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Im Versteck

Verfasser: Sabine Thiesler (18)
Verlag: Heyne (3555)
VÖ: 13. September 2021
Genre: Thriller (8992)
Seiten: 592 (Gebundene Version), 593 (Kindle-Version)
Themen: Einsamkeit (301), Flucht (2332), Fotografen (427), Mädchen (3966), Toskana (170), Triebe (4), Verschwinden (3048), Versteck (138)
Charts: Einstieg am 24. September 2021
Höchste Platzierung (2) am 25. September 2021
Zuletzt dabei am 7. Oktober 2021
Erfolge: 1 × Media Control Top 10 E-Book (Max: 8)
2 × Spiegel Hardcover Top 20 (Max: 7)
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Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
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Lesermeinungen (6)     Blogger (6)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 11. Dezember 2021 um 18:03 Uhr (Schulnote 1):
» Einfach krass und krank

Immobilienmakler Luigi Manzoni hatte sich nicht vorstellen können, dass sein neuer Kunde, Signor Paul Böger aus Hamburg, das total herunter gekommene Haus in den toskanischen Bergen nahe der kleinen Stadt Ambra wirklich kaufen würde. Doch Paul ist fest entschlossen, sein altes Leben hinter sich zu lassen und hier ganz neu zu beginnen. Caprinaia - ein Haus dem Himmel so nah – soll seine neue Heimat werden. Aber die Versuchung lässt ihn auch hier einfach nicht los.


Die Spannung, die sich schon nach ein paar Seiten einstellt, wenn Paul dauernd „das etwas -“ oder „das nichts passiert“ denkt, spült mich sofort hinein in die hier so wunderbar beschriebene Landschaft der Toskana, wo es nach Kamille und Oregano duftet und mein Blick nur Weinberge, Olivenhaine und Wald streift. Durch immer wieder vorkommende einzelne Worte oder kurze italienische Sätze fühle ich mich dort sofort angekommen. Aber auch in Hamburg mache ich immer wieder kleine Stippvisiten.

Das Haus, das sich Paul ausgesucht hat, finde ich für meinen Geschmack etwas zu heruntergekommen, so dass ich mich anfangs immer frage, warum will er unbedingt in diese Einöde?

Da der Klappentext schon sehr viel offenbart, war ich mir nicht sicher, ob das der Spannung nicht schaden würde. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ich fiebere richtig mit und warte darauf, dass wieder etwas passiert. Hoffe, dass Paul sich nicht wieder hinreißen lässt.

Ab seinem 7. Lebensjahr, als er über Nacht die Kneipe seines Vaters mit seiner hochschwangeren Mutter verlassen muss, ist er dieser Frau ausgeliefert. Ich finde es so unvorstellbar und schlimm, was er hier erdulden muss. Hier erkennt man, was sexueller Missbrauch und Abhängigkeit bei Kindern anrichten und ihr weiteres Leben beeinflussen kann. Da kann ich mir nach und nach immer besser vorstellen, warum er so ist, wie er ist. Wobei ich das absolut nicht gutheiße. Ich kann aber auch nicht sagen, dass Paul mir unsympathisch ist. Er tut mir einfach unsagbar leid und ich bin wütend, dass er sein Verhalten nicht in den Griff bekommt.

Ich habe schon mehrere Bücher von Sabine Thiesler gelesen und auch dies wird nicht mein letztes von ihr sein. Ich mag ihre Schreib- und Erzählstil, mag, wie sie mich immer näher an die Psyche des Täters und an seine Opfer heran führt. Keine leichte Kost.

Durch Rückblicke in die Vergangenheit komme ich Paul immer näher und die Geschichte wird immer interessanter. Da ich auch die Opfer und ihren Hintergrund kennenlerne, werden die Taten für mich noch grausamer.

Gefreut habe ich mich auch über ein Wiedersehen mit Commissario Donato Neri und seiner Frau Gabriella. Er ist hier trotz einer kleinen „Behinderung“ viel agiler und forscher, als ich ihn bisher kennengelernt habe.

