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Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (20845)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5201)
Seiten: 748
Themen: Excalibur (10), König Artus (32), Könige (1250), Kreuzritter (6), Priester (277), Richard Löwenherz (21)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Philippe hatte nicht nur seinen Eid als Kreuzritter in zweifacher Weise gebrochen. Einmal durch seine Rückkehr, nachdem die Kämpfe gegen die Ungläubigen gerade begonnen hatten. Und dann hatte er sich an dem Eigentum eines anderen Kreuzritters vergriffen. Und nun schickte er sich an, diesen in seine Gewalt zu bekommen. Denn ich zweifelte keinen Moment daran, dass er einer der treibenden Köpfe bei diesem Komplott war.
     Ich brauchte nicht darüber nachzudenken, was er mit mir machen würde. Die Sonne würde ich nie wieder sehen. Es würde nur eine Frage der Zeit sein, wie lange er Spaß daran hatte, sich an meinen Leiden zu erfreuen, ehe ich sterben durfte. Er würde mir das verwehren, was ich mir am meisten wünschte: einen ehrenvollen Tod mit der Waffe in der Hand.
     Und das alles von einem Mann, den man seit seiner Geburt den Gottgegebenen nannte, weil er die Zukunft des Hauses Capet erst im 28. Regierungsjahr seines Vaters Ludwig VII. gesichert hatte.
     Der Verrat verletzte mich nicht nur in meiner Ehre als Ritter und König, sondern noch viel mehr in meinen Gefühlen. Jeder wusste, wie viel Wert ich auf Gefolgstreue legte, gerade Philippe, da wir Seite an Seite gegen meinen Vater um meine Thronfolge gekämpft hatten.
     Ich schluckte, um die nächste Übelkeitswelle dieser furchtbaren Krankheit, die mich immer wieder ans Krankenbett fesselte, zu unterdrücken. Sonst war es nicht meine Art, so viel zu grübeln – aber seitdem ich auf der Flucht wieder krank geworden war, hatte sich viel für mich verändert.
     Nicht, dass ich plötzlich Angst hatte – dieses Gefühl kannte ich gar nicht -, vor einer Entscheidung zurückschreckte, Schmerzen und Leid auswich, mich einem Gegner nicht stellte, nicht in vorderster Reihe kämpfte – es war dieses Mal einfach alles anders.
     Daher fürchtete ich, dass jetzt auf mich der Kampf gegen meine eigenen Dämonen zukam, dem ich als einzigem immer wieder ausgewichen war. Vor vielen Jahren hatte Mutters jüdischer Leibarzt mir vorhergesagt, dass ich ihm eines Tages nicht mehr entgehen konnte. Viel später hatte auch Joan mir geraten, mich ihm zu stellen. Sie fürchtete, dass die in mir lauernden Dämonen mir sonst den Kampf in dem Augenblick aufzwingen würden, wenn ich ihn überhaupt nicht gebrauchen konnte. Und dann müsse ich ihn annehmen, wenn ich nicht entweder sterben oder wahnsinnig werden wollte.
     Die Anzeichen der letzten Tage deuteten darauf hin, dass dieser Zeitpunkt bevorstand. Ungünstiger hätte es nicht sein können. Denn durch den Druck der Dämonen in mir konnte ich nicht gesund werden. Joan hatte mir in ihrer unnachahmlichen Art, die ich so an ihr schätzte, bestätigt, dass ich mich jetzt stellen musste, egal wo und wann. Auch im Angesicht meiner Feinde. Hatten die Dämonen erst einmal die Oberhand über mich gewonnen, konnte auch sie mir alles nur noch erleichtern und hoffen, dass ich überlebte.
     Diese Worte von der besten Heilerin, die es gab – wofür ich sie schon lange hielt – trugen nicht zu meiner Beruhigung bei.
     Meine Feinde sagten mir nach, keine Gefühle zu haben. Das stimmte nicht, ganz im Gegenteil hatte ich sehr intensive. Nur war ich nicht bereit, sie anderen zu zeigen, sondern verbarg sie hinter meinem charmanten Benehmen den Damen gegenüber, meiner mitreißenden Art im Kampf und einer gewissen Grausamkeit auf dem Schlachtfeld, deren ich mir bewusst war und sie hin und wieder bis zum letzten auslebte. Ich brauchte dieses Hochgefühl des Blutrausches genauso wie die Befriedigung meiner Sinnlichkeit.

*


Nun musste ich aber erst einmal hinnehmen, dass meine Flucht hier in diesem schäbigen Gasthof endete, denn ich war nicht mehr fähig, einen schnellen Ritt durchzustehen. Ich bezweifelte sogar, mich überhaupt im Sattel halten zu können.
     Jetzt hatten die Verfolger uns in diesem elenden Gasthof gefunden, genauso wie kurz nach dem Schiffbruch, obwohl wir durch den fürchterlichen Sturm an einer anderen Stelle als geplant an Land gehen mussten. Immer waren wir ihnen beinahe direkt in die Arme gelaufen, als hätten sie bereits auf uns gewartet.
     Nur dem Mut und Können des Piratenkapitäns hatten wir unser Leben zu verdanken und waren alle höchstens leicht verletzt davongekommen. Bereits auf der Überfahrt hatte mich das Wechselfieber wieder erwischt – zusammen mit der Seekrankheit. Es war die schlimmste Schifffahrt gewesen, die ich jemals ertragen hatte.
     Einige der Matrosen hatten nicht so viel Glück gehabt und die Landung nicht überlebt. Andere waren im ersten Kampf gegen die Soldaten gefallen, die uns verdächtig schnell entdeckt hatten. Danach hatte ich nicht lange gezögert, sondern Joan und ich hatten die letzten lebenden Piraten schmerzlos getötet. Ich konnte kein Risiko eingehen und ein schneller Tod war eine größere Gnade, als sie viele Kämpfer im Heiligen Land bekommen hatten.

*


Ich saß auf diesem widerlichen Bett, in dem ich eine fürchterliche Nacht verbracht hatte, und sah meine letzten Begleiter der Reihe nach an, während sie um mich herumstanden.
     Außer dem schäbigen Bett, einem Kamin, einem durchlöcherten Sessel und einigen Kleinigkeiten wie einer polierten Messingplatte als Spiegel war die Kammer leer.
     Besonders das Misstrauen gegenüber meiner Freundin und Waffenschwester, der Gräfin Joan de Saint-Pol, belastete mich. Unser gegenseitiges Vertrauen war immer die Basis gewesen, auf der unser Zusammenleben sicher stand.
     Joan war nicht nur seit unserer gemeinsamen Kinderzeit meine Freundin und Waffenschwester, sondern mein Leib-Medicus und Ritter – alles Dinge, die für eine Frau ungewöhnlich und ihr von der Kirche verboten waren – aber sie passten zu ihr. Dazu war sie eine Hohepriesterin der alten Religion, die in England immer noch mehr Anhänger hatte, als die Kirche wahrhaben wollte. Ich wusste es, meine Mutter wusste es. Mit ihrem Wissen darüber hatte alles begonnen.
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