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Das Buch des Totengräbers
Verfasser: Oliver Pötzsch (20)
Verlag: Ullstein (1324)
VÖ: 31. Mai 2021
Genre: Historischer Roman (4995) und Kriminalroman (8513)
Seiten: 448 (Taschenbuch-Version), 463 (Kindle-Version)
Themen: 19. Jahrhundert (1476), Aberglaube (35), Dienstmädchen (50), Enthauptung (54), Fotografie (34), Friedhöfe (122), Inspektor (255), Leichen (2369), Mord (6594), Österreich (329), Serienmörder (1009), Totengräber (11), Wien (336)
Charts: Einstieg am 11. Juni 2021
Höchste Platzierung (1) am 14. Juni 2021
Auch heute noch vertreten
Erfolge: 2 × Spiegel Paperback Top 20 (Max: 12)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Das Buch des Totengräbers« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
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PROJEKT 10
Zur Erklärung: Bei unserem »Projekt 10« lesen mehrere Mitarbeiter oder Unterstützer unserer Seite gemeinsam die ersten zehn Seiten eines Buchs und entscheiden anschließend, ob sie das Buch anhand dieser zehn Seiten weiterlesen würden. Die hier geäußerten Meinungen sind kein Urteil über das gesamte Buch, und natürlich sollte immer auch bedacht werden, dass es ganz andere Maßstäbe als die ersten Seiten gibt, insbesondere weil es viele Bücher gezielt ganz ruhig angehen und »nach hinten raus« immer besser werden, anstatt gleich voll aufzudrehen.
 
Es ist schon eine ganze Menge Zeit verstrichen, seitdem wir hier zuletzt eine Ausgabe unserer Rubrik »Projekt 10« veröffentlicht haben, für die eine Reihe von Mitarbeitern unserer Webseite gemeinsam die ersten (etwa) zehn Seiten eines Buchs liest, um anschließend zu entscheiden, ob diese gut genug waren, um Lust auf das ganze Buch zu machen. Also ganz so, als würde man in einem Buchladen sitzen und vor der Kaufentscheidung ein wenig in ein neues Werk hineinlesen. Nun soll es mal wieder an der Zeit dafür sein, und wir haben uns für einen historischen Kriminalroman entschieden.

Das Buch

Oliver Pötzsch ist uns ein Begriff, seitdem wir den ersten Band seiner »Henkerstochter-Saga« gelesen hatten - unfassbar, dass seitdem schon mehr als dreizehn Jahre verstrichen sind. Wo sind die eigentlich geblieben? Inzwischen könnte Pötzsch also schon fast einen historischen Roman über das Erschaffen des ersten Henkerstochter-Bandes schreiben. Stattdessen hat er den Startschuss in eine neue Buchreihe abgegeben, in der ein Polizeiagent namens Leopold von Herzfeldt im Wien an der Schwelle vom neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert ermittelt. Der Auftaktband trägt den Titel »Das Buch des Totengräbers« und wurde vor einer Woche vom Ullstein Verlag herausgegeben. Für das 448 Seiten starke Werk sind 16,99 Euro zu zahlen, die E-Book-Ausgabe ist drei Euro günstiger. Für die 15:12 Stunden lange Hörbuchversion war Hans Jürgen Stockerl zuständig.

Pötzsch entführt seine Leser ins Wien des Jahres 1893, in dem der Totengräber des Wiener Zentralfriedhofs an einem Almanach für Leute seiner Zunft arbeitet. Er wird von dem erwähnten Polizeiagenten aufgesucht, da dieser nach der Pfählung mehrerer Dienstmädchen einen Experten für den Tod benötigt. Um dazu schon mal vorwegzugreifen: Eigentlich befragt er ihn erstmal wegen einer ganz anderen Angelegenheit, die in der offiziellen Buchbeschreibung keine Erwähnung findet. Wie dem auch sei: Pfählungen dienen traditionell dazu, Untote unter der Erde zu halten, weswegen die Vermutung aufkeimt, ein abergläubischer Serienmörder ginge um. So begeben sich der Totengräber und der Inspektor gemeinsam auf Tätersuche.

Die ersten (rund) zehn Seiten

Pötzschs Buch beginnt damit, dass eine nicht näher benannte männliche Person in einem Sarg liegt ... und zwar quicklebendig, wenngleich zunächst ein wenig orientierungslos. Der Mann vernimmt, wie Erde auf den Sarg gekippt wird, scheint aber zu dem Zeitpunkt noch davon auszugehen, dass sich die Sache bald auflösen wird. Doch weit gefehlt: Nachdem einige Zeit verstrichen ist, muss der Mann erkennen, dass er tatsächlich lebendig begraben wurde und er am Ende seines Weges angelangt ist.

