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Achtsam morden 3 - Achtsam morden am Rande der Welt
Verfasser: Karsten Dusse (3)
Verlag: Heyne (3060)
VÖ: 26. April 2021
Genre: Kriminalroman (8669)
Seiten: 384 (Gebundene Version), 266 (Kindle-Version)
Themen: Achtsamkeit (60), Anschläge (587), Jakobsweg (23), Mafia (688), Midlife-Crisis (38), Pilgerreise (51)
Reihe: Achtsam morden (3)
Charts: Einstieg am 1. Mai 2021
Höchste Platzierung (1) am 10. Mai 2021
Zuletzt dabei am 12. Juli 2021
Erfolge: 4 × Media Control Top 10 Print (Max: 4)
1 × Media Control Top 10 E-Book (Max: 6)
2 × BILD-Bestseller Top 20 (Max: 5)
14 × Spiegel Hardcover Top 20 (Max: 3)
BLOGGERNOTE DES BUCHS
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61mal in den Tagescharts platziert
BENUTZER-SCHULNOTE
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Errechnet auf Basis von 317 Stimmen
Entwicklung Deine Note: 1 2 3 4 5 6
Erklärung der Bewertungssysteme
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KURZER LESERKANONEN-EINBLICK
In den vergangenen beiden Jahren war hierzulande kaum ein Buch so erfolgreich wie »Achtsam morden« von Karsten Dusse, nach einem gemächlichen Anrollen nahm es immer wieder auf dem ersten Rang der Taschenbuch-Bestsellerliste des Spiegels Platz, und auch heute, da es nun schon zwei Jahre alt ist, befindet es sich dort immer noch unter den ersten zehn. Kürzlich ist der dritte Band der zugehörigen Reihe erschienen, dieses Mal sogar als Hardcover-Ausgabe, und natürlich hat es auch sofort den Sprung auf die zugehörige Spiegel-Bestsellerliste geschafft. »Achtsam morden am Rande der Welt« wurde am 26. April vom Heyne Verlag herausgegeben, ist 384 Seiten stark und kostet zwanzig Euro. Die E-Book-Ausgabe ist vier Euro günstiger, ein 7:26 Stunden langes Hörbuch wurde vom Autor selbst eingelesen.

Der zum Leiter von Verbrecherorganisationen (und eines Kindergartens) avancierte Anwalt Björn Diemel feiert in »Achtsam morden am Rande der Welt« seinen dritten Auftritt. Eigentlich läuft sein Leben in geregelten Bahnen, seine Organsationen funktionieren prächtig, sein Verhältnis zu seiner Exfrau und seiner Tochter sind bestens. Rund um seinen 45. Geburtstag rutscht er dennoch in eine Midlife-Crisis, denn er weiß nicht, wohin der Weg in der zweiten Lebenshälfte eigentlich gehen soll. Auf Anraten seines Psychiaters soll er die Antwort auf diese Frage beim Pilgern auf dem Jakobsweg finden. Es kommt, wie es bei Diemel kommen muss: Über den Camino wird Blut fließen.

Im Vergleich zu den beiden vorausgegangenen Bänden ist dieses hier ein Stück schmaler ausgefallen, was keine Frage des Buchformats ist, sondern auch an den Hörbüchern zu erkennen ist (die ersten beiden waren 9:14 Stunden und 8:40 Stunden lang). Das muss natürlich nichts Schlimmes sein, denn um eine gute Geschichte zu erzählen, muss ein Autor keinen dicken Wälzer schaffen. Und auch hier hat man nicht den Eindruck, dass Dusse gehetzt vorgegangen ist oder einfach nur schnell eine weitere Story nachschieben wollte, sondern das Ganze hat Hand und Fuß. Im Grunde genommen kann man sagen, dass er exakt da weitergemacht hat, wo er bei den beiden Vorgängern aufgehört hat. Heißt also, wir haben auch hier wieder eine Ebene mit Björn Diemels psychologischen Begleiter, eine Handvoll Morde, ein paar sehr abstrakte Augenblicke und die gewohnte - sehr individualistische - Ausdeutung von spirituellen Ratschlägen. So, wie dies schon in den ersten beiden Bänden funktioniert hat, so funktioniert es auch dieses Mal. Und so sehr der Jakobsweg in Büchern inzwischen auch schon plattgetreten worden ist, liefert Dusse immer noch genügend frische Ideen, um die Sache lesenswert und witzig zu gestalten.

Auch dieses Mal können wir jedoch nicht ohne kritische Note bleiben. Schon beim zweiten Band hatten wir an einigen Stellen einen etwas unangenehmen Unterton festgestellt, konnten diesen aber nicht so genau verorten. Wir mutmaßten, dass es daran liegt, dass Protagonist Björn Diemel im Kern eine ziemlich scheußliche Person ist und in der Art der Erzählung nicht die dazu passende richtige Distanz zu ihm geschaffen wird. Allerdings ist dies beispielsweise bei John Niven, mit dessen Büchern wir das erste Achtsam-morden-Buch einst verglichen hatten, auch der Fall, und bei diesem hat man ganz und gar nicht den seltsamen Eindruck. Nachdem wir intern nochmal darüber diskutiert haben, könnte dies an folgender Sache liegen: Wenn Diemel mal wieder den Teil seiner Ansichten auspackt, die gesellschaftlich antiquiert sind, wird ihm nichts Brauchbares entgegengehalten. So wie etwa im zweiten Band die Kindergarten-Hipster Diemel inhaltlich nichts Brauchbares erwidern konnten, so wird hier beispielsweise ein Verfechter der Bekämpfung von Fake News allzu rasant untergebuttert und kann Diemel nicht einmal mit trivialsten Argumenten begegnen. Hier werden also gleich zwei Dinge vermittelt: Wer sich des organisierten Verbrechens bedient, wer Prosituierte beschäftigt, wer seine Leute Gewalt anwenden lässt & Co., der siegt und kommt einfach durchs Leben. Leute mit rechtschaffenden Meinungen sind indessen entweder dämlich oder verfechten sie nur vordergründig, während sie ansonsten schnell auf ihre Prinzipien pfeifen oder eigentlich noch fiesere Säcke als Diemel sind.

Zumindest ist das unsere neue Arbeitsthese - falls es einen vierten Band geben sollte, werden wir womöglich weiter daran basteln. ;) Das Ganze ruiniert eh nicht den Gesamteindruck des Buchs. Im Gegenteil, »Achtsam morden am Rande der Welt« ist beschwingt, amüsant und mit der gewohnten Leichtigkeit erzählt, und kurzweilig ist es ohnehin. Man hat beim Lesen nur regelmäßig einen Irgendwas-stimmt-hier-nicht-Eindruck. Alles in allem erhält man hier jedenfalls ein kleines Büchlein, das sich mal eben an einem Wochenende im Vorbeigehen lesen lässt und das sicher den meisten gefallen wird, die schon die ersten beiden Bände mochten.
– geschrieben am 1. Mai 2021 (3.5/5 Punkte)
Anmerkungen zu den Buch-Einblicken: Die Wertung unseres jeweiligen Mitarbeiters geht im gleichen Maße wie eine Blogger-Rezension in die Gesamtwertung des Buches ein.
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Autorin des Buch-Einblicks: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz