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Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (20821)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5194)
Seiten: 748
Themen: Excalibur (10), König Artus (32), Könige (1249), Kreuzritter (6), Priester (277), Richard Löwenherz (21)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Während seiner Jahre in dieser aufgeschlossenen Klosterstadt, die unter der Leitung einer persönlichen Freundin meiner Mutter stand, hatte er seine wahre Gesinnung verbergen können.
     Mit seinem Fanatismus und seinem Anspruch, die Angst, die er selbst nicht beherrschen konnte, anderen Menschen im Namen Gottes anzutun, passte er perfekt in den Kreis derjenigen Priester, die die Gläubigen unterdrückten.
     Auf Hugos Anordnung hatte man ihn kurzerhand auf seinem Pferd festgebunden, damit er uns nicht aufhielt. Schade, dass ich diese Idee nicht selbst gehabt hatte. Dann hätte ich ihn mit einer der drei Gruppen meiner gefangenen Getreuen weggeschickt.
     Hugo selbst verbarg seine Freude an dieser Maßnahme nicht. Er hatte Niklas in Outremer fast genauso wie ich kennen- und hassen gelernt und gab ihm jetzt nur das, war der seiner Meinung nach verdiente.
     Je weiter wir vorankamen, desto stiller wurde mein Beichtvater. Anfangs hatte er meist sein großes silbernes Kreuz, ohne das ich ihn mir kaum vorstellen konnte, vor seine Augen gehalten und seine endlosen Gebete gemurmelt. Inzwischen hatte er dazu keine Kraft mehr. Ich gönnte es ihm! Von mir aus konnte er gerne während des Rittes verrecken, dann wäre ich ihn endlich los. Immer mehr bedauerte ich, dass Joan es nicht geschafft hatte, ihn zu töten. Er musste vom Allmächtigen mit ganz besonderen Schutzengeln ausgestattet worden sein. Immer wieder hörte ich Joans Stimme in mir: Was ist das für ein Gott, der solche Vertreter duldet?

*


Teufelssturm riss mich abrupt aus meinen Überlegungen, denn er versuche ohne jedes Anzeichen vorher wieder zu steigen. Ich zwang ihn mit festem Fersendruck und noch härterem Anziehen der Zügel als vorhin erneut unter meine Kontrolle. Als er aufgab, streichelte ich ihm sanft über den Hals, dabei vermied ich sorgfältig, die Wunden zu berühren.
     «Ruhig», sagte ich leise zu ihm. «Lass es. Ich tue dir nichts Böses.» Er musste sich an meine Stimme gewöhnen und als die seines Herrn anerkennen.
     Ich war mir immer sicher gewesen in der Einschätzung von Pferden, aber heute spürte ich eine andere Kraft in mir, die noch ein Stück weiterging. Das konnte nur Joan sein. Sie hatte die Fähigkeit, mit den Tieren zu sprechen wie viele Priesterinnen und Druiden der alten Religion, weil sie mit der Natur in einer Weise verbunden waren, die wir Christen nicht mehr kannten.
     Anscheinend hatte sie diese Fähigkeit mit ihrer Stärkung an mich weitergegeben, sodass ich sie jetzt zur Verfügung hatte.
     Ich war von ihren Fähigkeiten gleichzeitig fasziniert und beklommen, denn das alles stand in so krassem Gegensatz zum Christentum, dass allein die Beschäftigung damit schon Ketzerei war.
     Teufelssturm spürte trotzdem meine Schwäche. Das war das große Problem bei Pferden. Sie waren von Natur aus Fluchttiere und fühlten daher Schwäche und Angst ihrer Reiter besonders stark. Ich hatte schon Streitrösser ihre Ritter abwerfen und die Flucht ergreifen sehen, weil sie deren Furcht gerochen hatten. Nur durch die entsprechende Ausbildung und das Vertrauen zu ihren Reitern konnte man diesem angeborenen Instinkt entgegenwirken, aber dann durfte man selbst nicht krank oder schwach sein.
     Schlachtrösser mussten ihren Rittern blind vertrauen, um in der Schlacht oder auf einem Turnier mit ihnen vorzupreschen, anstatt ihn abzuwerfen und dann die Flucht zu ergreifen.
     «Lass es sein, Teufelssturm», sagte ich erneut zu ihm und streichelte seinen Hals mit dem wunderschönen glänzenden Fell, das jetzt auch eiskalt war. «Ich bin im Moment dein Herr. Am liebsten würde ich dich mitnehmen. Wir würden uns sicher gut verstehen, du auch mit Fauvel und den beiden Arabern. – Nun, wir werden sehen.» Ich durfte mich nicht zu sehr ablenken lassen – aber ich spürte, dass der Gedanke daran, diesen wertvollen Hengst Leopold abzunehmen, egal wie, mir Auftrieb gab.
     Leopold hatte ihn nicht verdient. Teufelssturm gefiel mir. Hätte ich die Gelegenheit, würde ich ihn Leopold sofort abkaufen.
     Danach rebellierte Teufelssturm nicht mehr gegen mich. Als ob er nicht nur begriffen hatte, dass ich ihm seine Befehle gab – es war mehr, das Gefühl des Vertrauens zu mir, das ich von ihm ausgehen spürte. Stärker und mächtiger, als ich es kannte. So also fühlte es sich für Joan an, wenn sie mit den Tieren in Kontakt trat ... es gefiel mir.
     Danke, Joan, dachte ich. Ohne sie hätte der Hengst mich schon abgeworfen – eine Schande, an die ich gar nicht denken mochte. Der König von England, der beste christliche Ritter – von einem Pferd abgeworfen. Das durfte es nicht geben!
     Und ohne sie hätte ich jetzt diese intensive Bindung zu einem Tier nicht kennengelernt. Wieder eines der Dinge, die mich gegen meinen Willen immer mehr an der alten Religion anzogen.

*


Da ich Teufelssturm jetzt unter Kontrolle hatte, konnte ich meine Begleiter genauer mustern. Hugo ritt an der Spitze der Kolonne, ich in der Mitte. Vor mir zwei Ritter, an den beiden Seiten und hinter mir jeweils zwei. Erst dann kamen meine beiden Knappen Claude und Thomas. Claude und Thomas hatten Reservepferde bekommen, da Leopold das, auf dem sein ehemaliger Knappe geritten war, auch mitgenommen hatte.
     Ich drehte mich im Sattel nach dem Jungen um. Reiten schien er zu können und er hielt sich trotz der Schmerzen, die er haben musste, gut im Sattel. Einer der Jungen, die etwas erreichen wollten.
     Niklas hatte man ans Ende des Trupps dirigiert, er ritt jetzt neben dem Versorgungswagen, hing mehr, als dass er im Sattel saß, auf seinem Pferd.
     Hugo kam immer mal wieder zurück, um nach mir zu sehen. Jedes Mal war sein Gesicht erstaunter, denn offenbar hatte er nicht damit gerechnet, dass ich mich überhaupt auf dem Pferderücken halten konnte – und dann noch von einem solchen Pferd, das im Moment sanft wie ein Lamm war.
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