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Die Clique der Ehrlosen
Verfasser: Thomas Majhen (1)
Verlag: Eigenverlag (20235) und epubli (1626)
VÖ: 4. März 2021
Genre: Historischer Roman (5048)
Seiten: 664 (Gebundene Version), 639 (Taschenbuch-Version)
Themen: 1938 (15), Augsburg (48), Berlin (1235), Dreißiger Jahre (247), Drittes Reich (92), Hitlerjugend (5), Jugendliche (216), Wehrmacht (19), Zweiter Weltkrieg (560)
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Thomas Majhen für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Schon wieder Licht.«, dachte er angeekelt. Gab es denn auf dieser Welt keine Nacht, keine richtige Dunkelheit mehr? »Edison, was hast du mir mit deiner unglückseligen Erfindung nur angetan!«
     Der Gestapo-Beamte mit der rauchigen Stimme saß ihm gegenüber an einem Schreibtisch. Seitlich hinter dem Beamten befand sich die Lampe, sodass Oster ihn nicht richtig sehen konnte und gezwungen war, gegen das Licht anzublinzeln. Ein freches Glühwürmchen tanzte vor Osters zusammengekniffenen Augen, der Rauch einer Zigarette stieg ihm in die Nase. Für ein paar Züge hätte er sogar eines seiner erbärmlichen Marmeladenbrote geopfert. Doch die hatte man ihm bislang nicht nur vorenthalten, es stand auch zu bezweifeln, ob sich der Gestapo-Mann auf diesen Tausch eingelassen hätte.
     »Nun, Oster ...«, begann der Beamte von neuem und zögerte einen Moment. »Darf ich Hans zu Ihnen sagen? Das ist doch viel persönlicher, nicht wahr? Und als persönlich kann man unser Verhältnis wohl durchaus bezeichnen, meinen Sie nicht auch?«
     Hans Oster gab darauf keine Antwort. Zu sehr war er damit beschäftigt, sich dem Licht, so gut es ihm in seinem gefesselten Zustand möglich war, zu entziehen. Gleichzeitig mühte er sich, seine Gedanken zu sammeln, um sich gegen das unmittelbar bevorstehende Verhör zu verteidigen.
     Auf ein unsichtbares Zeichen des Beamten hin wurde Hans Oster von hinten am Kopf gepackt. Während sich sein Schädel anfühlte, als wäre er in einen Schraubstock eingespannt worden, machte sich ein weiteres Paar Hände in seinem Gesicht zu schaffen. Eins nach dem anderen wurden seine Augenlider hochgezogen und mit Hilfe von Klebestreifen aus Leukoplast an seinen Augenbrauen fixiert. Nun waren seine Augäpfel völlig ungeschützt dem gnadenlosen Scheinwerferlicht ausgeliefert. Er stöhnte vor Schmerz und Unbehagen.
     Geduldig ließ der Beamte die Bestrahlung wirken. Der menschliche Körper war doch etwas Wunderbares, sinnierte er rauchend. Hinderte man diesen auch nur an der Ausübung der einfachsten Funktionen, konnte das großes Unbehagen auslösen.
     »Mit wenigen Worten können Sie sich selbst das hier ersparen – und auch das, was wir sonst noch für Sie auf Lager haben, sofern Sie nicht bald den Mund aufmachen. Kommen Sie schon, Hans, Sie wissen doch, was ich hören will. Sagen Sie mir, dass Sie von den Attentatsplänen auf den Führer gewusst haben. Und geben Sie mir Namen.« Der Stimme des Beamten war nun jeder Hauch gespielter Liebenswürdigkeit abhandengekommen.
     Oster war, als beuge sich der andere nach vorne, um der Bedeutung seiner Worte besonderes Gewicht zu verleihen.
     »Sie wissen, dass Sie so gut wie tot sind. Ein Landes- und Hochverräter, das sind Sie. Die Beweise, die gegen Sie vorliegen, sind schon jetzt mehr als erdrückend. Ihr alter Freund Dohnanyi sitzt im Konzentrationslager Sachsenhausen, müssen Sie wissen. Er hat Sie schon nach ein paar Stunden verpfiffen. Sogar Ihr ehemaliger Beschützer, der Admiral, hat Ihnen mit seinen Aussagen nicht gerade einen Gefallen getan. Wenn es darauf ankommt, denkt doch jeder nur an sich selbst – eine Vorgehensweise, die ich auch Ihnen nahelegen würde.«
     Hans Oster wand sich unter Verhör und Folter gleichermaßen, kämpfte darum, seine letzten Kraftreserven zu mobilisieren. Dass ihn Dohnanyi und der Admiral verraten haben könnten, glaubte er nicht für eine Sekunde. Durch Lügen und Täuschung wollte man ihn verunsichern und weichklopfen in der Hoffnung, dass er, angetrieben von Rachegefühlen, seine Komplizen preisgab.
     Immer wieder im Verlauf der vergangenen Jahre hatten sie sich so gut wie möglich darauf vorbereitet, dass man sie irgendwann verhaften könnte. Sie hatten gewusst, sodann würde es auf einheitliche, aufeinander abgestimmte Aussagen ankommen, Widersprüche oder Lücken konnten sie den Hals kosten. Zudem hatten sie sich nichts vorgemacht: Es gab zu viel belastendes Material gegen sie, als dass sie noch glaubhaft hätten behaupten können, von nichts gewusst zu haben. Ihre Strategie hatten sie deshalb um einen zwar makabren, dafür aber überzeugenden Schachzug ergänzt. Belastet werden sollten nämlich lediglich Personen und Mitwisser, die entweder bereits tot oder auf der Flucht waren. Niemals, so versicherte Oster sich selbst erneut, würde ihn jemand anschwärzen, um seine eigene Haut zu retten.
     »Ich will ja reden«, keuchte er, »machen Sie nur dieses verfluchte Licht aus.«
     Mit einer knappen Kopfbewegung gab der Beamte den Wachen ein Zeichen. Ein großer Schatten legte sich daraufhin über Hans Oster. Der Schatten besaß ein Gesicht, war aber nur undeutlich zu erkennen, weshalb das gemeine Grinsen, das sich darin abzeichnete, mehr zu spüren als zu sehen war. Dann verpasste ihm der Schatten unvermittelt einen heftigen Magenschwinger.
     Oster schnappte nach Luft. Am liebsten hätte er sich umgehend übergeben, brachte aber nichts weiter als ein trockenes Würgen und ersticktes Husten heraus. Zu viel mehr war sein leerer Magen nicht imstande.
     »Sie haben hier rein gar nichts zu fordern.«, schalt ihn der Beamte ruhig, aber streng wie ein Oberlehrer, der einen Schüler maßregelt. »Was bilden Sie sich eigentlich ein? Sie haben mir zu geben, was ich will, und sonst nichts.«
     Einige Minuten lang sah er seinem Gefangenen schweigend dabei zu, wie dieser keuchend und schnaufend darum kämpfte, sich dem gnadenlosen Licht zu widersetzen. Dann, wie um seine eigenen Worte Lügen zu strafen, klappte der Beamte nach einem Moment des Zögerns den Lampenschirm nach unten und ließ durch ein Zeichen großmütig die Klebestreifen an den Augenlidern des Häftlings entfernen. Bei dieser Gelegenheit büßte der Malträtierte einen Teil seiner Oberaugenbehaarung ein.
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