Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.383 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Hans Peter Moll«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
 
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
Decoded Love
Verfasser: Lina Jacobs (12)
Verlag: Doderer (7)
VÖ: 21. August 2021
Genre: Romantische Literatur (25643)
Seiten: 276 (Taschenbuch-Version), 191 (Kindle-Version)
Themen: Brüder (1133), Geheimnisse (5009), Jugendliebe (382), Schottland (706), Testament (128), Verschwinden (2306), Wiedersehen (1723)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Leider existiert für »Decoded Love« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Lina Jacobs für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Lina Jacobs gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Erinnerungen


Noch wenige Minuten, dann würde es nach unten gehen. Minuten der Bedenken und Sorge, die ich im freien Fall verbringen würde. In meinen Venen schien Lava zu fließen, als ich die Riemen meines Fallschirms ein weiteres Mal kontrollierte. Wie immer, wenn ich kurz vor dem Absprung die geschlossene Rampe betrachtete, glich mein Puls wilden Trommelschlägen. Dieses Mal spürte ich allerdings einen schmerzhaften Knoten in meiner Magengegend. Der Einsatz würde heute um einiges anders laufen als sonst – das hatte ich im Gefühl. Eigentlich hatte ich solche Bedenken längst hinter mir, denn es war nicht mein erster Absprung über feindlichem Gebiet. Die Boeing C-17 vollführte einen ruckartigen Schlenker nach rechts. Ich umklammerte die Halteschlaufe fester.
     »Wir haben leichte Turbulenzen über Nad Ali, Colonel Adams«, hörte ich die Stimme des Piloten in meinem Headset.
     »Roger«, sagte ich und drehte mich zu meinen Männern um, die mich erwartungsvoll ansahen.
     In einigen Gesichtern erkannte ich Angst, in anderen Entschlossenheit und Mut. Man benötigte verdammt dicke Eier in der Hose, um sich mitten in feindliche Gefilde zu wagen. Zwanzig Soldaten begleiteten mich auf dieser frühmorgendlichen Höllenmission. Wer von ihnen letztlich lebend zurückkehrte, stand auf einem anderen Blatt. Sie waren gute Männer, die besten, die es bei der Black Watch-Einheit gab. Für solche tödlichen Missionen waren wir ausgebildet worden. Der harte Drill hatte uns alles abverlangt. Wir waren die vorderste Front und sorgten dafür, dass unsere Kameraden nachrücken konnten. Wir wühlten im Dreck der Taliban – wir, die Todesengel der englischen Armee.
     »Wir nähern uns dem Absprungziel, Colonel Adams«, ertönte es in meinem Ohr. »Noch zwanzig Sekunden.«
     »Roger. Noch zwanzig Sekunden«, rief ich meinen Männern zu. »Ich will einen vorschriftsmäßigen Absprung sehen und kein wildes Herumgezappel.«
     Ich drehte mich um. Die Hydraulik zischte leise, als sich die große Rampe öffnete. Ein bodenloser Schlund erstreckte sich vor uns. Ich meinte, in ein dunkles Loch zu blicken, obwohl der Morgen bereits heranbrach.
     »Zehn«, ertönte der Countdown.
     Heftiger Wind schlug mir entgegen.
     »Neun.«
     Ich zog die Schutzbrille von meinem Helm herunter ...
     »Acht.«
     ... stülpte den Mundschutz hoch.
     »Sieben.«
     Die Morgendämmerung warf ihre Schatten.
     »Sechs.«
     Nicht ein künstlicher Lichtschein zeichnete sich in der Tiefe ab.
     »Fünf.«
     Das Adrenalin ließ mich schneller atmen.
     »Vier.«
     Ich begab mich in Absprungposition.
     »Drei.«
     Was erwartet uns?
     »Zwei.«
     Ich trat einen Schritt vor ...
     »Eins.«
     ... und ließ mich nach vorn fallen. Mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit raste ich der Erde entgegen. Der Wind schlug mir zornig entgegen, zerrte und wütete an meinem Tarnanzug, als wollte er mich vertreiben. Wahrscheinlich traf das sogar zu und selbst der Wind war uns in diesem Land feindlich gesonnen. In den Augen der Feinde waren wir Eindringlinge, Störenfriede, allenfalls Kanonenfutter. Der sandige Wüstenwind war tückisch, die Feinde noch mehr. Es wäre nicht das erste Mal, dass uns diese Bastarde vom Himmel schossen.
     Ich zog die Reißleine, der Fallschirm bremste meinen Fall und riss mich etliche Meter nach oben. Ich glitt wie ein Adler durch die Dämmerung. Mein Blick war nach unten gerichtet – etwas schien ungewöhnlich zu sein. Ein für die Wüste untypischer Geruch lag in der Luft. Den Gestank nach verbranntem Fleisch und Tod, kannte ich zu gut. Viel zu oft hatte ich den bereits gerochen. Dem Feind stand nur eine Sache im Sinn: Grausamkeit an die Menschen auszuüben.
     Lautlos landete ich auf sandigem Boden, löste sogleich die Karabiner des Fallschirms und ging hinter einer Düne in Deckung. Meine Männer landeten in kurzen Abständen und nahmen geräuschlos ihre Positionen ein. Ich griff nach meinem Sturmgewehr.
     »Lieutenant Briggs«, flüsterte ich ins Mikro. »Checken Sie die Lage mit dem Laserfernrohr.«
     »Roger.«
     Briggs war der beste Scharfschütze meiner Einheit. Was er nicht traf, musste erst noch erfunden werden. Wenn die Wetterbedingungen wie Wind, Temperatur und Luftdruck stimmig waren, schaffte er es sogar aus einer Entfernung von zweitausendfünfhundert Metern, einem Feind zwischen die Augen zu schießen, bevor der überhaupt ahnte, dass er tot war.
     »Keine Feindsichtung«, meldete Briggs sich nach wenigen Minuten mit gedämpfter Stimme. »Alles ruhig.«
     Ich gab Handzeichen. Meine Männer wussten, was sie zu tun hatten, und auch ich setzte mich in Bewegung. Die ersten Gebäude kamen in Sichtweite. Sie sahen verlassen aus, aber das konnte auch ein Hinterhalt sein. Erneut gestikulierte ich, und alle verteilten sich auf die zugewiesenen Positionen. Mit fünf Männern bildete ich die Vorhut, während der Rest die Flanken sicherte.
     Heißer, übelriechender Wind wirbelte für ein paar Sekunden eine turmhohe Mauer aus Sand auf. Als sich das letzte Sandkorn gelegt hatte, senkte ich fassungslos das Sturmgewehr.
     Was ich erblickte, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie so viel Elend und Leid gesehen. Weinende Kinder, die Haut mit schwarzen Brandblasen überzogen. Menschen, die überall verstreut lagen. Die gesamte Hauptstraße schien voll von ihnen zu sein. Ein langer Bombenteppich hatte den Weg in ein qualmendes, blutiges Höllenloch verwandelt. Die Menschen hielten jammernd ihre Arme hoch, flehten uns in ihrer Sprache an, sie von ihrem Leid zu befreien.
Seite: 1 2 3 4 5 6
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz