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Köhler und Wolter ermitteln 10 - Nordseerache
Verfasser: Sina Jorritsma (45)
Verlag: Klarant (776)
VÖ: 31. August 2021
Genre: Kriminalroman (9001)
Seiten: 145
Themen: Gefängnis (658), Interviews (131), Kommissare (2542), Mord (6941), Nordsee (411), Ostfriesland (678), Rache (2314), Reporter (312)
Reihe: Köhler und Wolter ermitteln (10)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Niemand hat den Sommer vergessen, als der Mord an der neunzehnjährigen Miriam aus Norddeich ganz Ostfriesland in Aufruhr versetzte. Acht Jahre später ist die Kriminalreporterin Dortje Brannum mit Alfred Demmler, dem damals verurteilten Täter, zu einem brisanten Interview verabredet. Und findet ihn tot auf! Durch einen Gnadenakt war Demmler vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden, was bei den Angehörigen der ermordeten Miriam für Empörung sorgte. Hat sich jahrelang aufgestaute Wut in einem Racheakt entladen? Allerdings hatte Demmler stets seine Unschuld beteuert, es handelte sich um einen reinen Indizienprozess. Wollte jemand verhindern, dass er der Reporterin seine Version der damaligen Ereignisse erzählt? Oder hat Demmler sich selbst das Leben genommen? Den Kommissaren Torsten Köhler und Gerrit Wolter von der Polizei Norden wird schnell bewusst: Um diesen Fall zu lösen, müssen sie herausfinden, was vor acht Jahren in Norddeich wirklich geschehen ist...
Lesermeinungen (2)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei David Groeger vom Klarant Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Sina Jorritsma gibt es bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Ich hoffe, dass Demmler dir interessante Dinge zu erzählen hat. Was für ein Motiv hatte er damals eigentlich für den Mord?«
     »Das ist der springende Punkt, Torsten. Demmler hat niemals ein Geständnis abgelegt, es handelte sich um einen reinen Indizienprozess.«
     Der Kommissar horchte auf. »Hältst du Demmler für unschuldig?«
     »Ich habe nicht die geringste Ahnung«, gab die Kriminalreporterin zu. »Natürlich habe ich mir aus dem Archiv unserer Zeitung alle Artikel geholt, die damals über den Mord geschrieben wurden. Außerdem sprach ich mit meinem Vorgänger, dem alten Tepe. Er hat damals hier vor Ort über den Fall berichtet. Für ihn gab es offenbar keinen Zweifel an Demmlers Schuld.«
     »Es klingt nicht so, als ob du mit ihm einer Meinung wärst«, meinte Köhler schmunzelnd, während er seine Mahlzeit beendete und seine Lippen mit einer Serviette abtupfte.
     »Tepe mag mich nicht«, gab Dortje offen zu. »Er ist immer noch der Meinung, dass Frauen in einer Zeitungsredaktion nur zum Kaffeekochen taugen. Und da ich die Dinge anders sehe, werden wir wohl nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen. - Dieses Interview ist jedenfalls eine einmalige Chance. Vielleicht öffnet Demmler sich mir und zeigt mir eine ganz andere Sicht auf die damaligen Ereignisse.«
     »Kriminelle sind oftmals Meister der Manipulation«, warnte der Kommissar. »Demmler hatte während seiner Jahre hinter Gittern mehr als genug Zeit, sich als Opfer eines Justizirrtums darzustellen.«
     »Oder er ist wirklich unschuldig«, gab Dortje zu bedenken. Sie schaute auf die Uhr und fügte hinzu: »In einer Stunde muss ich in der Takelbude sein. - Wollen wir bis dahin noch ein wenig spazieren gehen?«
     Damit war der Kommissar einverstanden. Er hielt sich ohnehin gern an der frischen Luft auf und vermied lästige Schreibtischarbeit, wann immer es möglich war. Köhler und Dortje gingen Hand in Hand am Fährterminal vorbei, wo die Schiffe nach Norderney und Juist ablegten. Während sie auf dem Deich am Restaurant Utkiek vorbei Richtung Haus des Gastes schlenderten, dachte der Ermittler über Demmler nach. Es kam nicht allzu häufig vor, dass ein rechtskräftig verurteilter Mörder an den Ort zurückkehrte, wo er seine Bluttat begangen hatte. Vielleicht war seine Schwester ja seine einzige lebende Verwandte? Das wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass Demmler nicht irgendwo anders hingegangen war.
