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Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (20832)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5196)
Seiten: 748
Themen: Excalibur (10), König Artus (32), Könige (1250), Kreuzritter (6), Priester (277), Richard Löwenherz (21)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Mit ihr hatte ich als einziger Frau, die ich jemals besessen hatte, das Gefühl der totalen Vereinigung empfunden. Bei jeder anderen hatte ich trotz höchster Lust mein klares Denken behalten – bei Joan nicht. In diesen Nächten war ich in einer anderen Welt gewesen. Ich konnte es nicht erklären, aber es war jedes Mal herrlich gewesen.
     Glücklicherweise hatte sie kein Problem mit meiner hohen Sinnlichkeit und sah sie als wichtig an, um die Gesundheit zu erhalten. Damit teilte sie die Einstellung meiner Mutter, ging sogar noch ein ganzes Stück weiter. Denn sie gestand mir offen ein, dass sie sich selbst befriedigte, wann immer ihr Körper und ihre Seele es brauchten. Für die alte Religion völlig normal, wie sie mir erklärte – für jeden Christen eine der großen Todsünden, wie ich selbst bereits als junger Mann erfahren musste.
     Ich hoffte, dass wir uns nicht eines Tages ineinander verliebten, denn das konnte unser Verhältnis zueinander nur komplizierter machen.
     Meine Frau Berengaria liebte ich, unter anderem auch, weil sie den männlichen Schutzinstinkt in mir weckte. Aber sie konnte mir nicht die Gefühle vermitteln wie Joan. Zumal sie, so sehr sie sich bemühte, kein Verständnis für das Leben aufbrachte, das ich führte. Noch weniger konnte sie es auf Dauer mit mir teilen, wie Joan es tat.
     Berengaria verstand das Gefühl der Waffenbrüderschaft nicht, welches Joan und mich verband. Es gab auf Gottes Erde kein anderes Gefühl, das so intensiv war und Menschen so eng miteinander verschmolz. Wir vertrauten uns nicht nur gegenseitig unser Leben im Kampf an, sondern wir teilten es auch. Scham durfte es dabei nicht geben. Waffengeschwister kannten gegenseitige körperliche Intimitäten besser als Liebende. Genierten sie sich voreinander, waren sie sehr schnell tot.
     Nach meinen Erfahrungen mit Joan, die sich so problemlos in diese den Männern vorbehaltene Welt eingefügt hatte, fragte ich mich immer wieder, ob es nicht gerade diese intimen Kenntnisse waren, weshalb man Frauen aus dieser Männergemeinschaft ausschloss. Denn in dieser ihnen verschlossenen Welt durfte ein Mann auch mal schwach werden unter seinen Kameraden, er lud damit keine Schande auf sich.
     Ich hatte es mir nie erlaubt und auch nicht die Absicht, es zu tun, aber ich verachtete niemanden, der es tat ...

*


Wie Joan das geschafft hatte, wusste ich nicht, aber sie hatte die Wirtin davon überzeugt, uns frisches Bettzeug zu geben. So hatten wir die Nacht nicht in den durch unsere Vorgänger verunreinigten Laken und Decken verbringen müssen.
     Ich hasste Schmutz! Von Kind an durch Mutter und deren Damen zur Sauberkeit erzogen und während meiner Jugendjahre in Aquitanien an die dortige Badekultur gewöhnt, stieß Dreck und Unsauberkeit von Menschen mich einfach nur ab.
     Zumal ich in Outremer hatte feststellen müssen, dass viele Krankheiten in den christlichen Lagern nur durch Unsauberkeit entstanden waren und unsere Feinde, die Ungläubigen, weitaus mehr Wert auf Sauberkeit legten. Einen solchen Dreck wie in europäischen Burgen und Städten gab es bei ihnen nicht.
     Dabei war ich nicht einmal besonders empfindlich, als Ritter konnte ich es mir nicht leisten – als Feldherr noch weniger. Etliche Tage und Nächte hatte ich mit meinen Soldaten im Feldlager verbracht und es sogar genossen!
     Andere Herrscher schüttelten darüber den Kopf, besonders mein Todfeind König Philippe II. von Frankreich. Er war so empfindlich und feige, dass ich mich schon lange fragte, wer ihm die Schwertleite erteilt hatte. Trotz aller Bemühungen von Mutters Spionen gehörte das zu den bestgehüteten Geheimnissen am französischen Hof.
     Ich hielt es für unabdingbar, das Leben mit meinen Soldaten zu teilen, wenn ich verlangte, dass sie mir bis in die Hölle und den Tod folgten. Wahrscheinlich hatte ich daher keine Disziplinprobleme in meiner Armee.

*


Von unten hörte ich deutlich das Klirren von Waffen und Kettenhemden zusammen mit dem Schnauben von Pferden. Die Geräusche waren eindeutig, meine Flucht endete hier.
     Zwischen mir unbekannten Stimmen hörte ich eine, die ich aus Outremer zu kennen glaubte, die eines deutschen Ritters. Sollte ich richtig liegen, beneidete ich diesen Mann nicht um seine Entscheidung, die er jetzt treffen musste.
     Und die meines Knappen Claude du Breton. Der junge Mann sprach neben Französisch und Latein perfekt Deutsch, weil seine Mutter eine deutsche Adelige war. Deshalb hatte ich ihn ins Dorf geschickt, um Lebensmittel für uns einzukaufen und dabei die Ohren und Augen offenzuhalten.
     Man hatte ihn also geschnappt. Das war nur möglich gewesen durch bestimmte Informationen aus dem Kreis der letzten mir verbliebenen drei Getreuen. Ich konnte mir nämlich nicht vorstellen, dass Claude sich auffällig verhalten hatte, dazu war er zu erfahren und sprach Deutsch wie seine Muttersprache, weil er in seiner Kindheit beide Sprachen gleichzeitig gelernt hatte.
     ... Es sei denn, er selbst war der Verräter und führte jetzt ein Theaterstück auf, auf das er sich durch meine eigene Schulung gut verstand. Ich wollte es genauso wenig glauben, wie Joan zu verdächtigen.
     Claude hatte ich schon als 13-jährigen Pagen in meine Dienste genommen, damals war ich erst Prinz und Herzog von Aquitanien gewesen. Uns verband ein Erlebnis, von dem noch nicht einmal Joan wusste. Ich hatte Claude aus einer für jeden normalen Mann furchtbaren Situation gerettet.
     Wie oft hatte er für mich sein Leben riskiert, wenn er an meiner Seite in den Kampf geritten war. Sobald wir wieder zu Hause waren, würde ich ihm seine Schwertleite geben, obwohl er mit 18 Jahren dafür noch recht jung war. Aber er hatte das Zeug zum Ritter und es immer wieder bewiesen. Ich konnte stolz sein auf ihn und meine Ausbildung.
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