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Das Buch des Totengräbers
Verfasser: Oliver Pötzsch (20)
Verlag: Ullstein (1323)
VÖ: 31. Mai 2021
Genre: Historischer Roman (4980) und Kriminalroman (8494)
Seiten: 448 (Taschenbuch-Version), 463 (Kindle-Version)
Themen: 19. Jahrhundert (1473), Aberglaube (35), Dienstmädchen (50), Enthauptung (54), Fotografie (34), Friedhöfe (122), Inspektor (255), Leichen (2364), Mord (6578), Österreich (328), Serienmörder (1005), Totengräber (11), Wien (335)
Charts: Einstieg am 11. Juni 2021
Höchste Platzierung (1) am 14. Juni 2021
Auch heute noch vertreten
Erfolge: 1 × Spiegel Paperback Top 20 (Max: 12)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Das Buch des Totengräbers« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (8)     Projekt 10     Leserkanonen-Einblick     Blogger (2)     Tags (2)     Cover
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 14. Juni 2021 um 22:32 Uhr (Schulnote 1):
» Ein ziemlich gutes Buch wie ich finde, das sich nicht vor der Henkerstochter Serie verstecken muß. Wobei sich natürlich erst zeigen muß, ob das Niveau auch so gut gehalten wird wie in der Kuisl Serie. Der Grundstein ist jedenfalls gelegt, daß das eine gute Serie wird! Und gerade bei Herzfeldt -vs- Leinkirchner kann man gespannt sein wie sich das entwickeln wird, denn daß sich da was entwickeln wird dürfte ja klar sein. Auf jeden Fall ein gutes Thema, spannend,überhaupt ne spannende Zeit damals so wie das klingt. Daß der Papa Stehling ganz schön denunziert wird dafür, daß es ihn wirklich gegeben hat, ist mir übrigens auch nach dem Epilog aufgefallen, da stimme ich Eurer Rezension zu. Überhaupt,mal ein Kompliment an Heike Demsky, ihre Rezis sind mir hier mit die liebsten, super Beobachtungsgabe und eigentlich stimmt das was sie schreibt fast zu 100 % mit dem was ich denke überein. Weiter so.........sowohl an den O.Pötzsch für die Serie als auch an Euch! 8=) Ich hoff man muß nicht zu lange auf Herzfeldt II warten.«
  4      1        – geschrieben von Cindy Hempel
Kommentar vom 13. Juni 2021 um 21:08 Uhr (Schulnote 1):
» Der Polizeiagent Leopold von Herzfeldt bringt die moderne Ermittlungsarbeit von Graz mit nach Wien um die Jahrhundertwende. Seine Methoden mit allerlei Utensilien wie Schrittzähler, Kompass, Maßband und dgl. muten die Wachleute seltsam an, auch eine neumodische Kamera nennt er sein Eigen.

Nachts auf dem Prater – eine zierliche junge Frau liegt da, am Hals eine einzige große Wunde, fast der ganze Kopf ist ab. Leo versucht, die wenigen verbliebenen Spuren zu finden, denn großteils wurden diese vom Diensthabenden rücksichtslos zertrampelt. Akribisch sucht Herzfeldt Tatort und Leiche ab und bald stellt er fest, dass diese auch noch gepfählt wurde. Bei der einen Toten bleibt es nicht. Leos Arbeit ist erfolgreich, was nicht jedem gefällt und bald wird er polizeiintern torpediert, landet auf dem Abstellgleis.

Schon das Cover ist düster, aber sehr passend. Es zeigt einen Ausschnitt vom Wiener Zentralfriedhof, der sozusagen das Herzstück unserer Geschichte ist und hier mittendrin begegnen wir Augustin Rothmayer. Er ist Totengräber, studiert und dokumentiert in seinem Almanach die Toten akribisch, wie deren Verwesungsgrad etwa. Vielen Kapiteln ist ein Auszug aus diesem schaurig-klugen Werk vorangestellt und auch wenn es einen ganz schön gruselt dabei, so beinhaltet diese Chronik doch wiederum das was man schon wissen möchte, um es dann ganz schnell zu verdrängen. Ein sehr schlauer Mann ist dieser Rothmayer, mit seiner bärbeißigen Art mein absoluter Lieblingscharakter. Es geht um Scheintote, Wiedergänger oder Untote, um Vampire und um all den Aberglauben drumherum geht es auch.

Oliver Pötzsch gelingt es scheinbar mühelos, den Leser abzuholen, um direkt anno dazumal hellwach in dieser Kriminalgeschichte zu sein. Herrlich, wenn der Kieberer den grünen Heinrich anfordert, Leopold angeraten wird, sich den Wienern auch in der Sprache anzupassen, da er ansonsten immer als Piefke dasteht, Außenseiter bleibt, nicht für voll genommen wird.

Neben Herzfeldt ist auch Julia Wolf, Lämmlein genannt, eine sehr vielschichtige Figur, die so manches Mal überrascht. Nicht gleich wird klar, auf welcher Seite sie nun wirklich steht. Mit Rothmayer sind es die drei Hauptcharaktere, jeder auf seine Art ein wenig verschroben, sehr eigen, wenn nicht gar eigenbrötlerisch, aber durchaus sympathisch.

Im Jahre 1893 ist dies geschehen oder es hätte so geschehen können. Dichtung und Wahrheit liegen nah beieinander und richtig dosiert ergeben sie ein kompaktes Ganzes wie diesen Historischen Roman, der mich sofort eingesogen, mich nicht mehr losgelassen hat. Der Autor versteht sein Handwerk und mit Leopold Herzfeldt hat er einen Inspektor ins Leben gerufen, der mir bestimmt noch sehr viel Lesespaß bereiten wird, eine Fortsetzung wird es wohl geben.

„Friedhöfe sind magische Orte…“ so beginnt das Nachwort, das sehr informativ und zugleich unterhaltsam ist wie der ganze Roman. Hier legt der Autor – ein Meister seines Fachs - die historischen Fakten nochmal dar. „Das Buch des Totengräbers“ ist ausgelesen, eine Kriminalgeschichte vom Feinsten. Gerne mehr davon.«
  16      0        – geschrieben von Magnolia
Kommentar vom 6. Juni 2021 um 16:11 Uhr (Schulnote 1):
» Erfolgreiche neue Kriminalistik
Gleich nach der Lektüre von “Das Buch des Totengräbers” habe ich beschlossen, dass meine nächste Urlaubsreise mich unbedingt nach Wien führen muss, denn der Roman liefert ein sehr anschauliches Bild von dieser von Kultur geprägten Stadt mit dem herausragend schönen Friedhof mit vielen Prominentengräbern.
Bisher kannte ich nur 2 Historienromane von Pötzsch, aber nach der Lektüre dieses Werkes bin ich hellauf begeistert von diesem Kriminalroman, der eine neue Reihe um den Inspektor Leopold von Herzfeldt und den Wiener Totengräber Augustin Rothmayer einleitet. Von Herzfeldt wird von Graz ins kriminaltechnische sehr rückständige Wien versetzt, um dort neu aufkommende Ermittlungsmethoden wie Spurensicherung und Fotografie einzuführen, aber das führt zu Konflikten mit seinen erzkonservativen Kollegen. Er wird sogar als “Jude” beschimpft.
August Rothmayer, der sehr intelligente aber schrullige Totengräber des Wiener Zentralfriedhofes schreibt einen Almanach für Totengräber und interessiert sich für von Herzfeldts neue Methoden. Somit wäre Ken sie ein Ermittlungsteam. Aber auch die für damalige Verhältnisse sehr emanzipierte Telefonistin, Juli Wolf, interessiert sich für Von Herzfelds neu ja Ermittlungsansätze. Alle 3 sind hervorragend beschrieben.
Plötzsch liefert ein Zeitenportrait des ausgehenden 15. Jahrhunderts und beschreibt gekonnt die damaligen Lebensumstände in Wien. Die 3 sind mit einer Ermordungsserie von Dienstmädchen konfrontiert, die alle gepfählt wurden. Das Buch liefert viele Hinweise auf den Serientäter, die Handlung ist spannend, interessant und gekonnt aufgebaut und die Buchthematik ist meisterhaft umgesetzt.
Der atmosphärische, metaphernreiche Schreibstil erzeugt ein Gänsehautgefühl, und man muss und will immer weiterlesen. Ich bin hellauf von diesem Kriminalroman begeistert und hoffe sehr auf weitere Fälle mit Leopold von Herzfeldt und seinen Mitstreitern.«
  9      0        – geschrieben von Ute54
Kommentar vom 6. Juni 2021 um 15:14 Uhr (Schulnote 1):
» Wien 1893: Der junge Kriminalinspektor Leopold von Herzfeldt ist gerade erst von Graz nach Wien gekommen, als er es mit einem Fall zu tun bekommt, bei dem Dienstmädchen brutal gepfählt wurden. Herzfeldt hält viel von neuen Ermittlungsmethoden, doch nun braucht er die Unterstützung des Totengräbers Augustin Rothmayer, der auf dem Wiener Zentralfriedhof tätig ist und nebenbei noch einen Almanach für Totengräber schriebt.
Ich mag die lebensfrohe Stadt Wien, die an allen möglichen Ecken Bezüge zur Vergangenheit zeigt und damit die Touristen anzieht. In diesem Roman habe ich es mit einer etwas düsteren Stadt zu tun bekommen, die eher abweisend und morbide ist.
