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2040 - Tag der Deutschen Einheit
Verfasser: Patrick Baumann (1)
Verlag: Books on Demand (4145) und Eigenverlag (21618)
VÖ: 28. August 2021
Genre: Dystopie (744) und Thriller (7436)
Seiten: 334 (Taschenbuch-Version), 312 (Taschenbuch-Version Nr. 2), 273 (Kindle-Version)
Themen: 21. Jahrhundert (290), Berlin (1324), Deutschland (806), Überfälle (381), Unschuld (417), Verschwörungen (597), Zukunft (312)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Ein dystopischer Thriller über Deutschland in zwanzig Jahren. Packend und erschreckend leicht vorstellbar!

Berlin im Herbst 2040: Die »Patriotische Alternative Deutschlands« regiert Deutschland. Rechte Schlägertrupps machen die Straßen Neuköllns unsicher. Der Ex-Gangster und Kioskbetreiber Paul Kanter versucht, sich aus allem Ärger heraus- und seinen Spätverkauf über Wasser zu halten. Wenn da nicht nervige Mitarbeiter, aufsässige Jugendliche und vor allem die Al-Farsis wären, die ihm von Woche zu Woche mehr Schutzgeld abknöpfen.

All das wird nebensächlich, als ein Unbekannter Kanters Freundin in ihrer Wohnung überfällt und schwer verletzt. Während sie mit dem Tod ringt, muss Kanter nicht nur seine Unschuld gegenüber den Behörden beweisen, sondern gerät in eine politische Verschwörung, die mehr als eine Nummer zu groß für ihn ist und ihn in die dunkelsten Kapitel seiner Vergangenheit zurückführt.
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Patrick Baumann für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Patrick Baumann gibt es auf seiner Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Erzähl mir aus deinem Leben«, sagte Olivia.
     »Da gibts nicht viel zu erzählen.« Kanter riss einen trockenen Grashalm vom Boden und begann, diesen in kleine Schnipsel zu zerpflücken.
     »Ach komm, spiel jetzt nicht den Unnahbaren.« Olivia knuffte ihn freundschaftlich auf den Oberschenkel. »Wie war deine Kindheit, deine Jugend? Bist du hier aufgewachsen?«
     »Ja, hier. Bei meinem Onkel. Ich ... ich rede nicht gern über diese Zeit. War nicht einfach. Hab viel Mist gebaut.«
     »Typische Neuköllner Jugend? Drogen, Überfälle, Schlägereien?«
     »So in etwa.«
     »Warst du etwa ein Gangster?«, fragte Olivia erstaunt. »Mit dicken Goldketten, Muskeln, Vorstrafen und so?«
     Kanter nickte. »Schon, ja. Vielleicht nicht so viel Muskeln.«
     Olivia lachte laut auf, rief: »Nicht zu fassen!«, und schlug Kanter mit der flachen Hand auf den Oberschenkel. »Muss ich jetzt Angst vor dir haben?« Sie schaute ihn mit großen Augen und einer Mischung aus gespielter Angst und etwas anderem - Neugier? Anziehung? - an.
     »Nein«, sagte Kanter, ohne eine Miene zu verziehen. »Die Zeiten sind lange vorbei. Jetzt bin ich einfach nur ein Kioskbetreiber, der für seine Vergangenheit bezahlt.«
     »Was soll das heißen?«
     »Ach, nichts, ist nicht so wichtig.« Vor ihm wuchs das Häufchen zerpflückter Grashalme. »Was ist mir dir? Was ist deine Geschichte?«
     Olivia bohrte nicht weiter nach und erzählte stattdessen von ihrer Arbeit als Klatschreporterin für FAKE Media, von ihren großen Träumen nach dem Journalistik-Studium, die heute täglich aufs Neue an den Skandalen des immer fetter werdenden Justin Bieber zerschellten. Fast drei Stunden saßen sie dort. Kanter hatte zwischendurch neues Bier aus seinem Laden geholt, und gegen drei Uhr nachts war es beiden ganz normal vorgekommen, dass Olivia mit in Kanters Wohnung kam, die direkt über seinem Kiosk lag.
     »383,70 zusammen.« Die Stimme des Mannes an der Kasse reißt ihn aus seinen Tagträumen. »Beck’s THC ist im Angebot, willst du noch ’n Kasten extra?«
     Kanter schüttelt den Kopf und hält sein Smartmind gegen die elektronische Kasse, bis die Zahlung durchgeht und ein weiteres freundlich-dämliches Gesicht von Sunrise ihm dies auf dem Display bestätigt.
     »Und denk dran: Mahmud sagt, du bist im Rückstand mit deinem Beitrag. Fahrid kommt heute vorbei, um zu kassieren.«
     »Der war da vorhin. Hab schon bezahlt«, seufzt Kanter. »Und danke.«
     »Danke wofür, Mann?«
     »Dafür, dass du mir gleich zum Geburtstag gratulieren wirst, dabei habe ich ...«
     »Woher weißt du, dass ich weiß ...«
     »Schon gut«, sagt er, steckt sein Smartmind weg und geht Richtung Ausgang. »Bis nächste Woche.«
     »Alles klar, Mann. Und ... alles Gute!«
     Kanter hebt zum Dank die Hand, ohne sich umzudrehen, und verlässt den Markt.

