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KINDLE
 
Trauma
Verfasser: Angélique Mundt (5)
Verlag: btb (524)
VÖ: 13. April 2021
Genre: Thriller (7210)
Seiten: 352 (Taschenbuch-Version), 353 (Kindle-Version)
Themen: Erinnerungen (1006), Mörder (664), Psychiatrische Klinik (210), Trauma (184)
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LESEPROBE
Das Team von Leserkanone.de bedankt sich bei Angélique Mundt für die Einsendung dieser Leseprobe! Mehr zu Angélique Mundt gibt es auf ihrer Autorenseite, bei Twitter, bei Facebook und bei Instagram.
Bei Amazon ist das Buch an dieser Stelle erhältlich. Bei diesem Link handelt es sich um Werbung, er enthält einen Affiliate-Code.

Prolog


Eine Mörderin zu sein ist leicht.
     Ich steche zu.
     Immer wieder hebe ich meine rechte Hand und lasse sie herunterfahren. Die Schere dringt in den weichen Körper ein.
     Wenn man erst einmal den Entschluss gefasst hat, ist es ganz einfach. Die innere Haltung entscheidet.
     Wenn man keinen Zweifel mehr hat, dass man töten will, kein Zögern einen bremst, dann ist es leicht.
     Kurz durchzuckt mich der Gedanke, ob ich Grund genug habe, den Mann auf dem Boden vor mir zu töten? Aber wie viel Grund ist genug, um einen Mord zu begehen?
     Ich sehe Blut auf dem weißen T-Shirt, es breitet sich aus, ich sehe meine Hand und die Schere, eine Wunde, einen Körper, ich höre Dave Brubecks Saxophonklänge von Take Five. Ich sehe noch mehr Blut.
     Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich zugestochen habe. Der Körper auf dem Boden liegt jetzt ganz still. Ich habe ihn besiegt.
     Er macht mir keine Angst mehr. Er nicht.
     Plötzlich stottert die Musik. Schauer jagen mir über den Rücken. Misstöne. Quietschen. Die Musik bricht ab.
     Ich halte inne. Ich bin durcheinander. Aber ich darf jetzt nicht aufhören, auf keinen Fall. Dieser Mann darf nie wieder lügen, dafür muss ich sorgen.

Hinter mir ein Geräusch. Ich blicke mich um. Da ist niemand, keiner sieht mich hier. Doch plötzlich ist sie da, eine Taube schlägt mit den Flügeln, pickt nur wenige Meter entfernt etwas vom Boden auf. Ich starre sie an.
     Ihre kleinen Knopfaugen sehen mich unverwandt an, sie begreift nicht, was hier passiert.
     Ich versuche wegzuschauen, ich darf jetzt nicht durchdrehen, nicht wegen einer erbärmlichen Taube, aber sie kommt auf mich zu, sie gurrt, grinst, sie schnalzt, als finge sie gleich an, höhnisch zu lachen. Sie kommt weiter auf mich zu, fast kann ich sie berühren mit meiner blutigen Hand, sie nickt mit dem Kopf, sie widert mich an, und dann höre ich es. Sie spricht. Diese verdammte Kreatur spricht zu mir.
     Ginseng Abu Lasemir. Ginseng. Sie hat keine Scheu, schaut mich direkt an, kommt ganz nahe, streift mein Bein entlang, ich kann mich nicht bewegen, mir wird schlecht. Mit einem Sprung flattert sie auf den Bauch des leblosen Körpers.
     Sie schaut mich an und gurrt Ginseng. Sie wird immer lauter, schreit buchstäblich auf mich ein.
     Ich ertrage es nicht mehr, rucke meinen Kopf nach vorn, um sie zu vertreiben, stoße einen furchtbaren Laut aus.
     Sie flattert auf und fliegt davon.
     Ich schwitze, bin völlig außer Atem, mein Herz pocht, ich habe Angst, ich fühle mich leer. Jetzt, da sie weg ist, fehlt sie mir.
     Traurigkeit überschwemmt mich. Wegen einer Taube?
     Ich weine, rieche den metallischen Geruch von Blut und wische mir den Schweiß von der Stirn.


1.


Ich erwache mit dem Gefühl, dass etwas Entsetzliches passiert ist. Ich atme flach und versuche, mich zu konzentrieren. Mir ist kalt. Gänsehaut überzieht meine Arme.
     Wo bin ich?
     Ich liege in einem Bett. Es ist nicht meins. Die Matratze ist viel zu weich. Ein Wecker tickt, und ich höre jemanden schnarchen. Ich bin nicht allein. Weißes Licht brennt, ich sehe eine helle Decke, einen großen Raum, der nicht unser Schlafzimmer ist. Ich traue mich nicht, den Kopf zu drehen, schließe lieber wieder die Augen. Von irgendwo hinter mir höre ich das gedämpfte Piepen eines rückwärtsfahrenden LKWs. Wo bin ich, und warum bin ich hier?
     Es riecht nach Desinfektionsmittel oder Bleiche. Ein Krankenhaus?
     Trotz meiner geschlossenen Augen merke ich, wie sich Tränen hinter den Lidern sammeln. Ich öffne die Augen wieder und blinzle die Tränen weg. Über mir sehe ich Neonröhren an der Decke. Ich wende den Kopf endlich langsam und schaue mich um. Nur wenige Schritte entfernt steht ein weiteres Bett. Darin liegt eine Frau unter weißer Bettwäsche. Mehr kann ich nicht erkennen.
     Mein Blick streift durch das Zimmer mit Linoleumboden in Holzoptik, einem Kleiderschrank und zwei roten Sesseln vor einem Fenster. Keine Geräte, Schläuche, Infusionsständer. Neben meinem Bett steht nur ein Wasserglas,
     es hängt keine Kleidung über der Sessellehne. Wo sind meine Sachen? Warum bin ich hier? Panik steigt in mir auf. Ich habe Mühe, meine Gedanken zu sortieren. Was ist passiert? Bin ich verletzt? Ich bewege mich vorsichtig und spüre einen reißenden Schmerz im Bauch. Dieses Stechen bringt die Erinnerung zurück. Wie Blitze schießen mir Bilder durch den Kopf. Das Blut. Der Kommissar, der mich
     gehalten hat. Ich schnappe nach Luft.
     »Du bist aufgewacht.« Das Zittern in der fremden Stimme ist nicht zu überhören. »Du bist also die Neue. Willkommen auf der Akutstation.«
     Ich drehe mich zu der Frau um und versuche, meine Atmung unter Kontrolle zu bekommen, denn ich atme immer schneller. Ich weiß, was passiert ist. Gestern Abend im Polizeipräsidium. Angst kriecht in mir hoch und drückt mir auf die Brust.
     Die Frau schlägt die Bettdecke zurück, setzt sich auf die Bettkante. Sie hängt sich umständlich eine Brille an einer Kette um den Hals. Ihre grauen Haare reichen ihr fast bis zur Hüfte. Falten durchziehen ihr Gesicht, die von einem langen Leben erzählen. Ihr Blick flattert unruhig hin und her. Altersflecken haben braune Sprenkel in die leichenblasse Haut getupft. Ihre Beine sind erschreckend mager. Sie greift nach einem Rollator, der neben ihrem Bett steht und stemmt sich mühsam hoch. Ihre knotigen Finger umklammern die Griffe so fest, dass ihre Knöchel weiß werden.
     Ich reagiere nicht auf ihr Lächeln. Ich bemühe mich, nicht einmal zu zwinkern. Keine Angriffsfläche zu bieten. Ich bin wie erstarrt. Aus den Augenwinkeln beobachte ich jede Bewegung der Alten.
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