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Die Clique der Ehrlosen
Verfasser: Thomas Majhen (1)
Verlag: Eigenverlag (20294) und epubli (1626)
VÖ: 4. März 2021
Genre: Historischer Roman (5061)
Seiten: 664 (Gebundene Version), 639 (Taschenbuch-Version)
Themen: 1938 (15), Augsburg (48), Berlin (1239), Dreißiger Jahre (248), Drittes Reich (92), Hitlerjugend (5), Jugendliche (218), Wehrmacht (19), Zweiter Weltkrieg (562)
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Lesermeinungen (1)     Leseprobe
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Thomas Majhen für die Einsendung dieser Leseprobe!
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Für Höflichkeiten bestand keine Not und so kam der Admiral direkt auf den Punkt. »Schon in sechs Wochen kann der Krieg vorbei sein, im ungünstigsten Fall dauert er vielleicht noch ein dreiviertel Jahr. Unsere einzige Chance, hier lebend wieder herauszukommen, besteht also darin, Zeit zu gewinnen. Wir dürfen unser Wissen nur Scheibchenweise preisgeben und müssen immer den Anschein wahren, als wüssten wir noch vieles mehr. So wird man uns als die vermeintlichen Hüter wichtiger Geheimnisse noch auf Monate in unseren Zellen brüten lassen. Ist dann der unvermeidliche Tag des Zusammenbruchs endlich da, werden wir von den Siegermächten befreit.«
     Schnell einigten sich die Männer auf die Vorgehensweise, sich bei den Befragungen nur zögerlich Informationen entlocken zu lassen, und auch nur solche, die ihnen nicht unmittelbar gefährlich werden konnten. Weiterhin kam man darin überein, dass Hauptmann Heinz, der offiziell nur für die Presseabteilung der Abwehr zuständig gewesen war, also eine vergleichsweise unbedeutende Position bekleidet hatte, als ahnungsloser Handlanger dargestellt werden sollte, den man über die genauen Pläne im Unklaren gelassen hatte. Durch diese Taktik spekulierte man auf seine baldige Entlassung, sodass er die Befreiung seiner Komplizen in die Wege leiten oder sich wenigstens um die Beseitigung des noch reichlich vorhandenen belastenden Materials kümmern konnte.
     Mit langen Blicken, aber ohne weitere Worte, verabschiedeten sich die drei Männer sodann voneinander – vielleicht für immer. Nicht einmal mit nur einem einzigen Tropfen des eiskalten Wassers in Berührung gekommen, führte man sie nacheinander genauso schmutzig und elend, wie sie gekommen waren, wieder aus dem Waschraum in ihre Zellen ...

***


In Embryonalstellung auf der Pritsche zusammengekrümmt, stieß der Gefangene einen leisen Fluch aus. Sein Magen knurrte fürchterlich. Nichts wünschte er sich in diesem Augenblick sehnlichster herbei als diese beiden lächerlichen Marmeladenbrote und den handwarmen Becher Muckefuck. Hunger und Durst erschwerten das Denken zusätzlich und es war zu vermuten, dass hinter der systematischen Auszehrung genau diese Absicht stand. Einschlafen konnte er dadurch ebenfalls nicht mehr und so brachte er eine scheinbare Ewigkeit in einem fieberartigen Dämmerzustand zu, in dem sich wirre Gedanken eine wilde Jagd lieferten – bis er irgendwann das Klirren eines Schlüssels vor seiner Zellentür vernahm.
     Schwungvoll, ja wütend wurde die Tür aufgestoßen und zwei in Schwarz gekleidete SS-Wachen stürmten herein. Mit wenigen großen Schritten war einer der beiden an der Pritsche und verpasste dem noch immer mit dem Gesicht zur Wand daliegenden Gefangenen ohne Vorwarnung einen heftigen Schlag gegen das linke Ohr. Zum augenblicklich einsetzenden stechenden Schmerz gesellte sich ein widerwärtiges schrilles Pfeifen, das sich mit Lichtgeschwindigkeit im Kopf des Häftlings ausbreitete. Noch ehe der auch nur den Versuch unternehmen konnte, sich zu erheben, wurde er bereits von groben Händen gepackt und von seinem Lager gezerrt. Ohne den Sturz abfedern zu können, knallte er rücklings auf den harten Zellenboden und prellte sich dabei das Steißbein.
     »Los, steh auf, du Verräterschwein! Heute gibt’s ne Sonderbehandlung für dich.«, maulte eine der Wachen.
     Unsanft wurde das sogenannte Verräterschwein von den beiden SS-Männern unter den Achseln gefasst und auf die Beine gezogen. Mehr verwirrt als verängstigt, sah er die beiden an und versuchte, benommen von Schmerz, Hunger und Erschöpfung, zu sich zu kommen. Das Pfeifen in seinem Ohr und das Pochen in seinem Gesäß erschwerten diese Bemühung zusätzlich.
     »Wenn du pissen musst, dann lass laufen. Sollte dir oben auch nur ein Tropfen entweichen, dann schwöre ich dir, lernst du mich kennen!«
     Er musste nicht pissen. Wie könnte er auch, hatte er doch seit vielen Stunden nicht das kleinste bisschen Flüssigkeit zu sich genommen, in einem entsprechend ausgetrockneten Zustand befand sich sein Körper. Ihm wäre ohnehin gar keine Zeit hierfür geblieben, denn noch bevor diese Drohung richtig ausgesprochen war, wurde er halb getragen, halb geschoben auch schon hinaus auf den Flur befördert.
     Auf dem Weg in den ersten Stock sah der Verräter erstmals seit Äonen, wie es ihm vorkam, das Tageslicht. Obwohl von Sehen im eigentlichen Sinne keine Rede sein konnte, denn obschon draußen ein schöner Sommertag zu sein schien, war ihm, als sei alles um ihn herum wie bei einer überbelichteten Fotografie in gleißendes Weiß getaucht. Das von den kahlen Wänden reflektierende Licht war sogar noch greller als die kleine summende Sonne in seiner Zelle, und so hielt er fast die ganze Zeit über den Kopf gesenkt und blinzelte auf seine Füße. Dadurch hoffte er wenigstens nicht zu stolpern, was unweigerlich weitere Schläge und Misshandlungen durch seine Bewacher nach sich gezogen hätte. Nachdem das Dreiergespann einige Gänge und Korridore durchschritten hatte, erreichten sie den Verhörraum. Den kannte der Verräter bereits besser als ihm lieb war.
     Drinnen war es bis auf eine einzelne, waagerecht ausgerichtete Lampe stockdunkel.
     Als die Wachen ihn in den Raum stießen und die Tür schlossen, wurde er von einer rauchigen, beinahe schönen Männerstimme begrüßt. »Mein lieber Oster, schön, dass Sie es einrichten konnten!«
     Einer der SS-Männer grunzte vor Häme.
     »Bitte, nehmen Sie doch Platz und leisten mir etwas Gesellschaft. Ich bin mir sicher, wir haben noch einiges zu besprechen.«
     Der Häftling namens Oster wurde zu einem Stuhl geführt, der im Zentrum des Scheinwerferlichts stand, und unsanft darauf niedergedrückt. Sein geprelltes Steißbein protestierte sofort und jagte ihm einen Stich durch den Unterleib. Man fesselte seine Arme und Beine, sodass er sich kaum rühren konnte, während ihm die Lampe direkt ins Gesicht schien.
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