Die Charaktere sind gut und sehr individuelle beschrieben. In Graz hat Leopold Kriminalistik studiert und er ist von den modernen Methoden überzeugt. Doch damit kommt er bei seinen neuen Kollegen nicht gut an, auch stört es sie, dass er Jude ist. Er tut sich sowieso sehr schwer, im Team zu arbeiten. Augustin ist ein kluger Kopf, aber auch ziemlich kauzig. In ihm steckt mehr, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Sein Wissen ist eine große Hilfe bei den Ermittlungen. Er weiß auch, dass die alte Methode des Pfählens die Untoten in den Gräbern halten soll. Das Ermittlerduo wider Willen wird unterstützt von der Telefonistin Julia Wolf, die ihren eigenen Kopf hat. Leopold muss sich mit Aberglauben und der Unterwelt von Wien auseinandersetzen und das Misstrauen gegenüber Neuem und schlamperte Arbeit machen es ihm auch nicht leicht. Aber auch er ist nicht unfehlbar und muss aus seinen Irrtümern lernen. Es wird lebensgefährlich für diese ungewöhnlichen Ermittler.
Es ist interessant zu erleben, mit welchen Methoden damals ermittelt wurde. Aber der Fall an sich ist auch sehr spannend. Ich bin schon neugierig auf den nächsten Band, denn dieses spezielle Ermittlerteam hat mir sehr gut gefallen.«
  14      0        – geschrieben von buecherwurm1310
Kommentar vom 3. Juni 2021 um 23:56 Uhr (Schulnote 1):
» Wien im Jahre 1893, man ist als Leser live dabei wie die Anfänge der Fotografie und der Fahrräder eine immer größere Rolle spielen. Die Hauptfigur ist Leopold von Herzfeldt. Dieser ist von Graz nach Wien gezogen und versucht nun hier Fuß zu fassen und seine recht neuartigen Ermittlungsmethoden, wie die Tatortfotografie in die Ermittlungsarbeit einzubringen. Ich persönlich habe ihn zu Beginn nicht so recht gemocht. Er kommt mir nahezu im ganzen Buch als eingebildeter Schnösel daher, der teilweise recht unbeholfen auftritt und somit vom Charakter her einige Ecken zu viel hat für mein Empfinden. Klasse fand ich dagegen Julia und ihre Art zu leben. Auch die Figur des August Rothmeyer ist sehr komplex angelegt. Verschroben und kauzig, aber dennoch hellwach und mit einem starken Drang nach Loyalität für alle, die er mag. Seine Nekrophile Art ist eher amüsant als angsteinflößend und er hat sehr liebenswerte Charakterzüge. Sein Buch " Das Buch des Totengräbers" ist sozusagen der rote Faden dieses Buches. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich in den Schreibstil des Autors eingefunden habe, er schildert manchmal doch extrem detailliert. Fand ich gut, er muss dem Leser ja schließlich die Lebensumstände des Jahres 1893 nahebringen, nur manchmal hätten es ein paar mehr Bezüge zum Geschehen sein können in den Beschreibungen. Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch. Das Buch ist durchweg spannend und die Auflösung fand ich super gelungen. Auch hat der Autor die Gabe nahezu alle Nebenprotagonisten verdächtig erscheinen zu lassen, das hat mir sehr gut gefallen. Außerdem liebe ich diese Art von Krimis, es ist für mich eine wunderbare Auszeit aus einer hoch technisierten Welt. Dadurch wurde mir auch Herzfeld auf den letzten Seiten recht sympathisch, steht er doch für Gerechtigkeit, Herzblut im Beruf und durch die Umstände, die er im Leben schon erlebt hat, ist er in nahezu allen Gesellschaftsschichten einsetzbar und findet sich zurecht. Der Handlungsstrang mit Julia hat mir gut gefallen, er bringt Stimmung in die Geschichte und natürlich einige Reibungspunkte für Leser in der Jetztzeit. Wie respektlos wurden Frauen in der damaligen Zeit doch behandelt * kopfschüttel.

Fazit: Ein historischer Krimi , den ich bedenkenlos empfehlen kann. Hier tummeln sich allerlei böse und gute Buben, kauzige oder ungenießbare Ermittler und ein paar sehr findige Weibsbilder in einer lebendigen, sprachlich der Zeit angepassten Welt .«
  16      0        – geschrieben von mellidiezahnfee
 
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