuchend liegen und drehte sich dann langsam auf den Rücken. Ihre Handflächen waren aufgeschürft und brannten wie Feuer, aber noch schlimmer war der Anblick ihres aufgeschlagenen Knies.
     Das Mädchen begann zu wimmern und heulte schließlich los wie eine Sirene. Elke sprang vom Rad und lief auf ihre Schwester zu. »Mensch, Fenja. Wie hast du das denn geschafft?«
     Auch Denise hielt an. Statt abzusteigen, verdrehte sie jedoch nur die Augen und zog ihr Smartphone aus der Tasche.
     »Das war nicht meine Schuld«, schluchzte Fenja. »Das Hinterrad ist auf einmal stehen geblieben.«
     »Na klar ...«
     »Wirklich!«
     Elke seufzte. »Na komm, so schlimm ist es nicht. Steig wieder aufs Rad, okay?«
     »Ich blute! Das tut voll weh!«
     »Jetzt stell dich nicht so an. Denise wartet.«
     Bislang hatte sich Fenja zusammengerissen, doch jetzt platzte die aufgestaute Wut aus ihr heraus: »Fahr doch ohne mich weiter, wenn du’s so eilig hast! Du wärst doch eh lieber mit dieser dummen Tussi allein!«
     »Bist du verrückt? Sie hört dich noch!« Elke warf einen entsetzten Blick über die Schulter. Zum Glück schien Denise nichts von dieser Beleidigung mitbekommen zu haben. »Los jetzt, steh auf.«
     Sie wollte ihrer Schwester hochhelfen, doch die schlug wütend ihre Hand weg. »Seit Wochen läufst du nur noch dieser blöden Kuh hinterher und behandelst mich wie Luft! Ich bin dir doch eh nur lästig, also lass mich einfach in Ruhe!«
     »Dann bleib halt liegen und heul weiter!«, fauchte Elke. »Du bist echt peinlich, weißt du das? Wir sehen uns dann nachher zuhause.«
     Fenja sah ungläubig zu, wie ihre Schwester wieder auf ihr Fahrrad stieg und mit Denise weiterfuhr. Die aufgeschürften Hände und das blutende Knie waren schlimm, doch von Elke allein im Wald zurückgelassen zu werden, versetzte ihr einen noch viel schmerzhafteren Stich.
     Traurig und enttäuscht zog sie die Knie an die Brust und schluchzte in die Armbeuge. Eine kleine Weile saß sie so da, als plötzlich eine Stimme aus dem Wald säuselte: »Nicht weinen, mein Kind.«
     Das Mädchen riss den Kopf hoch und starrte ängstlich ins Dickicht. Außer Blättern und Zweigen war dort nichts zu sehen. Als Fenja schon glaubte, sie hätte sich die Stimme nur eingebildet, war das Flüstern erneut zu hören: »Der Schmerz geht bald vorbei, kleiner Engel.«
     Erschrocken krabbelte sie rückwärts und prallte gegen ihr umgestürztes Fahrrad. »W-wer ist da?«
     Nach einem Augenblick der Stille schob sich raschelnd ein Kopf durchs Gebüsch. Vor Entsetzen zog Fenja scharf die Luft ein.
     Nein, das träume ich nur.
     Was sie da vor sich sah, konnte unmöglich sein. Vielleicht hatte sie beim Sturz das Bewusstsein verloren, aber dafür fühlte sich alles zu real an. Sie spürte das Brennen ihrer aufgeschürften Hände und das Pochen des aufgeschlagenen Knies. Ihr rasendes Herz und den kalten Schweiß im Gesicht. Sie war eindeutig wach, auch wenn ihr Verstand das nicht glauben wollte.
     »Begleite mich«, flüsterte die grauenvolle Stimme. »In meiner Welt leben die Träume.«
     Kreischend wandte sich Fenja ab und hob ihr Fahrrad auf. Gerade wollte sie sich auf den Sattel schwingen, da schlangen sich zwei Hände um sie und erstickten ihre Schreie. Das Mädchen wehrte sich nach Leibeskräften, konnte sich jedoch nicht befreien.

     »Keine Angst«, raunte die Stimme. »Bald erfüllt sich dein größter Wunsch.«
     Ein feuchtes Tuch wurde auf Fenjas Gesicht gepresst, nur Sekunden später verschwamm vor ihren Augen die Umgebung.
     »Sei bereit, wie ein Vogel durch die Luft zu gleiten. Bis in alle Ewigkeit.«
     Ein letztes Mal bäumte sich das Mädchen auf, schlug verzweifelt um sich und strampelte mit den Beinen – dann sackte es in sich zusammen und stürzte in eine tiefe, traumlose Dunkelheit.
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