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TASCHENBUCH
 
Du darfst nicht lesen
Verfasser: Vanessa Krypczyk (2)
Verlag: Proof (1)
VÖ: 1. Dezember 2020
Genre: Kurzgeschichtensammlung (2394)
Seiten: 145
Thema: Unbekannter Inhalt (250)
Werbung: Offizielle Buchvorstellung anzeigen
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Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Vanessa Krypczyk für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Vanessa Krypczyk gibt es bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Du darfst nicht lesen


Du darfst nicht lesen, sagten sie zu mir.
     Sie, das waren zwei junge Leute, die im Café an einem Tisch neben mir saßen und sich mit diesen Worten zu mir herüber beugten.
     Ich musste lachen. Irgendwie klang dieser Satz albern.
     „Wieso darf ich nicht lesen?“, wollte ich wissen.
     Doch die Antwort bestand nur aus einem mysteriösen, unheilschwangeren Blick, der nicht zu deuten war.
     Also lächelte ich und habe weiterhin immer dann gelesen, wenn ich wollte - wie bisher.

Papier raschelt unter meinen Fingern. Es ist trocken und verursacht ein nur allzu bekanntes Gefühl, das man nicht missen möchte, wenn man Bücher liebt. Schwarze, eckige Buchstaben bevölkern die Seiten. Sie bilden Wörter, Sätze, Kapitel, ganze Geschichten.
     Aber diese Buchstaben halten ein Geheimnis in sich verborgen.
     Sie sind gut versteckte Tore, die den Leser und Betrachter der Worte und Seiten eine andere Welt betreten lassen. Sie zeigen einem andere Menschen, deren Abgründe und Schönheiten. Sie lassen den Leser reisen - und doch wird er beim Heben des Blickes, beim Zuklappen des Buches wieder wohlbehalten zu Hause abgesetzt.
     Das dachte ich.
     Hätte ich ahnen können, dass es anders war?
     Hatten sie mich vielleicht davor gewarnt?
     Obwohl ich diesen merkwürdigen Worten, die wie eine Warnung geklungen hatten, kaum Bedeutung beimaß, musste ich doch mehr als nur einmal an sie denken, wenn ich ein Buch aufschlug.

Heißer Tee, aus dem noch der Dampf steigt und bei dem man sich die Hände verbrennt, wenn man sie gegen die Tasse drückt, gehört zu einem wirklich guten Buch einfach dazu. Dazu ein Teller, auf dem sich Kekse, gefüllt mit kleinen Schokoladenstückchen, stapeln. Das Ganze wird abgerundet von einem bequemen Sessel für die Abendstunden eines anstrengenden Tages.
     Ich schalte das Licht im Wohnzimmer an. Die Lampe erwacht zum Leben und ergießt ihr Licht in den Raum.
     Als meine Augen sich an das Licht gewöhnt haben, sehe ich es.
     Das Buch, das zurzeit mein Begleiter ist und mich heute Abend auf eine Reise mitnehmen sollte, hatte ich auf dem kleinen Tisch aus hellem Holz platziert. Es ist dick, hat einen roten Einband und mein Lesezeichen, ein kleines, selbstgemachtes Band schaut am oberen Rand heraus. Aber das ist es noch nicht, was mich stört.
     Das Problem ist das Messer, das mitten in dem Buch steckt.
     Es spießt das Buch förmlich von oben nach unten auf, bohrt sich durch den dünnen oberen Buchdeckel, durch die Seiten und ist irgendwo dazwischen stecken geblieben.
     Ein Klappern zerreißt die nervöse Stille im Raum.
     Ich fahre heftig zusammen, da ich das Geräusch nicht einordnen kann und zum Glück gieße ich mir den heißen Tee nicht gleich über die Hände. Die Quelle des Geräusches befindet sich zerbrochen auf dem Boden.
     Der von Hand bemalte Teller liegt in zwei Hälften vor mir. Kekse rollen über das Parkett, Kekse, gespickt mit feinen Schokoladenstückchen. Meine Hand, die bis eben noch den Teller hielt, zittert unkontrolliert.
     Mir gelingt es, die immer schwerer und wärmer sich anfühlende Tasse behutsam auf dem Boden abzustellen, bevor sich die Flüssigkeit über diesen verteilen kann.
     Da steckt ein Messer in meinem Buch. Ein großes langes Messer.
     Und ich habe keine Ahnung, wie es da hineingekommen ist. Oder warum es dort ist, führe ich den Gedanken fort. Ein weiterer drängt sich mir auf und er ist noch erschreckender:
     Wer hat das Messer in mein Buch gesteckt?
     Der Keks, den ich, ohne es wirklich zu bemerken aufgesammelt habe, fällt mir wieder aus der Hand und kullert davon.
     Jemand muss in meiner Wohnung sein. Jemand hat mein Buch mit einem Messer aufgespießt.
     Langsam erhebe ich mich aus der Hocke und sehe hinüber zu dem kleinen Tisch mit dem roten Buch und dem Messer mit dem dunklen Griff.
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