Eine weitere Person, die mir sehr gut gefällt ist Pauls bester und wie es scheint einziger Freund und WG-Mitbewohner Detlef Giese, ein bunter Paradiesvogel, den er liebevoll „Donnie“ nennt. Er hat keine Ahnung, wie es in seinem Freund aussieht und was in ihm vorgeht. Er tut mir richtig leid, als Paul so mir nichts dir nichts seine Sachen packt und nach Italien verschwindet.

Ein super spannendes Buch, nichts für schwache Nerven, das ich verschlungen habe und jederzeit gerne weiter empfehle.«
  18      0        – geschrieben von gaby2707
Kommentar vom 21. November 2021 um 15:17 Uhr (Schulnote 1):
» Paul Böger, ein Fotograf aus Hamburg, kauft sich in den toskanischen Bergen ein Haus. Das Haus ist sehr veraltet und verwahrlost und nur über einen kaum befahrbaren Weg zu erreichen. Paul kündigt seinen Job in Hamburg und zieht in dieses Haus ein. Er vermeidet jeglichen Kontakt zu anderen Menschen und genießt die Einsamkeit. Es ist eine Flucht, eine Flucht vor sich selbst und seinem Trieb etwas Schlimmes zu tun. Doch dann verschwindet ein Mädchen...

"Im Versteck" ist ein unabhängiger Thriller von Sabine Thiesler. Trotzdem trifft man auf den bekannten Commissario Donato Neri vor. Er spielt aber mehr eine Nebenrolle, sodass dieser Thriller aus sehr gut zu lesen ist, wenn man die Reihe nicht kennt.

Ich kannte vorher noch kein Buch der Autorin und mich hat der Schreibstil sofort gefesselt. Man flog quasi nur so durch die Seiten und konnte gar nicht mehr auf hören zu lesen. Von Anfang bis zum Schluss war Spannung da und wurde auch gehalten. Zwischendurch hat sie mal angezogen, man kam kaum zum Atmen, dann aber wurde es auch wieder etwas ruhiger um Luft holen zu können.

Der Täter war von Anfang an bekannt, aber man war dennoch neugierig was als Nächstes geschieht und wie es letzten Endes ausgeht.

Die Beschreibungen über die Umgebung war sehr detailliert. Bei mir haben sich die Bilder im Kopf aufgebaut und ich konnte die Wäre der Toskana und den Duft der Kräuter spüren.

Der Hauptprotagonist Paul Böger war mir anfangs sympathisch. Man hatte Mitleid mit ihm, was ihm in seiner Kindheit widerfahren ist und konnte dann auch verstehen, warum er so handelt. Aber er wurde mir dann unsympathisch. Ich möchte nicht zu viel verraten deswegen, sage ich an dieser Stelle nur "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm". Trotz allem wirkte er sehr authentisch und man konnte sich gut in ihn hineinversetzen. Die anderen Protagonisten aber, blieben mir etwas zu blass. Deswegen muss ich an dieser Stelle auch ein kleinen Punktabzug geben.

Das Thema des Buches ist sehr heftig und geht unter die Haut. Die Schilderungen waren entsetzlich und mir blieb einige Male die Luft weg.

Mein Fazit:
Richtig gut gelungen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und es ging mir unter die Haut. Kleiner Punktabzug durch die Protagonisten. Deswegen 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.«
  17      0        – geschrieben von Annabell95
Kommentar vom 16. Oktober 2021 um 18:25 Uhr (Schulnote 1):
» Der aus Hamburg stammende Fotograf Paul Böger entdeckt ein altes Haus in der Toskana, hoch in den Bergen oberhalb der kleinen Stadt Ambra. Der Vorbesitzer verstarb und seitdem verwahrlost das Haus. Aber es ist genau das, was Paul sucht. Das Haus liegt sehr einsam, nur eine schlechte Straße führt dort hinauf und der Blick von dort oben ist wunderbar.
Paul beschließt das Haus zu kaufen, seine Zelte in Hamburg abzubrechen und dort zu leben. Denn Paul sucht die Abgeschiedenheit und Einsamkeit, um sich selbst und andere vor seinem grausamen, unbezwingbaren Trieb zu schützen. Doch dann verschwindet in Ambra ein kleines Mädchen …

Sabine Thieslers neuer Thriller ist so ganz anders, als die vorherigen. Er spielt zwar erneut an dem aus früheren Büchern schon bekannten Ort Ambra aber hier sind der Täter und sein Motiv von Anfang an bekannt.
Auch der schon bekannte Ortspolizist Donato Neri und seine Familie sind wieder mit dabei und Neri hat im Fall des verschwundenen Mädchens auch zu ermitteln. Schnell gerät natürlich Paul Böger als „Fremder“, der dazu noch wie ein Einsiedler lebt, in Verdacht.
Als Leser hat man einen gewaltigen Wissensvorsprung, der aber die Spannung überhaupt nicht beeinträchtigt.