Schnitt zum Wiener Prater, wo die Leiche einer jungen Dame entdeckt wurde. Leopold von Herzfeldt, der kurz zuvor von Graz nach Wien gekommen ist, trifft am Tatort ein, obwohl er eigentlich gar nicht mit dem Fall betraut wurde. Er muss erkennen, dass die örtliche Polizei nicht sehr sorgfältig vorgegangen ist - potenzielle Spuren wurden zertrampelt, und die zuständigen Ermittler nehmen die Sache offensichtlich nicht sonderlich ernst. Er selbst hat hingegen einen Koffer im Gepäck, in dem sich diverse moderne kriminalistische Instrumente befinden, etwa ein Schrittzähler und eine Fotokamera, für die er selbst ein Blitzlicht improvisiert hat. Von den anderen Ermittlern erntet er dafür Spott und Häme, er lässt sich jedoch nicht beirren. Und tatsächlich findet er am Opfer einen Gegenstand, der bisher übersehen wurde - wo genau, und um was es sich handelt, lassen wir an dieser Stelle offen.

Fazit

In einer der letzten Ausgaben unserer Reihe »Projekt 10« hatten wir den Cosy Krim »Der Mathelehrer und der Tod« von Marc Hofmann thematisiert. Dieser hatte damit begonnen, dass ein Mann lebendig begraben wurde, und wie es der Zufall so will, startet dieses Buch nun auf exakt die gleiche Weise. Offensichtlich liegen lebendige Begräbnisse derzeit also im Trend, wenn es darum geht, sofort mit einem Aha-Effekt in ein Buch hineinzustarten und für die Aufmerksamkeit des Lesers zu sorgen. Bei einem Buch, in dem es um einen Totengräber geht, liegt dies natürlich näher als bei einem Buch über einen Mathelehrer. Tatsächlich ist der darauf folgende Abschnitt, in dem Inspektor Leo zum ersten Mal in Erscheinung tritt, jedoch ein ganzes Stück wirkungsvoller, was vermutlich an der Anonymität des verbuddelten Opfers auf der einen Seite liegt, auf der anderen an der Interaktion Leopolds mit den anderen Ermittlern, denn hier wird gleich ein ziemliches Spannungsfeld aufgebaut. Dass ein paar Protagonisten dabei im Dialekt sprechen und dies ins Sprachbild übernommen wurde, ist dabei sicher nicht jedermanns Sache. Zum Glück wurde bei Leopold selbst darauf verzichtet (was wenig später im Buch auch schlüssig erklärt wird). Dass sich unsere Mitarbeiterin Nadine Wagner vorerst trotzdem erstmal gegen das Lesen des Buchs entschieden hat, hat jedoch andere Gründe: Dass der Protagonist den anderen Ermittlern meilenweit überlegen ist, sofort viel schlauere Schlüsse zieht, er technisch viel aufgeschlossener ist, dafür aber verlacht wird, wirkt schon ein bißchen holzschnittartig und so, als hätte man die Konstellation schon x-Mal gelesen. Wohlgemerkt auch in historischen Krimis, wenn man beispielsweise an den von Niklas Natt och Dag erschaffenen Cecil Winge denkt. Und was das Holzschnittartige angeht, gibt es Anzeichen, dass es nicht bei der Überlegenheit des Protagonisten bleibt. So gibt es hier beispielsweise einen Polizei-Azubi, der seine Peristaltik beim Anblick der Leiche oral entsorgt und daher wohl ziemlich zart besaitet ist, aber dennoch etwas auf dem Kasten hat. Wenn das mal nicht Leos Sidekick wird, der ihn als einziger Kollege für voll nimmt. (Ob es so ist, wird sich noch zeigen.) Während sich Nadine Wagner dagegen entschieden hat, haben unseren Mitarbeitern Birgit Haase, Stephanie Gruber und Tom Rietzschel die Ausgangskonstellation, das sofort aufgebaute Spannungsnvieau und die bereits zum Ausdruck gekommene Atmosphäre jedoch so gut gefallen, dass sie das komplette Werk lesen werden, und so werden wir in absehbarer Zeit eine Rezension parat haben.
– geschrieben am 8. Juni 2021
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