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KINDLE
 
Trauma
Verfasser: Angélique Mundt (5)
Verlag: btb (511)
VÖ: 13. April 2021
Genre: Thriller (7059)
Seiten: 352 (Taschenbuch-Version), 353 (Kindle-Version)
Themen: Erinnerungen (985), Mörder (640), Psychiatrische Klinik (205), Trauma (181)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Angélique Mundt für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Angélique Mundt gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

     Ich erinnere mich an den brennenden Wunsch, Sängerin zu werden.
     An den Traum, der uns beide verband.
     Wie er strahlte. In die Hände klatschte. Die Welt uns in diesem Moment zu Füßen lag.
     Mein Leben eine neue Richtung nahm. An den Traum, den wir lebten.
     Ich erinnere mich. Ich kann nicht mehr.
     Ich will mich nicht erinnern. Marius.
     Komm zurück. Ich brauche dich.


6.


Stattdessen kamen sie. Die Polizisten.
     Als ich die Spülmaschine einräume, klingelt es, alles geht ganz schnell. Sie sind in der Wohnung, sie fragen, ich habe keine Antworten. Sie wollen den Schlüssel zu seiner Wohnung. Sie wollen alles durchsuchen. In unserem Haus. Sie wollen, dass Nicolai nach Hause kommt und den Safe öffnet. Und dann finden sie es. Mein rotes Kleid. Es ist voller Blut.
     Ich drifte weg. Ins Rot.
     Um mich herum ist überall Blut. Ein dunkler See umringt von einzelnen kleineren Tropfen, die wie Satelliten um die Lache kreisen. Die Pfütze ist frisch. Dabei ist die Flüssigkeit nicht hellrot. Eher schimmernd schwarz. Ich rieche das Blut. Es ist kein unangenehmer Geruch. Etwas süßlich. Metallisch.
     Ich bin aus Versehen in den Blutsee geraten. Die Spuren verwischen sich, verlieren sich im Grau des Untergrundes.
     Ich habe Blut an meinen Fingern. Blute ich? Oder ist es sein Blut?
     Ich schaue mir meinen Finger mit dem Blut genau an. Ein Tropfen fällt darauf. Kein Blut diesmal. Eine Träne.
     Noch eine. Viele.
     Meine Tränen vermischen sich mit seinem Blut. Ich rieche an dem Finger. Riecht es nach ihm?
     Es riecht nach Eisen. Warum rieche ich ihn nicht?
     Ich atme hektisch und fühle nichts mehr.
     Ich betrachte den See aus Blut auf dem Asphalt.
     Verändert er seine Farbe? Es wäre logisch, dass sich mit dem Auseinanderlaufen des Blutes dessen Farbe ändert, oder? Der Geruch?
     Ich höre einen Schrei.
     Er kommt aus mir. Von tief drinnen. Rollt durch meinen Körper, aus dem Mund und bricht sich in der Nacht.
     Hallt in mir wider. Unvermittelt ist es vorbei. Absolute Stille breitet sich aus.


7.


Ich starre in die Neonröhre, bis mir die Augen wehtun. Ich will den Schmerz spüren, ich will, dass alles andere in mir ruhig ist, ich will vergessen, nichts mehr verstehen. Ich habe Angst. Denn ich kann mich nicht erinnern, was nach der Verabredung mit Marius am Abend seines Todes passiert ist. Ich war die Letzte, die ihn lebend gesehen hat. Das behauptet die Polizei. Ich weiß es nicht. Der Tag verschwindet im Nebel.
     Alles, was ich habe, sind diese furchtbaren Alpträume. Mein Körper zittert. Ich traue mich nicht, den Gedanken wirklich zu fassen. Ich starre mit weit offenen Augen in das grelle Licht. Was, wenn es kein Alptraum ist? Was, wenn ich mich erinnere? Die Schere. Das Kleid. Ich habe solche Angst. Angst, die mich erdrückt, zerquetscht in der Stille der unbeantworteten Frage: Was habe ich getan?
     Die letzten Stunden waren eine einzige Wolke aus Grübeleien, Fragen ohne Antworten und Selbstvorwürfen. Ich habe an mein Leben gedacht und an den Schaden, den ich angerichtet habe. Was habe ich in jener Nacht getan? Ich spüre wieder genau, wie der Kommissar mir nicht glaubt, dass ich mich nicht erinnere. An den Abend, an dem Marius starb.
     An den Abend, an dem Marius getötet wurde.
     An den Abend, an dem meine Träume zerbrachen.
     Seither ist es still um mich herum. Als ob alle Töne mit ihm gestorben seien.
     Was ist, wenn der Kommissar recht hat?
     Was ist, wenn meine Erinnerung mir zeigt, dass ich eine Mörderin bin?


8.


Marius und ich hatten keine Liebesbeziehung im eigentlichen Sinne. Wir waren verbunden durch die Musik. Und er hat mich gesehen, natürlich, das hat mich verändert.
     Mit ihm fand ich meinen Traum vom Glück. Ich legte meine unerfüllten Wünsche und ungesagten Hoffnungen in ihn, in die Musik. Ausdruck all dessen, was mich beschäftigte. Es hätte alles perfekt sein können.
     Nur Nicolai interessierte sich nicht für mein neues Leben. Ich war gekränkt. Für Nicolai war ich nur die Mutter seiner Tochter, sonst nichts. Ich bräuchte nicht arbeiten, sagte er. Das hätten wir nicht nötig. Ich sollte erneut schwanger werden. Er wünschte sich einen Jungen.
     Ich träumte von einem anderen Leben. Nur traute ich mich nicht, das zu sagen. Und bis ich Marius kennenlernte, traute ich mich nicht, irgendetwas für meine Träume zu tun.
     Ich habe mit dem Gedanken gespielt, einen Brief an Nicolai zu schreiben. Mir alles von der Seele zu schreiben. Mir hilft es, meine Gedanken auf diese Art zu äußern. Es kommen andere Worte dabei heraus, wenn man die Ansichten aus dem Kopf heraus und zu Papier zu bringen versucht. In meinen Songs ist es genauso. Ich habe eine Idee, eine Geschichte im Kopf. Wenn ich am Klavier sitze und die Melodie spiele, sprudeln andere Begriffe aus meinem Mund. Kraftvoller und eleganter. Ich wollte ihm alles erzählen. Davon, dass ich meinem Traum so nahe war, dass Marius und ich unser Demoband an eine Plattenfirma geschickt hatten. Dass ich es erst für einen Witz gehalten hatte, eine Art Mutprobe, die aber auf einmal Wirklichkeit geworden war: Wir hatten den Termin. Wir sollten an diesem Tag wirklich einen Plattenvertrag unterschreiben. Der wichtigste Tag in meinem Leben.
     Zu dem Brief ist es nie gekommen. Ich habe versagt. Ich habe nicht mehr um sein Vertrauen gekämpft, nachdem Marius da war. Ich habe mich in der Musik verloren. In dem Gefühl der Freiheit. Ich liebte diese Welt. Sie berauschte mich.
     Deshalb habe ich meinen Mann angelogen. Ich erzählte ihm weder von den Studioaufnahmen noch von einer Reise nach London. Ich sagte, ich sei mit den Müttern aus der Kita-Gruppe unterwegs. Ich erklärte mein Strahlen und die glückliche Erregung nach einem Tag im Tonstudio mit Shoppingerfolgen.
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