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Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (20845)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5201)
Seiten: 748
Themen: Excalibur (10), König Artus (32), Könige (1250), Kreuzritter (6), Priester (277), Richard Löwenherz (21)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Joan stand direkt neben mir, an ihrer Seite mein Waffenmeister Bertram Grooth. Beide waren zwei Tage nach mir geboren worden, wir waren alle drei Milchgeschwister.
     Die Gräfin Agnes de Saint-Pol hatte nach mehreren Fehlgeburten endlich ihrem ersten Kind das Leben geschenkt. Sie war die Frau meines damaligen ritterlichen Erziehers und Waffenmeisters, des Grafen Gaucher de Saint-Pol, gewesen.
     Die Hebamme, die mich auf die Welt geholt hatte, war selbst schwanger gewesen und hatte ihr eigenes Kind in einer Sturzgeburt vor dem Bett der Gräfin bekommen, durch die Anstrengung drei Wochen zu früh.
     Mary Grooth und eine Frau namens Hodierma waren unsere Ammen gewesen.
     Bertram war seit seinem 10. Lebensjahr zusammen mit Joan auf der Burg Dragonhort in der Nähe von Nottingham erzogen worden Sie gehörte meiner Mutter und barg Geheimnisse, die Kirche und Staat erschüttern konnten. Entsprechend klein war der Kreis der Eingeweihten, zu denen ich ebenfalls gehörte. Nicht, weil ich der König war, sondern der Sohn meiner Mutter.
     Zuerst war ich auf Bertram genau wie auf den Anführer der ehemaligen Geächteten eifersüchtig gewesen, heute waren beide Männer meine besten und treuesten Freunde.
     Bertram war groß und kräftig gebaut, nur einen halben Kopf kleiner als ich. Sein dunkelbraunes, schulterlanges Haar war genau wie meines einmal sorgfältig gepflegt gewesen, nun war es ebenso wie unsere Bärte struppig und verfilzt. Wir alle sahen eher aus wie Straßenräuber – aber zur Tarnung hatte es trotzdem nicht gereicht.
     Ich löste meinen Blick von Bertram und richtete ihn auf meinen Beichtvater Kaplan Niklas. Er begleitete mich seit frühester Jugend und wir kannten uns gut, in manchen Dingen hätte ich ihn gerne nicht so genannt gekannt. Wie Philippe war er einst mein Freund gewesen, heute wünschte ich ihn so schnell wie möglich zu dem von ihm immer wieder beschworenen Teufel.
     Sein schmales, asketisches Gesicht, das grundsätzlich aussah, als würde er verhungern, war die Folge der zahlreichen Bußübungen. Im Gegensatz zu vielen Klerikern, die nur ihre Gläubigen büßen ließen und sich auf deren Kosten bereicherten, gehörte er zu den viel gefährlichen Fanatikern. Er sah sogar seine eigene Existenz auf der Erde nur als Buße für die Sünden unserer Vorväter, angefangen bei Adam und Eva.
     Bei unserer Flucht hatte er sich standhaft geweigert, auf geistliche Kleidung zu verzichten. Immerhin hatte ich ihn überzeugen können, seine Soutane mit der Kutte eines Bettelmönches zu vertauschen. Sie schlotterte um seinen ausgezehrten Körper. Auf dem Kopf hatte er nur noch einen dünnen, blonden Haarkranz um seine Tonsur herum, auf einen Bart hatte er schon immer verzichtet. Jetzt standen ihm die Stoppeln vom Gesicht ab, da wir alle keine Möglichkeit zum Rasieren gehabt hatten.
     Wie immer murmelte er seine Gebete vor sich hin. Er stand mit dem Rücken zur Wand, hatte den stechenden Blick aus seinen hellblauen Augen seit einer ganzen Weile nicht mehr von mir und Joan abgewandt.
     Am liebsten hätte ich ihn nach England zurückgeschickt, um Mutter zu benachrichtigen. Aber er hätte meine Begleiter, die sich dreimal hatten für mich fangen lassen, nur behindert. Durch ihn hätten sie nicht genug Zeit für mich gewinnen können.
     Schon einige Male hatte ich mich gefragt, warum Gott ihn in Outremer am Leben gelassen hatte, da so viele tapfere und gute Männer gefallen waren. Mir war bewusst, dass diese Gedanken Gotteslästerung waren, denn Seine Diener waren unantastbar, aber das kümmerte mich schon längst nicht mehr.
     Joan hatte einige Male versucht, ihn zu töten. Als Priesterin der alten Religion hatte sie im Gegensatz zu mir keine Hemmungen einem Gottesdiener gegenüber.
     Aber der Allmächtige musste Niklas mit einer Unmenge von Schutzengeln ausgestattet haben. Er war ihr jedes Mal entkommen.
     Stattdessen verfolgte er sie mit seinem Hass, worüber sie nur lachte, was ihn noch wütender machte. Schon einige Mal hatte er sie öffentlich als Ketzerin gebrandmarkt, sich aber danach bei ihr entschuldigen müssen, als ich ihn auf den päpstlichen Dispens für sie hingewiesen hatte. Niklas kannte ihn genau. Dagegen zu verstoßen, war ein Affront ohnegleichen gegen sie und mich als König, da sie mein Mündel war, genau wie das meiner Mutter.
     Außerdem erinnerten so einige Männer in Outremer sich daran, dass Joan ihnen das Leben gerettet hatte, als die christlichen Ärzte sie schon aufgegeben hatten. Die von der alten Religion bewahrte Heilkunst aus längst vergangenen Zeiten, noch bevor König Artus gelebt hatte, rettete Leben und tötete nicht mehr Männer in den Krankenzelten, als in der Schlacht fielen.
     Wenn Joan und Niklas nur in einem Raum waren, kam es mir manchmal vor, als lege sich ihr düsterer Schatten über den christlichen Priester. In diesen Momenten, so wie jetzt gerade, fühlte ich ihre magisch-dunkle Ausstrahlung mit allen Fasern. Seltsamerweise zog mich das mit einer Faszination an, der ich mich nicht entziehen konnte. Jetzt gab es mir die Kraft, die ich brauchte für das, was mir gleich bevorstand.

*


Unten wurden die Geräusche lauter. Es wurde Zeit, dass ich meine Befehle erteilte. Meine nach Befreiung drängenden Dämonen lähmten mich immer mehr. Unter normalen Umständen hätte ich Joan und Bertram schon längst meine Befehle erteilt und sie wären verschwunden.
     Trotzdem lachte ich in meinem Inneren: ein recht starker Trupp, wie es sich anhörte – für zwei Ritter, einen Waffenmeister und einen Pagen. Der Priester zählte dabei nicht.
     Ein Aufwand, der mich stolz machen sollte, denn er zeigte, wie viel Angst meine Feinde vor mir hatten. Der nächste Übelkeits- und Schwindelanfall hinderte mich daran.
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