     Die Kriminalreporterin lehnte ihren Kopf an seine Schulter und sagte: »Du bist so still, Torsten. Ich wollte dir nicht den Tag verderben.«
     »Das hast du gar nicht getan. Aber ich werde morgen mal Gerrit aushorchen und ihn nach seiner Meinung über den damaligen Mordfall fragen.«
     »Gute Idee«, meinte Dortje. »Gerrit ist ja schon seit einer gefühlten halben Ewigkeit bei der Polizei, und an eine so spektakuläre Sache kann er sich gewiss noch erinnern.«
     Sie setzten sich auf eine der Ruhebänke, von denen der Deich gesäumt wurde, und beobachteten die Wassersportler in Ufernähe und die Menschen am Strand, die den Sommertag bis zur letzten Minute auskosten wollten. Köhler schloss die Augen und genoss einfach nur den salzigen Wind und die Sonnenwärme auf seiner Haut.
     Einige Zeit später sagte seine Freundin: »Ich muss jetzt los, wenn ich mich nicht verspäten will.«
     »Ich bleibe einfach hier sitzen, bis du dein Interview geführt hast«, schlug er vor.
     Dortje sprang auf und kniff ihm spielerisch in die Wange: »Einverstanden, und dann lassen wir den Tag gemeinsam ausklingen! Pass nur auf, dass du in der Zwischenzeit nicht von einer Meerjungfrau entführt wirst.«
     »Die wird wohl mit ihrer Schwanzflosse kaum den Deich hochkommen«, gab er lächelnd zurück.
     Die Journalistin lachte ebenfalls, schnappte sich ihre Umhängetasche und eilte davon.
     Nach Köhlers Einschätzung dauerte es zu Fuß höchstens eine Viertelstunde, bis Dortje die Takelbude erreicht hatte. Er durchforstete sein Gedächtnis. Köhler kannte das Lokal nur von außen und konnte sich nicht daran erinnern, der Wirtin jemals begegnet zu sein. Das musste nichts bedeuten, denn in einem touristisch geprägten Küstenort wie Norddeich gab es sehr viel Gastronomie. Sein Kollege Kommissar Gerrit Wolter kannte die Schwester des Mörders garantiert, aber er war im Gegensatz zu Köhler in der Region geboren und aufgewachsen. Der ehemalige BKA-Zielfahnder hingegen arbeitete erst seit einigen Jahren an der Küste, fühlte sich inzwischen hier aber auch heimisch. Dazu hatte zweifellos auch seine Beziehung zu der Kriminalreporterin beigetragen.
     Er versuchte, sich weiterhin zu entspannen, und schaffte es tatsächlich eine Zeit lang, nicht an das Interview mit dem Mörder zu denken. Es waren noch keine zwanzig Minuten vergangen, als sein Smartphone klingelte. Dortje war am Apparat, ihre Stimme klang aufgeregt: »Torsten, du musst sofort zur Takelbude kommen! Demmler - er ist tot!«
     »Ich bin sofort bei dir«, versprach der Kommissar. Er steckte das Telefon ein und rannte los. Köhler schaute nicht auf die Uhr, schaffte es aber in Rekordzeit bis zu der Gaststätte. Die Takelbude befand sich an der langgestreckten Tunnelstraße in einem schlichten Giebelhaus aus rotem Backstein. Es gab einige Tische für Außengastronomie, die bei dem schönen Wetter besetzt waren.
     Dortje stand an der Schmalseite des Gebäudes, wo sie von den draußen sitzenden Gästen nicht gesehen werden konnte. Sie winkte ihm zu und lotste ihn zu sich hin. Dortje öffnete erst den Mund, als er unmittelbar vor ihr stand: »Demmlers Schwester war bei mir, als ich die Leiche fand. - Komm mit, Torsten!«

     Die Kriminalreporterin nahm den Kommissar an der Hand und zog ihn mit sich durch den Hintereingang ins Gebäude. Direkt neben einem langen, dunklen Korridor führte eine steile Treppe ins erste Stockwerk. Dort gab es eine kleine Kammer, aus der ein leises Schluchzen drang. Die beiden traten ein. Eine grauhaarige Frau kauerte auf dem Boden, den Kopf gesenkt. Ihre Schultern zuckten. An einem hölzernen Querbalken hing ein Mann mit einer Seilschlinge um den Hals. Das andere Ende des Stricks war um den Balken geknotet. Neben ihm lag ein umgestürzter Schemel.
     »Das ist Alfred Demmler«, sagte Dortje mit tonloser Stimme, wobei sie auf den baumelnden Toten deutete.
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