Zunächst aber lernen wir Paul Böger näher kennen und erleben, wie er das Haus entdeckt und schließlich kauft. Zum Leidwesen seines Freundes und Mitbewohners Donnie beschließt er, alles in Hamburg zurück zu lassen und ganz in die Toskana zu ziehen.
Rückblicke auf Taten in Deutschland und in die Kindheit von Paul Böger zeichnen ein gründliches Bild von ihm und verdeutlichen, warum er möglicherweise so geworden ist und worin sein Trieb begründet liegt. Aber wir erleben ihn auch als Freund, Arbeitskollegen und talentierten Fotografen in einem ganz „normalen“ Leben.
Die Charakterisierung von Paul ist der Autorin sehr gut gelungen. Ich konnte seine Zerrissenheit spüren und habe ihn eigentlich als Täter und Opfer seiner selbst empfunden, denn er hat erkannt, dass er Schreckliches tut und dagegen ankämpfen muss.
Die früheren Taten sind zwar relativ nüchtern, fast in Polizeisprache beschrieben, aber dennoch sind sie mir unter die Haut gegangen, denn es handelt sich um Kindesmissbrauch. Das ist natürliches ein schlimmes Thema und nichts für zart besaitete Leser.

Das Buch gliedert sich in 5 Teile mit insgesamt 142 kurzen Kapiteln. Die Sichtweise wechselt sehr oft zwischen Paul, den Ermittlungen in Italien und in Deutschland, einigen Nebenfiguren und auch den Rückblicken in Pauls Leben. Durch die kurzen Kapitel werden das Tempo und auch die Spannung ständig hoch gehalten, denn ich habe immer erwartet, dass wieder etwas passiert und war gespannt, zu welchem Ende die Autorin die Handlung führen wird.

Das Setting in der Toskana ist wieder einmal schön beschrieben. Gerade diese wunderschöne Landschaft und der eigentlich friedliche kleine Ort Ambra bilden eine tolle Kulisse für die Geschichte.

In diesem rasanten Thriller steht einmal nicht die Tätersuche im Mittelpunkt, denn als Leser weiß man von Anfang an, woran man ist. Hier geht es vielmehr um die psychologische Komponente, die ziemlich komplex ist. Mit einem toll gezeichneten Protagonisten, wunderbar passenden Nebenfiguren, detailreichen Kleinigkeiten am Rande und einer durchgängig prickelnden Spannung konnte mich Sabine Thiesler sehr fesseln und auf ganzer Linie überzeugen!


Fazit: 5 von 5 Sternen«
  12      0        – geschrieben von Fanti2412
 
Kommentar vom 4. Oktober 2021 um 17:53 Uhr (Schulnote 1):
» Paul Böger kauft ein heruntergekommenes und renovierungsbedürftiges Haus in der Toskana.
Der Ausblick ist fantastisch. Er bricht alle Brücken hinter sich ab und zieht ein. Handwerker zu bekommen ist schwierig, denn eine schlechte Straße in diese einsame Gegend hält viele davon ab. Er genießt die Einsamkeit und meidet die Bevölkerung. Ein großes Geheimnis umgibt ihn und plötzlich verschwindet ein kleines Kind.

Ich liebe die Thriller von Sabine Thiesler, aber dieses Buch ging an meine Grenzen. Es ist definitiv nichts für schwache Nerven. Sie behandelt ein heiklesThema und durch die Sicht des Täters, ist man hautnah am Geschehen.
Nach und nach erfährt man, wie Pauls Kindheit verlaufen ist. Er wird sehr gut beschrieben. Sein Denken und Handeln bekommt man hautnah mit. Ich freue mich auch wieder, dass alte Bekannte mitspielen, wie Donato Neri und seine Frau Gabriele.
Die Autorin versteht es einen in Bann zu ziehen und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen. Die Spannung ist kontinuierlich hoch. Sie bringt uns die Gewalttätigkeit des Täters und das große Entsetzen der Opfer näher. Aber genauso das Leiden für die Angehörigen.
Die Toskana ist wieder außerordentlich gut beschrieben, sodass man sich alles sehr gut vorstellen kann.

Fazit: ein wahnsinnig spannender und emotionaler, aber auch beklemmender Thriller, der dermaßen unter die Haut geht. Zumindest ging es mir so.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne«
  8      0        – geschrieben von Helgas Bücherparadies
 
Kommentar vom 25. September 2021 um 17:15 Uhr (Schulnote 1):
» Wow, was ein großartiger Psychothriller!

Der gut situierte Fotograf Paul Böger kauft sich in den toskanischen Bergen ein Haus. Es liegt am Ende eines kaum befahrbaren Weges und ist völlig verwahrlost. Paul kündigt seinen Job und zieht sofort in die eigentlich unbewohnbare Hütte ein. Von nun an vermeidet er jeden menschlichen Kontakt und versteckt sich in der Einsamkeit. Denn er ist auf der Flucht. Auf der Flucht vor sich selbst und seinem unbezwingbaren Trieb, Schlimmes zu tun. Und dann verschwindet ein kleines Mädchen.

"Im Versteck" ist mein erstes Buch von Sabine Thiesler. Ein Psychothriller, der am 13. September 2021 im Heyne-Verlag erschienen ist. Und ich muss sagen, dass mich diese knapp 600 Seiten von der ersten Seite an komplett in den Bann gezogen habe. Ich konnte diesen grandiosen Thriller wirklich nicht aus der Hand legen, denn dies ist eine Geschichte, die mich unheimlich gepackt hat. In Lesepausen habe ich über den Inhalt weiter nachgedacht und auch nach dem Beenden des Buches hallt das Geschehen bei mir immer noch nach. Paul Böger, ein freier Fotograf aus Hamburg, der auf den ersten Blick ein sympathischer und smarter Typ ist. Doch die Autorin hat hier sehr deutlich gezeigt, dass er mit seinem freundlichen Auftreten nur eins verbergen muss: seine Neigung zu kleinen Mädchen, die er entführt, brutal vergewaltigt und anschließend feige ermordet. Für ihn ist es ein Zwang, den er immer wieder zu unterdrücken versucht. Eine Sucht, die er einsieht, doch sich professionell helfen zu lassen kommt für Paul nicht infrage. Deshalb will er sich selbst therapieren, indem er sich eine verfallene Bruchbude in der Toskana, oberhalb von Ambra, kauft. Isoliert im Wald, weit und breit keine Nachbarn, vor allem keine Mädchen. Das ist sein Plan und somit will er sich und kleine Mädchen schützen. Er bricht alle Zelte in Hamburg ab, seinem besten Freund und Mitbewohner Donnie fällt dies besonders schwer. Da der unheimlich sympathische Künstler Donnie nichts von Pauls' abartigen Neigungen und Taten ahnt, wundert er sich mit der Zeit immer mehr über das launenhafte Verhalten seines Freundes. Während Paul in der Toskana die Bewohner geschickt täuscht, findet Donnie zufällig eindeutige Hinweise, dass mit ihm was nicht stimmt. Sein Verhalten und sein Handeln haben für ein spannendes Ende gesorgt, sodass er für mich ein großer Held in dieser Geschichte ist.

