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Richard Löwenherz und die Legende von Albion
Verfasser: Vivian Vaught (1)
Verlag: Eigenverlag (21140) und Neopubli (203)
VÖ: 23. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5261)
Seiten: 748 (Taschenbuch-Version), 516 (Taschenbuch-Version Nr. 2)
Themen: Excalibur (10), König Artus (33), Könige (1263), Kreuzritter (6), Priester (281), Richard Löwenherz (22)
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Erklärung der Bewertungssysteme
In der Gefangenschaft seiner Feinde muss sich Richard Löwenherz den Erinnerungen an sein Leben stellen und seine Dämonen besiegen.
An seiner Seite ist eine Priesterin der alten Religion.
In diesem Buch kommt er selbst zu Wort und dadurch kann der Leser voll mit empfinden.
Meines Wissen der erste deutschsprachige Roman, in dem Richard in der Ich-Form erzählt.
Lesermeinungen (3)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vivian Vaught für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vivian Vaught gibt es auf ihrer Autorenseite und bei Facebook.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Die Kirche hatte mir die Verletzung meines Eides als Kreuzfahrer vorgeworfen – ich hatte nach rein militärischen Erwägungen entschieden und damit Tausenden von Menschen das Leben gerettet. Ein Angriff auf Jerusalem wäre militärischer Wahnsinn gewesen. Die zurückbleibenden Ordensritter, sobald alle anderen ihr Gelübde erfüllt und in die Heimat zurückgekehrt waren, hätten die Stadt niemals halten können - und Tausende von Menschen wären sinnlos gestorben.
     Leider sahen die Kleriker das anders. Deren Meinung nach hatte ich diesen Tausenden, die noch lebten, den Eingang in Gottes Paradies verwehrt, weil sie durch mich ihren Eid nicht erfüllen konnten.
     Ich hatte meinen Schwur bewusst gebrochen, weil ich keinen Sinn in diesem sinnlosen Töten gesehen hatte – erstmals. Inwieweit ich mich nicht nur von militärischen Erwägungen, sondern auch vom tiefem Respekt der alten Religion vor dem Leben an sich hatte leiten lassen, wusste ich bis heute nicht. Solange ich der Meinung war, die für mich und all diese Menschen richtige Entscheidung getroffen zu haben, war es mir egal.
     Kaplan Niklas hatte mir mehrfach vorgehalten, Gott strafe mich durch diesen schlimmsten Anfall des Fiebers für meine Entscheidung. Joan erklärte meinen Zustand anders: Die Dämonen in mir drängten nach Befreiung, ich wehrte mich nach wie vor gegen sie und daher reagierte mein Körper mit Fieber.
     Ich vermutete, dass sie richtig lag. Dieses Gefühl, dass etwas in mir nach außen drängte, war neu. Es fühlte sich völlig anders an wie Kotzen oder Durchfall. Erst durch Joan hatte ich gelernt, wie eng Körper und Seele miteinander verbunden waren. Ich steuerte eindeutig auf das zu, was ich immer meinen jungen Knappen riet, die von den Grausamkeiten ihrer ersten Gefechte gelähmt waren: sich ihren Dämonen zu stellen und darüber zu reden – mit jemandem, dem sie vertrauten.
     Viele Knappen hatten niemanden, dem sie sich offenbaren konnten. So wurde ich oft zu ihrem Zuhörer. Auch wenn sie erst eine innere Mauer überwinden mussten, mit ihrem König und Ritter zu reden, niemand hatte es danach bereut. Im Gegenteil schaffte ich es jedes Mal, ihnen zu erklären, wie sie ihre Dämonen besiegen konnten.
     Nur ich selbst hatte mich nie jemandem anvertraut. Es war nicht nötig gewesen, da keiner meiner getöteten Gegner mir den Schlaf raubte. Mittlerweile vermochte ich sie nicht mehr zu zählen, aber an die ersten erinnerte ich mich sehr gut.
