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Wenn es uns gegeben hätte
Verfasser: Josefine Weiss (1)
Verlag: FeuerWerke (49)
VÖ: 14. April 2021
Genre: Romantische Literatur (24255)
Seiten: 292 (Taschenbuch-Version), 285 (Kindle-Version)
Themen: Beziehungen (2113), Glück (441), Schicksalsschläge (330), Wünsche (377), Zweite Chance (506)
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Erklärung der Bewertungssysteme
Auf dem Weg zum Glück musst du manchmal einen Umweg nehmen.

Eine zweite Chance für ihre verlorene Liebe - das ist alles, was Ela und Timo sich nach jahrelanger Funkstille wünschen. Als dieser Wunsch in Erfüllung geht und tiefe, längst verloren geglaubte Gefühle wieder lebendig werden, scheint das Glück perfekt. Endlich können sie all die verpassten Jahre aufholen.

Doch keiner von beiden ahnt, wie wenig Zeit ihnen dafür am Ende noch bleiben wird...
Quelle: FeuerWerke
Lesermeinungen (2)     Leseprobe     Blogger (2)     Cover
LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Fabian Held vom FeuerWerke Verlag für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Josefine Weiss gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     »Das kommt nicht infrage. Wir sind hier in einem Blumenladen und nicht bei Woodstock.«
     Ich glaube, sie hat da irgendwas verwechselt. Da es aber nun mal nicht mein Laden ist, akzeptiere ich Rosies Meinung und halte mich, so gut es geht, zurück. Manchmal kribbelt es mir allerdings so sehr in den Fingern, dass ich in ihrer Abwesenheit plötzlich kreative Anfälle bekomme und den Verkaufstresen umdekoriere, ein neues Türschild aufhänge oder sogar einmal die nervige kleine Glocke gegen ein federleichtes Windspiel eingetauscht habe. Fünf Minuten – und keine Sekunde länger – hat Rosie die Veränderungen geduldet. Das Zeug war schneller wieder in Sack und Tüten, als ich es ausgepackt hatte.
     An diesem regnerischen Montag habe allerdings selbst ich keinen Sinn für kreative Ideen. Ich verabschiede gerade Herrn Grabowski, der mit einer Rose und einer kleinen Topfpflanze im Gepäck durch die Ladentür schleicht, als schon wieder mein Handy klingelt.
     »Na, sitzt du schon am Strand?«, begrüße ich meine Mutter und gehe nach hinten, um mir einen Kaffee zu machen.
     Sanne steckt mitten im Umzugsfieber. Nach mehreren Jahrzehnten schafft sie endlich den Sprung vom beschaulichen kleinen Büjenstorf hinaus in die Touristenhochburg Hohwacht, wo sie schon seit Ewigkeiten als Köchin arbeitet. Die zehn Kilometer Fahrzeit bis zum Restaurant waren ihr vor allem in der Sommersaison ein Dorn im Auge, wenn sie bis spät in die Nacht arbeiten musste, und das gehört jetzt der Vergangenheit an.
     »Schön wär's! Diese Möbelpacker sind ein Graus! Wenn ich alles selber machen würde, wäre ich längst fertig.«
     Ich höre meine Mutter im Hintergrund herumwerkeln, als würde sie etwas Schweres über den Boden schieben. Dann sagt sie, offensichtlich nicht an mich gerichtet: »Da ist Glas drin! Wehe, Sie stellen da was drauf!«
     »Es ist Montag. Sei nett zu den Jungs, Ma.« Ich schmunzle vor mich hin, als ich ihr verächtliches Schnauben höre.
     »Du, Ela, ich hab hier noch ein paar Sachen von dir gefunden. Eine Kiste vom Dachboden mit der Aufschrift – warte – was steht da? Ach, kann ich nicht lesen. Irgendein Gekritzel.«
     »Hast du deine Brille nicht dabei?« Ich lache. Meine Mutter würde nie zugeben, dass sie ohne ihre Brille mittlerweile blind wie ein Maulwurf ist, und so überrascht es mich nicht, dass sie auf meinen neckenden Kommentar nicht reagiert.
     »Kann ich dir die Kiste vorbeibringen?«, fragt sie.
     »Ich bin im Laden, aber Sven ist noch bis siebzehn Uhr da.«
     »Alles klar. Hey!«, schreit sie auf einmal los, und ich nehme das Handy vom Ohr. »Das Glas! Aufpassen, habe ich gesagt!«
     Lachend verabschiede ich mich und überlasse meine Ma ihrem Umzugschaos.
     »Hier hält mich doch nichts mehr«, sagte sie an dem Tag, an dem sie mir ihre Entscheidung mitteilte und mein Mund vor Überraschung offen stand. Ich kann sie verstehen. Seit meinem Auszug saß sie allein in unserem Haus, das jeden Tag größer für sie zu werden schien. Mein Vater hatte es uns überlassen, bevor er wegging. Es war also nicht nur irgendwann zu groß, sondern auch voller Erinnerungen, die keiner von uns noch haben wollte. Jetzt fängt ein neuer Lebensabschnitt für sie an.
     Meine Mutter ist wie ein Vögelchen, das morgens die Flügel ausstreckt, durch die Welt segelt und am Abend ins heimische Nest zurückkehrt. Ich hingegen fühle mich meistens so, als würde ich es nicht mal über den Nestrand hinwegschaffen. In stillen Momenten beneide ich sie sogar um ihren Mut, obwohl ich Büjenstorf liebe. Es ist ihr Mut zur Veränderung, den ich mir selbst manchmal herbeiwünsche. Andererseits hat eine eingefahrene Gewohnheit auch seinen Reiz. Ich weiß immer, was mich erwartet, und so schnell haut mich nichts von den Socken.

