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Das Buch des Totengräbers
Verfasser: Oliver Pötzsch (20)
Verlag: Ullstein (1333)
VÖ: 31. Mai 2021
Genre: Historischer Roman (5067) und Kriminalroman (8678)
Seiten: 448 (Taschenbuch-Version), 463 (Kindle-Version)
Themen: 19. Jahrhundert (1497), Aberglaube (35), Dienstmädchen (50), Enthauptung (57), Fotografie (34), Friedhöfe (124), Inspektor (259), Leichen (2408), Mord (6703), Österreich (335), Serienmörder (1027), Totengräber (11), Wien (343)
Charts: Einstieg am 11. Juni 2021
Höchste Platzierung (1) am 14. Juni 2021
Zuletzt dabei am 1. Juli 2021
Erfolge: 3 × Spiegel Paperback Top 20 (Max: 12)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Leider existiert für »Das Buch des Totengräbers« noch keine Kurzbeschreibung. Wir würden uns freuen, wenn du ein, zwei Sätze verfassen könntest.
Lesermeinungen (18)     Projekt 10     Leserkanonen-Einblick     Blogger (4)     Tags (4)     Cover
KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
Vor einigen Tagen thematisierten wir im Rahmen unserer Reihe »Projekt 10« den Einstieg in den historischen Kriminalroman »Das Buch des Totengräbers«, der von Oliver Pötzsch verfasst wurde. Was bisher noch fehlte, war unsere Meinung zum kompletten Buch, und diese soll nun folgen. Passenderweise ist das Werk gerade in dieser Woche in die Paperback-Bestsellerliste des Spiegels gestürmt. Das 448 Seiten starke Buch wurde am 31. Mai vom Ullstein Verlag herausgegeben. Es kostet 16,99 Euro, für das E-Book sind 13,99 Euro zu zahlen. Schauspieler und Sprecher Hans Jürgen Stockerl hat ein 15:12 Stunden langes Hörbuch eingelesen.

Im »Buch des Totengräbers« geht es zurück in das Wien des Jahres 1893, wo ein ursprünglich aus Graz stammender junger Polizeiagent seine Arbeit aufnimmt. Von seinem Lehrmeister - dem historisch verbürgten Hans Gross - wurde er in fortschrittlichen Methoden der Kriminalistik unterwiesen. Diese bringt er zur Anwendung, als es zum Mord an einem Dienstmädchen kommt. Die junge Dame wurde nicht einfach nur umgebracht, sie wurde gepfählt. Da Pfählungen bei vermeintlichen Untoten angewendet wurden, geht alsbald das Gerücht um, ein abergläubischer Wiener »Jack the Ripper« würde umhergehen. Leopold von Herzfeldt versucht der Sache fortan Herr zu werden, und dabei muss er sich mit skeptischen Kollegen herumschlagen, die ihn sabotieren, mit einem kauzigen Totengräber, der nach Erde müffelt, mit einer prominenten historischen Familie und mit Geheimgesellschaften, die über großen Einfluss verfügen.

Nun, es ist nicht alles perfekt an diesem Buch. Insbesondere nach hinten raus gibt es beispielsweise Momente, in denen Täter ohne Not ausführlichste Tathergangserzählungen im Stile von Siebziger-Jahre-Krimis vornehmen. Ein paar Zufallsbegegnungen und die Tatsache, dass zwei Orte zufälligerweise in akustischer Nähe sind, mussten herhalten, um die Story in die richtige Richtung zu »biegen«, und der Übertritt einer Figur in den völligen Wahnsinn wirkt geradezu comedyhaft überzeichnet. Das wiegt aber alles nicht sonderlich schwer, denn das Buch überzeugt in vielerlei anderer Hinsicht. Da wäre insbesondere die Atmosphäre des Wiens jener Zeit, die von Pötzsch erschaffen wurde, denn die wirkt so realistisch, greifbar und lebendig, wie man sich das nur vorstellen kann. Überhaupt: Eine höchst interessante Epoche hat der Autor da ausgewählt, in der einiges im Umbruch war ... nicht nur in Sachen Kriminalistik. Einige Protagonisten mögen zwar gewissen holzschnittartigen typischen Krimicharakteren entsprechen, aber sie entwickeln im Laufe der Geschichte nach und nach immer mehr Tiefe, und unabhängig von den von ihnen erfüllten Klischees funktionieren sie einfach prächtig. Der Fall - oder besser gesagt die Fälle - erweist bzw. erweisen sich als komplex, wendungsreich und durchdacht, und wo das Ganze am Ende landet, kann man sehr lange nicht erahnen, weil man in falsche Richtungen vermutet. All das entwickelt daher mit fortschreitender Seitenzahl einen immer größeren Unterhaltungswert und hält diesen bis zum Ende aufrecht.

Vielleicht ein kleines Manko: Was hier an Brutalität aufgeführen wird, wie drastisch die Verbrechen sind und wie weitreichend eine hier geschilderte Verschwörung ist, lässt ziemlich wenig Raum für Steigerungen in den Folgeromanen, sofern man noch im Bereich des Realistischen bleiben möchte.

Noch eine kleine Schlussbemerkung: Im Angesicht von historischen Romanen wie diesem muss man ganz froh sein, wenn man selbst nie (auch nur ansatzweise) berühmt wird. In dem Buch macht sich eine historisch verbürgte Person eines unheimlichen Verbrechens schuldig, und erst im Nachwort wird geradegerückt, dass derjenige in Wirklichkeit unbescholten war. Wir hatten bis dato noch nichts von dem Mann gehört, und vermutlich wird dies den meisten so gehen, denn wenn man nach ihm im Internet sucht, ist der erste Treffer kein Wikipedia-Artikel, sondern eine Erwähnung in einem »Kurier«-Artikel aus dem Oktober 2019 über eine Erpressung von Kaiserin Sisi. Dass aus einem unbescholtenen Mann, der womöglich noch lebendige Nachfahren hat, deren Freunde das Buch lesen, nach hundert Jahren ein übler Verbrecher gemacht wird, ist nicht gerade die feine englische Autorenart. ;) Zumal auch nicht jeder das Nachwort lesen dürfte. Daher: Immer schön unbekannt bleiben, dann kann man in hundert Jahren auch nicht zum Verbrecher umfunktioniert werden. ;)
– geschrieben am 13. Juni 2021 (4/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz