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Palais Heiligendamm 2 - Stürmische Zeiten
Verfasser: Michaela Grünig (12)
Verlag: Bastei Lübbe (3219)
VÖ: 28. Mai 2021
Genre: Familienepos (505) und Historischer Roman (4966)
Seiten: 528 (Broschierte Version), 486 (Kindle-Version)
Themen: Entscheidungen (1976), Filme (157), Gefahr (1467), Hotel (836), NSDAP (17), Regisseur (68), Wirtschaftskrise (22), Zwanziger Jahre (301)
Reihe: Palais Heiligendamm (2)
Erfolge: 2 × Spiegel Paperback Top 20 (Max: 9)
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Lesermeinungen (5)     Tags (1)
MEINUNGEN UND DISKUSSIONEN UNSERER LESER
Kommentar vom 3. Juni 2021 um 17:05 Uhr (Schulnote 1):
» Absolute Leseempfehlung! Wow, was für ein Fortsetzungsroman!

Bad Doberan, 1922
Elisabeth Kuhlmann ist es gelungen dem Palais Heiligendamm wieder den alten Glanz zu verleihen. Doch der Hotelbetrieb leidet momentan unter der anhaltenden Wirtschaftskrise und die rasante Geldentwertung, die Lebensmittelknappheit und die fehlenden Gäste machen ihr große Sorgen. Da kommt es einer Fügung des Schicksals gleich, dass ihr Hotel als Kulisse für einen Spielfilm gebucht wird und sie einen Nutzen aus der Werbekampagne ziehen kann. Es geht aufwärts, doch ihr privates Glück steht auf der Stelle. Zwischen ihr und Julius Falkenhayn liegt so viel Unausgesprochenes und die Angst verletzt zu werden. Auch ihr Bruder Paul ist unglücklich und trauert immer noch seiner verflossenen Liebe hinterher. Doch durch Zufall lernt er Carl von Herrhausen kennen, der ihn in seinen Bann zieht und ihn dazu bewegt sich in der NSDAP einzubringen. Carls Einfluss auf Paul wird immer größer und mit seiner rechten Gesinnung treibt er einen Keil zwischen sich und seine Familie. In seiner Besessenheit ignoriert er, dass er einige von ihnen in Gefahr bringt und Schuld auf sich lädt.

Nach dem ersten Band „Palais Heiligendamm-Ein neuer Anfang“ habe ich schon der Fortsetzung entgegengefiebert und ich muss sagen, dass ich diesen Teil, der die Familiengeschichte der Kuhlmanns von 1922-1933 erzählt, noch stärker und fesselnder fand. Vor lauter Lesesucht konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Eine Geschichte, die voller Dramatik steckt, einem ans Herz geht, Beklemmung, Verachtung und Mitleid erzeugt und bei der man die ganze Zeit unter einer ahnungsvollen Nervenanspannung steckt. Sehr authentisch transportiert die Autorin mit ihren Charakteren diese Emotionen zum Leser hinüber. Hervorragend wurde in diesem Roman die politische Entwicklung in Deutschland, der stetig wachsende Antisemitismus und Nationalsozialismus, das fanatische, rücksichtslose und engstirnige Verhalten der rechten Anhänger und ihre Machtbesessenheit mit eingebunden. Hier spürt man wieviel Zeit Michaela Grünig in die Recherche gesteckt hat. Doch auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Elisabeth und Julius überwinden Hürden, halten zusammen, sind füreinander da und meistern schwierige Zeiten. Ich habe so mit den beiden mitgefiebert, gezittert und mich unheimlich mit ihnen gefreut. Ich bin sehr gespannt darauf, wie ihre Zukunft im dritten Band der Reihe aussehen wird. Am meisten fasziniert und polarisiert haben mich die Charaktere von Paul und Carl. Paul entwickelt sich zum Mitläufer, der von seinem berechnenden, skrupellosen, triebgesteuerten und von Ehrgeiz besessenen Freund benutzt wird. Da kocht man innerlich vor Wut und ist schockiert über ihren bedingungslosen Einsatz für die nationalsozialistische Bewegung. Schade, dass Paul so im Bann von ihm steht und alle, die er sonst noch liebt verletzt, vor den Kopf stößt, manipuliert und sogar noch für etwas schlimmeres verantwortlich ist. Auch hier bin ich unheimlich neugierig darauf, wie sein Leben sich weiterentwickelt, genauso wie das von seiner Schwester Johanna, die mit ihrem Mann nach Paris geflüchtet ist. Auch Luise, die Jüngste der Kuhlmanns, hat mir als schillernde Figur in diesem Roman sehr gut gefallen. Sie entwickelt sich zu einem gefragten Filmstar. Doch ihre Karriere wird von einem Mann beeinflusst, der nicht gut für sie ist. Etwas zu kurz gekommen in diesem Buch sind dieses Mal Friedrich Kuhlmann und seine Frau Margot und ich frage mich, welche Rolle ihnen als Ärzte im nächsten Roman zugedacht wird.

Nach diesem Lesehighlight bin ich schon so gespannt auf die Fortsetzung „Palais Heiligendamm-Tage der Entscheidung“, die im Januar 2022 erscheinen wird! Politisch steuert Deutschland auf eine schwere, kriegerische und belastende Zeit zu und ich bin begierig darauf zu erfahren, wie die Kuhlmanns das alles bewältigen werden.«
  17      0        – geschrieben von Gina1627
 
Kommentar vom 3. Juni 2021 um 10:59 Uhr (Schulnote 2):
» Handlung
Palais Heiligendamm 1922
Wieder einmal muss Elisabeth um ihr geliebtes Palais fürchten. Dieses ist frisch renoviert und nach dem Ersten Weltkrieg wieder so weit hergerichtet, um von Gästen bevölkert zu werden. Und dann kommt die Währungsreform. Wieder geht der Kampf um das Fortbestehen, um den Lohn für die Mitarbeiter und um die Nahrungsmittel los...
Als ein berühmter Regisseur das Hotel als Kulisse für seinen neuen Film auswählt, gibt es einen guten Grund für aufkeimende Hoffnung. Und tatsächlich zieht das Palais neue Gäste an. Und so geht es für Elisabeth beruflich langsam wieder bergauf, allerdings sieht es privat nicht so rosig aus. Julius und sie schaffen es nicht richtig, sich wieder anzunähern, was beide mitnimmt. Und auch Elisabeths Bruder Paul muss einsehen, dass sein Leben ohne seine große Liebe weitergehen muss. In diesem Zustand von Traurig-und Ziellosigkeit gelangt er in den Dunstkreis der NSDAP und blüht auf. Bis er Entscheidungen in Bezug auf den Hotelbetrieb trifft, die die ganze Familie in Gefahr bringen...

Meinung
Als ich das Cover erstmals gesehen habe, sind mir direkt einige Parallelen zum ersten Band aufgefallen. Wieder steht eine Dame auf einer Art Brücke, vor ihr befindet sich Wasser und im Hintergrund kann man einen Strand, sowie einige Häuser erkennen. Die Dame ist schick und modisch gekleidet, bei ihr könnte es sich um dieselbe Person handeln, wie auf dem Cover von Teil eins. Farblich wurde das Bild meiner Meinung nach ziemlich zurückhaltend gestaltet. Es ist nicht sonderlich auffallend, gedeckte Farben beherrschen das Cover. Man könnte höchstens sagen, dass die hellen Wolken den Fokus darstellen. Trotz alledem mag ich das Gesamtbild gern, es sieht interessant aus und wirkt stimmig.

Letztes Jahr im November hatte ich den ersten Band der Reihe gelesen. Darauf bin ich in der Verlagsvorschau gestoßen und habe ihn letztendlich munter in einer Leserunde der Lesejury diskutiert. Und weil ich die Geschichte als wirklich gut empfand, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Elisabeth, Julius und den restlichen Kuhlmanns weitergeht. Als ich dazu die Schnellleserunde bei der Lesejury gesehen habe musste ich einfach mein Glück versuchen und ich habe mich beworben. Und es hat tatsächlich geklappt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Aus diesem Grund möchte ich mich herzlich beim Bastei Lübbe Verlag und der Lesejury für das Rezensionsexemplar bedanken!

