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Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (21511) und Neopubli (235)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5350)
Seiten: 748 (Taschenbuch-Version), 516 (Taschenbuch-Version Nr. 2)
Themen: Excalibur (10), König Artus (33), Könige (1277), Kreuzritter (7), Priester (285), Richard Löwenherz (22)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Joan und ich verständigten uns mit einem Blick. Ich spürte die nahende Ohnmacht immer deutlicher.

*


«Ihr müsst fliehen, Sire», beschwor Bertram mich, als ich erfolglos versuchte, von der Bettkante aufzustehen. Er hatte das «du» abgelehnt, das ihm als Milchbruder des Königs zustand und war auf Distanz geblieben. Ich respektierte seine Entscheidung, obwohl ich sie nicht verstand. Jeder andere wäre stolz auf dieses Angebot des Königs gewesen.
     «Rede keinen Unsinn», fuhr Joan ihn rüde an. «Siehst du denn nicht, dass Richard sich nicht mehr auf den Beinen halten kann?» Sie schüttelte den Kopf über sein Ansinnen, ihre dunklen Augen wurden dabei noch düsterer, ihre magische Ausstrahlung füllte den gesamten Raum aus.
     Bertram störte sie genauso wenig wie mich und Niklas verschanzte sich hinter seinen Gebeten. Er streckte ihr lediglich sein großes silbernes Kreuz, das er immer an einer Kette um den Hals trug, noch weiter entgegen. Es sah aus, als wolle er den Teufel in ihrer Gestalt beschwören.
     Wäre die Lage nicht so ernst und es mir besser gehen, hätte ich lauthals gelacht.
     Joan machte sich Sorgen um mich, ich sah es ihr deutlich an. Die Ausweglosigkeit unserer Lage war erdrückend. Wäre ich nicht so krank, hätte ich es gewagt, mir zusammen mit Joan und Bertram gegen die Übermacht den Weg freizukämpfen. Auf Claude konnte ich dieses Mal nicht zählen, da er offenbar in Gefangenschaft geraten war.
     Ich schüttelte den Kopf und machte eine befehlende Handbewegung in Joans Richtung, ehe sie noch mehr sagte.
     «Master Bertram, Ihr werdet jetzt verschwinden, solange Ihr es noch könnt. Folgt uns, bis Ihr wisst, wohin man mich bringt. Dann reist auf dem schnellsten Weg nach England. Ihr werdet einen Kapitän finden, der mutig genug ist, Euch bei diesem Wetter über den Kanal zu bringen. Das hier sollte reichen.» Damit löste ich einen schweren Beutel von meinem Gürtel, der voll von Gold- und Silberstücken war. Er enthielt das Lösegeld eines Fürsten.
     «Ihr seid die letzte Hoffnung, die wir noch haben», ergänzte ich.
     Bertram beugte respektvoll das Knie vor mir. «Ich werde Euren Befehl ausführen, Sire», sagte er einfach. Er war kein Mann vieler Worte, was ich sehr schätzte. Ich nickte ihm zu, er erhob sich, nahm Joan kurz in den Arm, beugte der Form halber ganz kurz das Knie vor Kaplan Niklas, weil es sich so gehörte – er hasste ihn ebenso wie ich und Joan.
     Dann verließ er ohne ein weiteres Wort das Zimmer und blickte sich auch nicht mehr nach uns um. Ich hatte das Gefühl, in diesem Moment einen guten und treuen Freund zu verlieren.
     Trotzdem fragte ich mich, ob er überhaupt die Absicht hatte, nach England zu reisen. Es war ein furchtbares Gefühl, niemandem, nicht einmal meinen engsten Freunden, die Joan und Bertram waren, trauen zu können. Aufgrund meiner hohen Geburt hatte ich früh gelernt, wie Einsamkeit unter vielen Menschen sich anfühlte, aber so wie jetzt hatte ich mich noch niemals von allen verlassen gefühlt.
     Die Soldaten freuten sich immer, wenn ich mich im Feld zu ihnen setzte und fühlten sich durch meine Anwesenheit ausgezeichnet. Ich selbst genoss das raue Zusammensein mit ihnen, weil ich dabei die Einsamkeit weniger spürte. Denn die rauen Soldaten waren im Gegensatz zu den Speichelleckern mit ihren geschliffenen Manieren ehrlich in ihrer Anerkennung.

*


«Ihr könnt auch etwas tun, Kaplan Niklas», wandte ich mich an meinen Beichtvater. «Geht hinunter und haltet die deutschen Ritter auf, solange es möglich ist. Ich möchte mich auf die Gefangennahme vorbereiten.»
     «Wollt Ihr Euch nicht lieber im Gebet vorbereiten, Sire?», antworte er mit hasserfülltem Seitenblick auf Joan. Die hob nur leicht die Schultern und bedachte ihn mit einem verachtenden Lächeln.
     «Nein, Kaplan. Das, was ich zu tun habe, ist nicht geistlicher, sondern medizinischer Natur. Und dabei brauche ich keine Zuschauer, Euch schon gar nicht, sondern meinen Medicus.»
     «Wie Ihr wünscht, Sire», gab er ungerührt zurück und tat so, als würde er die Beleidigung nicht wahrnehmen, was er aber tat, wie ich wusste. «Falls Ihr doch geistlichen Beistand benötigt, bin ich jederzeit für Euch da.» Er gab einfach nicht auf.
     Ich konnte nicht mehr an mich halten. «Was hätte ich mit Gott zu besprechen, da er mir ohnehin nicht antwortet? Wo war Er, als ich Seine Unterstützung in Akkon benötigte?»
     Seine Augen loderten in diesem Feuer, das ich vor vielen Jahren schon in denen meines Vaters gesehen hatte – und das hatte nichts mit dem Glauben zu tun. Er wagte sogar, mir zu antworten: «Dann seid Ihr sicher nicht demütig genug, Sire, sonst würde Gott zu Euch sprechen. Ihr solltet Euch Eurer Sünden erinnern und sie ehrlich bereuen, dann wird der Allmächtige auch für Euch Antworten haben.»
     Jetzt reichte es mir. Das Angevinische Temperament ging mit mir durch. Ich sah Joans warnende Blicke, aber ignorierte sie. «Ja, die Aufforderung Tausender unschuldiger Menschen zu töten, weil sie Eurer Auffassung nach ‘Ungläubige’ und ‘verlorene Seelen’ sind. Ich und meine Waffenschwester haben Freunde unter ihnen gefunden.»
     «Sire», protestierte er sofort. «Ich versündigt Euch gegen den Allmächtigen. Ihr solltet dringend beichten und ehrlich bereuen, nur so kann ich das Heil Eurer unsterblichen Seele noch retten.»
     Ich holte Luft, die Worte lagen mir im Mund, aber ich sprach sie nicht aus. Stattdessen dachte ich: Wenn ich überhaupt noch einmal beichte, dann sicher nicht bei dir, Niklas.
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