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Maskenball des Todes
Verfasser: Manuela Tengler (1)
Verlag: Eigenverlag (19877)
VÖ: 30. Januar 2021
Genre: Thriller (7120)
Seiten: 345 (Taschenbuch-Version), 261 (Kindle-Version)
Themen: Ball (105), Ertrinken (63), Karneval (37), Kreuzfahrten (162), Polizei (810), Rettung (593), Unschuld (381), Venedig (235)
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VENEDIG - INMITTEN DES CARNIVALE DROHT EINE KATASTROPHE! Wird die Serenissima diesen Kampf überleben?
ERLEBEN SIE IHRE LIEBLINGSSTADT HAUTNAH

INHALT
Bei einer Bürgerversammlung gerät die alleinerziehende Polizistin Alessandra Fornati unvermittelt in die Fronten zwischen Kreuzfahrtlobby und aufgebrachten Venezianern, die um das Überleben ihrer Stadt fürchten. Alessandras Engagement schürt neue Hoffnung und tatsächlich scheint bei der nächsten Protestaktion in der Lagune eine Trendwende möglich. Dabei droht Alessandra zu ertrinken und wird von einem geheimnisvollen Mann gerettet, doch bald muss sie sich fragen, ob Fabio wirklich ihr Retter und auf ihrer Seite ist. Die neue Jeanne d Àrc Venedigs wird in ihrem Kampf immer mehr zur Marionette mächtiger Konsortien. Verzweifelt versucht sie ihre Unschuld zu beweisen, aber niemand glaubt ihr.

Am Höhepunkt der Feierlichkeiten des Carnivale di Venezia warnt Alessandra ihre Kollegen, doch niemand glaubt ihren Prophezeiungen. Inzwischen bahnt sich vor dem Dogenpalast eine Katastrophe an. Gelingt es Alessandra rechtzeitig, die Drahtzieher zu entlarven und ihre Stadt vor dem sicheren Untergang zu retten?
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Manuela Tengler für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Manuela Tengler gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