Bevor die Handlung startet gibt es noch ein kleines Personenverzeichnis. Hier werden die wichtigsten Personen des Buches kurz aufgelistet und verwandtschaftliche Beziehungen werden aufgezeigt. Das empfand ich als sehr hilfreich, so konnte ich meine Erinnerungen an den ersten Band kurz auffrischen und mir sind auf Anhieb wieder einige Details und Geschehnisse eingefallen. Zudem kann man aufgrund der Auflistung bereits erste Spekulationen anstellen, was im Verlauf des Romans geschehen könnte, da die Handlung langsam, aber zielstrebig auf den aufkommenden Nationalsozialismus zusteuert und einige Anhänger der NSDAP bereits genannt werden. Auf jeden Fall sind mir einige bekannte Personen ins Auge gefallen, die mir noch aus dem ersten Band im Gedächtnis geblieben sind und ich habe mich daraufhin noch mehr auf die Lektüre gefreut!

Auf den ersten Seiten habe ich gemerkt, wie ich mich mehr auf das Gelesene konzentrieren muss, um einige Zusammenhänge zum ersten Band zu finden. Als das dann einmal geschehen war, war es mir problemlos möglich, der Geschichte zu folgen, mich auf sie einzulassen und zu konzentrieren. Immerhin ist mir die Ausgangsstellung ja irgendwie bekannt, ich musste mich lediglich an einige Details wieder erinnern.
Ich mochte es sehr, wie man sich auf den ersten Seiten von einem Großteil der Figuren direkt ein Bild machen konnte. Diese tauchen kurz auf, man kann familiäre Beziehungen erkennen und sich von ihnen einen ersten Eindruck verschaffen. Das empfand ich als sehr positiv, so wurde mir der Einstieg definitiv erleichtert und im Folgenden ist es mir leicht gefallen, mich auf die Geschehnisse zu konzentrieren und eigene Spekulationen und Vermutungen anzustellen.

Mir hat die Sprache sehr gut gefallen. Von der ersten Seite an empfand ich sie als sehr angenehm, gut und flüssig lesbar und das hat sich über die gesamte Geschichte durchgesetzt. Es gibt eine nicht zu ausschweifende Erzählweise, oft bleibt die Handlung sehr prägnant und eine Vielzahl der Handlungen wirken lebendig und realistisch. Es gibt nicht nur interessante Personenzeichnungen, sondern auch die Entwicklungen der Figuren können sich sehen lassen.
Die meist einfache Sprache wird anhand der Schilderungen des Lebensgefühls, als auch anhand zahlreicher politischer und historischer Details stark aufgewertet. Diese wurden ansprechend und in einer angenehmen Menge in die Ereignisse eingefügt und haben sich nahtlos an die Geschichte angepasst.

Ich empfand die Handlung nie als unglaublich spannend. Es war ein gutes Maß davon vorhanden, allerdings nie so viel, als das ich komplett mitgerissen wurde. Man merkt auch deutlich, dass mit zunehmender Handlung immer mehr Konflikte auftreten oder zumindest eine Gefahr dessen drohte. Diese recht wenigen Abschnitte wechseln sich mit ruhigen Kapiteln ab, in denen man einfach nur liest, was die Personen im privaten und beruflichen Leben bewegt und wie es ihnen geht. Diese Mischung mochte ich auf jeden Fall sehr, es gab nie zu viel Drama, die Handlung war allerdings auch nie langweilig und genau das hat mir gefallen!
Einige Handlungen und Ereignisse ließen sich ein wenig vorausahnen, von vielen Entwicklungen wurde ich überrascht. Nur selten trafen meine Vermutungen ein, stattdessen sind immer wieder neue Möglichkeiten und Perspektiven für die Personen aufgetreten, sodass es nie langweilig wurde. Stets kam dadurch neuer Schwung in die Geschichte und man konnte nie genau vorherbestimmen, wie es weitergehen wird und was das Schicksal noch so für die Figuren bereithält.

Um die Handlung abwechslungsreich zu gestalten wurden verschiedene Erzählperspektiven genutzt. Fast ausschließlich werden diese von den Familienmitgliedern der Familie Kuhlmann bestimmt. Allerdings gibt es auch immer wieder Kapitel von einer Person, die dem Personal des Palais angehört. Sie ist bereits aus dem ersten Band bekannt und es war interessant zu sehen, wie sie sich entwickelt und welche Stellung sie mittlerweile beruflich einnimmt, welche Ziele sie privat hat.
Es gibt also mehrere Sichtweisen auf die Geschehnisse, man kann schauen, wie die einzelnen Charaktere die Ereignisse und andere Figuren einschätzen und sich so ein umfassendes und sicheres Bild von einer jeden Person machen. Zudem erhält man verschiedene Blicke auf den Hotelbetrieb, auf das Familienleben in den 1920 und 1930er Jahren und auf das Miteinander im Hotel, aber auch in der Familie.
Eine jede der drei Perspektiven empfand ich als interessant. Sie konnten alle mit sehr interessanten persönlichen Entwicklungen überzeugen, zudem zeigte sich immer wieder ein roter Faden, der die drei Stränge miteinander verbunden hat. Dadurch hatte ich schnell die Vermutung, dass am Ende eine stimmige und runde Geschichte vorliegen wird, und dieser Eindruck hat sich schließlich auch bewahrheitet.

Ganz besonders überzeugen konnte mich die Entwicklung der Familie Kuhlmann. Sie waren bereits im ersten Band sehr unterhaltsam, da so viele verschiedene und interessante Charaktere aufeinandergetroffen sind. Und diesmal bin ich hin-und weg davon, wie sie sich entwickelt haben. Bei einem jeden ist zu sehen, wie sie im Vergleich zum ersten Band eine andere Rolle einnehmen, andere Wesenszüge erhalten haben und sich dabei im Herzen trotzdem treu geblieben sind. Alle sind reifer geworden, sie stehen für ihre Überzeugungen ein und wenn es hart auf hart kommt, dann hält die Familie zusammen. Das alles hat mir unglaublich gut gefallen und ich bin begeistert davon, wie sich die Menschen weiterentwickelt haben.

Und auch vom Setting bin ich begeistert. Ein großer Teil der Handlung spielt in dem traumhaft beschriebenen Palais Heiligendamm und ich habe es geliebt, mit den Figuren durch die Räume zu schlendern. Ich konnte mir das Gebäude mitsamt all seinen Räumen, aber auch den Gärten unglaublich gut vorstellen und es war einfach wunderbar, sich beim Lesen genau dorthin zu träumen...
Dazu liegt diesmal ein weiterer Fokus auf Berlin. Ich empfand die Stadt ein wenig oberflächlicher beschrieben, hier hatte ich lediglich von einer Wohnung ein genaueres Bild vor Augen. Allerdings war hier die Stimmung ganz besonders. Sie war viel lebendiger, aufregender und lebhaft als in dem beschaulichen Bad Doberan, wo das Leben doch in ruhigeren Bahnen abläuft. Dieser Gegensatz war sehr interessant und wurde gut dargestellt.

Einsetzen tut die Handlung 1922 und sie erstreckt sich bis ins Jahr 1933. Damit vergehen gute 11 Jahre, in denen allerhand geschieht, nicht nur im Privatleben der Kuhlmanns, sondern auch in der Welt. Dabei wird nicht auf jeden Monat und jedes Jahr genau eingegangen, stattdessen wird auch immer mal wieder einige Zeit übersprungen. Das war wirklich sinnvoll, sonst hätte man sich zeitlich leicht verlieren können und ich denke, dann wären auch Längen entstanden. Mit dieser Lösung bin ich zufrieden, ich hatte nie den Eindruck, etwas wichtiges zu verpassen. Stets wurden solche Informationen, die für den Fortgang der Handlung wichtig sind eingebunden.
Um immer schauen zu können, in welchem Jahr die folgenden Seiten spielen gibt es am Anfang neuer Kapitel stets einen Vermerk dazu. Hier wird nicht nur die Jahreszahl, sondern auch der Monat genannt. Auf diese Weise kann man gut schauen, wie alt die Figuren mittlerweile sind, wie viel Zeit seit dem Beginn der Geschichte vergangen ist und welche Ereignisse, die demnächst auf politischer Ebene geschehen, für die Personen von Bedeutung sein könnten.

Vor allem auf politischer Ebene mit dem langsam aber stetig voranschreitenden Machtbeginn der NSDAP werden historische Details in die Geschichte eingebunden. Man kann schauen, wie diese erfolgreicher wird, welche Ziele sie sich setzen und wie sie diese umsetzen wollen. Eindrucksvoll zeigt die Autorin, wie die Nazis sich ihren Weg nach oben erkämpfen und mit welchen Mitteln sie sich an das Volk gewandt haben, um sie auf ihre Seite zu ziehen. Besonders die Reden wurden dabei sehr interessant und bewusst eingesetzt, um zu zeigen, wie die Menschen beeinflusst wurden. Insgesamt hat man deutlich herauslesen können, wie ausführlich die Autorin sich mit der beschriebenen Zeit auseinandergesetzt hat und ihre Aussagen machten stets Sinn und ließen eine vergangene Zeit nochmals lebendig werden!

