Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
45.747 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »mahir365«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
TASCHENBUCH
 
Du darfst nicht lesen
Verfasser: Vanessa Krypczyk (2)
Verlag: Proof (1)
VÖ: 1. Dezember 2020
Genre: Kurzgeschichtensammlung (2382)
Seiten: 145
Thema: Unbekannter Inhalt (247)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
BLOGGERNOTE DES BUCHS
noch nicht bewertet
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
BENUTZER-SCHULNOTE
1
0%
2
0%
3
0%
4
0%
5
0%
6
0%
Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Leider existiert für »Du darfst nicht lesen« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (0)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vanessa Krypczyk für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vanessa Krypczyk gibt es bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Mit vorsichtigen Schritten nähere ich mich meinem Ziel. Von rechts nach links, von links nach rechts wandert mein Blick, hektisch. Saugt alle mir so vertrauten Details meines Wohnzimmers in sich auf und bleibt doch immer wieder an dem Buch hängen. Ansonsten scheint alles noch unverändert so zu sein, wie ich es kenne.
     Eine Bewegung aus dem Augenwinkel!
     Ich reiße den Kopf zur Seite, fixiere mit den Augen - dabei bis tief ins Innerste erschrocken und verstört zitternd - die Stelle.
     Einer der Vorhänge bewegt sich sanft im Wind, der durch das angekippte Fenster eindringt. Ein leichtes Vor- und Zurückschwingen des Vorhanges, ein kurzes Aufblähen und dann fällt er wieder in sich zusammen.
     Für so eine harmlose Sache fühle ich einen erstaunlich großen Knoten in meinem Magen, der schwer dort lastet. Mein versuchtes ruhiges Ein- und Ausatmen sind die einzigen Geräusche hier und sie erscheinen mir furchtbar laut.
     Ich wende meinen Blick von dem Vorhang ab und konzentriere mich stattdessen auf das durchbohrte Buch. Es sieht ermordet aus.
     Erst denke ich, meine Sinne spielen mir einen weiteren Streich. So wie die unheimliche Bewegung des Vorhanges eben. Ich blinzle einmal, zweimal. Doch es ist immer noch da.
     Direkt um das Buch ist ein großer dunkler Fleck mit unregelmäßigen Rändern. Der Fleck scheint eine Art Flüssigkeit zu sein, die auf den ersten Blick schwarz aussieht, doch bei genauerem Hinsehen wirkt sie tiefblau. Wie eine Blutlache um einen menschlichen Körper ist diese Flüssigkeit um das Buch verteilt.
     Mein Ausatmen klingt ohrenbetäubend laut.
     Ich beuge mich vor, Stück für Stück nähere ich meine Hand dem Messer, das aus dem Buch herausragt. Meine sich unkontrolliert bewegenden Finger schließen sich um den Griff des Messers, mit einem Ruck ziehe ich es aus dem toten Buch heraus.
     In der Mitte des Buchdeckels klafft ein Loch. Von der kalt schimmernden Spitze des Messers tropft etwas Dunkelblaues auf das Buch. Um meine Neugier zu befriedigen und um herauszufinden, was es ist, tauche ich den Zeigefinger meiner freien Hand hinein.

     Es ist tatsächlich eine Flüssigkeit und während ich die Hand hebe, um den Finger näher betrachten zu können, ahne ich bereits, was es ist: Tinte. Dunkelblaue Tinte, die meinen Finger benetzt, die an der Spitze des Messers klebt und um das Buch herum ausgebreitet ist.

Meine Erinnerung daran, wie ich zum Telefon stolperte, wie ich es schaffte, die Nummer der Polizei einzugeben, und an die Minuten des Wartens, bis diese eintraf, ist verschwommen. Die ernüchternde Wahrheit, die ein Teil von mir bereits geahnt hatte, war: dass es keinerlei Spuren eines Einbruchs gab, oder von einer Person, außer mir, die in meiner Wohnung war. Bis auf das Messer und das Loch in meinem Buch gab es nichts, was darauf hindeutete, dass jemand anderes hier gewesen war.
     Außer ich wurde bereits verrückt und hatte diese Tat selbst ausgeführt. Ich konnte nur hoffen, dass dem nicht so war. Und sagt man nicht, dass Verrückte es nicht in Betracht ziehen, verrückt zu sein, weil sie ihre Taten für normal halten? Dadurch, dass ich es einige Minuten lang in Erwägung gezogen hatte, konnte ich also nicht kurz davor sein, den Verstand zu verlieren, schlussfolgerte ich.
     Die Erinnerung an die zwei Menschen in dem Café kam wieder in mir auf. Die Menschen, die mich vor dem Lesen gewarnt hatten. Doch da ich dem Polizisten keine brauchbare Beschreibung dieser Leute liefern konnte, war dieser Hinweis auch nicht viel wert.
     Der Fall war bereits geschlossen, bevor er überhaupt richtig aufgenommen worden war. Es gab Wichtigeres, um das sich die Polizei kümmern musste. Es gab Schrecklicheres als ein ermordetes Buch. Es gab grausamere Menschen als die, die ein Buch voller Worte und Ideen töteten.
     Nur für mich sollte der Fall nicht abgeschlossen sein.
Seite: 1 2
MEINUNG ZUM BUCH ABGEBEN
Benutzername: Passwort:   
 
Leserkanone.de © by LK-Team (2011-2021)  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz