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Decoded Love
Verfasser: Lina Jacobs (12)
Verlag: Doderer (7)
VÖ: 21. August 2021
Genre: Romantische Literatur (25145)
Seiten: 276 (Taschenbuch-Version), 191 (Kindle-Version)
Themen: Brüder (1110), Geheimnisse (4922), Jugendliebe (376), Schottland (685), Testament (125), Verschwinden (2261), Wiedersehen (1698)
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Lina Jacobs für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Lina Jacobs gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Kapitel 2


Schon seit Stunden fühlte ich mich, als hätte mir jemand mit der Faust in die Magengrube geschlagen. Dabei holte Paul doch nur seinen Bruder vom Bahnhof ab. Das war keine Tragödie, sondern etwas ganz Normales. Weshalb der Gedanke meine Nervosität schürte, entzog sich meinem Verständnis. Luke hatte sich vor acht Jahren aus dem Staub gemacht, ohne sich noch einmal umzublicken. Er hatte sich beim Royal Regiment of Scotland eingetragen und war zur Black Watch gegangen. Nach all den Jahren drohte mir bei dem Gedanken an ihn, tatsächlich noch die Galle hochzukommen. Dass Luke und ich mal liiert gewesen waren, meinte ich, längst verdrängt zu haben. Verraten hat er mich ... Ja, es war einem Verrat gleichgekommen, dass er mich sitzengelassen hatte. Hinterhältiger Bastard.
     Offenbar brodelte nach wie vor Wut in mir, obwohl ich inzwischen mit Paul zusammen war. Das Thema Luke war abgehakt, katalogisiert, eingetütet, begraben und zu Asche verbrannt worden. Trotzdem war ich neugierig, wie Luke reagierte, wenn er mich wiedersah. Sein verdatterter Gesichtsausdruck würde mir sicher schallendes Gelächter entlocken. Ich öffnete den Backofen, in dem der Kartoffelauflauf brutzelte. Rizinusöl sollte ich darüber kippen, um Luke ein herzliches Willkommen zu bereiten. Dass in mir solch ein fieser Teufel wohnte, war mir neu. Alles, was mit Luke Adams zusammenhing, ließ mich eindeutig zu einem Gorilla mutieren. Ich schloss den Ofen und starrte gefühlt zum einhundertsten Mal aus dem Küchenfenster.
     Paul war aus allen Wolken gefallen, als bekannt geworden war, dass Luke im Erbe begünstigt werden sollte. Weshalb er sich darüber so aufregte, verstand ich nicht. In letzter Zeit machte er um viele Dinge ein Riesengeheimnis. Paul hatte sich sehr verändert. Verschlossenheit war in unserer Beziehung mittlerweile ein allgegenwärtiger Zustand.
     Ein Wagen fuhr vor die Garage. Mein Puls schoss in die schwindelerregender Höhe. Fahrig strich ich einige braune Haarsträhnen hinter mein Ohr. Es gab überhaupt keinen Grund, nervös zu sein. Autotüren wurden zugeschlagen und ich glaubte, mich in einem Fass mit heißem Öl zu befinden.
     »Cool bleiben, Ami«, murmelte ich, während ich zur Nebentür ging. »Luke ist ein für alle Mal Geschichte.«
     Schwungvoll riss ich sie auf. In der nächsten Sekunde überkam mich das Verlangen, sie wieder zuzuschlagen. Die Luft war auf einmal viel zu dünn. Mir war nach einem tiefen Japsen zumute, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Acht Jahre waren eine verdammt lange Zeit. In diesem Moment nicht lange genug. Der Mann, der am Kofferraum stand und seinen Armeerucksack heraushievte, konnte unmöglich Luke Adams sein. Ich starrte ihn an. Bittersüße Erinnerungen prasselten auf mich ein. Mit einem Mal schien nichts mehr wie zuvor, all meine Vorsätze schienen Schlagseite zu bekommen, um in einem Abgrund zu driften. Mein Unterbewusstsein schien das Thema Luke noch lange nicht abgehakt zu haben.