Mit den Personenzeichnungen bin ich sehr zufrieden. Diese sind lebhaft und abwechslungsreich ausgefallen und wie ich bereits erwähnt hatte, gibt es solide und spannende Entwicklungen. Ein jeder wurde mit Alleinstellungsmerkmalen ausgestattet und viele Aussagen und Handlungen lassen sich gut nachvollziehen. Dabei machen die Figuren auch mal Fehler, sie sind nicht perfekt und wirken dadurch noch realistischer.
Bei den Personen gibt es allerdings auch meinen einzigen, aber dennoch wichtigen Kritikpunkt der Geschichte. Es handelt sich dabei um Elisabeth und Julius und ihre Beziehung zueinander. Sie wollen lange Zeit nicht recht miteinander reden um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen. Dadurch entstehen allerdings einige Missverständnisse, was mich mit der Zeit gestört hat. Das hätte für meinen Geschmack gern abgekürzt werden können, mir was das ein wenig zu langatmig und wiederholend.

Fazit
Es waren sehr vergnügliche Stunden, die ich mit dem Roman hatte. Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder komplett in der Handlung und ich hatte im Folgenden absolut keine Probleme, dieser zu folgen. Mit vielen Wendungen und Entscheidungen hat mich die Autorin positiv überraschen können, es gibt unglaublich interessante und gute Entwicklungen, die mich komplett überzeugt haben und so liegt am Ende ein gelungenes Werk vor. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich, ansonsten bin ich vollkommen zufrieden, es ist eine abwechslungsreiche, lebhafte und realistische Geschichte, die definitiv mein Interesse an der Fortsetzung geweckt hat!«
  19      0        – geschrieben von MarySophie
 
Kommentar vom 31. Mai 2021 um 14:38 Uhr (Schulnote 1):
» Das luxuriöse Hotel Palais Heiligendamm gehört der Familie Kuhlmann. Nach dem Ersten Weltkrieg musste es renoviert werden und erstrahlt nun wieder in voller Pracht. Erst einmal wird Johannas Hochzeit im Hotel gefeiert, doch so sehr Elisabeth sich auch bemüht, die Gäste bleiben aus. Als dann ein Film in Palais Heiligendamm gedreht wird, sieht Elisabeth das als Werbung und hofft, dass es nun aufwärts geht. Auch ihre Beziehung zu Julius ist schwierig und beide tun sich schwer, aufeinander zu zugehen. Elisabeths Bruder Paul ist nicht glücklich mit seinem Leben und im Hotel ist er auch keine Hilfe. Erst als er zu seinen Wünschen steht, ist wieder etwas mit ihm anzufangen. Doch er trifft eine Entscheidung, die gefährlich ist.
„Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten“ ist der zweite band aus der Heiligendamm-Saga von Michaela Grünig. Schon beim Vorgänger hat mir der Schreibstil gut gefallen und ich wurde auch bei diesem Band nicht enttäuscht. Die Autorin stellt alles lebendig und sehr atmosphärisch dar.
Es ist eine schwierige Zeit nach dem Krieg. Deutschland wurde zu gigantischen Reparationszahlungen verpflichtet und das ist vielen ein Dorn im Auge, denn den meisten Menschen geht es nicht besonders gut. Die Währungskrise verschlimmert das alles noch. Die politischen Verhältnisse sind instabil und so kann sich die Nationalsozialisten breit machen.
Die Charaktere sind gut und authentisch ausgearbeitet. Elisabeth ist die mittlere von drei Kuhlmann-Töchtern. Sie liebt das Hotel und setzt sich mit aller Kraft dafür ein. Dabei bleiben ihre persönlichen Wünsche oft auf der Strecke. Julius und Sie machen sich das Leben schwer, dabei könnte alles so einfach sein, wenn man offen miteinander reden würde. Luise hat es als geschiedene Frau auch nicht leicht. Als sie dann endlich eine Aufgabe für sich findet, muss sie leider feststellen, dass sie ausgenutzt wird. Aber auch Paul macht es sich unnötig schwer. Als er dann erkennt, was er will, gerät er leider gefährliche Kreise. Für Johanna und ihre Familie wird es auch immer schwieriger, denn Juden sind in Deutschland unerwünscht. Köchin Minna verliebt sich ausgerechnet in einen Kommunisten, was ihr Leben auch nicht einfach macht. Doch die Kuhlmanns halten auch in schwierigen Zeiten zusammen und stehen auch für ihre Angestellten ein. Ich bin gespannt, wie es weitergeht in Bad Doberan.
Mir hat dieser spannende historische Roman wieder sehr gut gefallen.«
  15      0        – geschrieben von buecherwurm1310
Kommentar vom 29. Mai 2021 um 20:26 Uhr (Schulnote 1):
» Nahtlos schließt sich dieses Buch dem ersten Band an. Das Palais wurde nach den Vorstellungen Elisabeths renoviert und die kleine Tochter lebt bei ihrem Vater Julius. Bereits im Jahr 1922 stehen aber die Zeichen auf Sturm. Eine heftige Währungskrise beutelt nicht nur das Hotel. Deutschland leidet unter den Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg und Parteien der Rechten sind auf dem Vormarsch. Leider kann auch Bruder Paul sich nicht dagegen wehren.