Ich habe selten Mitleid mit einem Täter, aber hier hat Sabine Thiesler es definitiv geschafft, dass meine Gefühle Achterbahn gefahren sind. Einerseits wird jede Tat von Paul abartig und abscheulich geschildert. Wie er seinen widerlichen Trieb zuerst versucht zu unterdrücken, es jedoch nicht schafft. Seine Gedanken dazu lassen in sein Innerstes blicken. Andererseits wird sehr klar und erschreckend verdeutlicht, wieso er so geworden ist, wie er ist. Aus einem Opfer wird Täter, der Verlauf hat mich angeekelt und geschockt. Durch Rückblicke aus seiner Vergangenheit lernte ich Paul als kleines Kind kennen. Wie sein Leben dank seiner abscheulichen Mutter verlaufen ist, hat mir richtig Gänsehaut beschert. Ihm ist als Erwachsener definitiv klar, dass er abscheuliche Taten verübt und dass seine kranke Seele nicht normal ist. Er hasst sich selbst dafür, dass konnte ich zwischendurch immer wieder gut herauslesen. Es ist wie in der Realität: bei pädophilen Menschen fängt es zunächst im Kopf an. Dafür verurteile ich niemanden, wirklich nicht. Denn für solche Gedanken kann man zunächst nichts, wie im Fall Paul. Hier konnte ich jedoch verstehen, wie sie entstanden sind. Aber was ich verurteile ist ganz klar, wenn nichts gegen diese Gedanken unternommen wird. Denn ohne professionelle Hilfe kann es leider sehr schnell eskalieren, indem die Gedanken nicht mehr zu unterdrücken sind. So werden, wie bei Paul, abartige Triebe freien Lauf gelassen. Dann ist es zu spät, auch sich selbst zu verstecken und sich selbst zu therapieren bringt nichts mehr.

Da in der Toskana plötzlich ein Mädchen verschwindet und als Leiche auftaucht, ist dort jeder in Aufruhr. Paul scheint dies nicht zu interessieren. Als die ahnungslose Kriminalpolizei in Hamburg versucht, Pauls' schreckliche Taten aufzuklären, gerät er zunächst nur als harmloser Zeuge in den Fokus der Ermittlungen und sie befragen ihn in seinem neuen Zuhause. So kommuniziert die Kripo mit dem Commissario Neri, der in dem friedlichen Dorf für Recht und Ordnung sorgt. Beide Seiten versuchen, die Morde aufzulösen und eventuelle Parallelen zu finden. Während die deutschen Ermittler professionell an die Sache rangehen und analysieren, kommen Neri und sein leicht vergesslicher Kollege nicht weiter. Neri ist zwar ein sympathischer Dorfpolizist, bei diesem kniffligen Fall kommt er jedoch schnell ins Schwitzen. Dass er komplizierte Fälle nicht gewohnt ist, merkt man schnell und deutlich.

Was mich am meisten erschüttert hat, waren die Scherben, die Paul hinterlassen hat. Er hat nicht nur kleine Mädchen umgebracht, sondern direkt ganze Familien ausgelöscht. Diese nehmen ebenfalls Platz in der Handlung ein. Was diese schrecklichen Taten mit den Eltern der toten Mädchen gemacht hat, hat mich emotional richtig mitgenommen. Das Leid der Eltern wurde authentisch beschrieben und war deutlich zu spüren, was mich sprachlos hinterlassen hat. Ich als Mutter konnte dies absolut nachvollziehen, denn ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn eines meiner Mädchen sowas passieren würde. Dieser emotionale Teil ist nichts für Zartbesaitete.

Dieser dramatische und spannende Thriller ist gut durchdacht und flüssig, emotional und authentisch geschrieben. Die Protagonisten werden gut in den Fokus gesetzt, die komplette Handlung wird detailliert erklärt und logisch beendet. Diese verstörende Geschichte besitzt eine unglaublich intensive Atmosphäre, die ich die ganze Zeit gespürt habe. Die Autorin hat mich ganz tief in die seelischen Abgründe von Paul blicken lassen, diese kranke Seele möchte man definitiv nicht begegnen. Nicht die Ermittlungen der Polizei, sondern die persönlichen Schicksale der Opfer und Täter stehen im Vordergrund. Das Ganze wird von Sabine Thiesler flüssig, spannend, fesselnd, packend, dramatisch und lebendig dargestellt, da stellen sich einem die Nackenhaare auf. Nichtsdestotrotz kommt der italienische Flair nicht kurz, was mir gut gefallen hat. Dieser nachdenkliche Thriller zeigt, dass das Böse zwar ganz nah bei einem sein kann, sich jedoch perfekt zu tarnen weiß. Schreckliche Mädchenmorde und eine düstere Kindheit ergeben einen atemberaubenden Thriller!«
  20      0        – geschrieben von Jasminh86
 
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