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Decoded Love
Verfasser: Lina Jacobs (12)
Verlag: Doderer (7)
VÖ: 21. August 2021
Genre: Romantische Literatur (25198)
Seiten: 276 (Taschenbuch-Version), 191 (Kindle-Version)
Themen: Brüder (1112), Geheimnisse (4929), Jugendliebe (377), Schottland (688), Testament (125), Verschwinden (2265), Wiedersehen (1702)
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Lina Jacobs für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Lina Jacobs gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Schnell verschränkte ich die Arme vor der Brust. »Und du bist immer noch der vorlaute Arsch.«
     Ich sah zu Paul, der es nicht für nötig hielt, mich in irgendeiner Weise zu verteidigen oder mir beizustehen. Luke grinste, als er auf mich zukam. Sein Gang glich dem eines lauernden Leoparden. Mich erfasste das verrückte Gefühl, dass er in meinem Blickfeld zu einem Riesen heranwuchs. Nein, meine Wahrnehmung gehörte nicht in die Schublade ›verrückt‹. Ich hatte völlig verdrängt, dass Luke um die eins neunzig maß. Ich kapierte erst, dass ich den Atem angehalten hatte, als er direkt vor mir stand.
     »Eins muss ich dir lassen«, raunte er. »Du bist eine wahre Augenweide geworden.«
     Die Augenweide sollte ihm gehörig in die Eier treten, damit er checkte, dass ich über seine Unverschämtheiten nicht erfreut war. Auch wenn wir einmal liiert gewesen waren, brauchte er sich nicht einfallen zu lassen, den Widerling an den Tag zu legen.
     Ich sah zu ihm hoch. »Ach ja? Und du benimmst dich wie ein widerlicher Kotzbrocken.«
     Paul schnaubte amüsierte – ansonsten kam nichts von ihm. Erbost sah ich ihn an. Dass er sich so passiv verhielt, verletzte mich. Warum sprang er nicht für mich in die Bresche und verteidigte mich? Luke rückte näher. Im ersten Moment sah es aus, als wollte er mich küssen. Ich trat einen Schritt zurück.
     »Du weißt doch, wie ich bin, Ami«, raunte er. »Hast du ernsthaft geglaubt, ich wäre handzahm geworden?«
     Was ich erwartet hatte, wusste ich nicht. Vielleicht, dass Luke weniger unverschämt durchs Leben ging. Immerhin hatte er lange Zeit in einem Kriegsgebiet verbracht, dass musste jeden Menschen verändern. Nicht mal das zwang Luke in die Knie. Er schlenderte an mir vorbei und stieß einen leisen Pfiff aus, während er seinen Rucksack achtlos mitten in der Küche fallenließ.
     »Alle Achtung. Eine offene Wohnküche. Du hast umgebaut, Brüderchen.« Interessiert sah er sich um, wanderte zum Kühlschrank und riss ihn auf. Flaschen klirrten, Lebensmittel wurden beiseitegeschoben. »Mensch, Paul, hast du nicht mal ein kühles Bier im Haus?«
     Ich unterdrückte ein verärgertes Zischen.
     »Nein, haben wir nicht«, sagte Paul, als er neben mich trat. »Reg dich nicht auf«, fügte er flüsternd an mich gewandt hinzu. »Er wird nach der Testamentseröffnung bestimmt abschwirren und wir werden nie wieder etwas von ihm hören.«
     Was auch besser wäre, ich wollte Luke nicht länger als nötig unter diesem Dach haben. Er verunsicherte mich, mein Leben würde er wahrscheinlich in einem Trümmerhaufen verwandeln. Luke besaß die unliebsame Angewohnheit jedes Detail auf den Kopf zu stellen – sogar die Gefühle anderer Menschen. Darin war er ein Meister. Nach all den Jahren zählte auch ich noch zu diesem Personenkreis.

***


Ehrlich gesagt, hatte ich nicht damit gerechnet, Ami jemals wiederzusehen. Ihr Anblick versetzte mir auch jetzt noch einen ordentlichen Hieb, und für ein paar Sekunden drohte mir der Boden unter den Füßen wegzurutschen. Doch ich war Profi genug, die wahren Gefühle hinter Schloss und Riegel zu halten. Die Tatsache, dass sich mein Bruder meine Exfreundin geangelt hatte, hinterließ einen seltsamen Nachgeschmack. Wie hatte der spröde Paul es geschafft, die kleine Wildkatze zu zähmen? Das war unbegreiflich. Ich beobachtete Ami, wie sie schweigsam den Auflauf aß. Eine Sache musste ich ihr noch zugutehalten: Das kleine Luder konnte hervorragend kochen.
     Von Ami besaß ich eine andere Erinnerung. Eine zierliche Frau mit kleinen Brüsten, dennoch eine wilde Furie im Bett. Was ich jedoch momentan zu sehen bekam, traf durchaus meinen Geschmack und schürte meine testosterongesteuerten Triebe: eine hübsche Brünette mit ansehnlichen Kurven und vollen Lippen. Die acht Jahre hatten sie zu einem wahren Rasseweib werden lassen, in das ich meine Härte gern erneut versenken wollte. In meiner Hose entwickelte sich ein heftiges Eigenleben. Ich schob den leeren Teller beiseite und versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen. Brennende Neugier erfasste mich.
     »Wie lange seid ihr schon zusammen?«, brach ich das Schweigen.
     »Was geht dich das an?« Ami klang gereizt.
     Oh, sie spielte also die Zicke. Bei zickigen Frauen geriet mein Blut in Wallung, das war ihr wohl entfallen. Ich streckte meine Beine unter dem Tisch von mir. Fühlte eine gewisse Müdigkeit in den Muskeln. Der lange Flug und die Zugfahrt machten sich bemerkbar.
     »Nichts geht es mich an, da hast du recht. Ich bin nur neugierig.«
     »Sechs Jahre«, entgegnete Paul, und Ami dankte ihm das mit einem verärgerten Blick.
     Unter ihrer zickigen Schale brodelte nach wie vor ein kleiner Vulkan. Die Wildkatze war nicht zahm. In der Hinsicht glichen wir uns. Unser wahres Ich trugen wir für die Ewigkeit in uns. Mein Bruder besaß nicht den kleinsten Schimmer, was Ami und mich verband. Eine Verbindung, die tiefer als alles andere ging. Das erreichte er mit Ami niemals, dafür war er in meinen Augen zu oberflächlich. Für die Zeit, die ich hier verbrachte, würde ich Pauls heile, makellose Welt gehörig durcheinanderbringen.
     »Ich habe das Haus ganz anders in Erinnerung«, wechselte ich das Thema.
     »Einige Räume habe ich vor zwei Jahren umgestalten lassen. Der Anbau ist vor sechs Jahren entstanden. Vater wollte ihn eigentlich vermieten.«
     »Hatte er etwa Geldprobleme?«, fragte ich.
     Dass Ami meinen Bruder neugierig betrachtete, entging mir nicht. Da existierten offensichtlich einige Ungereimtheiten zwischen den beiden.
     »Nicht, dass ich wüsste. Vater hat seine letzten Jahre mehr im Krankenhaus verbracht als daheim. Ami und ich sind vor vier Jahren hier eingezogen, um ihm mit dem Haus zu helfen.«
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