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Taxi Damaskus
Verfasser: Aeham Ahmad (1) und Andreas Lukas (3)
Verlag: Wolfbach (1)
VÖ: 1. April 2021
Genre: Gesellschaftsroman (430)
Seiten: 256
Themen: Damaskus (18), Syrien (64), Taxi (40)
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Erklärung der Bewertungssysteme
„Steigen Sie ein in mein gelbes, bescheidenes Taxi, mit dem ich tagein und tagaus durch diese turbulente Stadt fahre und meinen Lebensunterhalt verdiene! Ich freue mich, dass ich Sie auf den Fahrten durch mein geliebtes Damaskus mitnehmen darf und Sie mich auf meinen Touren
begleiten“, fordert Ahmed, der Taxifahrer aus Damaskus zu Beginn der Erzählungen auf. Seine hautnahen Schilderungen werden untermalt mit Gedichten über die Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen. Illustriert werden die Kapitel mit ausgewählten Fotos aus dem Alltag in Syrien sowie Bildern und Motiven der syrischen Künstler Tahani Munawar und Ibrahim Doudieh.

Nach seinem sehr erfolgreichen Buch „Und die Vögel werden singen – Ich, der Pianist aus den Trümmern“, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, ist „Taxi Damaskus“ das zweite Buch von Aeham Ahmad. Zusammen mit Andreas Lukas lässt er einen Taxifahrer zu Wort kommen. Dieser erzählt Geschichten und Erlebnisse seiner Fahrgäste aus dem Alltag der Menschen in Damaskus und Syrien. Der Leser erlebt den Taxifahrer Ahmed von Mensch zu Mensch mit den unterschiedlichen Schicksalen seiner Fahrgäste.
Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Andreas Lukas für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Andreas Lukas gibt es auf seiner Autorenseite und bei Facebook. Mehr zu Aeham Ahmad gibt es auf seiner Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Steigen Sie ein in mein Taxi!


Mein Name ist Ahmed. Ich bin Taxifahrer in Damaskus. Schon seit vielen Jahren fahre ich mit meinem gelben, bescheidenen und etwas in die Jahre gekommenen Taxi durch diese quirlige Stadt, die mir ans Herz gewachsen ist. Auf meinen Fahrten erlebe ich zahlreiche, unterschiedliche, teilweise auch unglaubliche Geschichten.
     Ich liebe meinen Beruf. Früher, in den Jahren vor dem Krieg war es meist ein Vergnügen, die vielen Menschen an ihre Ziele zu bringen. Unter ihnen hatte ich Leute aus aller Herren Länder, die unsere geschichtsträchtige und sehenswerte Stadt besuchten. Manche wollten gleich zu Beginn einer Fahrt alles Mögliche von mir wissen und durchbohrten mich mit ihren Fragen. Andere ließen mich an ihren Erlebnissen teilhaben.
     Das Leben in der Stadt und in Syrien hat sich in den letzten Jahren total verändert. Der nun seit 2011 andauernde Krieg hat tiefe Spuren in den Seelen der Menschen hinterlassen. Aus früher fröhlichen und oft lustigen Geschichten sind traurige geworden. Dies bekomme ich fast jeden Tag auf einer Fahrt zu hören und zu sehen.
     Ich möchte Sie deshalb in diesem Buch auf einige dieser Fahrten mitnehmen, bei denen Gäste ihre zum Teil schrecklichen Geschichten erzählen.
     Ich kann einiges darüber berichten. Steigen Sie also ein in meinen Wagen und nehmen Sie Platz! Ich freue mich, Sie auf einige Fahrten durch mein geliebtes Damaskus mitnehmen zu können. Das ist mein täglicher Arbeitsalltag. Ich verdiene für mich und meine Familie mit den Taxifahrten unseren Lebensunterhalt, auch wenn dies in letzter Zeit schwieriger geworden ist.
     Dabei muss ich Ihnen gleich zu Beginn mitteilen, dass die Geschichten die Realität aus dem Alltag der Menschen in Damaskus und in unserem Land Syrien schildern. Auf meinen Touren ist das Taxi für manche der Ort, an dem sie zum ersten Mal darüber reden, was sie erlebt haben. Mir ist bewusst, dass diese Fahrgäste dankbar dafür sind, wenn sie sich bei mir einmal aussprechen können.
     Betrachten Sie mich also einfach als ihren Begleiter durch die syrische Hauptstadt, der Sie an den Erzählungen der Menschen teilhaben lässt. Seien Sie mein mitfahrender Gast und erleben Sie ausgewählte Begegnungen und Erlebnisse. Diese sind im wahren, alltäglichen Leben in dieser so geschundenen Stadt, in der Metropole dieses zerrissenen Landes sowie in den Regionen und Städten außerhalb des Großraumes Damaskus geschehen und geschehen weiterhin.
     Die Erzählungen der Gäste sind nicht immer leicht zu ertragen. Das ist mir durchaus bewusst. Aber ich möchte Ihnen einen genaueren Eindruck von den Gegebenheiten vermitteln, mit und unter denen die Bewohner in unserem Land Tag für Tag leben müssen. Oft ist es nicht einfach, das Überleben einigermaßen zu meistern. Für viele ist allein die Versorgung mit den notwendigen Lebensmitteln oder mit sauberem Trinkwasser eine große und alltägliche Herausforderung. Ich höre es immer wieder.
     Manchmal verzweifele ich regelrecht daran, dass ich nur wenig helfen kann. Deshalb sollen die Begegnungen mit den Menschen in diesem Buch weitererzählt werden. Ich will ihnen damit eine Stimme geben, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