     In Lukes Armen hatte ich die Welt vergessen können. Eine Welt, die für mich nichts Gutes bereitgehalten hatte. Einen alkoholkranken Vater, dem eine Flasche Bier wichtiger war als seine Familie und der in seinem Rausch des Öfteren vergaß, wie seine Tochter hieß, während er mit dem Schürhaken auf mich losging. Der meine Mutter eine dreckige Schlampe schimpfte, während ich mich unter dem Bett verkroch und bitterlich weinte. All das hatte Luke mich vergessen lassen.
     Wir waren zwei verletzte Seelen gewesen, die sich gegenseitig Wärme und Halt gegeben hatten, um mit dem Alltag fertig zu werden. Zwei Menschen, die zusammengehörten und zusammenhielten. Die Macht der Liebe hatte mich immun gegen jeden Angriff meines Vaters gemacht. Ich hatte Luke niemals wirklich vergessen können. Leider auch nicht den Trennungsschmerz, der weitaus schlimmer gewesen war, als die Schläge meines Vaters. Blutjunge einundzwanzig Jahre war ich gewesen, als Luke gemeint hatte, er müsste sich des unnötigen Ballasts entledigen und zur Armee gehen. Mit ›Ballast‹ hatte er auch mich gemeint. Dass er mir das Herz gebrochen hatte, war ihm scheißegal gewesen. Um es auf den Punkt zu bringen – Luke war die Liebe meines Lebens und ich wusste nicht, wie ich in diesem Augenblick damit umgehen sollte.
     Meine Aufmerksamkeit wurde in die Gegenwart zurückgeholt, als der Kofferraumdeckel lautstark zuschlug. Luke hatte sich nicht mal die Mühe gemacht, Zivilkleidung anzuziehen. Er sah aus, als ob er gerade von einem Einsatz kam. Es hätte mich nicht gewundert, eine Waffe aus seinem Rucksack herausragen zu sehen. Als er mich bemerkte, schien ihm vor Überraschung alles aus dem Gesicht zu fallen. Dass er mit mir niemals gerechnet hatte, verschaffte mir ein Triumpfgefühl.
     Luke fing sich schnell. Sein Kopf neigte sich fragend zur Seite. »Ami? Ami Steward? Du heißes Luder, bist du das?«
     Seit acht Jahren hatte ich diese Stimme nicht mehr gehört. Obwohl ich das nicht wollte, verursachte das Timbre einen wohligen Schauer in mir, auch wenn ein ›Du heißes Luder‹ nicht gerade das war, was ich hören wollte.
     »Hallo, Luke.« Zum Glück besaß meine Stimme einen festen Klang, dennoch schien jeder Nerv in meinem Körper unter Hochspannung zu stehen.
     Luke sah zum Anbeißen aus. Die Armee hatte aus ihm einen richtigen Mann, eine imposante Erscheinung gemacht. Mein Unterbewusstsein fand den Anblick äußerst ansprechend. Seine Lippen kräuselten sich plötzlich zu einem spöttischen Lächeln. »Ich fass es nicht. Mein großer Bruder vögelt meine Exfreundin.«
     Am liebsten hätte ich ihm umgehend eine geknallt. Stattdessen haute ich meinem Unterbewusstsein eine runter, das so verzückt von dem ungehobelten Kerl war. Mit solch einer Bemerkung war zu rechnen gewesen. So war Luke, er sagte immer das, was er dachte und sei es noch so beleidigend. Wie hatte ich annehmen können, dass die Armee ihm diesen Charakterzug austreiben würde? Vermutlich versagte an ihm sogar die britische Krone. In Lukes stahlgrauen Augen erkannte ich den Spott, als er mich weiterhin musterte. Ich unterdrückte ein Seufzen. Er hat diese Wahnsinnsaugen ... Sein Blick scannte jeden Zentimeter meines Körpers, um letztlich an einem Punkt auf meinem T-Shirt hängenzubleiben. »Teufel auch, du siehst echt scharf aus. Hast endlich mal ein paar ordentliche Möpse bekommen.«
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