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Die Totenärztin 1 - Wiener Blut
Verfasser: René Anour (2)
Verlag: Rowohlt (1724)
VÖ: 1. Juni 2021
Genre: Historischer Roman (5061) und Kriminalroman (8669)
Seiten: 416 (Taschenbuch-Version), 407 (Kindle-Version)
Themen: Ärzte (999), Diamanten (98), Diebe (499), Elisabeth von Österreich-Ungarn (11), Leichen (2405), Obduktion (56), Verschwörungen (561), Wien (343)
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Erklärung der Bewertungssysteme
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PROJEKT 10
Zur Erklärung: Bei unserem »Projekt 10« lesen mehrere Mitarbeiter oder Unterstützer unserer Seite gemeinsam die ersten zehn Seiten eines Buchs und entscheiden anschließend, ob sie das Buch anhand dieser zehn Seiten weiterlesen würden. Die hier geäußerten Meinungen sind kein Urteil über das gesamte Buch, und natürlich sollte immer auch bedacht werden, dass es ganz andere Maßstäbe als die ersten Seiten gibt, insbesondere weil es viele Bücher gezielt ganz ruhig angehen und »nach hinten raus« immer besser werden, anstatt gleich voll aufzudrehen.
 
Vor wenigen Tagen haben wir an dieser Stelle den aktuellen Roman von Oliver Pötzsch besprochen, der den Auftakt zu einer neuen Reihe historischer Kriminalromane markierte, die kurz vor der Wende des neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert in Wien angesiedelt ist. Nahezu zeitgleich wurde eine Reihe historischer Kriminalromane gestartet, die im Wien kurz nach der Wende des neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhunderts angesiedelt ist. Den Auftaktroman haben wir nun zum Thema unserer Reihe »Projekt 10« gemacht, was bedeutet, dass eine Reihe von Mitarbeitern (vier an der Zahl) die ersten (rund) zehn Seiten gemeinsam angelesen hat, um anschließend zu entscheiden, ob der Auftakt so gut ist, dass er zum Lesen des gesamten Romans animiert.

Das Buch

Verfasst wurde das Buch von René Anour, der passenderweise in Wien lebt. »Wiener Blut« ist der erste Band einer Reihe, die den Titel »Die Totenärztin« tragen wird und im Rowohlt Verlag erscheint. Herausgekommen ist die E-Book-Ausgabe am 1. Juni, die Taschenbuch-Version folgte zwei Wochen später. Für die erstgenannte sind 4,99 Euro zu zahlen, für die Printausgabe zwölf Euro. Ein 9:22 Stunden langes Hörbuch wurde von Catharina Ballan eingelesen. Der Nachfolgeband, der den Titel »Goldene Rache« tragen wird, wird am 19. Oktober erscheinen.

Die titelgebende Totenärztin heißt eigentlich Fanny Goldmann und arbeitet anno 1908 gerade frisch als Prosekturgehilfin an der Gerichtsmedizin, als ein toter Obdachloser eingeliefert wird. Nachdem ihr einige Merkwürdigkeiten auffallen, sie aber von ihren Kollegen ignoriert wird, obduziert sie den Leichnam heimlich selbst. Durch diese Entscheidung gerät sie in eine gefährliche Verschwörung. Was folgt, ist eine umfangreiche Ermittlung quer durch die luxuriösen Anwesen der Oberschicht bis hin in die tiefsten und dunkelsten Gassen der Unterwelt, wo an allen Ecken und Enden Gefahren drohen ... und der Tod lauert.

Die ersten (rund) zehn Seiten

Das Buch beginnt direkt mit einer Obduktion - jedoch nicht mit der in der Buchbeschreibung angesprochenen heimlichen Untersuchung, sondern bei der ganz offiziellen Durchleuchtung eines toten Schneiders. Dieser wurde von seiner Frau in die ewigen Jagdgründe geschickt. Durch die Arbeit an seinen Überresten erfährt der Leser, dass es der Totenärztin keine Probleme bereitet, mit Blut und Innereien zu hantieren, und dass sie sogar enthusiastisch bei der Sache ist. Auch erfährt man, dass man sie eigentlich gar nicht in der Position wollte und sie ihre Anstellung eher der zufälligen Anwesenheit der Ehefrau des Professors, der ihr Einstellungsgespräch leitete, zu verdanken hatte. Nachdem die Arbeit an dem Schneider erledigt ist, schleppen zwei Polizisten den toten Obdachlosen herbei, für den man hier eigentlich gar nicht zuständig ist, der durch bürokratische Ränkespielchen trotzdem hier gelandet ist. Nach einer ersten Betrachtung stellt Fanny fest, dass die Finger- und Zehennägel des vermeintlich obdachlosen Mannes erstaunlich gepflegt ausschauen. Auch riecht er gar nicht nach seinem Urin, wie es anfangs vermutet wurde, sondern eher nach Pferdeurin. Fannys Kollege Franz, der im Gegensatz zu den übrigen Kollegen ein gewisses Maß an Respekt für die Totenärztin aufbringt, beschließt trotzdem, den Toten ruhen zu lassen und ihn nicht zu untersuchen.

Fazit

Wenn man nach diesen Zeilen die Vermutung haben könnte, dass hier gleich spektakulär losgelegt wird - immerhin wird hier ein Toter ausgeleert -, dann sieht man sich eher getäuscht. Fanny und Franz arbeiten sich an dem Leichnam auf eine solch sachliche Weise ab, dass es auch beim Betrachten von bluttriefenden Organen keinen Ekelfaktor gibt. Tatsächlich diente die Szene weniger dazu, gleich mit einem Knalleffekt für die Aufmerksamkeit des Lesers zu sorgen, so wie es in dem lebendigen Begräbnis zu Beginn des eingangs erwähnten Oliver-Pötzsch-Romans getan wurde. Stattdessen war die Protagonistinnenvorstellung Sinn und Zweck der Sache. Und tatsächlich bekommt man schon einen ordentlichen Eindruck von einer - für die Zeit - emanzipierten und toughen Frau, der auf ihrem Lebensweg Steine in den Weg geworfen werden. Der tote Schneider dürfte schätzungsweise nur als »Kulisse« dienen und keine weitere Rolle spielen ... vermuten wir zumindest. Die Überleitung zum eigentlich relevanten Opfer erfolgt auch eher unspektakulär, Fannys erste Beobachtungen klingen bis hierhin noch nicht nach einem Must-Read. Die Detailfülle, die bei der Obduktion in die Geschichte eingeflochten wurde, hingegen schon: Hier wurde offenbar sehr gut recherchiert, um alles möglichst plastisch und faktenreich präsentieren zu können. Wenn sich von diesem Detailgrad ein Rückschluss darauf bilden lässt, wie auch der Rest des Buchs in Szene gesetzt und das damalige Wien aufgearbeitet wurde, dann lässt dies darauf hoffen, hier wirklich gutes Material geboten zu bekommen. Unsere Mitarbeiter Birgit Haase, Nadine Wagner und Stephanie Gruber haben sich daher entschlossen, das ganze Buch zu lesen, so dass wir demnächst eine Rezension parat haben dürften. Unser Mitarbeiter Tom Rietzschel wartet derweilen noch ab, da ihm die ganze Sache bis hierhin zu ruhig angegangen wurde.
– geschrieben am 28. Juni 2021
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