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Sophie Jensen und Ben Reinders 1 - Blutküste
Verfasser: Simon Geraedts (16)
Verlag: Eigenverlag (21523)
VÖ: 11. Oktober 2021
Genre: Kriminalroman (9172)
Seiten: 283 (Taschenbuch-Version), 264 (Kindle-Version)
Themen: Inseln (2140), Kommissare (2599), Leichen (2567), Mädchen (3101), Mordserie (425), Nordsee (419), Ostfriesland (689)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Simon Geraedts für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Simon Geraedts gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Borkum

Montag, 13. September


Das Martyrium der elfjährigen Fenja Kleinstätt begann an einem märchenhaft schönen Spätsommertag.
     Die Sonne stand hoch am Himmel und überflutete die Insel mit grellem Licht und starken Schatten. Der Wind wehte den salzigen Geruch des Meeres heran, der sich in das Aroma der Weideflächen mischte. Fenja stellte sich auf die Pedale ihres Fahrrads und atmete den Duft der Heimat tief durch die Nase ein.
     Ihre Schwester Elke fuhr ein gutes Stück voraus. Normalerweise radelten die Zwillinge auf dem Nachhauseweg nebeneinander her, heute hatte jedoch eine Tussi aus der achten Klasse Fenjas Platz erobert. Denise Marbach war schon dreizehn, hatte schwarzgefärbtes Haar, dunkel geschminkte Augen und trug eine blaue Röhrenjeans mit Nietengürtel. Als wären die Klamotten und das Make-up nicht schon seltsam genug, steckte in ihrer Unterlippe auch noch ein Piercing.
     Aus irgendeinem Grund hielt Elke sie für das coolste Mädchen an der Schule und klebte seit Wochen an ihr wie eine Klette. Seit sie losgefahren waren, hatte sich ihre Schwester noch kein einziges Mal umgedreht, um sich zu vergewissern, dass Fenja noch hinter ihr war. Stattdessen quatschte sie ununterbrochen mit dieser blöden Schnepfe.
     Sie kamen an einem Spielplatz mit Rutschen und Klettergerüsten vorbei, wo die Zwillinge sich nach der Schule gern austobten, nachdem sie stundenlang stillsitzen mussten. Ihre Eltern hatten ihnen zwar verboten, unterwegs anzuhalten, aber das mussten sie ja nicht erfahren.
     Ganz in der Nähe gab es ein Tierheim. Auch dort legten die Mädchen gern einen Zwischenstopp ein, um die vielen Hunde und Katzen zu streicheln, die noch kein Zuhause gefunden hatten. Sie mochten das Gefühl von flauschigem Fell zwischen den Fingern und hätten gern eines der Tiere adoptiert. Aber ihre Mutter war gegen Katzen allergisch, und ihr Vater hatte panische Angst vor Hunden, seit er als Kind von einem Rottweiler gebissen worden war. Als Beweis für dieses traumatische Erlebnis und die Gefährlichkeit dieser »unberechenbaren Biester« präsentierte er gern eine blasse Narbe an der Wade.
     Trotz des traumhaften Wetters hielten die Mädchen heute weder am Spielplatz noch beim Tierheim. Auch eine Pferdeweide, auf der vor Kurzem ein Fohlen zur Welt gekommen war, ließen sie links liegen.
     Heute bestimmte Denise das Tempo, und sie hatte es eilig. Am Nordstrand wollte sie sich mit ein paar Jungs treffen, die dafür bekannt waren, mit aufgemotzten Rollern durch Spielstraßen zu heizen und Gras zu rauchen. Manchmal beides gleichzeitig.
     Elke wäre liebend gern mitgekommen, aber da ihre Eltern das sowieso nicht erlaubt hätten, fragte sie gar nicht erst. Fenja konnte nicht nachvollziehen, was ihre Schwester an dieser Tussi und ihren idiotischen Freunden so toll fand. Umgekehrt konnte Elke aber auch nichts mit Fenjas Interessen anfangen. Obwohl die Mädchen sich meist prima verstanden, hätten sie kaum verschiedener sein können. Rein äußerlich war ihre Verwandtschaft zwar deutlich zu erkennen – auch wenn sie nicht unbedingt wie Zwillinge aussahen – , vom Charakter her waren sie jedoch wie Feuer und Wasser.
     Elke war aufgeschlossen und gesellig, sprach mit lauter Stimme und lachte schrill. Wie die meisten Elfjährigen hielt sie sich für unsterblich und lebte ganz im Hier und Jetzt. Fenja hingegen war extrem schüchtern und in sich gekehrt. Gegenüber Fremden flüsterte sie nur oder bekam den Mund gar nicht auf. Aber stille Wasser sind bekanntlich tief. Im Unterschied zu ihrer Schwester dachte sie durchaus über die Zukunft nach und zerbrach sich außerdem über tausend andere Dinge den Kopf.
     Fenja hatte einen schier unstillbaren Wissensdurst und sog Informationen auf wie ein trockener Schwamm. Am meisten interessierte sie sich für die Tier- und Pflanzenwelt, vor allem Vögel hatten es ihr angetan. Manchmal stellte sie sich vor, wie eine Möwe übers Meer zu gleiten und aus luftiger Höhe die Sonne auf der Nordsee glitzern zu sehen.
     Während sich ihre Schwester schon nach wenigen Monaten auf der weiterführenden Schule schwertat und in mehreren Fächern Nachhilfe brauchte, war Fenja völlig unterfordert. Für ihre Eltern war das keine Überraschung. Schon im Kindergarten konnte sie lesen und schreiben, in der Grundschule lernte sie zum Spaß das große Einmaleins auswendig, brachte sich selbst das Notenlesen bei und spielte eigene Stücke auf dem Klavier. Andere Mädchen in ihrem Alter lasen Pferdezeitschriften, Comics und Jugendliteratur. Fenja bevorzugte Romane, Fachzeitschriften und Sachbücher.
     »Falls Sie einverstanden sind, würde ich Ihre Tochter gern zu einem Intelligenztest anmelden«, hatte ihre Klassenlehrerin vor einigen Wochen beim Elternsprechtag gesagt. »Ich halte sie für etwas ganz Besonderes und glaube, sie gehört auf eine Schule für Hochbegabte.«
     Ihre Eltern waren natürlich stolz wie Oskar, Fenja hingegen bekam sofort Magenkrämpfe. Sie wollte nichts Besonderes sein und erst recht keine andere Schule als ihre Schwester besuchen. Am meisten graute ihr davor, aufs Festland zu ziehen. Sie liebte die Strände und das Meer, die Dünen und die Leuchttürme, das Watt und die weiten Wiesen.
     Das alles aufzugeben, um auf eine Schule für superschlaue Kinder zu gehen, war eine albtraumhafte Vorstellung. Also kreuzte sie beim Test absichtlich falsche Antworten an, damit alles beim Alten blieb.
     Ihre Eltern ahnten, dass sie bewusst schlecht abgeschnitten hatte, behielten das jedoch für sich. Für sie zählte einzig und allein, dass ihre Tochter glücklich war. Auch wenn sie weiterhin die Inselschule besuchte, würde sie ihren Weg finden und zu einer ganz besonderen Frau heranwachsen. Das bezweifelte niemand, der dieses außergewöhnliche Mädchen mit dem strohblonden Haar und den ozeanblauen Augen kannte.
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