In „Palais Heiligendamm – Stürmische Zeiten“ schreibt die Autorin, wie es den Menschen mit den Wunden des Ersten Weltkriegs ging. Die waren entweder körperlich, also für jedermann sichtbar, oder psychisch. Die seelischen Schäden wurden damals noch nicht als Krankheit gesehen. Die Versorgung mit Therapien gab es nicht in dem Maße, wie heute. Viele Menschen waren arbeitslos und der Verfall der Währung konnte nicht aufgehalten werden. Ist es da verwunderlich, dass es geradezu ein vorbereiteter Boden für die Ansichten der Nationalsozialisten war?

Deutlich wird in diesem Buch auch, dass der Kampf gegen Juden und Kommunisten von vielen mitgetragen wurde. Die Angst vor dem Konzentrationslager oder schmerzenden Repressalien verleitete dann auch zur Denunziation von Nachbarn oder sogar Freunden. In diesem zweiten Band werden auch die Ereignisse des ersten Buches immer wieder erwähnt. Und zwar immer dann, wenn es für den weiteren Verlauf des Geschehens wichtig ist. Aber ich empfehle trotzdem, dass Sie das erste Buch über das Palais Heiligendamm vorher lesen sollten. Es lohnt sich auf jeden Fall. Die Sprache ist lebendig und die Recherche umfangreich. Ich empfand es als sehr angenehm, dass die Autorin ihre eigene Meinung nicht äußerste. So konnte ich mir als Leser ohne Beeinflussung ein Bild der Jahre rund um die „Weimarer Republik“ und das Erstarken Hitlers machen.«
  9      0        – geschrieben von lielo99
 
Kommentar vom 29. Mai 2021 um 18:21 Uhr (Schulnote 1):
» Selten habe ich einer Fortsetzung so entgegengefiebert wie dem zweiten Band der Reihe "Palais Heiligendamm". Nach den dramatischen Ereignissen im Deutschen Kaiserreich entführt Michaela Grünig ihre LeserInnen in die von vielen Krisen geschüttelte Weimarer Republik, der ersten parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

Palais Heiligendamm, 1922: Während der Währungskrise kämpft Elisabeth erneut um das Überleben des frisch renovierten Palais. Erst als ein berühmter Regisseur in der schönen Kulisse des Hotels einen Film dreht, gibt es neue Hoffnung. Während der berufliche Erfolg zum Greifen nah ist, steht Elisabeths Liebe zu Julius unter keinem guten Stern. Auch ihr Bruder Paul muss Abschied von seinen Träumen nehmen. Er ist zutiefst unglücklich. Als er in den Dunstkreis der NSDAP gerät, trifft er eine Entscheidung, die die ganze Familie in Gefahr bringt ...

Das hübsche Cover zeigt eine schmale Frauengestalt, die - tief in ihre Gedanken versunken - den wolkenverhangenen Himmel betrachtet. Für die wilden Zwanziger Jahre ist sie sehr konservativ gekleidet, sie erfüllt alle Erwartungen, die an eine junge Frau aus einer guten Familie gestellt werden. Man darf mutmaßen, dass hier Elisabeth portraitiert werden sollte, eine kluge, starke Frauengestalt, die im Zentrum dieser Reihe steht.

