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D.U.S.T. - Die letzte Hoffnung
Verfasser: Karin Kratt (11)
Verlag: Books on Demand (4123) und Dancing Words (1)
VÖ: 31. August 2021
Genre: Dystopie (743)
Seiten: 350 (Gebundene Version), 300 (Kindle-Version)
Themen: 23. Jahrhundert (49), Geheimnisse (5003), Jugendliche (225), Rebellion (566), Widerstand (162)
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Karin Kratt für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Karin Kratt gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Auszug aus dem ersten Kapitel

City VI, Stadt der sechsten Profession, Sitz der Judikative der United Nation


Das Leben, der Tod - alles war nur eine Frage eines kurzen Tastendrucks. Fehler durfte sie sich nicht erlauben und dennoch beschlich Aleah einmal mehr das Gefühl, absolut falsch zu handeln.
     Frustriert strich sie sich eine kupferfarbene Haarsträhne aus dem Gesicht, die der Wind aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte. Als sie ihr Gewicht verlagerte, gab das Eisengitter unter ihren Füßen ein bedrohliches Quietschen von sich, trotzdem wich Aleah nicht zurück. Der winzige Balkon war schließlich das einzig Brauchbare an ihrem Quartier und der einzige Grund, warum sie bisher jedem Umzug vehement widersprochen hatte. Den Schimmel an den Wänden, die zerbrochenen Fenster, ein ewig defekter Aufzug, all das würde sie jedenfalls nicht vermissen.
     Der desolate Zustand des Bezirks R7A3 war selbst in den Augen der Stadtverwalterin Tory besorgniserregend und die sah für gewöhnlich nur das, was sie sehen wollte. Die Häuser in R7A3 waren die letzten, die aus der Zeit vor der Teilung stammten, eine letzte Erinnerung an Chaos und Verderben.
     Aleahs Smartlet piepste und präsentierte ihr die erneute Aufforderung, zukünftig ein supermodernes Quartier in S5T9 für die nächtliche Ruhe zu nutzen. Dort gab es keinen Schimmel an den Wänden, keine zerbrochenen Fenster und keinen defekten Aufzug. Und keinen Balkon.
     Aleahs Blick wanderte über die Lichter der Stadt. Ihrer Stadt, die Stadt der sechsten Profession. Vor etwas mehr als einem Jahrhundert war der Magistrat zu der Überzeugung gelangt, dass sich jeder Standort der Nation nur einer einzigen Aufgabe widmen sollte. Das Motto lautete: Synergien heben. So war es praktischer, effizienter, schneller. Kontrollierbarer.
     Denn Städte konnte man schrumpfen lassen. Die biologischen Forschungsmetropolen im Norden verkleinerten sich seit Jahren, genetische Wundermanipulierungen von Flora und Fauna wurden nicht mehr länger benötigt. Das Optimum war schließlich nahezu erreicht.
     Im Westen stand die einstige Medienhochburg City CXIII sogar unmittelbar vor der Schließung. Der Magistrat verkündete relevante Neuigkeiten lieber selbst. Kritik wurde nicht mehr länger benötigt, stand die Vollkommenheit der United Nation doch außer Frage.
     Die Stadt der sechsten Profession hingegen boomte, breitete sich mehr und mehr aus und die Wohnblöcke wurden höher und höher. Anklagen gab es genug. Exekutionsurteile ebenfalls.
     Bedrückt verzog Aleah das Gesicht. Nur am Rande registrierte sie ein weiteres Piepsen ihres Smartlets, mit dem die nahende Sperrstunde angekündigt wurde. Letzte Chance, ein nächtliches Quartier aufzusuchen oder das Risiko einzugehen, von einem patrouillierenden Gardisten geschnappt zu werden. Noch ein Grund, warum Verwalterin Tory Bezirk R7A3 nicht sonderlich mochte: Es gab zu viele Verstecke.
     Punkt Mitternacht verriegelten sich die Türen der Stadt. Die Bewohner sollten ruhen, damit sie sich erholen konnten, erholen für einen neuen Tag voller Bestimmungen und Direktiven.
     Aleah fand jedoch keine Ruhe. Sie starrte auf ihr Smartlet, das inzwischen in den Stand-by-Modus gewechselt hatte und eine grellweiße Botschaft vor einem dunklen Hintergrund präsentierte. Eine automatische Erinnerung des Magistrats an jeden Bürger, wie er oder sie sich zu verhalten hatte.

Be ... Decent. Useful. Submissive. Trustworthy.
Be ... D.U.S.T.!

Sei anständig. Nützlich. Demütig. Erweise dich als vertrauenswürdig! Dass ausgerechnet das Wörtchen Dust bzw. Staub in dieser Botschaft verankert war, jenes zerstörerische Element, das das Leben auf der Erde seit über zweihundert Jahren auf fundamentalste Weise prägte, war natürlich kein Zufall. Sondern der Beweis des Magistrats dafür, dass selbst aus dem größten Unglück heraus immer noch etwas Positives, ein sinnvolles Miteinander in einer hochentwickelten Gesellschaft, entstehen konnte.
     Positiv ... sinnvoll ... hoch entwickelt. Aleah schnaubte auf und überlegte, ob ihr eines Tages wohl jene Adjektive von ihrem Smartlet entgegenleuchten würden, mit denen sie in ihrer frühsten Kindheit so oft gerügt worden war. Different. Unforeseeable. Stubborn. Troubling.
     Natürlich war ihre Überlegung totaler Quatsch, denn kein Magistratsmitglied würde sich je die Mühe machen, einen Techniker zu autorisieren, die Stand-by-Einstellung ihres Smartlets zu verändern. Und außerdem war sie längst kein bockiges Kind mehr, führte die Be-D.U.S.T.-Maxime nicht länger ad absurdum. In einem Alltag wie dem ihren blieb kein Platz für Unvorhersehbares. Es blieb kein Platz für Störungen, Sturheit oder Andersartigkeit.
     Sacht strich Aleah über das Display ihres Smartlets und das Gerät erwachte zum Leben.
     »What are you looking for?«, erkundigte sich eine projizierte sechsseitige Pyramide mit freundlicher Stimme. Ein Hilfsavatar, der Aleah den Zugriff auf sämtliche Unterlagen und Dokumente ermöglichte, die sie für ihre Arbeit benötigte.
     Statt die Spracherkennung zu nutzen und ihre Frage verbal zu formulieren, tippte Aleah die entsprechenden Buchstaben in das Suchfeld ein. Buchstaben, die sie Nacht für Nacht schrieb, weil ihr Gefühl, falsch zu handeln, ihr keine andere Wahl ließ.
     »Absurd« hatten die anderen Urteilsfäller ihre Zweifel genannt, nachdem sie sie ein einziges Mal erwähnt hatte. Wahnvorstellungen. Eric, ihr Supervisor, hatte sie sogar gefragt, ob sie Sehnsucht nach der Toten Zone verspüre, und daraufhin hatte Aleah nie wieder etwas gesagt.
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