     Solche Gespräche fielen unter den ritterlichen Ehrenkodex. Alles, was dabei besprochen wurde, blieb zwischen den Gesprächspartnern. Ein Verstoß dagegen verletzte die Ehre jedes Mannes. Dieser Moment der Schwäche war keine Schande. Er wurde es nur, wenn ein Mann nicht in der Lage war, mit dieser Hilfe seine Dämonen zu besiegen und wieder in den Kampf zu ziehen.
     Ich hatte genug Dämonen in mir, genauso von dem, was ich anderen angetan hatte wie auch, was ich gesehen und selbst ertragen hatte.
     Von frühester Jugend an war ich für den Kampf ausgebildet worden. Da mein älterer Bruder, der nach meinem Vater Henry hieß und den wir alle ‘Hal’ nannten, Thronfolger war, hatte niemand etwas dagegen gehabt, im Gegenteil. Kampf war für mich Rausch der Sinne, Befriedigung von Körper und Seele, genauso, als wenn ich einer Frau beiwohnte. Niemals war ich Feinden gegenüber unehrenhaft gewesen, grausam schon. Einen Krieg gewann man eben nicht mit Artigkeiten.
     Sollte Joans Vermutung richtig sein, wovon ich ausging, würde ich diesen Anfall des Fiebers nur lebend und bei klarem Verstand überstehen, wenn ich mich diesem langen vermiedenen Kampf stellte. Das ging nur, wenn ich meinen inneren Widerstand dagegen bezwang. Ich musste meinen eigenen starken Willen besiegen, obwohl mein Stolz mir genau das verbot.
     Mich allein in einer Kerkerzelle im Fieber winden, meinen Dämonen stellen, im Fieber reden, Dinge verraten, die nur mich etwas angingen – davor graute mir. Oder hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben ... Angst?
     Dabei musste ich auf die einzige Unterstützung verzichten, die ich hatte. Joan würde dann – so oder so – nicht mehr bei mir sein. Ich weigerte mich, daran zu denken, dass ich sie vielleicht sogar selbst töten musste, falls sie die Verräterin war. Denn es konnte sogar sein, dass sie und Master Bertram Verbündete waren und sie mich belogen hatte, als sie mir seine Unschuld versicherte.
     Ob ich ihren Tod von meiner eigenen Hand ertragen würde, wusste ich nicht. Daher hoffte ich inständig, dass nicht sie es war.
     Als Joan mich zum ersten Mal gewarnt hatte, dass ich mich eines Tages nicht mehr gegen den Drang meiner Dämonen wehren konnte, hatte ich sie gefragt, ob ich erst mein Reich sichern sollte oder nicht. Sie hatte mich mit ihrem düsteren Blick nur angeschaut und, wie immer in solchen Dingen, völlig ruhig geantwortet: ‘Wenn du diesen Kampf mit deinem Willen zu lange unterdrückst, wirst du eines Tages keine Macht mehr über die Entscheidung haben. Die Dämonen werden sie von dir erzwingen, weil du sonst stirbst.’
     Es ging also los ... als Gefangener ...


*****

2. Die Befehle des Königs


Noch einmal musterte ich die drei Gefährten, die um mich herumstanden. Die Gedanken jagten durch meinen Kopf, kämpften gegen dieses Gefühl der nahenden Ohnmacht an. Auf der einen Seite war ich überwach, während mich Erinnerungen überfluteten, an die ich seit Jahren nicht mehr gedacht hatte, weil sie für mich selbstverständlich waren.
     Auf der anderen war ich schon halb bewusstlos. Nur mein Wille hielt mich wach.
     Ich hatte das Gefühl, über einem Abgrund zu stehen und nicht absehen zu können, auf welcher Seite ich landen würde. Denn die Geräusche aus dem Hof wurden immer bedrohlicher. Wir hatten kaum noch Zeit.
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