PROLOG Un grande disastro


Die Dienststelle der Serenissima, die Questera, war längst abgeschlossen. Aus dem kleinen Haus nahe der Piazzale Roma klangen weit nach Feierabend gedämpft Stimmen nach draußen. Dunkle Schatten tanzten hinter den verdunkelten Scheiben. Sie erinnerten an Figuren der Commedia dell`Arte. Giuseppe, der Dienstälteste der Carabinieri, feierte seinen 60. Geburtstag im Kreise der Kollegen und mit ihr, seiner einzigen weiblichen Kollegin. »Du schuldest mir einen Tanz, cara mia«, flüsterte er und streckte ihr die Hand entgegen.
     Alessandra lächelte, während sie ihm auf die imaginäre Tanzfläche folgte. Wie konnte sie diesem Mann, der alles für sie tat, einen Wunsch abschlagen? Zwischen Schreibtisch und Kaffeeautomat wiegte er sie sanft hin und her. »So tanzten wir schon einmal. Erinnerst du dich?« Er lächelte.
     Sie nickte, schmiegte den Kopf an Giuseppes Brust. Hundert Augen waren damals auf das attraktive Brautpaar gerichtet. Mit Paolo an ihrer Seite fühlte sie sich unverwundbar und stark. Gemeinsam trotzten sie den unregelmäßigen Dienstzeiten bei der venezianischen Polizei, die ihrer Liebe in den folgenden Jahren einiges abverlangen sollten.
     Giuseppes Herzschlag beschleunigte sich. Auch er verlor sich in Erinnerungen und kämpfte wohl wie sie um Fassung. Die Kugel zerstörte nicht nur Paolos Leben. Auch Giuseppes Leben wurde an diesem Tag ein anderes. »Dein Sohn hätte dir eine solche Kalorienbombe von Torte nie geschenkt.« Sie zeigte auf die Schokoladentorte am Tisch und spürte den unregelmäßigen Herzschlag des alten Mannes. Ein Kloß steckte in ihrem Hals. »Nun schnell! Geh zurück ans Buffet, bevor sie dir deine Geburtstagstorte wegessen.« Bevor sie beide endgültig von den quälenden Erinnerungen überwältigt wurden, strich sie über Giuseppes Rücken. Das blaue Diensthemd war zerknittert. Sie lächelte. Der Witwer wäre verloren ohne sie, und sie ohne ihn. Stefano und Antonio, ihre Kollegen, lümmelten auf Giuseppes vollgeräumten Schreibtisch und feixten, wer von ihnen der bessere Tänzer wäre. Giuseppe löste sich nur ungern aus der Umarmung und deutete ihnen ihr Talent zu beweisen. Mit unsicheren Schritten folgte er einer unhörbaren Musik und grinste, als Alessandra zum Ausgang zeigte. Sie überließ die Männer ihrem eigenen Programm. Sie sprachen an diesem Tag nicht wie sonst über die neuesten Waffen, ihre Bambini oder den wachsenden Groll gegen unbezahlte Überstunden. Sie klärten heute Nacht keine Streiche venezianischer Jugendlicher auf, die auf der Piazzale Roma die Wände beschmierten oder mahnten Touristen wegen Bagatellen ab. Heute übertrumpften sich die betrunkenen Männer mit Plattitüden der Politik, über das Ausscheiden bei der Fußball-WM. Sie schimpften über ihre eifersüchtigen Frauen daheim, während sie ihren Ärger mit einem Grappa nach dem anderen hinunterspülten. Sie wollten feiern und Wetten abschließen, wer von ihnen die Nachfolge von Giuseppes Platz in der Questera antrat.
     Alessandra schüttelte den Kopf, als Giuseppe sie zu sich winkte. Sie brauchte dringend Sauerstoff. Der Gestank kubanischer Zigarren und der steigende Alkoholspiegel unter den Kollegen lockten sie ins Freie. »Männer, also wirklich.«
     Eine milde Nacht erwartete sie in der Serenissima. Sie tippte auf das vertraute Gesicht am Display ihres Handys und lächelte, als sie die verschlafene Stimme hörte. »Ich weiß, du bist noch wach. Ich sehe Licht.« Das war eine glatte Lüge, aber bei einem achtjährigen Jungen funktionierte das blendend.
     »Ein paar Minuten, mamma, bitte! Ich helfe dafür nonna beim Einkauf, die ganze nächste Woche, versprochen!«
     Funkstille. Ein Grinsen, das sie ohne Ton verstand. Aurelio wusste wie er sie überzeugte. »Einverstanden. Ich bleibe noch eine halbe Stunde und bringe noch Giuseppe nach Hause, okay? Ich hab dich lieb, schlaf gut.«
     »Buona notte mamma!« Schon brach die Verbindung ab.
     Unschlüssig, ob sie zu dem ausgelassenen Männervolk dazu stoßen sollte, entschied sich Alessandra für die knallrote Bank vor der Dienststelle. Ein paar Minuten, um die in ihrem Leben rar gewordene Stille in der Serenissima genießen, die Alltagssorgen vergessen. Es ging nicht um die verspätete Weinlieferung für Giuseppe, den Dienstplan während Aurelios Schulferien. Endlich allein mit ihrem heimlichen Geliebten. Ihr geheimnisvoller Liebhaber, der spärlich beleuchtete Canal Grande, zog viele Jugendliche magisch an. Sie tanzten ausgelassen auf den fondamente der rivoletto und rii. Ihr schrilles Lachen schwappte über das Wasser und steckte an. Offenbar ertrugen die Männer die stickige Luft in den Arbeitsräumen selbst nicht länger. Aus einem gekippten Fenster lauschte sie mit einem unterdrückten Grinsen Giuseppes Vorliebe für Verdis Opern, Antonios Bariton zu Gianna Nannini und Stefanos Lachen. »Ihr seid verrückt«, flüsterte sie. In diesem Moment war ihr die Polizei-Familie so nah wie niemals zuvor. Nach Paolos Tod waren Stefano und Antonio nicht anders mit ihr umgegangen als vorher. Sie hätte kein Mitleid, keine Vorzugsbehandlung ertragen und war dankbar, die plötzliche Leere in ihrem Leben mit Arbeit füllen zu können. Bis Giuseppe ein Machtwort gesprochen hatte. Sein Enkel hat seinen Vater verloren, das ist genug Schmerz für ein Kind. Ohne ein weiteres Wort passte er ihre Dienstpläne an, sodass sie nach Schulschluss daheim war. Giuseppe hatte wie sie Paolos Tod bis heute nicht verwunden, aber ihr gegenüber tat er, als stünde er über allem und jedem.
     Verträumt blickte sie zur Seite. Sie liebte Venedig. Anfangs war es eine Hassliebe gewesen, aber nun konnte sie sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Hier war Aurelio geboren, hier trösteten ihn Erinnerungen an seinen Vater. Ein paar Biegungen abwärts warfen die beleuchteten Säulen und Arkaden des Dogenpalastes gespenstische Schatten auf die Böden. Nur noch wenige Touristen schlenderten zu der späten Stunde durch die dunklen, engen Gassen im San Marco sestriere. Sie bewunderten die mit Scheinwerfern beleuchteten Pferde der Quadriga an der Westseite der Basilika San Marco, die bereit schienen, loszutraben. Die marmornen Statuen auf der Längsseite der Biblioteca Nazionale Marciana zeugten von der ruhmreichen Vergangenheit der venezianischen Seemacht. Unaufmerksame Besucher unterließen es sträflich, den auf den einst mühsam aufgestellten Säulen mit über vier Meter langen Löwen auf der Plattform ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Sie musste nicht auf der anderen Seite des Hafenbeckens stehen, um sich darüber wie Giuseppe und andere zu entrüsten. Wie viele Venezianer verurteilte auch sie, dass ihre Heimatstadt zu einem Vergnügungspark für Tagestouristen verkam. Die Schätze der einst reichen Seemacht des 14. Jahrhunderts fanden sich aber auch an unscheinbaren Orten. Sie waren allgegenwärtig, aber im 21. Jahrhundert zählten ein stabiler W-LAN-Empfang, getaktete Besichtigungen dank QR-Code und ein hastiges Selfie beim Carnivale di Venezia mehr. Grauenhaft, wie schamlos sich manche Besucher gebärdeten und sich ihnen damit die Schönheit verborgener Ecken fernab des Reiseführer-Klischees oder gut erhaltene Reliefs verschloss.
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