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Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (20827)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5193)
Seiten: 748
Themen: Excalibur (10), König Artus (32), Könige (1250), Kreuzritter (6), Priester (277), Richard Löwenherz (21)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Knappen hatten bei mir grundsätzlich nichts zu lachen, aber dafür lernten sie alles, was ich selbst beherrschte. Wie sie es letztlich als Ritter für sich umsetzten, lag an ihnen selbst.
     Bei mir Knappe zu sein, galt als Ehre unter den hohen Adelsfamilien. Nicht jeder Bewerber fand einen Platz bei mir, sondern ich wählte sorgfältig aus. Wen ich nahm, dem war die Schwertleite von meiner Hand sicher, sofern der Tod ihn nicht vorher ereilte.
     Jeder von ihnen lernte bei mir auch, seine Angst zu beherrschen. Noch nie hatte einer meiner Jungen ein Leben in Kampf und Ehre mit dem Leben im Kloster getauscht.

*


Das Misstrauen in alle Richtungen löste die nächste Übelkeitswelle in mir aus. «Verflucht, hört das denn nie auf?», presste ich zwischen den Zähnen hervor.
     Joan schüttelte leicht den Kopf zum Fenster hin. Offenbar hatte sie wieder einmal meine Gedanken erraten und wollte mir sagen, dass sie Claude nicht für den Verräter hielt. Wir brauchten für unsere Verständigung nur einen kurzen Blick.
     Sie trug wie immer Männerkleidung. Genau wie ich abgetragene Beinlinge aus grobem Stoff, Wams und Schuhe, dazu dicke Lederstiefel. Die übliche Reisekleidung von einfachen Freien, die nicht unter Leibeigenschaft standen. Unsere wenige Kleidung, die wir von dem Piratenschiff gerettet hatten, trugen wir in Bündeln mit uns. Wir hatten sie gegen die Lumpen getauscht, weil wir nicht erkannt werden durften.
     Die Frau, die zwei Tage jünger und meine Milchschwester war, hatte rabenschwarze Haare, die sie bis zu unserer Abreise zum Kreuzzug nach Männerart schulterlang getragen hatte. Seitdem wir in der Hitze hatten leben und kämpfen müssen, war sie meinem Beispiel gefolgt und hatte sie kürzer geschnitten, so dass sie nur noch bis in den Nacken reichten. Das gab ihr eine ganz eigene Wirkung, die die Düsterkeit ihrer total schwarzen Augen noch unterstrich.
     Ich hätte gar nicht wissen müssen, dass sie an ihrer linken Schulter ein Teufelsmal in der Form eines blauen Halbmondes hatte, um ihre düstere Ausstrahlung voll wahrnehmen zu können. Mir hatte sie damit nie Angst gemacht. Ich spürte die abweisende Wirkung, mit der sie sich alle Menschen fernhielt, zwar, aber mir reichte es, sie als einziger Mensch durchdringen zu können. Manchmal kam es mir vor, als würde sie nur für mich ihren Schutzschild öffnen.
     Auch das verband uns miteinander. Schließlich sagte man meiner Familie, den Plantagenets, nach, vom Teufel zu kommen und eines Tages wieder zu ihm zurückzukehren. Gott würde mich mit der Vielzahl von Sünden, die ich auf mich geladen hatte, sicher nicht an seiner Tafel begrüßen.
     Joans Haut war noch von der Sonne Outremers gebräunt, obwohl die Tönung wie bei uns anderen im Winter des Okzidents langsam verblasste.
     Sie war für eine Frau kräftig gebaut, was ihr zusätzlich zu ihrer ungewöhnlichen Größe die Täuschung, im Kampf als Mann zu gelten, leichter machte. Aber sie war keinesfalls dick oder füllig. An ihrem Körper gab es kein Fett zu viel, sondern nur kräftige Muskeln.
     In Outremer war sie genau wie alle, die sich dort länger aufhielten, ausgezehrt. Jede ihrer gleitenden Bewegungen verriet ihre Gewandtheit. Immer hatte ich das Gefühl, eine sprungbereite Katze stünde neben mir, die nur auf ihre Beute lauerte, um zuschlagen zu können.
     Seitdem sie an meiner Seite ihren ersten Feind getötet und diesen so wichtigen und einmaligen Tag im Leben jedes Ritters gut überstanden hatte, kam es ihr nicht mehr darauf an, zu töten. Aber sie tötete nicht aus Lust wie viele verrohte Soldaten, sondern nur, wenn es wirklich nötig war, dann jedoch ohne Zögern. Ihr Respekt vor dem Leben und ihr Ehrenkodex als Hohepriesterin der alten Religion ließen es nicht anders zu. Daher hatten die von ihr Getöteten bisher niemals ihr Gewissen belastet. «Ich tue, was nötig ist», hatte sie mir einmal erklärt. Seitdem fragte ich nicht mehr.
     Noch in unserer Kindheit waren wir getrennt worden. Als ich sie anschließend als junge Frau wiedertraf, hatte ich zuerst den Eindruck gehabt, sie hätte keine Gefühle mehr. Sie war in ihrer Ausbildung zur Priesterin dazu erzogen worden, keine zu zeigen.
     Dabei hatte sie sehr wohl welche, die sie aber sogar mir nur zeigte, wenn wir uns einander hingaben.
     Verlor sie doch einmal die Beherrschung, konnte es genau wie bei mir in diesem Augenblick Tote geben. Für sie als Priesterin eine Schande, bei mir die schwarze Galle der Plantagenets, die ich von meinem Vater geerbt hatte wie einige andere Dinge, die ich trotz meines starken Willens nicht beherrschen oder ändern konnte.
     Die Wutanfälle der Plantagenets, von denen auch meine Schwestern nicht verschont blieben, waren gefürchtet.
     Insgesamt wirkte Joan wie eine geheimnisvolle Magierin. Sie gab sich keine Mühe, ihre düstere Ausstrahlung zu verbergen, sondern spielte ganz gezielt zu unserem Vorteil damit. Dann konnte ich die Angst anderer vor ihr sehr gut verstehen. Spielte sie ihr Spiel, lächelte sie mich in ihrer seltsamen, geheimnisvollen Art an, als wolle sie mir sagen: Das gilt nicht für dich, Richard.
     Genau wie ich nur im Kampf wirklich lebendig war, schien es bei ihr, wenn sie durch ihre Wirkung die Menschen manipulierte.
     Zum Glück brauchte sie im Gegensatz zu vielen anderen Anhängern der alten Religion, die im Verborgenen leben mussten, nicht zu verstecken, was sie war. Jeder, der sie kannte, wusste, dass sie eine Ketzerin war und die Kirche trotzdem nicht wagte, Hand an sie zu legen. Nicht nur, weil sie als Mündel der englischen Krone unter meinem und dem Schutz meiner Mutter stand. Sie hatte einen Dispens, gegen den niemand zu verstoßen wagte, dem sein Seelenheil lieb war. Ich kannte viele, nicht nur Kleriker, die sie liebend gern auf einem brennenden Scheiterhaufen gesehen hätten.
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