Heute bleibt es ruhig im Rosenstübchen. Obwohl es Anfang März ist, scheint den Leuten die Lust auf frische Balkon- oder Gartenblumen gerade vergangen zu sein. Kein Wunder. Es schüttet immer noch wie aus Eimern. Mittlerweile steht die ganze Straße unter Wasser. Es ist so dunkel wie im Winter, und das Wetter drückt auf die Stimmung. Das Radio läuft im Hintergrund, während ich Blumen zurechtschneide, bestellte Sträuße binde und mich längst überfälligen staubigen Regalen widme.
     Am frühen Abend schickt meine Mutter ein Selfie, das sie auf dem Klo in der neuen Wohnung zeigt. Ich sende einen lachenden Smiley und einen hochgestreckten Daumen zurück und freue mich für sie, dass der Umzug doch noch gut gegangen ist.
     Punkt achtzehn Uhr schließe ich die Tür ab und eile die Straße entlang. Endlich Feierabend!
     Liz, meine beste Freundin, steht beim Dönerladen an der nächsten Straßenecke. In der Hand einen riesigen schwarz-weiß gepunkteten Schirm, schaut sie immer wieder ungeduldig auf die Uhr.
     »Hey!«, rufe ich ihr schon von Weitem zu und winke. Liz, die unter dem großen Regenschirm ziemlich verloren wirkt, lächelt erleichtert.
     »Mein Magen hängt in den Kniekehlen!«, ruft sie zurück.
     Ich drücke ihr einen dicken Schmatzer auf die Wange und gehe zum Imbissfenster, um zusammen mit ihr unsere typische Montagabend-Bestellung aufzugeben.
     Liz ist Grundschullehrerin in Büjenstorf, obwohl sie so jung und schmächtig aussieht, als wäre sie selbst gerade aus der Schule gekommen. Dabei ist sie bereits siebenundzwanzig und eine ziemlich toughe Frau, die genau weiß, was sie will. Fünf Jahre ist es jetzt her, dass ich ihre Hochzeit mit ein paar Blumenarrangements aus unserem Laden ausstatten durfte. Als Liz’ Trauzeugin an diesem Tag mit einer Magen-Darm-Grippe unerwartet ans Klo gefesselt war, brach für die hübsche Braut eine Welt zusammen. Wenn ich eine Sache nicht ausstehen kann, sind das weinende Menschen, also blieb mir gar nichts anderes übrig, als den Trauzeuginnenjob kurzerhand zu übernehmen. Am Ende bezog sich meine improvisierte Rede auf Liz’ Vorliebe für duftende Lavendelsträuße, die ihrem Mann Kasimir Kopfschmerzen und Übelkeit verursachten, was im Übrigen für eine ausgewachsene Diskussion im Blumenladen gesorgt hatte. Es war nicht meine beste Rede, aber Brautpaar und Gäste fühlten sich offensichtlich gut unterhalten. Und als dann auch noch der USB-Stick mit dem Hochzeitssong nirgendwo zu finden war, mussten Liz und Kasimir zu einem waschechten Achtzigerjahre-Schlager tanzen. Aber die Hochzeit lief, das Brautpaar war glücklich, und aus Liz und mir wurden dicke Freundinnen.
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