     Ich freue mich auf Ihre Begleitung.
     Steigen Sie ein, die Fahrt kann beginnen!
     Herzlich willkommen!
     Ahlaan wa sahlaan!


Ich, der Taxifahrer in Damaskus


Ich bin in einem Vorort von Damaskus geboren. Schon früh kam ich mit dem Auto in Berührung. Mein Vater war Mechaniker und er betrieb eine kleine Werkstatt. Hier und da handelte er auch mit Autos, meist hergerichteten und reparierten Gebrauchtwagen. Das Geschäft lief gut und ich schaute als kleines Kind meinem Vater in der Werkstatt bei der Arbeit zu. Kaum konnte ich laufen, saß ich stolz hinter dem Lenkrad in einem Wagen und brummte unter den zufriedenen Blicken meines Vaters das Fahrgeräusch mit wachsender Begeisterung vor mich hin.
     In der Familie waren wir vier Jungen und ein Mädchen. Während der Schulzeit werkelten wir Brüder als Jugendliche bereits an den Autos herum. So ergab es sich, dass ich mit meinem älteren Bruder ins Taxigewerbe einstieg. Wir wollten das Geschäft unseres Vaters damit ergänzen.

Ich startete also mit einem Gebrauchtwagen, den mein Vater mit Geschick wieder fahrtüchtig gemacht hatte. So sparte ich das Kapital für die Anschaffung. Es war damals und ist auch heute nicht so einfach, ein Taxigeschäft zu beginnen. Man muss einmal das nötige Kapital zum Kauf eines robusten Wagens haben. Dann braucht man genügend Kunden, um den Unterhalt mit den oft teuren Reparaturen und allem, was dazu gehört, stemmen zu können. Und nicht zuletzt will man davon leben.
     Ich hatte insgesamt also eine gute Ausgangsposition. Denn solange mein Vater die Werkstatt betrieb, waren die notwendigen Reparaturen gesichert. Auch unsere allerersten Fahrgäste waren die meist langjährigen Kunden meines Vaters. Nachdem sie ihr Fahrzeug zu einer Reparatur in die Werkstatt gebracht hatten, wollten sie entweder wieder zurück nach Hause oder für Besorgungen in die Stadt gebracht werden. Viele von ihnen sollte ich dann auch wieder abholen, wenn ihr Auto am gleichen Tag oder auch einige Tage später fertig war. Das Geschäft lief von Anfang an recht gut und der Kundenkreis wurde schnell größer.
     Sie sollten allerdings auch wissen, dass in unserem Land jeder Einzelne von uns Taxifahrern selbstständig ist. Er arbeitet in eigener Verantwortung und ist auf sich allein gestellt.
     Viele Stunden sind wir von morgens in der Frühe bis spät in die Nacht auf der Suche nach Kunden unterwegs. Ohne echten Urlaub oder längere Freizeit fahren wir meistens an gut 360 Tagen durch die Straßen der immer noch turbulenten Stadt und verdienen unseren Lebensunterhalt.
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