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Unfried - Die Courage der Ungehorsamen
Verfasser: Reinhard Skandera (3)
Verlag: Eigenverlag (21083)
VÖ: 1. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5250)
Seiten: 311 (Taschenbuch-Version), 205 (Kindle-Version)
Themen: Armut (65), Dorf (1091), Freundschaft (2372), Jungen (1145), Sudetenland (1)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Reinhard Skandera für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Reinhard Skandera gibt es bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     „Ich komme mit zu Richter, um mir anzuhören, was er uns vorschlägt. Ich höre zu und entscheide später, ob ich mitmache oder nicht.“
     „Alles klar, mein Guter. Beim ersten Deal gewähre ich dir ein Darlehn, die Rückzahlungsraten besprechen wir freundschaftlich. Ab dem zweiten Transport investierst du eigenes Geld. Eine Lieferung bringt dir zehn Mal mehr als ein Monat Arbeit am Hochofen, zwanzig Mal mehr als der Lohn bei Pit.“ Franz zappelte an der Angel, beschäftigte sich gedanklich schon mit Einzelheiten.
     „Von wem kaufen wir die Sargnägel?“
     „Von asiatischen Seeleuten, die in Rotterdam anlegen. Die Matrosen aus Fernost bieten die besten Preise an, weil das Angebot von dort riesengroß ist. Ich erkläre dir in Rotterdam, wie es abläuft im Hafen. Du kannst dir den Weg überlegen, auf dem wir die Ware von Bord bringen, bevor die "Marianne“ im Oberhausener Hafen vom Zoll kontrolliert wird.“ Franz stutzte, ihm lagen ein paar Fragen auf der Zunge, die er verschieben musste, da sie an Richters Gasthof kamen.
     Eine ausgesprochen hübsche dunkelhaarige junge Frau empfing Maik und Franz in Richters Gaststätte. Die unvermeidlichen politischen Diskussionen am Tresen übertönten alles. Die tumultartigen, kontroversen Wortgefechte spiegelten die aufgeladene öffentliche Meinung wieder. Maries Sozialdemokratische Partei fand offensichtlich unter den Gästen viele Anhänger. Franz konnte die Augen nicht von der Bedienung lassen, die einen wachen und intelligenten Eindruck machte. Er fragte sich, wie Richter sie gefunden hatte. Sie bestellten zwei Bier, die Liesel Struwe ihnen zapfte und auf die Theke stellte. In ihrer freundlichen Art fragte sie nach dem Grund des Besuchs, da sich Maik gleich beim Eintreten nach Jörg Richter erkundigt hatte.
     „Gehts um Geschäfte mit dem großen Boss Jungs?“ Franz schwieg, überließ Maik die Antwort.
     „Der Boss weiß Bescheid. Ich kenne den Weg.“ Sie gab sich damit nicht zufrieden.
     „Ich muss jeden Gast anmelden, ihre Namen bitte.“ Franz beeilte sich, die Auskunft zu geben.
     „Franz Unfried und ... “
     „Und niemand,“ fuhr Maik ihm in die Parade, „los jetzt.“ Liesel ließ es sich nicht nehmen, sie in den Keller zu begleiten. Zu seiner Überraschung stellte Franz fest, dass das untere Geschoss viel größer war als der Schankraum. Zahlreiche labyrinthartig angelegte Gänge gaben eine Ahnung über die Ausmaße des unterirdischen Irrgartens. Vor einer Tür wachte ein Typ gegen den Maik, der dem Kraftprotz etwas ins Ohr flüsterte, wie ein Hänfling wirkte. Der, dessen Hals die Breite von Franzens Rückens aufwies, verschwand hinter dem Zugang, kam nach 2 Minuten zurück und geleitete sie zu Richters Büro. So hatte sich Franz einen Gangsterboss nicht vorgestellt, 1,70 Meter groß, dicker Bauch, kurze Beine, auf dem Kopf mehr Kopfhaut als Haare. Die Stimme berührte ihn vom ersten Augenblick negativ. Viel zu laut, als erfülle jedes Wort nur den Zweck, die Wichtigkeit des Sprechenden zu unterstreichen. Das schuf eine unangenehme Atmosphäre, die an Franzens Nerven zerrte. Er fing an zu schwitzen, spürte den Magen. Am Liebsten stände er auf und ginge nach Hause. Zwing dich, die Ruhe zu bewahren und aufmerksam zuzuhören, sagte er sich. Richter holte zu einem Monolog aus.
     „Wir nehmen nur die teuren Zigaretten. Türkische, Ägyptische und American Blend Sorten, die der von mir verehrte Johannes von Miguel mit Banderolensteuer belegte. Unsere Glimmstängel bekommen kein Zolllager zu Gesicht. Der Fiskus geht leer aus, wir wissen, was sich gehört. Ihr kauft das Zeug in Rotterdam von den "Schlitzaugen“, bringt es mit der "Marianne“ ins Ruhrrevier. Dort nehme ich es euch ab. Wenn es schön trocken ist, bekommt ihr euren Zaster. Es ist leicht, reich zu werden, glaubt mir. Die Qualität muss stimmen. Schafft kein nasses Kraut an, nur für pulvertrockene Ware zahle ich.“ Franz fragte sich, wer will das zu 100 % garantieren, die Verkäufer erklären die Kippen selbstredend für knochentrocken. Er notierte im Kopf das erste Risiko.
     „Unter 100.000 Luschen lohnt es sich nicht, sagen wir, für den Anfang liefert ihr mir 400.000 Fluppen. Ich löhne 3 Pfennig pro Stück; der Einkauf kostet 1,5 Pfennig. Euer Profit beläuft sich auf maximal 8000. Wenn ihr gut mit den Asiaten verhandelt, erwirtschaftet ihr 100 % Gewinn, nicht schlecht für 2 grüne Jungs, oder?“ Franz rechnete fieberhaft im Kopf. Von seinem Überschuss zahlte er die Hälfte, 2000 Mark, an Maik zurück. Das hieße, er verdiente bei dem Schmuggel 2.000 Mark, eine Summe, die in ihm eine Veränderung auslöste. Zum ersten Mal im Leben spürte er eine Gier nach Geld in sich aufsteigen. Ihm gefiel das nicht, es ließ sich in dem Augenblick nicht kontrollieren. Er schwitzte stärker. Mutters Sorgen um das tägliche Brot verschwänden für eine lange Zeit, dachte er. Die heimliche Idee, die er sich seit ein paar Tagen ausmalte, könnte sich am Ende doch nicht als ein reines Hirngespinst erweisen. Doch er gab sich keinen Illusionen hin. Es bedurfte mehr als eines Transportes, bevor die Realisierung infrage kam. Richter fuhr fort mit den Instruktionen.
     „Ihr bringt die Ware über die Grenze. Das ist kein Problem, da die Ladung der "Marianne“ erst bei der Ankunft im Hafen vom Zoll kontrolliert wird. Die Kippen müssen vor dem Anlegen von Bord an das Ufer gebracht werden, Pit weiß Bescheid, er wird die "Marianne“ einen halben Kilometer vor dem Pier möglichst nah an die Böschung manövrieren.“ Franz Magen nahm erneut Witterung auf. Er wollte wissen: „Brauchen wir nicht 1-2 Männer, die die Zigaretten in Empfang nehmen?“ Maik hatte dazu eine an sich gute Idee.
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