Der historische Roman "Palais Heiligendamm" pendelt zwischen zwei zentralen Schauplätzen, nämlich Berlin und Bad Doberan, an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Hier ist der Sitz des Palais Heiligendamm, des Luxushotels, das von der Familie betrieben wird.

Das Wiedersehen mit den vertrauten Protagonisten macht großen Spaß. Im Laufe der Zeit haben alle Charaktere eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich gebracht, die man ihnen im ersten Band der Familiensaga gar nicht zugetraut hätte. Wer hätte gedacht, dass Elisabeth sich zu einer selbstbewussten Geschäftsfrau und liebevollen Mutter mausern würde? Sie passt sich den modernen Zeiten an und trennt sich von alten Zöpfen (im wahrsten Sinne des Wortes). Sie pflegt eine freundschaftliche Beziehung zu Julius, dem Vater ihrer einzigen Tochter, dem sie sich nach wie vor eng verbunden fühlt, und hat ihr Leben im Griff, ganz im Gegensatz zu ihrem homosexuell veranlagten Bruder Paul. Nach der "Vernunftehe" mit seiner konservativen Ehefrau Helene stürzt er sich in eine verhängnisvolle Affäre mit einem rechtsradikalen Politiker, der um jeden Preis Karriere bei der NSDAP machen will. Sein Freund ist auf ein "makelloses" Privatleben angewiesen; eine Schein-Ehe mit Luise, der jüngsten Schwester von Paul, die nach einer gescheiterten ersten Ehe als geschiedene Frau gesellschaftlich "unten durch" ist und eine künstlerische Laufbahn als Schauspielerin anstrebt, ist für ihn die perfekte Lösung. Paul ist kein schlechter Mensch, er ringt mit seinem Gewissen, doch er lässt sich ausnutzen - von Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen.
Was die politische Gesinnung angeht, hält sein Bruder, ein renommierter Arzt an der Charité in Berlin, sich weitgehend bedeckt, während seine Frau Margot sich auf dem Gebiet der Rassenhygiene engagiert, was ihre gefährliche Nähe zur NSDAP andeutet.
Von diesen folgenschweren antidemokratischen Entwicklungen betroffen ist Johanna, die älteste Schwester von Paul, die nicht nur mit Samuel, einem tüchtigen Kinderarzt, verheiratet ist, sondern auch seinen jüdischen Glauben angenommen hat. Aufgrund der rechtsradikalen Strömungen in Berlin schwebt ihre Familie in Lebensgefahr - ihr bleibt nur die Flucht ins rettende Ausland.

Michaela Grünig erzählt nicht nur von den Reichen und Schönen, sondern gewährt auch einen klaren Einblick in das Leben von Menschen, die am unteren Ende der sozialen Hierarchie stehen. Die tüchtige Köchin Minna, welche nach ihrem Einsatz als Kindermädchen wieder das Zepter in der Küche des Palais Heiligendamm schwingen darf, träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit Albert, einem überzeugten Kommunisten. Doch ihre Wünsche werden sich kaum erfüllen. Für ein ruhiges bürgerliches Leben kann Albert sich nicht erwärmen, der politische Klassenkampf steht für ihn an erster Stelle. Eine klare Entscheidung, für die er einen hohen Preis zahlen wird.

Was für eine packende Lektüre! Michaela Grünig hat eine brillant geschriebene, faszinierende Fortsetzung vorgelegt, die mich (fast) noch mehr mitgerissen hat als der erste Band. Ihr neues Buch hat mich tief beeindruckt; ich mochte gar nicht mehr mit der Lektüre aufhören. Michaela Grünig hat die politischen Strömungen der Zeit anschaulich vermittelt; man erlebt die ständigen Wirtschaftskrisen, die hohe Arbeitslosigkeit, den politischen Terror und das mangelnde Vertrauen in die junge Demokratie hautnah mit. Während meiner Lektüre sind Fiktion und Realität miteinander verschwommen; ich habe mit allen Protagonisten gehofft, gelacht, gelitten und geweint - und fiebere dem letzten dritten Band entgegen. Kann man sich mehr von einem historischen Roman wünschen?«
  21      0        – geschrieben von Bücherfairy
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