Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.054 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »emily323«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
KINDLE
 
Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (20845)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5201)
Seiten: 748
Themen: Excalibur (10), König Artus (32), Könige (1250), Kreuzritter (6), Priester (277), Richard Löwenherz (21)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
2,00 (80%)
1
0%
2
100%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Errechnet auf Basis von 2 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Ich hatte zusammen mit Hugo in Outremer viel durchgemacht, wir hatten sogar einmal nebeneinander unter Joans Messer gelegen, als sie uns wieder zusammengeflickt hatte. Solche Erlebnisse unter Waffenbrüdern verbinden. Sonst hätte Hugo sich niemals diese Art, mit mir zu sprechen, getraut.
     Ich hakte sofort nach: «Heinrich von Hohenstaufen?»
     Er antwortete nicht, sah mich aber offen mit großen Augen an. In ihnen las ich das, was ich vermutete. Der Kaiser von Deutschland würde mich seine Grausamkeit spüren lassen. Aber ich musste noch mehr wissen. «Meine Ritter, die ihr gefangen habt?»
     «Sind es noch. Niemand weiß, wo du bist.»
     Also waren Joan und Bertram meine einzige Chance ...


*****

6. Ein Pferd und ein Knappe


Herzog Leopold selbst kam mit einem Pferd heran, das ich niemals besteigen würde. Was dachte er sich?
     Ein Hengst, klapperig und ausgezehrt, das Fell schlecht gepflegt, offenbar eines der Transportpferde, das man von einem Trosswagen ausgespannt hatte. Für jeden Ritter die Beleidigung schlechthin.
     «Was erlaubt Ihr Euch, Herzog Leopold?», fuhr ich ihn an. Beim Herumschnellen drehte sich wieder alles um mich herum. «Wie könnt Ihr es wagen, dem König von England ein solches Pferd anzubieten?»
     «Leider haben wir kein Pferd, das du in deinem Zustand reiten kannst.» Er blieb eisern beim «du», ich ignorierte es weiterhin.
     «Und um mir das zu sagen, bemüht Ihr Euch selbst und schickt nicht einen Eurer Knappen?», fuhr ich ihn an. Natürlich hatte er sich meine Reaktion nicht entgehen lassen wollen. Er würde auch künftig keine Gelegenheit auslassen, mich zu demütigen. «Herr von Weidenberg erzählte mir vorhin von einem Pferd, eines Königs würdig, das Ihr für mich mitgebracht habt. Führt es mir vor.»
     Leopold wurde etwas unsicher. «Den kannst du in deinem Zustand nicht reiten.»
     Ich lachte. So schlecht ich mich fühlte, das Spiel begann mir plötzlich Spaß zu machen. «Da wäre ich mir an Eurer Stelle nicht so sicher.»
     «Wie du willst», antwortete Leopold. Deutlich sah ich den lauernden Ausdruck in seinen Augen. Er gab einem der Knappen einen Wink. «Hol Teufelssturm her.»
     Der Junge, noch sehr jung für einen Knappen, ich schätzte ihn auf vielleicht 13 Jahre, drehte sich auf den Hacken um und rannte davon.
     Während wir auf seine Rückkehr warteten, um uns herum das übliche Durcheinander des Aufbruchs einer militärischen Truppe, fragte ich Hugo, als der einmal an uns vorbeiging: «Wohin bringt Ihr mich, Herr von Weidenberg?» Ich sprach so laut, dass Joan und Bertram, die sich garantiert hier irgendwo versteckten, es hören konnten.
     Leopolds säuerliches Gesicht bei dieser Frage gab mir den letzten Beweis. Er war hier tatsächlich nur Zuschauer. Wenn wirklich der Kaiser dahintersteckte – und nur er konnte Hugos Befehlshaber sein, wenn der seinem Lehnsherrn Befehle erteilte – hatte man Leopold lediglich die Genugtuung meiner Gefangennahme geben wollen.
     Hugo verzog säuerlich das Gesicht. «Ihr werdet es schnell wissen, sobald wir dort sind, Sire», wies er meine Frage zurück.

*


Bevor der Knappe mit dem Pferd zurückkam, kehrte Sergeant Hansen mit dem Suchtrupp zurück. Die zehn Männer glitten von ihren Pferden, Hansen grüßte Hugo.
     «Sprecht», forderte der ihn auf.
     «Nichts, Herr von Weidenberg. Keine Spur, weder von der Gräfin, noch von Master Bertram.»
     Bei der Erwähnung Joans hörte ich deutlich Hansens Beklemmung aus seiner Stimme heraus. Gut so. Die Männer konnten gar nicht genug Angst vor ihr haben. Das gab ihr die Chance, wirklich zu entkommen.
     Wieder fühlte ich diesen schmerzhaften Stich. Sie würde mir fehlen in den nächsten Tagen, noch mehr, als sie mir damals vor so vielen Jahren gefehlt hatte.
     Hugos Gesicht verschloss sich. «Seid Ihr ganz sicher, Sergeant?»
     «Ja, Herr von Weidenberg.»
     «Durchsucht hier trotzdem auch noch einmal alles. Die Gräfin de Saint-Pol ist gefährlich, wie Ihr wisst.»
     Hansen verzog unbehaglich das Gesicht. Er konnte sogar das Zusammenschauern nicht unterdrücken. Für einen Mann mit seiner Kriegserfahrung hieß das viel. «Das weiß ich sehr gut, Herr von Weidenberg.» Er wandte sich zu seinen Männern um. «Ihr habt Herrn von Weidenberg gehört, Männer.»
     Sie teilten sich auf seine Anweisung hin auf. Hansen selbst verschwand mit einem anderen Mann in Richtung der Ställe des Gasthofes. Auch wir hatten unsere erbärmlichen Pferde dort untergestellt. Nachdenklich sah Hugo dem erfahrenen Soldaten nach, der seine Narben im Gesicht mit Stolz trug. Ich wunderte mich ohnehin, wieso er sich nach der Rückkehr aus Outremer nicht zur Ruhe gesetzt hatte. Genug Beute hatte er gemacht, um sich eine Frau zu suchen, die ihn verwöhnte, da er keine Familie gehabt hatte. Er gehörte wohl zu den Männern, die nie auf den Kampf verzichten konnten.
     «Ihr hättet es wissen sollen, Herr von Weidenberg», sagte ich ruhig, während er die Fäuste ballte.
     «Gerade deshalb will ich sie haben», knurrte er. Deutlich sah ich die Angst nicht nur in seinen Augen, sondern in seiner gesamten Körperhaltung. Fast unmerklich, aber es war mir zur zweiten Natur geworden, die Menschen um mich herum zu beobachten. Durch Joans Unterweisung hatte ich es darin noch weitergebracht, als vorher schon. Niemand außer mir würde die Anzeichen bei ihm bemerken.
     In Outremer hatten wir zusammen mit Joan Seite an Seite gegen die Sarazenen gekämpft und abends zusammengesessen, geredet und getrunken. Als Joan und ich ihm das «du» anboten, hatte er bei mir stolz eingewilligt, Joan höflich, aber bestimmt zurückgewiesen. Es zieme sich nicht einer Dame gegenüber. Joan hatte nur gelacht. Auch er kam nicht gegen ihre düstere Ausstrahlung an – und ich war stolz, sie als einziger durchdringen zu können. Mehr noch, sie zog mich magisch an.
Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz