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Unfried - Die Courage der Ungehorsamen
Verfasser: Reinhard Skandera (3)
Verlag: Eigenverlag (21086)
VÖ: 1. Juli 2021
Genre: Historischer Roman (5250)
Seiten: 311 (Taschenbuch-Version), 205 (Kindle-Version)
Themen: Armut (65), Dorf (1091), Freundschaft (2372), Jungen (1145), Sudetenland (1)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Reinhard Skandera für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Reinhard Skandera gibt es bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Marie fiel es schwer, Franz auf die Geldnöte, die sie plagten, hinzuweisen. Es reichte gerade noch, um ein kärgliches Essen auf den den Tisch zu bringen. Sie investierte Stunden beim Einkaufen. Sie musste jede Mark zweimal umdrehen, bevor sie sie ausgab. Anschreiben half nur kurzfristig, es machte die Lage im Grunde genommen noch komplizierter. Ihr blieb keine Wahl, sie konfrontierte Franz mit der misslichen Lage.
     „Ich habe noch 5 Mark mehr bleibt uns nicht bis zum Ende des Monats. Bis dahin sind es noch 2 Wochen. Die Lebensmittelvorräte haben wir beinahe aufgebraucht.“ Franz fühlte zum ersten Mal den Druck der Verantwortung für eine Familie, von der Josef ihm nach dem Rausschmiss bei Knesebeck erzählt hatte. Ein stechender Schmerz durchzuckte ihn in der Magengegend.
     „Ich bitte Pit um einen Vorschuss. Das ist das Einzige, was mir im Moment einfällt. Den verrechnet er mit dem nächsten Lohn; das Geld, das ich auf der "Marianne“ verdiene, reicht einfach nicht.“ Maiks Vorschlag spukte in seinem Kopf herum. Hatte er eine andere Möglichkeit, als in den Zigarettenschmuggel einzusteigen? Die Antwort lag auf der Hand, die Konsequenz ebenso. Aus dem rechtschaffenen Jungen wurde ein Gesetzesbrecher. Marie bekniete ihn, auf Arianes Angebot einzugehen.
     „Bewerbe dich bei Knesebeck. In der letzten Versammlung bei der Gewerkschaft sprachen sie darüber, dass Knesebeck Arbeiter sucht.“ Die Entlassung und besonders der Gang zu Ariane, um das Almosen abzuholen, das man ihnen gewährte, hatte Franz tief verletzt.
      „Vergiss es Mutter. In meinem Leben werde ich nicht mehr für Knesebeck arbeiten.“
     „Franz, Stolz können sich die Reichen leisten. Bei uns langt es nur zum Überleben, wenn das Glück uns hold ist.“ Er beendete das Gespräch, verließ die Wohnung, um nachzudenken. Hatte Mutter nicht recht, dass ich aus einem dummen Ehrgefühl heraus eine Anstellung bei Knesebeck ausschlage? Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, dass sie händeringend Leute suchten, die die Arbeit am Ofen kennen. Irgendetwas in ihm sträubte sich gegen Knesebeck, die unwürdige Zeremonie ging ihm nicht aus dem Kopf, als sie sprichwörtlich im Regen standen. Wie die Lämmer an der Schlachtbank, um den Rausschmiss zu empfangen. Er wollte das Schicksal nicht mehr in die Hände Fremder legen, denen es völlig egal war, ob ihre Entscheidungen den Lebenstraum anderer vernichtete. Seine Brüder, die genauso eine Begabung in die Wiege gelegt bekamen wie die Söhne und Töchter der Privilegierten, hatten das Recht zu lernen. Von den Überlegungen bis zu Maiks Geschäftsmodell führte ein kurzer Weg. Soll ich mich auf das illegale Geschäft mit den Sargnägeln einlassen? Gibt es andere Chancen, die einen kurzfristigen Geldsegen versprechen? Mutter betrachtet die Einhaltung von Gesetz und Ordnung als heilig, erführe sie vom Zigarettenschmuggel, verletzte ich das, was ihr am wichtigsten war. Ariane würde ich unwiderruflich verlieren. Mir bleibt die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das war der innere Dialog, den er mit sich führte.
     Jörg Richter, ohnehin ein sehr ungeduldiger Mann, wurde langsam nervös. Der wichtigste Gegenspieler im Kampf um den Zigarettenmarkt im Ruhrrevier, Horst Stangel, lief ihm den Rang ab. Jörg zitierte Maik in sein Büro in den Kellerräumen unter der Kneipe.
     „Mensch Hoogendalen, komm endlich in die Pötte, draußen laufen Jungs herum, die mein Angebot mit Kusshand annehmen würden. Ich arbeite lieber mit dir, weil ich dich gut leiden kann. 3 Tage gebe ich dir, bis dahin brauche ich die Zusage.“ Maik blieb gelassen.
     „Ruhig, Richter ruhig. Übermorgen fahren wir in Richtung Rotterdam, eine Woche später sind wir mit den Kippen in Oberhausen, das verspreche ich. Morgen kommen mein Partner und ich zu dir, um alles zu besprechen. Wo ist die Schönheit, die du aus der Karibik mitgebracht hast, mit der du einen Stall voll Kinder haben wolltest?“
     „Erinnere mich nicht an sie. Einfach abgehauen, ohne ein Wort, nachts, während ich schlief, schleicht sie sich raus. Die hat es im Ruhrrevier nicht ausgehalten, weil die Betttücher nach dem Trocknen an der Luft die Farbe gewechselt hatten.“ Maik konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen.
     „Ha, ha, dem Weiberheld läuft die Frau weg, das glaube ich nicht.“ Bevor er sesshaft wurde, war Jörg Richter zur See gefahren. Eine dunkelhäutige Schönheit aus der Karibik, von der Insel Guadeloupe, hatte ihm total den Kopf verdreht. Sie schaffte, was keiner, der ihn kannte, für möglich hielt. Er gab das geliebte Seemannsleben auf. Die Dame erkrankte jedoch schon bald nach der Ankunft im rauen Ruhrrevier an Heimweh und Jörg verfiel in eine Depression, da er nicht verkraftete, von einer Frau verlassen zu werden. Der Schmuggel mit den Sargnägeln sollte ihm genügend Geld einbringen, um den Lebensabend mit der Angebeteten in ihrer schönen Heimat verbringen zu können.
     Als Maik über den Steg federnd die "Marianne“ betrat, weilte Franz schon eine halbe Stunde auf dem Schiff.
     „Hallo Maik, ließen dich die Damen nicht früher gehen“, feixte er.
     „Unsinn Kleiner. Wir haben Wichtigeres vor. Heute Abend erwartet uns Jörg Richter. Er will die Einzelheiten des Geschäftes mit uns besprechen. Komm, Richter erwartet uns.“ Er setzte einfach voraus, dass Franz beim Schmuggel mitmachen würde. Längst zu der Überzeugung gelangt, dass Franz gar nichts anderes übrig blieb, als mitzumachen, vergewisserte er sich nicht der Zustimmung. Empört lehnte Franz ab. Maik, dem grobe Seiten anhafteten, besaß auch Schlauheit und Raffinesse. Er kannte die Knöpfe, die er drücken musste.
     „Franz, ich brauche dich, deine Klugheit, die Fähigkeit, einen guten Plan zu entwerfen. Ich bin mutig und stark, allein schaffe ich es nicht. Zusammen besiegt uns keiner. Mir machst du nix vor, der Lohn auf der "Marianne“ reicht hinten und vorne nicht, die Familie mit dem Nötigsten zu versorgen. Nur 2 - 3 Schmuggeltransporte, anschließend lösen sich deine finanziellen Sorgen in nichts auf.“ Die Spinne spannte das Nest, ihr Opfer zappelte darin, ohne Chance zu entweichen.
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