Er stoppt den Tesla in zweiter Reihe vor Onkel Toni’s. Schon aus dem Wagen kann er das gelbe Pappschild sehen, das in der Tür des Ladens hängt: »Wir sind gleich wieder da«. Er checkt sein Smartmind, doch keine Nachricht von Micha. Es ist kurz vor eins. Leise vor sich hin fluchend steigt er aus dem Wagen.
     Der Laden ist abgeschlossen. Kanter schließt auf und geht rein.
     »Micha?«
     Keine Antwort. Er geht nach hinten, doch auch hier keine Spur, weder in der kleinen Küche noch im Klo.
     »Dieser Penner.« Kanter zückt sein Smartmind und ruft Micha an. Doch er hört nur dessen Stimme vom Band, die ihm mitteilt, dass er gerade nicht rangehen kann. Kanter schickt ihm eine Sprachnachricht: »Micha, Mann, was ist los? Wo bist du?« Er legt auf und steckt das Smartmind weg. »Scheiße!« Er geht zurück zum Wagen und beginnt, seine Einkäufe auszuräumen.
     Kanter hat gerade drei Kisten mit Liquids (Birne-Zimt) auf dem Arm, als ihn von unten ein zittriges Stimmchen anspricht: »Musst du wieder machen alles allein, ja, armer Mann?«
     Kanter stützt die Kisten auf seinem linken Bein ab. »Frau Yilmaz, einen Moment, ja? Die Dinger sind schwer.«
     Er geht in den Laden und lädt die Kisten auf dem Boden ab. Die kleine Frau mit ihrem braunen Mantel und dem geblümten Kopftuch wackelt hinter ihm her.
     »Wo ist dein Micha? Muss nicht helfen?«
     »Ach, hören Sie bloß auf.«
     »Ist wieder nicht gekommen, ja? Oh je, oh je.« Sie macht ein übertrieben besorgtes Gesicht. »Paul, du armer Mann.«
     »Frau Yilmaz, nicht heute, okay? Was kann ich dafür, wenn Micha sich nicht darum schert, ob hier alles funktioniert oder nicht? Ich musste den Lieferwagen aus der Werkstatt holen und im Großmarkt einkaufen, und ich habe ...«
     »Ja, ja, du hast auch niemand sonst, weiß ich, weiß ich.« Sie grinst. »Armer Mann.« Sie holt Luft. »Weißt du, armer Mann, ich bin nur alte, dumme Frau. Aber als ich kleines Mädchen war«, sie klimpert kokett mit den Augen, »hübsches kleines Mädchen, ja? Da hat mein Onkel immer zu mir gesagt: ›Yasmin, ate? böçe?im‹, mein Glühwürmchen heißt das, ›Yasmin, mein Glühwürmchen, ich sage dir eins: Es kann sein, dass andere nicht sind gut zu dir. Dass andere belügen dich, betrügen, bestehlen, behandeln schlecht. Kannst du nichts ändern. Aber hast du immer Verantwortung, für was du machst. Niemand sonst. Vielleicht ist jemand andere Schuld, was passiert, aber Verantwortung hast immer du.‹ Das hat mein Onkel immer gesagt.«
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